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Christoph Weber

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Vom Gottesgericht zur verhängnisvollen Natur Produktbild: Vom Gottesgericht zur verhängnisvollen Natur Band 36

Vom Gottesgericht zur verhängnisvollen Natur

Im Zeitalter der europäischen Aufklärung gab es verheerende Natur­umwälzungen, auf die die Menschen mit Bewältigungsstrategien reagierten, die bis ins 21. Jahrhundert fortwirken. Der Autor beleuchtet in seiner interdisziplinären Studie die mentalitäts- und ideengeschichtlichen Brüche wie auch Kontinuitäten in der frühneuzeitlichen Aufarbeitung von Naturkatastrophen. Ein Themenschwerpunkt liegt in der narrativen Vermittlung von Erdbeben­katastrophen in deutschsprachigen Druckschriften, die eine ausgeprägte Beständigkeit von religiös-metaphysischen Deutungs­mustern aufweisen. Die durch die Leibniz-Wolffische Schulphilosophie vorangetriebene Bonisierung der Naturübel übte einen normativen Einfluss auf die mediale Aufarbeitung von Großkatastrophen wie das Lissabonner Erdbeben von 1755 und die Erschütterung Siziliens und Kalabriens 1783 aus. Augenzeugen­berichte wie auch Predigttexte und Lehr­gedichte sind stereotyp von Darstellungskonventionen geprägt, die bereits in Unglücks-berichten aus dem 16. und 17. Jahrhundert vorherrschten. Eingehend wird ferner die Ästhetisierung gewaltsamer Natur­kräfte in einschlägigen Abhandlungen über das Ungestüme und Erhabene von Literaturkritikern und Philosophen wie Johann ­Jakob Bodmer, Moses Mendelssohn, Immanuel Kant und Friedrich ­Schiller behandelt.

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