London 1912: Ist der verurteilte Mörder Charles Linkworth in Wahrheit unschuldig? Nach dessen Hinrichtung wird der zuständige Gefängnisarzt von Erscheinungen gepeinigt, die er sich nicht erklären kann. Schnell wird klar, dass der Verbrecher gar nicht so tot ist, wie es den Anschein hatte - und dass er noch eine Rechnung im Diesseits zu begleichen wünscht ...
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Ein Haus, dem man nicht trauen sollte
Bewertung am 01.01.2026
Bewertungsnummer: 2689729
Bewertet: Hörbuch-Download
Mit „Heimtückisch“ liegt nun das achte Abenteuer der Hargreaves vor – und zugleich eine Folge, die sich bewusst wie ein Blick zurück anfühlt. Back to the roots, könnte man sagen. Denn diesmal basiert die Geschichte nicht allein auf einer freien Erzählung von Per McGraup, sondern wie zu Beginn der Miniserie auf einer literarischen Vorlage von Allen Upward.
Auch inhaltlich knüpft „Heimtückisch“ an diese Anfänge an. Alwyne und Colin Hargreaves sind hier noch nicht das eingespielte Ehepaar späterer Folgen, sondern befinden sich im vorsichtigen, tastenden Stadium der Annäherung. Gefühle werden eher angedeutet als ausgesprochen, und Romantik entsteht, wenn überhaupt, nur sehr zurückhaltend. Dass ausgerechnet ein Spukhaus der Ort ist, an dem sich diese Beziehung weiterentwickelt, wirkt dabei alles andere als idyllisch, passt aber hervorragend zur Grundstimmung der Geschichte.
Während des Hörens hatte ich schnell das Gefühl, mich in einer sehr klassischen Spukgeschichte zu bewegen. Das Haus ist stets präsent als Ort, dem man instinktiv misstraut. Geräusche und das Gefühl von Beobachtung sorgen dafür, dass sich ein leises, stetiges Unbehagen aufbaut. Als Hörer beginnt man automatisch, genauer hinzuhören und sich selbst ein Bild von diesem Ort zu machen.
Per McGraup hält sich spürbar eng an das Ausgangsmaterial, was der Geschichte eine klare Form gibt und ihr erlaubt, vor allem über Atmosphäre zu wirken, ohne jedes Rätsel bis ins Detail aufzulösen.
Die Sprecherleistungen unterstützen diese Wirkung hervorragend. Gerade das Zusammenspiel der Hargreaves lebt von kleinen Nuancen, Blickwinkeln und Pausen – Dinge, die im Hörspiel besonders gut funktionieren und viel über die Beziehung der beiden erzählen, ohne sie auszuerzählen.
Musik und Geräusche sind gezielt gesetzt und drängen sich nie in den Vordergrund. Vieles entsteht im Kopf, und genau dort entfaltet „Heimtückisch“ seine größte Wirkung.
Insgesamt ist diese Folge für mich eine sehr stimmige Rückbesinnung auf die Wurzeln der Hargreaves-Geschichten: klassischer Grusel, ein zurückhaltend erzähltes Spukhaus und Figuren, die noch am Anfang ihrer gemeinsamen Geschichte stehen. Kein lauter Schrecken, sondern eine ruhige, atmosphärische Episode, die man aufmerksam hört und die gerade deshalb lange nachwirkt.
Ein schwer vermittelbares Haus
Bewertung aus Eisenach am 31.10.2025
Bewertungsnummer: 2641557
Bewertet: Hörbuch-Download
Der junge Makler Colin Hargreaves bekommt den Auftrag, ein Haus zu verkaufen. Bei dem guten Anwesen sollte das eigentlich kein Problem sein – wenn nicht der gesamte Ort überzeugt wäre, dass es dort spukt. Kurz entschlossen kauft er das Haus für das Maklerbüro. Er will beweisen, dass dort alles mit rechten Dingen zugeht und es dann gewinnbringend weiterverkaufen. Zusammen mit seiner Sekretärin übernachtet er in dem Haus.
Schon im Klappentext erfahren wir, dass Allen Upward und Per McGraup ihre Leser hier an die Anfänge der gemeinsamen Tätigkeit des Geisterjäger-Ehepaars Hargreaves zurückführen. Da ich bisher allerdings nicht annähernd alle 195 Folgen der Hörspiel-Reihe „Gruselkabinett“ kenne, war dieses Hörspiel mein Erstkontakt mit Alwyne und Colin Hargreaves. Etwas überraschend war es für mich, dass hier auch humoristische Elemente eingewebt werden. Letzteres zeigt sich vor allem darin, dass Alwyne und Colin immer wieder ihren gegenwärtigen und damaligen Beziehungsstatus kommentieren, während sie gemeinsam auf die damaligen Erlebnisse zurückblicken. Eine derartige Genre-Mixtur finde ich überraschend, doch trägt gerade diese erheblich zur Stimmung dieser Geschichte bei. Der ‚Grusel-Pegel‘ bleibt dabei relativ niedrig, zumal der Leser aufgrund der Erzählstruktur ja weiß, dass beide Protagonisten das Abenteuer damals gut überstanden haben. Die bisher erschienenen Abenteuer der Hargreaves’ werde ich mir bestimmt mal näher ansehen (beziehungsweise -hören). Dieser Stil trifft nämlich definitiv meinen Gefallen.
Die Umsetzung des Hörbuchs fällt gewohnt üppig aus, was sich beispielsweise in den 11 beteiligten Sprechern zeigt.
Fazit:
Grusel und Comedy? Dieses Hörspiel beweist, dass diese Kombination sehr gut funktionieren kann, ohne das Genre dabei zu karikieren.
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