Gesammelte Werke Mrs Dalloway, Die Fahrt zum Leuchtturm, Orlando, Die Wellen, Ein Zimmer für sich allein, Das Tagebuch einer Schriftstellerin
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Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Ja
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
10.02.2025
Verlag
E-artnowSeitenzahl
1267 (Printausgabe)
Dateigröße
1768 KB
Übersetzt von
Karl Lerbs
Sprache
Deutsch
EAN
4066339604124
"Die Fahrt zum Leuchtturm" beeindruckt vor allem durch ihre poetische Verdichtung: Ein Familienurlaub auf einer schottischen Insel gerät zum Spiegelbild für das Vergehen der Zeit und die Verschiebungen in menschlichen Beziehungen. Die Charaktere sprechen weniger durch äußere Handlung als durch innere Monologe zu uns, was die Tiefgründigkeit und Komplexität der Figuren spürbar macht. In Orlando hingegen sprengt die Autorin bewusst alle Grenzen, indem sie ihren Protagonisten über Jahrhunderte hinweg Geschlecht und Epoche wechseln lässt. Dieses ironisch-phantastische Spiel mit Identität und historischer Wirklichkeit entlarvt die Willkür gesellschaftlicher Normen und hebt zugleich ihre Zeitlosigkeit hervor.
Mit "Die Wellen" wagt Woolf schließlich eine beinahe poetische Form des Romans, die dem Bewusstseinsstrom verschiedener Figuren folgt und so ein mehrstimmiges Mosaik menschlicher Existenz erschafft. Jenseits klassischer Erzählstrukturen entsteht ein rhythmisierter Fluss an Gedanken und Beobachtungen, der an das stetige Kommen und Gehen von Wellen am Strand erinnert. Dabei treten universelle Themen wie Freundschaft, Vergänglichkeit und Selbsterkenntnis in den Vordergrund.
Besondere kulturelle Relevanz erlangte "Ein Zimmer für sich allein", in dem die Autorin mit leidenschaftlicher Schärfe argumentiert, warum Frauen finanzielle und räumliche Unabhängigkeit benötigen, um überhaupt schreiben zu können. Dieses Essay, oft als Schlüsselwerk des feministischen Denkens bezeichnet, klagte nicht nur die strukturellen Hürden an, die kreativen Frauen den Weg verstellen, sondern entwarf zugleich eine Vision von Gleichberechtigung und Selbstbestimmung. Die Resonanz war enorm und wirkt bis heute in Debatten über Geschlechterrollen und gesellschaftliche Erwartungen nach.
Ergänzend bietet das persönliche Tagebuch unverstellte Einblicke in Woolfs Alltag, ihre kreativen Prozesse und ihre philosophischen Reflexionen. Hier erfährt man unmittelbar von ihren Selbstzweifeln, ihrem künstlerischen Antrieb und ihrem unerschütterlichen Glauben an die Kraft der Literatur. So verschmelzen in diesem Band formales Experiment, gesellschaftskritische Analyse und intime Gedanken zu einem eindrucksvollen Gesamtbild, das einmal mehr belegt, warum Virginia Woolf als eine der wegweisendsten Stimmen ihrer Zeit gilt.
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