Das Papageienland = Psittacorum regio (yinggedi) in der Antarktis Die Verbreitung eines kartographischen Irrtums durch Matteo Ricci in Ostasien
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Sprache:Deutsch
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inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB 3
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Ja
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
17.12.2024
Herausgeber
Hartmut WalravensVerlag
BoD - Books on DemandSeitenzahl
68 (Printausgabe)
Dateigröße
29537 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783769391107
Auf der Suche nach dem Seeweg nach Indien gelangten im Zuge der Entdeckungsfahrten der portugiesischen und spanischen Seefahrer ab ca. 1450 vermehrt bislang unbekannte Papageienarten nach Europa; zuerst Graupapageien aus Westafrika, dann ab 1492 eine Vielzahl roter, grüner, gelber und blauer Papageien aus der Neuen Welt des amerikanischen Kontinents, und schließlich hörte man nach 1515 noch von weißen Papageien (= Kakadus) aus den fernen Gewürzinseln der Molukken. Papageien standen symbolisch für die neu entdeckte tropische Welt in Ost und West.
Umso mehr überrascht es daher, dass auf zahlreichen westlichen Weltkarten vom 16. bis ins 18. Jahrhundert ein Papageienland, genannt Psittacorum regio auf einem hypothetischen Südkontinent namens Terra Australis oder Magellanica, heute in etwa die Antarktis, eingezeichnet war. Die vorliegende Darstellung zeigt auf, warum es im Europa zu einem Papageienland in der Antarktis kam, um dann in größerem Detail auszuführen, wie sich dieser kartographische Irrtum durch Matteo Riccis berühmte Weltkarte (1602) in China, Korea und Japan ausbreitete und bis Mitte des 19. Jahrhunderts gehalten hat.
Das Buch ist illustriert mit zahlreichen Weltkarten, auf denen das Papageienland eingezeichnet ist, und mit einer ausführlichen Bibliographie versehen. Der Leser wird auf einen kulturgeschichtlichen Streifzug durch ein relativ unbekanntes und eher unrühmliches Kapitel der Kartographie geführt, um am Schluss doch noch zu erfahren, dass Papageien im kalten subantarktischen Klima existieren, die von Seefahrern gesichtet, von Kartographen und Ornithologen aber ignoriert wurden. Mit der Entdeckung der eigentlichen Antarktis und des australischen Kontinents zum Ende des 18. Jahrhunderts verschwand das Papageienland aus den Weltkarten, aber nicht die Utopie seiner Entdeckung, die heutzutage sogar von manchen Kreisen nationalistisch instrumentalisiert wird.
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