Jede Weltanschauung erfordert Glauben - auch diejenige, die die Existenz eines Gottes ausschließt. Der Atheismus ist darum letztendlich ein Glaube. Die Autoren dieses Buches behaupten: Ein Atheist muss für seine Weltanschauung viel mehr Glauben aufbringen als ein Christ. Dahinter steckt die folgende Überlegung: Je weniger Beweise ein Mensch für seine Position hat, desto mehr Glauben muss er aufbringen, um daran festzuhalten. Der Glaube deckt eine Wissenslücke ab. Je mehr Hinweise für die Glaubwürdigkeit einer Theorie vorliegen, desto kleiner ist die Wissenslücke und desto kleiner der Bedarf an "Glaubenskraft", um diese zu überbrücken. Im Vergleich der Beweislagen beider Seiten stellt sich heraus, dass Atheisten größere Wissenslücken haben, weil sie viel weniger Beweise für ihren Standpunkt vorweisen können als Christen für ihren.
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2/5
03.08.2025
eBook (ePUB)
Um Atheist zu sein fehlt mir der Glaube
Ich habe die Online-Leseprobe ausführlich gelesen, weil ich aufgrund einer Empfehlung erwogen hatte das Buch zu kaufen, da es das Glaubenssystem der Atheisten beschreiben würde. Auf die Leseprobe trifft das zumindest nicht zu. Das Buch ist eine einzige Werbung für das Christentum als einzig wahre Religion und Weltanschauung. Ausnahmslos alle Annahmen des Christentums seien wahr, und das versucht der Autor mittels Beispielen und "logischer" Schlussfolgerungen zu beweisen. Zwar mögen seine Argumentationsketten auf den unkritischen Leser bzw. auf oberflächlichen Blick einen logischen Eindruck machen, jedoch nicht, wenn man sie kritisch genug hinterfragt. Einzelbeispiele dienen dem Autor als "Beleg" für allgemeine Gültigkeiten. Der Autor versucht verschiedene Annahmen zu widerlegen, indem er behauptet, die Annahmen widersprächen sich selbst. Beispiel: Eine Gesellschaft, die religiöse Toleranz untereinander fordert bzw. praktiziert, sei in Wahrheit intolerant, da sie Intolerant gegenüber denjenigen sei, die sich an der Toleranz nicht beteiligen. Somit seien die Toleranten in Wahrheit intolerant. Daraus leitet er dann ab, dass Christen richtig handeln, wenn sie intolerant gegenüber allen anderen Religionen sind, weil nur das Christentum wahr wäre. So geht das natürlich nicht! Die etwas schräge Argumentationsweise hat zwar dem ersten Anschein nach eine gewisse Logik, übersieht jedoch den Anwendungsbereich. Bei einer gesellschaftlich geforderten Toleranz gegenüber Andersdenkenden geht es nicht darum, ob diese Forderungen den Gesetzen der Logik entspricht, sondern welche Folgen die eine tolerante versus intolerante Einstellung für eine multireligiöse Gesellschaft hat. Es ist naheliegend, dass es in einer Gesellschaft mit religiöser Toleranz friedlicher zugeht, und darum geht es bei dieser Toleranz, aber nicht darum, ob religiöse Toleranz aus "logischer" Sicht gerechtfertigt sei. Das Zusammenleben der Menschen richtet sich nicht nach Gesetzen der Logik, sondern nach anderen Regeln. Entsprechend müssen die Regeln, nach denen eine Gesellschaft lebt, nicht den Gesetzen der Logik entsprechen, um richtig zu sein, sondern sie müssen der Gesellschaft dienen. Die Leseprobe strotzt nur so von "logischen" Argumentationsketten, bei denen die Geltungsbereiche der Aussagen, die der Autor mit seiner "logischen" Argumentation zu widerlegen glaubt, nicht beachtet werden. Andere Annahmen wiederum werden ohne Begründung als wahr hingestellt, z. B. dass das Leben nur dann Sinn mache, wenn es einen Gott gibt. (Warum sollte das so sein?). Nur dann, wenn es einen Gott gibt, gebe es eindeutig richtige und eindeutig falsche Lebensweisen. (Warum? Das erfahren wir nicht.) Wenn es keinen Gott gibt, würde es keine Rolle spielen, wie wir unser Leben führen. (Warum nicht? Das sagt uns der Autor ebenfalls nicht, er behauptet es einfach.)
Ich werde das Buch nicht weiterlesen und nicht empfehlen.
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