»Tag siebzehn, der Prozess gegen Aoife Aubert dauert an - und so auch unsere Berichterstattung. Sie konnten bisher nicht einschalten? Wir haben die wichtigsten Infos für Sie:
Aoife Aubert, eine der führenden Gentechnikerinnen dieses Landes, wird verdächtigt, Teil der Opposition zu sein. Grund dafür ist belastendes Material, das Ende letzten Jahres an ihrem Arbeitsplatz gefunden wurde. Gänzlich unklar ist, ob Auberts Mitgliedschaft bei der Opposition auch einen Zusammenhang mit den Mutanten bedeuten würde, die immer häufiger gesichtet werden.
Bleiben Sie dran, denn wir schreiben einen besonderen Tag in diesem Prozess: Wissenschaftsminister Lazarus Zephyr hat sich soeben im Gerichtssaal eingefunden. Wir sind gespannt, was er seinem ehemaligen Liebling zu sagen hat.«
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Brillianter Auftakt einer mal anderen Dystopie
Betweenfantasyandbookdreams am 23.09.2024
Bewertungsnummer: 2299256
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Anaphase- Gefangene der Angst von Lara Roner ist der spannende Auftakt einer mal ganz anderen Near Future Dystopie.
Aoife (Ausgesprochen Ih-fa) Aubert ist eine der führenden Gentechnikerinnen ihres Landes und wird verdächtigt mit der Opposition zusammen zu arbeiten. Grund dafür belastenden Material, welches in ihrem Spind gefunden wurde. Unklar ist, ob sie auch was mit den Mutanten zu tun hat, welche immer öfters gesichtet werden. Wissenschaftsminister Lazarus Zephyr ist auch am Prozess gegen seinen ehemaligen Liebling beteiligt.
Die Geschichte beginnt mitten im Prozess gegen Aoife und spielt vom Setting her zu großen Teilen im Gefängnis. So lernen wir die Protagonistin sehr tief kennen von ihrer Gefühlswelt und ich habe wirklich gespürt wie passend, der Zusatz "Gefangene der Angst " ist. Denn Aoife ist schon Jahre vor den Ereignissen eine Sklavin ihrer Ängste und bleibt diesem Charakterzug auch sehr treu. Gleichzeitig ist sie ein brillianter Kopf.
Zu Ihrem Chef Lazarus hat sie eine aromantische Beziehung, welche von beiden Seiten mit Ängsten und Misstrauen, sowie Lügen gespickt ist.
Lara Roner hat hier ein spannendes Zukunftsbild entwickelt mit einem erdachten Land ohne Namen und zeigt verschiedene Aspekte im positiven und negativen zwischen Demokratie und Diktatur. Dieses Gedankenexperiment war fesselnd.
Obwohl die Dystopie auf Grund des Settings eher ruhiger war fesselte sie mich mit ihren Twists und besonders Richtung Ende konnte ich mich nicht mehr los reißen.
Mit den Intrigen und Machtspielen und auch Geheimnissen habe ich nicht gerechnet. Um die Ecken nicht gedacht und mit all den Andeutungen und Rätseln bin ich froh Band 2 schon da zu haben.
Brilliant.
Emotional, Charakterbasiert, Genial!
Bewertung aus Reichenbach am 30.04.2024
Bewertungsnummer: 2191107
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Wir befinden uns in einer nicht ganz entfernten Zukunft, in welcher die Wissenschaftlerin Aoife Aubert verdächtigt wird, zusammen mit der Opposition zu arbeiten. Noch dazu wird vermutet, dass sie im Zusammenhang mit den Mutanten steht, welche seit einiger Zeit die Menschen tyrannisieren. Die Folge? Lebenslange Haftstrafe.
Dieses Buch beginnt mitten in dem Prozess von Aoife und ist somit von der ersten Sekunde an spannend. Mit ihren Gedanken und Gefühlen wird der Leser in ihre aktuelle Lage geleitet, bekommt schnell einen Überblick darüber, wie aussichtslos all dies zu sein scheint. Ich persönlich war von der allerersten Sekunde komplett dabei. Auch als ich Aoife eigentlich noch gar nicht kannte, blieb mir nichts anderes übrig, als mit ihr mitzuführen. Etwas, dass sich über die gesamte Geschichte hinweg nicht geändert hat.
Dadurch das Aoife die meiste Zeit im Gefängnis verbringt, fokussiert sich die Geschichte sehr auf ihren Charakter, die Entwicklung und eine ganz gewisse Beziehung. Zu dieser komme ich aber später noch einmal zurück. Das klingt insgesamt erst einmal gar nicht so spannend, war aber unendlich fesselnd. Mehr noch, ich habe es total geliebt. Es war authentisch, greifbar (dadurch deutlich schmerzhafter) und ich weiß gar nicht, wie ich das alles in Worte fassen soll, ohne zu viel vorweg zu nehmen. Wie ich diesen unendlichen Hürdenlauf von Aoife beschreiben soll, ohne die Dinge zu verraten, welche man beim lesen doch erst erleben und entdecken will. Denn das ist so besonders hier, man weiß irgendwie nicht, was als nächstes auf einen zukommen wird. Wie Aoife bleibt einem nichts anderes übrig, als sich treiben zu lassen in dem tristen Gefängnisalltag, nie wissend, was der nächste Tag einem bringen mag. Nicht wissend, wer überhaupt dafür verantwortlich ist, dass die Verwaltung stattgefunden hat. Auf positive Art und Weise hat es mich beim lesen wahnsinnig gemacht, weil man irgendwie genau nachvollziehen konnte, wie sich Aoife fühlt. Weil einen die selben Fragen geplagt haben und es dadurch konstant spannend blieb.
Ganz besonders dann, wenn ein gewisser Wissenschaftsminister namens Lazarur Zephyr aufgetaucht ist. Der Mann, bei dem man von der ersten Sekunde an weiß, dass er einem den Kopf zerbrechen wird. Der Mann, dessen Name man während des Lesens laut rufen muss, ungläubig darüber, was er alles für Taten vollziehen kann. Der Mann, den ich einfach lieben muss, auch wenn das nicht jeder verstehen kann. Lazarus ist die perfekte Darstellung eines Charakters mit Prinzipien, welche man nicht unbedingt nachvollziehen kann und doch auf verdrehte Weise versteht, warum er hinter diesen steht. Man hasst es, dass man ihn lieben muss. Zumindest ging es mir so. Denn ich mochte ihn wirklich, vor allem zusammen mit Aoife. Deren Beziehung wird unglaublich gut dargestellt, jeder Moment zwischen den beiden furchtbar intensiv beschrieben. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass es kaum möglich ist, während deren Treffen nichts zu fühlen. Denn ich habe so unglaublich viel wahrgenommen. Angst, weil man nicht wusste wo das hinführen soll. Verbitterung, weil...ja es ist Lazarus. Hoffnung, weil die beiden doch irgendwie wundervoll zusammen sind und ganz viel Herzklopfen und Schmerz. Erneut kann ich es auch schlecht erklären, ohne zu viel vorweg zu nehmen, aber lasst euch gesagt sein, dass es eine Achterbahn der Gefühle war, welche ich jederzeit wieder fahren würde. Weil ich es liebe, wenn Geschichten so sehr Charakter gebunden sind und die Entwicklung von diesen so eng behandeln. Weil ich es liebe, wenn man unendlich viel fühlt. Weil ich es einfach Liebe, wenn man nicht weiß, was als nächstes passiert.
Das Ende habe ich irgendwie erwartet, aber tatsächlich hat es das keineswegs weniger schmerzhaft gemacht. Auf den letzten zehn Seiten musste ich sogar kurz eine Pause machen um auf die Dinge klar zu kommen, welche dort alle passiert sind. Das Ende ist schmerzhaft, lässt unglaublich viel offen und zwingt einen förmlich dazu, sofort den zweiten Band starten zu wollen. Ich jedenfalls kann es kaum erwarten, den nächsten Band zu lesen und mehr zu erleben, zu fühlen und hoffentlich viele Fragen beantwortet zu kriegen.
Mein Fazit? Unglaublich gutes Buch, welches sich auf die Charaktere fixiert und von der ersten Sekunde an spannend ist. Ich habe unendlich viel mitgefühlt und bin unglaublich gespannt (und ängstlich) dahingehend, wie es im zweiten Band weiter gehen wird.
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