In blinder Wut warf Rond sich herum. »Lass meine Schwester aus dem Spiel, du dreckiger Hurensohn!« Ein geheimnisvoller Besucher macht dem verurteilten Mörder Rond ein Angebot: Wenn er auf der Insel Falun gefangene Frauen und Kinder befreit, erlangt nicht nur er, sondern auch seine ebenfalls für schuldig erklärte Schwester die Freiheit. Rond geht darauf ein. Bald muss er erkennen, dass hinter der Befreiungsaktion ein größerer Plan steckt - und er selbst auf dem Spielbrett der Macht nur als Bauernopfer dient.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bewertung
5/5
16.06.2023
eBook (ePUB)
Spannend, überraschend und ... nass!
Ich habe dieses Jahr sehr drauf hingefiebert. Band 3 der Flüchtlingschroniken von Michael Knabe. Die ersten beiden Bände habe ich im letzten Jahr gelesen, wie Shevon vom Senatorensohn und Rechtsgelehrten erst zum Flüchtling und dann zum Vertrauten der Königin von Sabinon wurde (steiniger Weg), da musste ich unbedingt wissen, wie es nun im verregneten Falun weitergeht!
Band 1 fand ich grandios, die Charakterentwicklung unglaublich faszinierend – sowohl beim Protagonisten als auch beim Antagonisten, nachvollziehbar, ohne zu beschönigen – die Handlung spannend-komplex, kluge Charaktere toll umgesetzt. Band 2 ganz ähnlich, wenn auch inhaltlich völlig anders. Tolle Charakterentwicklung, intelligente Handlung, wenig vorhersehbar, aber nachvollziehbar.
Und Band 3? Es ist genauso toll wie die ersten beiden Bücher, punktet auch absolut mit den vielfältigen Figuren, den Intrigen und Fallstricken. Mit Falun betritt man nach dem heißen Sabinon eine komplett andere, dunkle und nasse Welt, die unter der Besatzung Levanons steht. Zwar steht Vendan, einer der Protagonisten, als Hauptmann der Burgwache loyal unter dem Befehl des falunischen Königs, der ist aber im Grunde nur der verlängerte Arm des Statthalters seiner Besatzer. Dazu kommt noch Rond, der im fernen Mis Manor in einer Zelle auf den Strick wartet.
Beste Personalausstattung, um einen größenwahnsinnigen Diktator zu stürzen, eine Schar Frauen und Kinder aus einem Verließ zu holen, wo sie als Faustpfand ihr Dasein fristen, und Falun zu alter Größe zu führen? Shevon al Yontar gefällt das! Nun gut, vielleicht hat er keine große Wahl. Ob sein Plan aufgeht, steht auf einem ganz anderen Blatt. Einem Blatt, das sich stetig wendet, dafür weiß Michael Knabe zu sorgen. Kennt ihr eig schon Cal-Shôn?
Ja, weder in Levanon noch in Falun gibt es Elfen, Magie oder Trolle. Aber Bergrutsche, der Dolnan, Regenfieber, Bluthusten und die menschliche Gier sind ohnehin die viel härteren Gegner.
phantastische_fluchten
aus Walzbachtal
4/5
19.02.2026
eBook (ePUB)
Ein neues Abenteuer im INselrund
Rond sitzt in einer Zelle und wartet auf den Galgen. Er hat nicht nur sich ins Unglück gestürzt, sondern auch seine Schwester Merya. Auf sie wartet ebenfalls nur noch der Tod. Da erhält Rond ein unerwartetes Angebot. Er soll die Frauen und Kinder einer Gruppe Baumeister befreien, die von König Toran von Falun als Geisel genommen wurden. Gelingt Rond die Befreiung der Gruppe, winkt ihm und seiner Schwester die Freiheit. Niemand anderes als Shevon al Yontar hat diese Aktion geplant und der Lesende weiß, dass es zu dem großen Plan gehört, Diktator Regul vom Thron zu stoßen.
Rond nimmt das Angebot an, auch, wenn er zu Shevon kein Vertrauen hat. Zu unterschiedlich sind beide Charaktere und zu geheimnisvoll gibt sich Shevon. Aber um seine Schwester zu retten, würde Rond alles tun.
Kommentar:
" Ihr seid ein seltsamer Mann, Herr al Yontar."
"Was ich erlebt habe, ist nicht geeignet, einen durchschnittlichen Menschen aus mir zu machen. "
Hier handelt es sich um den dritten Band der Flüchtlings-Chroniken und Mittelteile haben es am schwersten.
Während in Band eins und zwei sehr eigenwillige und ambivalente Charaktere als Hauptfiguren auftreten, ist Rond relativ einfach gestrickt. Aber wie Shevon al Yontar und Ishabel, hat er in seinem Leben schon viele Ungerechtigkeiten erfahren. Er ist ein einfacher gestrickter Charakter und kennt nur Gewalt. Shevon ist ein Spieler und Trickser, er denkt und plant viele Züge voraus und lässt seine Mitstreiter oft ( ach was, eigentlich immer) im Ungewissen über seine Pläne. Rond geht das gegen den Strich, zumal die Befreiung der Frauen und Kinder nicht einfach ist.
Am Hof von König Toran herrscht Irian al Gired. Toran ist lediglich eine Marionette in den Händen der Levanyi. Sehr zum Verdruss von Vendan da Gandre, einem königstreuen Hauptmann der Garde. Eigentlich hätte dieser Band durchaus auch Vendan heißen können, denn dieser Charakter macht eine enorme Entwicklung durch und besitzt einen wahrhaft treuen Charakter. Er sieht die Levanyi als Feinde an und so traut er auch Shevon al Yontar nicht, den er zu seinen Feinden zählt. Daher müssen Rond und Shevon alles versuchen, ihre Pläne vor dem Hauptmann geheim zu halten, obwohl sie insgeheim auf dessen Hilfe hoffen.
Rond ist ein geradliniger Charakter. Er wird „der dunkle Mann“ genannt, da er auf andere sehr mürrisch und undurchsichtig wirkt. Er weiß nicht, wie man lacht. Das Leben hat ihn mit Ungerechtigkeiten Verlust und Gewalt geprägt und so reagiert er auf alles ebenfalls nur noch mit Gewalt. Für ihn sind die Frauen und Kinder ein Klotz am Bein und oft ist er versucht, sie im Stich zu lassen und zu fliehen. Aber das würde den Tod seiner Schwester bedeuten und das möchte er nicht riskieren. Es ist oft amüsant zu lesen, wie der maulfaule und düstere Rond von den Frauen zurechtgewiesen wird und jedes Wortgefecht verliert.
Malcon ist hier wieder das Bindeglied zwischen den einzelnen Bänden. Als ältester Freund von Shevon al Yontar, steht er immer an dessen Seite. Hier wartet er mit seinem Schiff an der Küste von Falun auf die Flüchtlinge. Doch der Weg ist alles andere als einfach und immer wieder müssen die Flüchtlinge ausweichen. Rebellen lagern in den Bergen, die Levanyí sind hinter ihnen her und die Zeit wird knapp.
Mich hat dieser Band genauso überzeugt, wie die ersten beiden Bände. Auch wenn Rond ein einfacher, geradliniger Charakter ist, der lieber zum Messer als zu Worten greift, wächst er hier über sich selbst hinaus. Wider besseren Wissens nimmt er diesen unmöglichen Auftrag an, um seine Schwester zu retten. Und einmal angenommen, widerstrebt es ihm, einfach aufzugeben und abzuhauen. Er, der wortkarge Menschenhasser, findet in sich so etwas wie Ehre und Treue. Auch wenn ihn Shevon permanent nervt, ebenso wie Darna, die Sprecherin der Frauen. Darna erinnert zu sehr an seine Schwester, die er ebenfalls nur als Nervensäge betrachtet.
Leider gibt es erst ab Band vier ein Personenregister hinten im Buch. Aber es befindet sich eine ausführliche Karte des Inselrund vorne im Buch und zwei weitere, etwas detailliertere Karte, unter anderem von Falun. Sprachlich gibt es absolut nichts zu meckern und der unterschwellige feine Humor spricht mich absolut an.
Wer hier Elfen, Zwerge, Drachen und Magie erwartet, wird enttäuscht werden. Hier agieren nur normale Menschen, das Setting erinnert etwas an das alte Rom. Nichtsdestotrotz handelt es sich um Fantasy mit einem wirklich tollen Setting und Weltenaufbau. Wer gute und spannende Geschichten mag, wird begeistert sein.
Noch ein Zitat:
"Sterben mag furchtbar sein, aber der Tod selbst ist erschreckend banal. Wenn wir unseren letzten Atemzug getan haben, sind wir nichts als ein Stück Fleisch. Das stellt vieles infrage, was wir im Leben so eifrig verfolgen."
Fazit:
Band vier habe ich ebenfalls schon beendet und das ist bisher mein Highlight der Serie. Die Lesenden dürfen sich also auf weitere Schachzüge des Flüchtlings Shevon al Yontar freuen.
Rajets Fantastische Leseseite
aus Grünberg
5/5
04.05.2023
Buch (Taschenbuch)
Ist man nur eine Spielfigur bei einem Strategiespiel oder doch mehr!
Print wurde auf der LBM erworben beim Verlag!
Der Schreibstil ist gut zu lesen und flüssig, bildhaft und mitreißend – spannend und unterhaltend zu gleich.
Das Cover wirkt diesmal grüner, was am Klima der Insel liegt in dem diesmal die Handlung angesiedelt ist (Falun). Aber auch Teile einer Klinge sind zu sehen. die Schrift inklusive der geflügelten Figur (Flügelboten) in Rot (die zu einem Spiel Cal-shòn im Roman gehört und zugleich einer Erinnerung an Shevons Vergangenheit ist) wirkt gut abgestimmt und harmonisch.
Fazit:
Im dritten Band der Flüchtlings Chroniken dreht sich alles um Rond er sitzt im Kerker und ist ein verurteilter Mörder. Dann erhält er eines Tages einen geheimnisvollen Besucher und dieser macht ihm ein Angebot. Wenn er auf der Insel Falun gefangene Frauen und Kinder befreit, erlangt er die Freiheit, auch seine ebenfalls für schuldig erklärte und inhaftierte Schwester. Rond geht darauf ein und muss bald erkennen das hinter der Rettungsaktion mehr steckt – ein größerer Plan – und er wird damit zu einer Figur auf einem Spielbrett der Macht. Dient er nur als Opfer oder winkt wirklich die Freiheit.
Rond und auch seine Schwester waren nie auf Rosen gebettet, schon früh mussten sie für sich selbst Sorgen. Die Gefahr in unsaubere und gefährliche Geschäfte verwickelt zu werden und einen frühen Tod zu erleiden, sind vorprogrammiert. Außerdem ist er leicht zu reizen was ihn immer in aussichtslose Situationen bringt.
Vertrauen fällt ihm schwer auch bei Frauen.
Shevon al Yontar durfte wir ja schon in Band 1 und 2 kennen und als Protagonisten zu schätzen lernen. Mittlerweile zeigt er immer mehr sein diplomatisches Geschick und eine Intrigante Ader, die ihn auch aus prekären Situationen rettet. ER versucht mit Freuden Regul sowie seinen Anhänger Steine in den Weg zu werfen.
Aber auch Malcon der Sohn des ehemaligen Freundes ist mit dabei, auch wenn ihm sein Schiff bei diesem Abenteuer abhandenkommt.
Sehr sympathisch sind auch die zu befreiend Frauen und Kinder, zäh und beharrlich gehen sie ihren Weg. Allen voran Darna die an Rondo Gefallen gefunden hat – wobei dies beiderseits zu sein scheint.
Das Setting liegt in einer Inselwelt mit verschiedenen Königreichen zum Beispiel „Levanyi“ und „Sabinon“, in diesem Band spielt aber das Insel Quartett „die banthischen vier“ (mit Maror Sesal, Ixsil, Nord- und Süd-Sicona) und die Insel „Falun“ eine Rolle. Das Setting ist mittelalterlich mit Kaufleuten, Kriegern, Handwerkern, Händlern und einer Menge Sklaven sowie diversen Herrschern ausgestattet. Handelt findet größtenteils auf dem Schiffsweg mit Seglern statt. Die Truppen des Diktators Regul gewinnen immer mehr an Macht und Erobern auch andere Inseln. Allerdings ist diesmal das Klima feuchter und damit gehen auch Gefahren andere Art daher.
Im Hintergrund hört man auch immer wieder von dem Spiel Cal-shòn, es wohl im gesamten Inselreich bekannt und das man anscheinend mit der Spielfigur des Flügelboten (auch Zweigesicht genannt) nur in Levanyi spielt – es handelt sich um eine Art Strategie Spiel auf einem Brett (ähnlich mit Figuren wie beim Schach). Ob man darüber noch mehr erfahren wird in zukünftigen Bänden?
Dem Autor gelingt es auch in Band 3 wunderbare Fantasy zu schreiben, ohne ein Quäntchen Magie anzuwenden – was mal eine wunderbare Abwechslung ist, dies wird sich so durch die ganze Reihe fortsetzen (so seine Aussage). Auch großes Gemetzel bleibt aus, obwohl es genug Brutalität und Blutvergießen gibt. Dafür treffen wir auf mehr politische Kalkül mit Intrigen und mancher überraschenden Wendung. Die zentrale und damit auch faszinierende Handlung liegt in der Beziehung und Konkurrenz zwischen dem ehemaligen Heimatland (inklusive seinem neuen Herrscher Regul) und anderen Königreichen, aber auch in der Figur von Shevon al Yontar.
Eine gelungene, fesselnde und spannende Fortsetzung, mit vielen Intrigen und überraschenden Wendungen, mal mit harten Worten und Ausdrücken – aber auch leisen Tönen, optisch kann das Cover und die Karten überzeugen, von mir 5 Sterne für diesen Fortsetzungsband und Vorfreude auf Band 4 (egal wann er erscheine wird – ich will dabei sein).
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