Cora und King haben bewiesen, dass sie die mächtigsten Studentinnen an der Academy of Cosmic Power sind, doch ihnen ist kein Durchatmen vergönnt. Es droht, ein Krieg zwischen Cosmics und Menschen auszubrechen und der Politiker Jax, der einst Coras Leben gerettet hat, steckt dahinter. Die Spur führt nach Berlin, wo sich eines der Quellfragmente befinden soll – doch als Cora, King und ihre Freunde dort ankommen, ist es nicht mehr da. Längst hat es Jax an sich genommen und plant einen größenwahnsinnigen Coup, der das Ende der Menschheit zur Folge haben könnte. Ein Kampf beginnt, der Verluste fordert und die Liebe von Cora und King auf eine harte Probe stellt.
Dies ist der zweite und finale Band der magischen Dilogie »Spring Storm« von Marie Graßhoff.
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Der Funke ist nicht übergesprungen
Jenny Wons aus Bergheim am 08.12.2025
Bewertungsnummer: 2672522
Bewertet: Hörbuch-Download
Mit Spring Storm – Dornen der Hoffnung bringt Marie Graßhoff ihre Dilogie zu einem intensiven, aber nicht vollständig überzeugenden Abschluss. Während der erste Band noch vor allem als Einführung in das komplexe System der Cosmics und ihrer Kräfte diente, verlagert sich Band 2 stärker in Richtung Action, Endzeitstimmung und Konfrontation mit existenziellen Bedrohungen. Dadurch wirkt der zweite Teil dynamischer und phasenweise sogar filmisch – jedoch auch brüchiger, sobald die Handlung genauer unter die Lupe genommen wird.
Handlung – stärker, schneller, atmosphärischer, aber mit Brüchen
Der Roman setzt direkt nach den Ereignissen des ersten Bandes ein: Der Konflikt zwischen Cosmics und Menschen steht kurz vor dem Eskalationspunkt, und Cora und King befinden sich gewissermaßen im Auge des Sturms. Schon zu Beginn gelingt Graßhoff ein fesselnder Einstieg – die Evakuierung Berlins ist dramatisch und vermittelt ein starkes Gefühl von Dringlichkeit. Die Stakes sind hoch: Sollte Jax an die Macht gelangen und die Quellfragmente nutzen, droht das Ende der Menschheit.
Die Jagd nach Jax, die Reise in verschiedene Regionen Europas und die Begegnungen mit immer neuen Gefahren machen den Mittelteil temporeich. Besonders die später einsetzenden surrealen, fast albtraumhaften Szenen tragen eine intensive Atmosphäre, die gut zeigt, wie fremdartig und gefährlich die lebendige Strahlung tatsächlich ist.
Trotz dieses gelungenen Aufbaus verliert der Plot zwischendrin an Fokus. Szenen strecken sich, Dialoge drehen sich im Kreis, und einige Erkenntnisse sind für die Figuren überraschend, obwohl sie für Leser*innen längst offensichtlich waren. Das erzeugt gelegentlich Frustration und wirkt stellenweise wie unnötige Komplexitätsvermeidungs-Dialoge, die der Handlung den dramaturgischen Schwung nehmen.
Der Showdown selbst ist wiederum spannend und visuell stark, fällt jedoch in seiner Auflösung zu idealistisch und zu einfach aus. Dass sich das „böse Wesen“ in letzter Sekunde umstimmen lässt, erinnert stark an Graßhoffs eigene Neon Birds–Reihe und wiederholt ein Muster, das hier weniger organisch wirkt. Dadurch verliert das Finale etwas von seinem emotionalen Gewicht und hinterlässt ein Gefühl der Deja-vu-Lösung.
Charaktere – Entwicklung und Reibungspunkte
Cora – ein kräftiges Zentrum
Cora ist im zweiten Band eindeutig die am stärksten entwickelte Figur. Sie wächst über sich hinaus: emotional, sozial und in Bezug auf ihre Cosmic-Kräfte. Ihre innere Stärke wird glaubhafter, ihre Selbstzweifel nachvollziehbarer, und ihr Mut wirkt nicht heroisch konstruiert, sondern aus Erfahrung und Verlust entstanden. Gerade die Momente, in denen sie Verantwortung übernimmt oder tiefer in ihr eigenes Potenzial eintaucht, sind die stärksten Charakterpassagen des Romans.
King – stark angelegt, aber inkonsequent umgesetzt
Kings Rolle ist schwieriger einzuordnen. Sie besitzt ohne Frage eine interessante Grundidee – ein Charakter, der hart, verletzlich, stolz und impulsiv zugleich ist. Allerdings wiederholt sich ihr Verhalten so oft, dass ihre Impulsivität irgendwann eher ermüdet als emotional berührt. Zudem kommt ihre Perspektive erst nach etwa einem Drittel des Buches hinzu, was sie weniger organisch in die Gesamterzählung einbettet.
Ihre Beziehung zu Cora, die eigentlich einen emotionalen Kern der Geschichte bilden soll, wirkt am Ende zu wenig greifbar. Die Chemie bleibt flach, die romantischen Gefühle scheinen eher gesetzt als erspürt. Obwohl die gemeinsamen Szenen manchmal zart und berührend sind, fehlt ein klarer emotionaler Bogen, der erklärt, warum sie sich wirklich lieben.
Nebencast – Licht und Schatten
Miller sticht als lebendige, greifbare Figur hervor und verleiht der Gruppe Authentizität. Viele andere Nebenfiguren bleiben jedoch schemenhaft, sodass man sie kaum auseinanderhalten kann oder sie nur als Plotfunktion wahrnimmt.
Antagonisten – interessante Idee, schwache Umsetzung
Jax und Béla haben viel Potenzial – politisch, moralisch, psychologisch –, doch dieses wird kaum ausgeschöpft. Ihre Motivation bleibt nebulös, ihre Bedrohlichkeit wirkt konstruiert, und ihre wiederholten Überraschungsauftritte bremsen eher als dass sie Spannung aufbauen. Dadurch verlieren die finalen Auseinandersetzungen emotionalen Druck.
Worldbuilding – kreative Stärke mit Lücken
Der größte Pluspunkt der Reihe liegt klar im Konzept:
Cosmic Powers, Quellfragmente, magische Blüten, die Landschaften überwuchern, osteuropäische Settings, ein Berlin zwischen Verfall und Fremdenergie – all das ist originell und atmosphärisch dicht.
Doch ausgerechnet das, was die Welt am meisten tragen könnte, bleibt an entscheidenden Stellen unausgearbeitet:
Wie funktioniert die EKRA logistisch, politisch, sprachlich?
Warum kann Cora einmal verwundet werden – und warum nie wieder?
Was motiviert Jax und Béla tatsächlich?
Wie genau interagieren Strahlung, Fragmente und Cosmics wissenschaftlich?
Warum geraten Figuren in gedankliche Schleifen und übersehen Offensichtliches?
Dadurch entsteht ein Gefühl, als würde man über eine spannende Welt laufen, deren Boden teilweise fehlt.
Die Beschreibungen der Settings sind atmosphärisch stark, aber insbesondere Berlin bleibt oberflächlich. Es fehlt Tiefe, Alltag, Authentizität – Momente, die das Stadtbild fühlbar machen.
Schreibstil – flüssig, aber repetitiv
Graßhoffs Stil ist grundsätzlich angenehm und flüssig lesbar. Doch er ist geprägt von:
wiederkehrenden inneren Monologen
häufigen, fast identischen Gedankengängen
starker Betonung bestimmter Ausdrücke („Kerle“, „schlucken“ usw.)
Tempoverlust durch Überreflexion
Gerade in actionreichen Szenen passt der Stil gut. In emotionalen Passagen werden Wiederholungen jedoch schnell ermüdend.
Positives
spürbar spannender als Band 1
dynamischer Plot mit starken atmosphärischen Momenten
sehr kreative Welt mit besonderem Magiesystem
starke Charakterentwicklung bei Cora
Miller als gelungene Figur
surreale, unheimliche Szenen als echte Highlights
eingängiger, filmischer Schreibstil in Actionmomenten
Negatives
großes Potenzial des Worldbuildings nicht ausgeschöpft
viele offene Fragen, Logikfehler und Lücken
Antagonisten unscharf, unbedrohlich und teils nervig
King-Perspektive spät eingebunden und wenig organisch
Beziehung Cora–King überzeugt nicht emotional
Nebenfiguren oft austauschbar und blass
repetitiver Schreibstil
Finale wirkt konstruiert und zu einfach gelöst
Marketingversprechen (Academy, Dystopie) wird nur begrenzt eingelöst
Fazit – ein kreativer, aber unausgewogener Abschluss
Spring Storm – Dornen der Hoffnung ist ein Buch voller spannender Ideen, das sein Potenzial jedoch nicht vollständig ausschöpft. Atmosphärisch stark, actionreich und mit einigen wirklich besonderen Momenten ausgestattet, scheitert es letztlich an lückenhaftem Worldbuilding, schwach motivierten Antagonisten und einer zentralen Liebesgeschichte, die emotional zu wenig trägt.
Dennoch bietet der Roman genug Kreativität und Intensität, um Fans ungewöhnlicher Fantasy-Settings zu begeistern. Wer allerdings auf solide Figurenentwicklung und stringent erzählte Dystopie hofft, wird eher enttäuscht zurückbleiben.
3 von 5 Sternen!
Gelungenes Finale
Jessica Zoureck am 19.08.2024
Bewertungsnummer: 2270878
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Meinung:
Erster Satz: Ich war siebzehn Jahre alt, als die Welt unterging.
Das Cover ist wieder super schön, mit den Blumen, die rundherum sind und dann natürlich King auf dem Cover. Es passt farblich auch perfekt zum ersten Band.
Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt leicht und flüssig zu lesen, wie auch schon Band eins ist dieses Buch in der Ich-Perspektive geschrieben und die meisten Kapitel sind aus Coras Sicht, wobei es auch einige aus Kings Sicht gibt. Die Beschreibungen waren wieder toll und besonders gegen Ende konnte ich mir alles super vorstellen.
Das Buch schließt direkt an das Ende von Band eins an. Cora und ihre Freunde sind auf dem Weg zum zweiten Quellfragment um Jax und Belà aufzuhalten. Doch es stellen sich ihnen einige Hindernisse in den Weg.
Der Einstieg ist mir hier sehr leicht gefallen, da Band eins erst ein paar Wochen her ist. Ich war sofort wieder in der Geschichte drinnen, konnte mir aber nicht ausmalen, in welche Richtung dieser zweite Band gehen würde.
Cora mochte ich wieder sehr gerne, ihre Verbindung zu den Quellwäldern und allem anderen wurde hier nochmal deutlich dargestellt. Sie wirkte viel ruhiger, wenn sie in den Wäldern oder in der Nähe von einem Fragment war, obwohl sie so schon ein recht ruhiger Mensch ist. Gegen Ende merkt man nochmal wie besonnen sie handelt und wie wichtig ihr alles Leben ist und nicht nur ihr eigenes.
King lernte man nochmals besser kennen, da es auch mehr Kapitel aus ihrer Sicht gab. Manchmal fand ich sie aber anstrengend, weil sie immer wieder alle anderen anging, weil diese nicht so viel kämpften wie sie und daher unnütz waren. Ihr Drang immer alles toll und allein machen zu wollen war nicht förderlich und wäre ich z.B. Hamari gewesen, hätte ich ihr schon längst was gepfiffen. Auch wenn King recht hat, wie sie es sagte war zu harsch.
Im Vergleich zu Band eins gab es hier wirklich sehr viel Action. Es gibt viele Kämpfe und viele Verfolgungen, was echt spannend zu lesen war. Ich mochte besonders die Kämpfe, denn hier konnte man nochmals die Cosmic Powers von allen in Aktion sehen. Besonders King und Belà haben mich hier beeindruckt, ihre Kräfte sind einfach nur cool.
Man lernt auch mehr über die Quellwälder, die Quellfragmente und wie alles zusammen hängt. Die Ideen, die die Autorin da gehabt hat, sind einzigartig und die Umsetzung war noch besser. Besonders gegen Ende gibt es eine Entwicklung, mit der ich gar nicht gerechnet habe, die aber perfekt zu dem Rest vom Buch passt. Alles wurde ganz anders gelöst als ich dachte und irgendwie war diese Lösung einfach nur schön.
Die Beweggründe von Jax fand ich auch sehr spannend, wieso er all das tut und was er damit bezwecken will. Er kam öfter vor und wirkte manchmal etwas verrückt, aber ich denke das kommt mit der Bürde, die er tragen muss. Ansonsten kamen auch andere Nebencharakter öfter vor, wie der Bruder von Fedir oder auch Boss. Ich habe mich über jedes Wiedersehen sehr gefreut. Einzig Bob kam zu selten vor.
Auch die Liebesgeschichte hat hier Fortschritte gemacht, Cora und King reden viel, lernen sich besser kennen und obwohl dies nur so nebenbei passiert, passt es einfach perfekt. Die Liebesgeschichte ist subtil und erst gegen Ende wird klar, was aus den beiden wird. Ich mochte das, so wurde die eigentliche Geschichte nicht in den Hintergrund gedrängt.
Das Ende war schön, es gab einen runden Abschluss und fast alle Fragen wurden beantwortet. Ich bin wirklich zufrieden und froh mit dem Ausgang der Dilogie.
Fazit:
Das Buch war wieder genial. Ich fand diesen Band sogar noch besser als den ersten, einfach weil viel mehr passiert ist. King und Cora habe ich schon lange in mein Herz geschlossen und ich habe mir ihnen mitgefiebert. Das Ende war perfekt und von mir bekommt das Buch fünf Sterne.
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