Ein neuer Fall für Heißmangelbetreiberin Martha Frisch, eine Frau, die ihrer Zeit voraus ist!Leer, 1958: Auf dem Weg zum Grab ihres Mannes entdeckt Martha Frisch die Leiche ihres Schwagers Siegfried Kaltwasser. Der Richter wurde stranguliert. Die Kripo vermutet den Täter im beruflichen Umfeld, denn Kaltwasser galt als harter Hund. Martha lauscht dem Tratsch ihrer Kundinnen in ihrer Heißmangelstube noch ein bisschen aufmerksamer und stellt selbst Nachforschungen an. Erst recht als wenige Tage später Lehrer Oltmans ebenfalls auf dem Friedhof ermordet aufgefunden wird. Beide Opfer gehörten dem neu gegründeten Verein zur Wahrung von Sitte und Anstand an. Liegt das Motiv etwa in einer Zeit, die die meisten Leeraner im gutgelaunten Wirtschaftswunder-Aufschwung gerne vergessen würden?-
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
nbalh
5/5
03.03.2023
Hörbuch-Download
Eine spannende Reise in die 50er Jahre
Für mich war es das erste Buch um die Besitzerin der Heißmangelstube, Martha Frisch und ihren Neffen. Ich konnte aber gut in die Geschichte einsteigen auch wenn ich bei manchen Charakteren etwas gebraucht habe um sie zuzuordnen. Am Ende des Hörbuchs gibt es ein Personenverzeichnis. Hätte man dieses an den Anfang gestellt, wäre es wahrscheinlich einfacher gewesen.
Der Kriminalfall spielt in den 50er Jahren und Ich habe mich direkt in die Zeit zurückversetzt gefühlt und hatte das Gefühl auch bei Martha in der Heißmangelstube zu stehen. Die Situationen und Gefühle der Zeit sind gut rüber gekommen und auch wenn das alles vor meiner Zeit liegt und ich nichts davon in der Form erlebt habe, konnte ich mich in die Zeit zurückversetzen. Und auch der Kriminalfall war spannend. Mit dem Ende habe ich so nicht gerechnet und den Täter hatte ich nicht auf dem Schirm. Mir hat es sehr gut gefallen, dass die Ermittlungen teilweise durch Martha und teilweise durch Hans erfolgt sind.
Ein wirklich schönes Hörbuch, dass sich durch die angenehme Stimme der Sprecherin sehr gut hören lässt und dazu ein interessanter und spannender Fall! Ich kann es auf jeden Fall weiterempfehlen!
Bewertung
aus Waldbüttelbrunn
5/5
25.02.2023
Hörbuch-Download
Hier wird man richtig gut in die damalige Zeit zurückversetzt und man rätselt mit
Inhaltsangabe: "Leer, 1958: Auf dem Weg zum Grab ihres Mannes entdeckt Martha Frisch die Leiche ihres Schwagers Siegfried Kaltwasser. Der Richter wurde stranguliert. Die Kripo vermutet den Täter im beruflichen Umfeld, denn Kaltwasser galt als harter Hund. Martha lauscht dem Tratsch ihrer Kundinnen in ihrer Heißmangelstube noch ein bisschen aufmerksamer und stellt selbst Nachforschungen an. Erst recht als wenige Tage später Lehrer Oltmans ebenfalls auf dem Friedhof ermordet aufgefunden wird. Beide Opfer gehörten dem neu gegründeten Verein zur Wahrung von Sitte und Anstand an. Liegt das Motiv etwa in einer Zeit, die die meisten Leeraner im gutgelaunten Wirtschaftswunder-Aufschwung gerne vergessen würden?"
Dieses Hörbuch habe ich als Download gehört, es hat eine Gesamtlänge von 7 Stunden, 45 Minuten und wird von Jutta Seifert genial eingelesen. Mir hat es unheimlich gut gefallen ihrem Vortrag zu lauschen.
Bei diesem Heißmangel-Krimi wird man wunderbar in die damalige Zeit der 50er Jahre zurückversetzt und auch wenn es nicht so wahnsinnig spannend ist ist es doch unglaublich unterhaltsam. Martha ist die Witwe von einem ehemaligen Polizisten und ihr Hobby ist es selbst etwas zu recherchieren und Nachforschungen zu stellen. Da wird Martha unglaublich gut dargestellt, durchwegs sympathisch und resolut, auch wenn sie sich damit selbst in Gefahr bringt.
Besonders gut gefiel mir das Getratsche in der Heißmangelstube, die Martha betreibt, wo sich die Frauen treffen um Neuigkeiten auszutauschen. Martha ist da ganz Ohr, ist aber mit eigenen Informationen eher zurückhaltend.
Mit dem Ende und der Auflösung des Falls Kaltwasser habe ich so gar nicht gerechnet und war dann doch sehr überrascht.
Fazit: Ein unterhaltsamer Krimi, der einen wunderbar in die damalige Zeit zurückversetzt und der mir richtig gut gefallen hat. Da ich den 1. Band nicht kenne, was aber kein Problem war den 2. Band zu verstehen, bin ich jetzt neugierig auf weitere Fälle in dieser Zeit und hoffe noch viele weitere Heißmangel-Krimis des Autorenduos Christiane Franke und Cornelia Kuhnert zu hören oder zu lesen.
Leserin71
5/5
16.02.2023
Hörbuch-Download
Sozialkritischer Krimi im Leer der 1950er Jahre
Der Fall Kaltwasser ist die gelungene Fortsetzung der Krimireihe von Christiane Franke und Cornelia Kuhnert um Martha Frisch.
Gleich zu Beginn entdeckt Martha auf dem Friedhof eine Leiche, ausgerechnet ihr Schwager, der Richter Siegfried Kaltwasser liegt erdrosselt vor ihr. Nicht dass sie zu ihm ein gutes Verhältnis gehabt hätte, aber dieses Ende hatte sie ihm nicht gewünscht. Noch mehr wird sie in den Fall involviert, als sie die fehlende Trauer bei ihrer Schwester und den Zwillingssöhnen bemerkt. Dazu kommen noch diverse Gerüchte, die sie in ihrer Heißmangelstube aufschnappt. Ein Kreis von Altnazis rückt immer mehr in den Mittelpunkt. Mit großem Einsatz widmet sie sich der Aufdeckung des Falls und entdeckt Überraschendes.
Schon der erste Fall hat mich in den Bann gezogen und dieser sogar noch mehr. Das Umfeld von Martha Frisch kannte ich schon (ein Personenverzeichnis ist am Ende des Hörbuchs zu finden) und so fiel mir der Einstieg nicht zuletzt durch die Sprecherin Jutta Seifert leicht. Die persönliche Betroffenheit von Martha ist eine schlüssige Motivation für ihre Nachforschungen. Martha ist ja eine Seele von Mensch und kümmert sich um ihre Lieben.
Die Nachkriegszeit der 1950er Jahre kannte ich persönlich nicht mehr. Deshalb finde ich es interessant, die Lebensumstände zu dieser Zeit näher kennenzulernen. Wer ist sich denn heutzutage bewusst, dass Frauen damals deutlich weniger Rechte besaßen als heute und mehr von ihren Ehemännern abhängig waren? Kulinarische Leckerbissen wie Toast Hawaii und Bowle waren die Schlager auf Partys. Berührt haben mich die besonderen Schicksale der Menschen, die durch den Zweiten Weltkrieg tiefe Einschnitte in ihrem Leben hinnehmen mussten. Gleichzeitig ist die Aufbruchstimmung zu spüren.
Besonders überzeugt hat mich das spannende, schlüssige und sehr überraschende Ende. Von mir bekommt dieser sehr gelungene Krimi eine unbedingte Hörempfehlung!
SimoneF
5/5
15.02.2023
Hörbuch-Download
Spannender Krimi mit 50er Jahre Flair
"Der Fall Kaltwasser" ist der zweite Band um Martha Frisch, Inhaberin einer Heißmangelstube in Leer in Ostfriesland, und ihren Großneffen Hans Frisch, Wachtmeister bei der örtlichen Polizei. Wir befinden uns im Jahr 1958, der Wirtschaftsaufschwung ist in vollem Gange, und die Menschen beginnen, ihr Leben wieder zu genießen. Doch alte Seilschaften sind noch immer intakt, das braune Gedankengut des Dritten Reichs noch in manchen Köpfen, und viele frühere Nazis dank Persil-Schein wieder in wichtigen Ämtern. Da wird eines Tages Marthas Schwager, Richter Siegfried Kaltwasser, ermordet aufgefunden. In der Heißmangelstube ist die Tat das beherrschende Thema unter den Kundinnen, und Martha hält Augen und Ohren offen. Es gelingt ihr zudem, von Hans das ein oder andere Ermittlungsdetail zu erfahren, und so stellt sie ihre ganz eigenen Überlegungen an...
Ich habe das Hörbuch, das eine Dauer von 7 Stunden und 45 Minuten hat, mit großer Freude gehört und gespannt mitgerätselt. Die Sprecherin empfand ich als sehr angenehm.
Den Autorinnen gelingt es, das Flair der späten 50er Jahre mit der Begeisterung der Jugend für Rock'n'Roll und Elvistolle, die damaligen Rollenbilder, gesellschaftlichen und moralischen Vorstellungen sowie den Alltag eindrücklich zu beschreiben, sodass ich schnell in diese Zeit abtauchen und mir alles lebendig vorstellen konnte. Auch der Umgang mit der NS-Vergangenheit und die körperlichen und seelischen Narben, die der Krieg bei den Überlebenden hinterlassen hat, werden thematisiert.
Der Krimi um Martha Frisch ist spannend geschrieben, Martha und Hans sind mir sehr sympathisch und die Idee mit der Heißmangelstube ist ein gelungener Kniff, da er einerseits ein typisches Element der 50er Jahre aufgreift, und andererseits der dortige Dorfklatsch interessante Erkenntnisse zum Mordfall liefert und zugleich ein Bild der damaligen Gesellschaft zeichnet.
Ich kann das Buch/Hörbuch auf jeden Fall weiterempfehlen und freue mich schon auf den dritten Teil!
MEIN TIP: Da ich den ersten Band nicht kannte, brauchte ich ein bisschen, um mir alle Personen und ihre Verhältnisse zueinander vorzustellen. Es wäre vorteilhaft gewesen, das Personenverzeichnis, das zum Schluss verlesen wird, an den Anfang zu stellen. Allen Hörer*innen empfehle ich, zunächst Track 18 zu hören, dieser beinhaltet nur das Personenverzeichnis und spoilert nichts. Auch für Leser*innen ist ein anfänglicher Blick in dieses Verzeichnis am Ende des Buches sicher hilfreich.
Anett H.
aus Brandenburg
5/5
13.02.2023
Hörbuch-Download
Großartig
„Der Fall Kaltwasser“ von Christiane Franke und Cornelia Kuhnert habe ich als Hörbuch vom Verlag Saga Egmont mit einer Spielzeit von 7 Stunden und 45 Minuten gehört. Gesprochen wird es von Jutta Seifert. Es ist der zweite Fall der Reihe ‚Frisch ermittelt‘. Im Nachgang gibt es ein Personenverzeichnis mit kurzen Zusammenfassungen zum Alter und deren Leben, wodurch man sie noch besser kennenlernt. Dieses wäre zum Anfang des Buches besser gewesen.
Die Geschichte spielt im Jahr 1958 in Leer. Martha findet auf dem Friedhof ihren toten Schwager Siegfried Kaltwasser. Er war Richter und für seine sehr harten Urteile bekannt. Natürlich hört sie sich unter ihren Kundinnen um, die in ihrer Heißmangel so manchen Tratsch verbreiten. Martha wird auch wieder selbst aktiv, als wenig später Lehrer Oltmans ebenfalls auf dem Friedhof gefunden wird. Beide gehörten einem Verein an, dessen ‚Werte‘ man in den Nachkriegsjahren lieber vergessen wollte. Sind die anderen Mitglieder nun auch in Gefahr?
Martha, als Polizistenwitwe, hat ein großes Gerechtigkeitsgefühl und geht bei ihren Ermittlungen sehr sensibel vor. Außerdem kennt man sich in einem kleinen Ort und sie kann sich ungezwungen mit den Menschen unterhalten. Auch Wachtmeister Hans, ihr Großneffe, ist sehr engagiert und lässt sich von seinem Chef nicht einschüchtern. Er ist ein kluger junger Mann, der mir sehr sympathisch ist.
Auch dieser zweite Teil hat mir großartig gefallen. Die Atmosphäre der 50er Jahre wurde sehr gut dargestellt und in mir kamen wieder einige Erinnerungen hoch, wobei ich ein Ostkind der Mitte 60er Jahre bin. Trotzdem kannte ich einiges noch.
Obwohl der Krieg schon einige Jahre vorbei war, sind die Nachwehen noch überall spürbar. Nicht nur bei den Kriegsveteranen, sondern auch in der Denkweise vieler Menschen, die dem Führer nachtrauern und ihn glorifizieren. Das ist erschreckend, insbesondere, da es diese Leute heute auch noch gibt. Auch die Stellung der Frauen war eine andere, aber für diese Zeit war es normal, dass sie von den Männern betatscht wurden und eher für Haushalt und Kinder zuständig waren.
Die Sprecherin hat mir super gefallen. Sie hat den einzelnen Figuren ihre Charaktere gegeben und es war sehr angenehm, ihr zuzuhören. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil.
Ebenfalls passt das Cover sehr gut zur Handlung und zur Zeit.
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