Cora hat immer Glück – auch dann, als sie endlich an der Academy of Cosmic Powers aufgenommen wird, jenem Internat für Menschen, die nach einem Meteoriteneinschlag besondere Fähigkeiten entwickelt haben. An ihrem ersten Tag lernt sie dort die aufmüpfige King kennen, die alles verkörpert, was sie selbst gerne wäre: Sie ist mutig, selbstbewusst und kann die Struktur von Materie verändern. Aber King macht ihr schnell klar, dass sie nichts von Cora hält. Als allerdings ein Krieg zwischen Cosmics und Menschen auszubrechen droht und die Academy angegriffen wird, ist Zusammenhalt wichtiger denn je. Auch zwischen Cora und King … Können sie in Anbetracht der Gefahr ihre Feindschaft überwinden?
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Interessanter Anfang
Jenny Wons aus Bergheim am 08.12.2025
Bewertungsnummer: 2672521
Bewertet: Hörbuch-Download
Mit Spring Storm – Blühender Verrat legt Marie Graßhoff den ersten Band eines zweiteiligen Jugendbuch-Duologie vor, die eine Mischung aus Dystopie, Internatsgeschichte und Superhelden-Elementen bietet. Das Buch wurde von vielen Leser*innen bereits im Vorfeld aufgrund seiner spektakulären Illustrationen und der vielversprechenden Grundidee erwartet – und auch für mich war es der erste Roman der Autorin. Gerade deshalb war die Neugier groß, ob die Geschichte mit der ansprechenden Optik und dem starken Konzept mithalten kann.
Die Welt – ein starkes Fundament
Einer der größten Pluspunkte des Romans zeigt sich direkt auf den ersten Seiten: das Worldbuilding. Graßhoff wirft ihre Leser*innen ohne Vorwarnung mitten ins Geschehen, doch anstatt zu überfordern, erschafft sie damit einen lebendigen und sofort greifbaren Einstieg.
Nach einem Meteoriteneinschlag besitzen einige Menschen übernatürliche Fähigkeiten, die sie zu den sogenannten Cosmics machen. Diese werden an der Academy of Cosmic Powers ausgebildet – einem Ort zwischen strenger Institution, Eliteinternat und Krisenzentrum einer Gesellschaft, die kurz vor einem neuen Konflikt steht.
Die Autorin beschreibt ihre Welt mit vielen Details und schafft eine dystopische Atmosphäre, die gleichzeitig futuristisch und bedroht wirkt. Besonders gelungen ist, wie sich Stück für Stück Hintergründe offenbaren: politische Spannungen, gesellschaftliche Spaltung, das Verhältnis zwischen Cosmics und normalen Menschen. Die Welt wirkt durchdacht, interessant und lädt ein, mehr über sie zu erfahren.
Gerade dieser Aspekt lässt schnell erahnen, warum Graßhoff vor allem für komplexe Sci-Fi-Welten bekannt geworden ist.
Der Anfang – stark, schnell, fesselnd
Auch der Einstieg in die Handlung ist überaus gelungen. Man landet sofort im turbulenten Alltag der Academy und begleitet Cora, die neu aufgenommen wurde. Die ersten Kapitel vermitteln Dynamik, Spannung und eine greifbare Vorfreude auf das, was noch kommen könnte. Die Idee eines Internats für Menschen mit besonderen Kräften hat einen klaren Appeal – vertraut genug, um Orientierung zu geben, und originell genug, um Spannung aufzubauen.
Bis hierhin liest sich das Buch extrem vielversprechend.
Die Handlung
Doch sobald der Roman seine Grundpfeiler gesetzt hat, verliert er im weiteren Verlauf deutlich an Zugkraft. Die Handlung beginnt zu stocken; Passagen ziehen sich, ohne die Figuren oder die Story nennenswert voranzubringen.
Viele Szenen an der Akademie wirken eher wie Füllmaterial als wie echte Entwicklungen. Kämpfe, Trainingssituationen oder Gespräche wiederholen sich ohne steigenden Erkenntnisgewinn – wodurch die thematisch starke Idee leider an Dramatik und Tiefe verliert.
Natürlich gibt es Spannungsspitzen, aber sie verteilen sich dünn über den Verlauf der Geschichte und verpuffen teilweise, weil der Weg dorthin zu zäh war. Zum Ende hin verschärft sich der Konflikt zwischen Menschen und Cosmics zwar sichtbar, doch auch dieser dramaturgische Höhepunkt wirkt eher blass als explosiv.
Der finale Twist und der Cliffhanger versuchen zwar, ein dramatisches Ende zu schaffen, wirken aber durch das insgesamt niedrige Spannungsniveau abgeschwächt und emotional wenig kraftvoll.
Cora und King – zwei Protagonistinnen, von denen nur eine funktioniert (aber leider auch nicht durchgängig)
Die größte Schwäche des Romans liegt jedoch in seinen Figuren.
Cora
Cora ist zunächst sympathisch – eine Außenseiterin mit Glück im rechten Moment, neugierig, klug und mit dem Wunsch, ihren Platz zu finden. Doch je länger die Geschichte andauert, desto mehr verbleibt sie in einer Art Charakter-Stillstand. Ihre Fähigkeiten entwickeln sich, aber emotional bleibt sie erstaunlich distanziert.
Das erschwert das Mitfiebern, denn obwohl sie viel erlebt, wirkt sie oft seltsam passiv oder schwer zu greifen.
King
King beginnt stark: geheimnisvoll, selbstbewusst, kalt und faszinierend. Sie gibt der Geschichte anfangs die notwendige Reibung, wirkt wie ein komplexer, innerlich zerrissener Charakter. Doch bereits nach wenigen Auftritten wird deutlich, dass ihr Verhalten zunehmend widersprüchlich ist.
Sie ist zeitweise unnahbar ohne Grund, dann übermäßig aggressiv, später wiederum verletzlich – aber nie so, dass es schlüssig wirkt.
Diese Inkonsistenz verhindert, dass King ihr Potenzial entfalten kann. Statt einer tiefgründigen zweiten Protagonistin erhalten wir eine Figur, deren Handlungen oft unvermittelt erscheinen und deren emotionaler Verlauf schlecht nachzuvollziehen ist. Es wirkt fast, als hätte die Geschichte mehrere Versionen ihres Charakters gleichzeitig im Einsatz.
Nebenfiguren
Himari, Grant und mehrere weitere Schüler*innen bleiben erstaunlich blass – und das ist besonders schade, da die Akademie geradezu darum bittet, ein lebendiges Ensemble aufzubauen. Einige Figuren wirken interessant, tauchen aber kaum genug auf, um Eindruck zu hinterlassen.
Völlig aus dem Rahmen fällt zudem, wie manche Charaktere auf extreme Situationen reagieren. Eine Figur, die eigentlich empathisch ist, begegnet dem Töten mit einem lapidaren „Passiert.“ – ein Bruch, der schlicht nicht zur Persönlichkeit passt.
Diese Unstimmigkeiten machen es schwer, emotionale Bindungen zur Besetzung aufzubauen, und sie verhindern, dass die zentralen Beziehungen wirken können.
Der Stil
Graßhoffs Schreibstil ist angenehm, bildhaft und leicht zugänglich. Besonders stark sind Beschreibungen der Welt und die Darstellung der Atmosphäre. Dialoge lesen sich schnell und organisch.
Problematisch wird es, wenn der Stil versucht, Spannung künstlich zu erzeugen, obwohl inhaltlich wenig passiert. Dadurch entstehen Längen, die den Lesefluss bremsen, und Szenen wirken streckenweise wie Wiederholungen ohne neuen erzählerischen Mehrwert.
Illustrationen – ein absolutes Highlight
Zwischen den Kapiteln finden sich wunderschöne Lineart-Illustrationen, die Figuren und Szenen eine besondere Tiefe geben. Sie schaffen Stimmung, unterstreichen die Welt und gehören definitiv zu den stärksten Elementen des Buchs.
Für viele Leser*innen werden sie ein echtes Highlight sein – und sie tragen wesentlich zur besonderen Ästhetik des Romans bei.
Stärken des Buches
atmosphärisches, detailliertes Worldbuilding
starker Einstieg
interessante Grundidee (Dystopie + Akademie + Superkräfte)
wunderschöne Illustrationen
originelle Elemente wie Bob
angenehmer, bildhafter Schreibstil
Schwächen des Buches
Handlung verliert stark an Spannung
viele Längen und Wiederholungen
Figuren wirken blass, unlogisch oder ungleichmäßig entwickelt
Beziehungen zwischen Charakteren wirken konstruiert
finale Szenen sind emotional schwach
Cliffhanger wirkt weniger wirkungsvoll
zähe Mitte, die den Lesefluss bremst
Fazit – viel Potenzial, aber schwache Umsetzung
Spring Storm – Blühender Verrat ist ein optisch beeindruckendes, atmosphärisch starkes Jugendbuch, das mit einer faszinierenden Grundidee und einer detaillierten Welt startet. Doch trotz dieses Potenzials schafft es die Handlung nicht, konstant zu tragen – und die Charaktere, die das emotionale Zentrum bilden sollten, bleiben zu blass oder widersprüchlich, um den Leser mitzunehmen.
Wer Dystopien mit Akademie-Setting liebt, wird viel Schönes finden. Doch wer auf dynamische Handlung, überzeugende Figurenentwicklung und emotionale Tiefe hofft, könnte enttäuscht sein.
3 von 5 Sternen!
Überraschung des Jahres
Bewertung am 05.11.2023
Bewertungsnummer: 2061817
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Autorin hat einen einzigartigen Ort geschaffen, der dazu einlädt, sich auf den Seiten zu verlieren. Der Schreibstil ist unfassbar flüssig und zu meinem Erstaunen, gab es keine einzige Länge, die das Lesen hätte vermindern können. Es gibt sehr gefühlvolle, als auch actionreiche Szenen, die unglaublich gut mit den Charakteren Harmonieren. Cora und King konnte ich direkt in mein Herz schließen und bin einfach nur begeistert wie die beiden Charaktere die Geschichte tragen und die Welt um sie herum.
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