Im ersten Moment wirkt es harmlos. Ein unerklärlicher Computerfehler bringt den interplanetaren Containerfrachter "Patchwork" vom Kurs ab, während im Arctica Block Kommissar Aleksandr Lazarew Spuren unbekannter Eindringlinge untersucht. Doch die Situation eskaliert. Schon bald kämpft die Besatzung des Raumschiffs um ihr nacktes Überleben und das gesamte Dasein des Kommissars wird infrage gestellt. Nach und nach wird immer deutlicher, dass im Hintergrund skrupellose Mächte die Fäden ziehen, für die Menschenleben keine Bedeutung haben.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Julia Matos
5/5
18.12.2018
Buch (Taschenbuch)
Intelligent, komplex, spannend
Gambit spielt in unserem Sonnensystem im Jahr 2215 und bildet in der c23-Reihe den Auftakt zu einer 2. Trilogie. Es ist hilfreich, vorher Band 1 bis 3 (die sog. Mutantenkrieg-Trilogie) und die Kurzgeschichtensammlung (inkl. Anhang zu Figuren) gelesen zu haben. Hierdurch liest man intensiver und vermeidet Spoiler und Verständnisschwierigkeiten. Wehmütig und neugierig lechze ich nach News, wie es mit alten Bekannten weitergeht. Toll, auf einige in Nebenrollen zu treffen. An Autor Ralph Edenhofer die Bitte, dies fortzuführen.
Diesmal kapitelweise wechselnd erzählt aus den Perspektiven von 1. Aleksandr, Einzelgänger und regimetreuer Neuzeit-Sheriff aus dem Arctica Block (Nord-Russland). 2. Mac, Kommandantin und Kameradin auf einem kleinen Weltraumfrachter mit zwielichtiger Vergangenheit.
Zur Handlung möchte ich nichts spoilern. Mir gefällt, dass futuristische Entwicklungen mit zeitlos elementaren Fragestellungen (Überleben, Loyalität, Würde, Forscherdrang, Suche nach der eigenen Identität und eigenen Idealen, …) verwoben sind. Aleksandrs Erlebnisse sind - bei dystopischer, bedrohlicher Atmosphäre - gespickt mit in sich stimmigen Wow-Momenten, sodass ich fasziniert gelesen habe. Mac kommt noch nicht an die Ecken, Kanten und Sympathiewerte von Skip oder José heran, ist aber auf gutem Weg. Und besonders haben mir wieder die Nebenfiguren gefallen, über deren Hintergründe und Motive sich herrlich spekulieren lässt. Es macht Spaß, manchmal richtig zu liegen und manchmal überrascht zu werden.
Eine angenehm andersartige Liebesgeschichte fehlt nicht.
Dank scharfzüngigen Humors wurde mir gelegentlich auch ein Grinsen entlockt.
Band 4 ist sprachlich gelungen, klar strukturiert, lässt den roten Faden erkennen. So packend, dass ich lang ersehnte andere Fortsetzungsromane auf die Warteliste verbannt habe. Technische Umschreibungen (Antriebssysteme, Künstliche Intelligenzen, etc.) wirken auf mich als Laien fundiert, ohne zu überfordern. Offenbart wird eine umfangreiche futuristische Welt, in der sich noch viele Geschichten verorten lassen. Es tröstet über den Cliffhanger hinweg, dass die Fortsetzungsbände 5 und 6 (vorerst als eBooks) für 2019 angekündigt sind.
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