Ein hochspannender Blick auf spektakuläre Kriminalfälle - Peter Jamin beschäftigt sich seit 25 Jahren mit Vermisstenfällen und hat die eindrücklichsten Schicksale und dramatischsten Geschichten zusammengetragen. Ein 16-jähriges Mädchen wird mehr als ein Jahr lang von einem Unternehmerpaar eingesperrt und gefoltert. Als sie die Täter bei der Polizei anzeigen will, glaubt man ihr nicht. Ein junger Mann bittet im Fernsehen um Unterstützung bei der Suche nach seiner Ehefrau. Was erst später bekannt wird: Er hat die Frau erschlagen und im Keller seines Hauses einbetoniert. Ein Lehrling verschwindet, macht in Asien Karriere, heiratet mehrmals - und kehrt schließlich nach 30 Jahren schwer erkrankt zu seinen Eltern zurück, um zu Hause zu sterben.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Astrid Wergen
5/5
19.03.2022
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Erschreckend und bewegend
In den Nachrichten gibt es immer wieder diese Meldungen, die einem ein sehr ungutes Gefühl hinterlassen: ein Vermisstenfall. Wo geht ein Mensch hin, wenn er verschwindet? Ist dieser Mensch freiwillig gegangen, oder wurde er entführt? Und was macht das mit den Menschen, die mit dem Verschwundenen verwandt oder befreundet sind?
Diesen Fragen ist Peter Jamin nachgegangen. Von Anfang an erzählt er, was bei Vermisstenfällen passiert. Jeder Fall ist anders, individuell, und doch entstehen viele Gemeinsamkeiten. Die Familie und der Freundeskreis sind schockiert, investieren viel Zeit in die Suche, und gehen daran fast bis komplett zugrunde. Die Suche wird nie aufgegeben, man kann damit kaum richtig abschließen. Die Frage nach dem Warum schwebt wie ein Damoklesschwert über allem. Hängt das Verschwinden mit einem Fremdverschulden zusammen, oder wurden die Vermissten entführt oder bereits sogar ermordet?
Jeder Strohhalm wird ergriffen. Und doch: oft ist man allein auf sich gestellt. Der Polizei sind oft die Hände gebunden bei der Suche: Personalmangel, aber auch Zeitmangel sind hier leider kein Fremdwort. Dem Freundes- und Familienkreis wird oft der Fokus auf der Suche zu viel, es zählt nichts mehr anderes als diese Suche, und so wenden sich viele ab. Manchmal gibt es Hoffnung: Menschen kommen von alleine wieder, auch nach Jahren, oder werden gefunden, und es kann auch weitere Hilfe in Anspruch genommen werden. Aber selbst wenn ein trauriger Abschluss in Form von Tod stattfindet, kann für die Angehörigen ein Abschluss gefunden werden.
Peter Jamin erzählt sehr eindringlich von den Schicksalen, die ihm begegnet sind. Demente Menschen, psychisch erkrankte Menschen, Entführungen, Suizide und Mordfälle: jeder Fall geht unter die Haut. Die Stimme von Alexander Gamnitzer geht einfühlsam auf die wahren Geschichten ein, und erzählt sie sehr persönlich. Zugegeben, ich konnte dieses Buch nicht durchgängig hören, sondern in Häppchen, weil es so persönlich, eindringlich, bewegend und schockierend zu gleich war. Toll umgesetzt, wenn auch sehr erschreckend. Man wünscht jeder Familie, dass dies nicht einen trifft, und hofft für die Betroffenen nur das Beste.
Bewertung
aus Brandis
5/5
28.01.2022
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Der Kreis der Opfer ist viel grösser
"True Crime" Berichte erfreuen sich aktuell immer grösserer Beliebtheit, wobei die Sensationslust meist dominiert und die Geschichten dementsprechend aufgebaut sind. Peter Jamin, der sich ehrenamtlich seit 25 Jahren mit Vermisstenfällen und der Unterstützung der Angehörigen beschäftigt, bedient mit dem vorliegenden Buch nicht nur die Faszination der Menschen an dem Bösen. Besonders gelungen und meiner Meinung nach fast noch wichtiger ist, das auch das Schicksal und Leid der Hinterbliebenen Beachtung findet. Beim Hören dieses Buches spürte ich sehr deutlich die Hilf- und Machtlosigkeit derer, die neben der Trauerarbeit kaum Unterstützung vom Staat erhalten, stattdessen viel eher zum Spielball der Kompetenzstreitigkeiten einzelner Ämter und Behörden werden. Damit nähert sich dieses Buch für mich berührend anders den tragischen Einzelfällen, die jeder für sich ganze Familien, Freunde und Bekannte in den Abgrund ziehen.
Klare Leseempfehlung!
Jasmin Henseleit
aus Wuppertal
5/5
13.01.2022
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Wahre Vermisstenfälle und Schicksale, die mich berührt und teilweise sprachlos zurückgelassen haben!
"Ohne jede Spur: Wahre Geschichten von vermissten Menschen" von Peter Jamin habe ich als ungekürztes Hörbuch gehört, welches am 19.11.2021 im Audio-To-Go Verlag erschienen ist. Der Sprecher Alexander Gamnitzer erzählt 5 Stunden und 34 Minuten über wahre Kriminalfälle, mit denen Peter Jamin sich seit 25 Jahren beschäftigt. Es sind Vermisstenfälle, dessen Schicksale und dramatische Geschichten er in verschiedenen Kurzgeschichten zusammengetragen hat. Die meisten davon haben mich fassungslos zurückgelassen, oft war ich schockiert und sprachlos. Denn der Autor hat nicht nur detaillierte Hergänge wiedergeben, auch wurden die psychischen und verzweifelten Ausnahmezustände und Strapazen der Angehörigen von vermissten Menschen geschildert. Viele Fälle haben mich sehr berührt und mitgenommen, sodass ich mit einigen Menschen mitgelitten habe. Aber auch Wut und Unverständnis kamen bei mir auf, da auch gezeigt wurde, wie Betroffene und Angehörige im Stich gelassen wurden und keine Hilfe erhielten. Oftmals waren sie es dann, die ihre vermissten Angehörigen auf eigene Faust gesucht haben. Nicht immer gab es einen erfreulichen Ausgang. Jeder geschilderte Fall ist sehr unterschiedlich, zum größten Teil mit Wendungen, die für Gänsehaut gesorgt haben.
Der Sprecher Alexander Gamnitzer hat die wahren Vermisstenfälle, die manchmal zu Kriminalfälle wurden, sehr emotional, aber dennoch sachlich und authentisch wiedergegeben. Seine Fassungslosigkeit konnte ich an einigen Stellen heraushören, denn was ich hier zu hören bekommen habe, lässt wirklich niemanden kalt. Auch empfand ich seine Stimme als sehr angenehm, die sich jeden Fall sehr gut angepasst hat. Gamnitzer und Jamin haben den spannenden und teilweise wirklich sehr spektakulären Fällen eine großartige Stimme gegeben, Angehörige haben wie die Vermissten vom Autor gleichermaßen viel Aufmerksamkeit bekommen. Verschiedene Leidenswege haben mich sehr erschüttert, denn oft wurde die Zeit des Hoffens und Bangens für viele Angehörigen zur schrecklichen Ungewissheit, sie zerbrachen von Jahr zu Jahr immer mehr. Die Ohnmacht, die meistens vorhanden war, konnte ich absolut nachvollziehen. Besonders wenn die eigenen Kinder ohne ein Zeichen plötzlich verschwinden, da ist das Alter nebensächlich. Der Fall einer Mutter, die ihre Tochter verzweifelt auf Ibiza sucht, ging mir wirklich sehr an die Nieren. Die Tochter macht mit ihrer Freundin dort Urlaub, aber nach Deutschland kehrt nur die Freundin alleine zurück. Was in dem fremden Land passiert ist und wo die Tochter der verzweifelten Mutter abgeblieben ist, fand ich sehr mysteriös. Es gab Vermutungen und Spekulationen, die Mutter suchte ihre Tochter selbst auf Ibiza und hat alle Hebel in Gang gesetzt. Doch sie kam dort überhaupt nicht weiter, selbst ihr eigenes Leben setzte sie mit der Suche aufs Spiel. Die schreckliche Ungewissheit, ob die eigene Tochter in den Fängen eines Menschenhändlerrings steckt oder nicht mehr lebt, hat mich sehr mitgenommen.
Die Verzweiflung vieler Angehörigen hat Peter Jamin besonders authentisch rübergebracht. Er hat die verschiedenen Fälle sachlich und neutral zusammengefasst und berichtet wahrheitsgemäß und frei von jeglicher Sensationsgier. Ich konnte deutlich spüren, dass er immer versucht hat, sachlich zu bleiben. Aber manchmal war selbst sein Unverständnis zu groß, um Emotionen zu verbergen. Wichtige Fakten haben dafür gesorgt, dass ich die einzelnen Hergänge der Kurzgeschichten gut vor meinen Augen hatte, denn sie wurden verständlich, bildlich und flüssig erklärt. Die ein oder andere Wendung aus den hier erzählten Vermisstenfällen hat mich sehr überrascht, das Verhältnis zwischen "Happy End"und "Tragödien" fand ich in diesem Hörbuch gut aufgeteilt. Ein Ehemann und Vater zweier Töchter meldete seine Frau kurz nach ihrem plötzlichen Verschwinden als vermisst und sorgte für großes Aufsehen, da er verzweifelt um Hilfe bei der Suche nach einer Ehefrau bat. Doch Jahre später kam heraus, dass er sie aus Wut erschlagen und im Keller seines Hauses einbetoniert hat. Diese scheinheiligen Aktionen und die Glaubwürdigkeit, die der Mörder an den Tag gelegt hat, haben dafür gesorgt, dass es für die Polizei keinen Zweifel gab, den Mann als Täter in Betracht zu ziehen, etwas mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun zu haben. Wie sich durch einen krassen Zufall das Blatt gewendet hat, hat mich richtig schockiert. Aber auch das Schicksal einer verzweifelten jungen Frau, die aus blinder Liebe zu ihrem Mann nach Saudi-Arabien gezogen ist, hat mich sehr mitgenommen. Als ihr bewusst wurde, dass sie als Frau dort keine Rechte mehr hat, will sie zurück nach Deutschland. Doch schnell wurde ihr deutlich gemacht, dass es unmöglich ist. Die gemeinsame Tochter wurde ihr vorenthalten und gemeinsam aus dem Land auszureisen war unmöglich...
Peter Jamin arbeitete als Redakteur und stellvertretender Redaktionsleiter in Redaktionen der Zeitungsgruppe WAZ, bevor er sich 1985 als Autor selbstständig machte. Seit mehr als 25 Jahren beschäftigt er sich mit dem Thema "Vermisste Menschen". Ebenso lange unterhält er ehrenamtlich ein Vermisstentelefon und berät Angehörige. In diesem Hörbuch erzählt Alexander Gamnitzer Jamins' Geschichten von Menschen, die, ohne eine Spur zu hinterlassen, verschwunden sind. Außerdem wird von denjenigen erzählt, die sie vermissen und auf die Suche gehen. Es sind wahre Vermisstenfälle und Schicksale, die ihn in den vielen Jahren seiner Arbeit besonders berührt und bis heute nicht losgelassen haben. Einige dieser Geschichten gehen gut aus, andere leider nicht. Bei einigen Schicksalen konnte ich kaum glauben, dass es die Realität ist. Denn hinter jeder Geschichte steckt viel mehr als nur ein vermisster Mensch, denn wer noch nie so eine vergleichbare Situation miterlebt hat, kann sich nicht vorstellen, was mit den Angehörigen passiert, wenn ein geliebter Mensch plötzlich und spurlos verschwindet.
Interessante und sogleich erschreckende Einblicke in das bewegende Schicksal vieler Familien haben bei mir viele Emotionen hervorgerufen. Zustände, die sich teilweise jahrelang zwischen Trauer und Hoffnung abwechseln, haben mich definitiv nicht kaltgelassen. Denn das Schlimmste ist vor allem die Ungewissheit. Es wurde oft deutlich, dass die Vermissten und ihre Angehörigen von den Behörden keine Hilfe zu erwarten hatten. Die Polizei, die jeden Vermisstenfall eines Erwachsenen sorgfältig prüfen muss, ob überhaupt Handlungsbedarf besteht, macht das ganze nicht leichter.
Bewertung
aus Gedern
4/5
11.01.2022
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Sehr Interessantes Thema
Ich habe dieses Buch als Hörbuch gehört, die Stimme war sehr angenehm.
In diesem Buch berichtet der Autor von echten Kriminalfällen, bei denen Menschen auf unerklärliche Weise verschwunden sind. Der Autor stellt die einzelnen Fälle in einer erzählerischen Form dar, durch die man sich besser in die Angehörigen der Verschwundenen hinein versetzen kann. Es handelt sich bei den Fällen sowohl um unerklärlich verschwundene Kinder, Jugendliche und junge Menschen, als auch um Familienväter und Senioren. Es gab viele Geschichten, die mich sehr berührt haben und die interessant waren. Zugleich konnte ich mich trotz der Erzählweise nicht immer in die Menschen einfühlen, aus deren Perspektive der Fall erzählt wurde. Einige Fälle wurden aufgeklärt und bis zu Ende erzählt, bei einigen Fällen, bei denen das Verschwinden noch immer ungeklärt ist, muss man sich mit der Ungewissheit arrangieren. Mit dem Sprecher dieses Hörbuchs war ich sehr zufrieden, er hat die Schicksale sehr gut rübergebracht. Alexander Gamnitzer hat eine angenehme Stimme. Fazit: Dieses Hörbuch war sehr interessant und es hat Spaß gemacht dieses zu hören. Ich vergebe für dieses Hörerlebnis 4 Sterne.
Zsadista
3/5
17.01.2022
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Rezension zu "Ohne jede Spur - HB"
„Ohne jede Spur - HB“ sind Fälle von vermissten Personen zusammengefasst von dem Autor Peter Jamin.
Ich habe das Buch als Hörbuch gehört. Gelesen wird es von dem Sprecher Alexander Gamnitzer. Er hat eine sehr gute Arbeit geleistet.
In den verschiedenen Geschichten geht es immer um verschwundene Personen. Manchmal aus der Sicht der Verlassenen, dann auch mal aus der Sicht der Verschwundenen.
Das Buch ist etwas anderes als ich erwartet hatte. Ich hatte erwartet, dass von den jeweiligen Storys alles erzählt wird. Was die Hinterlassenen durchmachen, was die Polizei macht, wie gesucht wird, was raus kommt.
Naja, meistens wurde auf die Polizei geschimpft, weil sie nichts tut. Auf der anderen Seite wird halt auch gesagt, dass erwachsene Menschen nicht gleich nach einer Stunde gesucht werden. Nicht mit Hundestaffeln, nicht mit Hubschraubern oder sonst etwas. Auch die Polizei ist unterbesetzt und überarbeitet. Klar gibt es auch Polizisten, die schlechte Arbeit leisten und keine Lust haben. Aber ständig auf die lahme Polizei zu schimpfen, macht das alles nicht besser.
Aus den Geschichten ist auch oft genug selbst heraus gekommen, dass die verschwundenen Menschen verschwinden wollten oder später sogar wieder zurückgekommen sind.
Im Ganzen waren es mir zu viele Geschichten, die oft nur oberflächlich erzählt wurden. Bei mir kam da gar nichts auf. Kein Bedauern, kein Mitleiden, alles lief so zack zack ab.
Vielleicht hätte die Hälfte der Storys auch gereicht, dafür aber mit mehr Herzblut berichtet.
Gerade bei der einen Geschichte wurde ich schon fast wütend. Da verschwindet einer, heiratet über den Erdball verschiedene Frauen, macht Kinder und kommt nach Deutschland zurück um zu Sterben. Sorry, dafür ist dann das deutsche System gut genug, da ist Thailand auf einmal nicht mehr gebacken. Die letzten Tage im Krankenhaus darf dann das System hier bezahlen oder wer kam dafür auf? Tja, deutsche Krankenhäuser sind dann ja doch besser als thailändische. Und bei der Familie dann heile Welt und Freude? Keinen interessieren die Frauen und Kinder, die er verlassen hat und abgehauen ist? Wie diese Frauen gelitten haben? Da kann ich mein Mitleid echt nicht finden, der wäre besser verschwunden geblieben.
Weniger Storys, mehr Tiefgang und mehr Blickwinkel wären hier echt von Vorteil gewesen.
Ganz gut mal die Sache etwas aus der Sicht der Hinterbliebenen zu hören. Hier gäbe es aber auch noch viel Potential um es besser rüber zu bringen.
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