Westpreußen 1942: In der trügerischen Idylle von Gut Falkensee bangen die Frauen der Bargelows um die Männer an der Front. In Abwesenheit ihres Bruders übernimmt Hedda die Verantwortung für das Gut. Als Tage vor der Kriegstrauung ihr Verlobter fällt, vergräbt sich Hedda noch tiefer in Arbeit - bis die verbotene Liebe zwischen einem Hausmädchen und einem Zwangsarbeiter auch sie in Gefahr bringt. Sie erhält unerwartete Hilfe von Clemens, einem Kriegshelden, der ein Geheimnis zu hüten scheint ...
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
aus Lindhorst
5/5
03.01.2022
eBook (ePUB)
Das allerbeste und schönste Buch der Falkensee Reihe
Mit diesem Buch hat die Autorin ein wunderschönes Buch erschaffen und ihr ist ein sehr guten Eindruck über die Zeit im 2. Weltkrieg und die Flucht gelungen. Wie schwer es die zurückgebliebenen Frauen auf den Höfen und Gütern hatten, die Männer an der Front, die Arbeit mit Zwangsarbeitern, eine verbotene Liebe und deren Folgen. Besonders ist mir das Mädchen Elisa ans Herz gewachsen, sie hatte solche Sehnsucht nach ihrem Vater, hofft, betet, bangt. Das Leben in der Zeit der NSDAP war recht schwierig und verlangte immer Aufmerksamkeit, dass man nicht bei Verbotenem erwischt wurde. In dieser Zeit lernt die Protagonistin Hedda, Clemens kennen, der als Bürgermeister im Ort eingesetzt wurde. Einen Kriegshelden, der sich streng an die Vorgaben und Gesetze der Partei hält. Die schwere und die schöne Zeit auf Falkensee hat leider ein Ende, als im Winter 44/45 die rote Armee in die Ostgebiete vordringt. Die Bewohner von Falkensee und dem Gut sind gezwungen zur Flucht - was mitnehmen, was ist von Nöten, alles sollte bedacht werden. Sehr anschaulich wird über die Flucht der Trecks berichtet, wie sie im tiefsten Winter bei Schneefall drei Tage und Nächte alleine bis über die Weichselbrücke brauchten. Elisa, die Nichte von Hedda erlebt als 9 jähriges Kind die Flucht ganz bewusst mit, dass die Trecks nicht halten konnten, dass Kinder verloren gingen. Nach einer mehrwöchigen Flucht kommen die Flüchtlinge in Schleswig-Holstein an. Dort werden sie zwangseinquartiert, was auch sehr anschaulich erzählt wird. Ein wirklich zu empfehlendes Buch - wer gerne historische Romane liest. Aus der persönlichen Sicht der Frauen von Falkensee, die einem schon nach den ersten zwei Büchern ans Herz gewachsen sind. Ein sehr fesselnd erzählter Roman den man nicht aus der Hand legen konnte.
MarySophie
5/5
06.03.2022
Buch (Taschenbuch)
Stürme über Falkensee
Westpreußen 1942
Zwar ist der Krieg fern von ihrem Gut, allerdings bangen auch die Frauen der Familie von Bargelow um den weiteren Verlauf, die Folgen und natürlich um das Leben ihrer Angehörigen. Und auch sie haben die Aufgaben übernommen, die bisher von ihren männlichen Familienangehörigen betreut wurden. So hat Hedda die Verantwortung über das Gut übernommen und steht diesem gemeinsam mit ihrer Mutter vor. Und als ihr Verlobter fällt, arbeitet Hedda noch härter und hofft, auf diese Weise ein wenig vergessen zu können. Und während sie trauert, findet das Hausmädchen in einem polnischen Zwangsarbeiter die große Liebe. Eine Liebe, die eigentlich nicht sein dürfte. Unerwartete Hilfe erhält Hedda dabei ausgerechnet von Clemens, einem Kriegshelden und scheinbar überzeugten Anhänger der NSDAP...
Meinung
Am Anfang hätte ich mir ein Personenverzeichnis, vielleicht auch einen Stammbaum der Familie von Bargelow gewünscht. Ich musste doch immer al wieder überlegen, wie familiäre Zusammenhänge aussehen und leider waren meine Erinnerungen an den zweiten Teil doch nicht so gut, wie ich es gedacht hatte. Daher war es für mich wichtig, gerade auf den ersten Seiten aufmerksam und mit allen Sinnen zu lesen, um nichts zu verpassen, um alles aufzunehmen und in einen korrekten Zusammenhang zu bringen. Irgendwann war diese Phase dann auch überstanden und ich bin viel flüssiger und leichter mit dem Lesen vorangekommen und die Handlung hat es geschafft, mich in ihren Bann zu ziehen. Als dies einmal geschehen war, wollte ich den Roman nicht mehr aus der Hand legen und ich habe mit viel Interesse weitergelesen.
Ich finde, dass die Geschichte häufig unerwartete Wendungen besitzt, immer wieder entwickelt sie sich in eine Richtung, die man erahnen, aber nicht genau bestimmen konnte. Daher behält sie eine gute Spannung und man möchte weiterlesen. Besonders gelungen empfinde ich es hierbei, dass die Handlung trotzdem immer natürlich und authentisch bleibt, die Ereignisse sind lebendig und realistisch geschildert. Das hat natürlich der ganzen Geschichte gut getan, die Figuren handeln ganz natürlich, die fiktiven und realistischen Ereignisse ergänzen sich hervorragend und ergeben ein rundes Gesamtbild.
Mit den Figuren und ihrer Zeichnung bin ich komplett zufrieden. Sie sind einzigartig und abwechslungsreich, lebendig und mit starken Typen ausgestattet. Mag ich sehr gern, da sie dadurch ein einzigartiges Auftreten besitzen, was für die gesamte Geschichte natürlich sehr förderlich ist.
Zudem gefällt es mir, dass verschiedene Erzählperspektiven genutzt wurden. Man erlebt die meisten Kapitel aus der Sicht von Hedda. Dazu gibt es ein paar Abschnitte aus dem Blickwinkel von Elise, einem Kind, einer Angestellten der Familie von Bargelow oder aus der Perspektive des Bürgermeisters.
Besonders berührt hat mich die Sicht von Elise. Sie hat eine sehr bezaubernde Art und ich mag es, wie reif und erwachsen sie für ihr Alter wirkt. Man merkt, dass sie sich über die verschiedensten Themen Gedanken macht und sie sich doch ihre kindliche Leichtigkeit erhält. Sie hat außerdem den Ereignissen eine neue Wendung und Tiefe gegeben, was sich positiv auf die Geschichte ausgewirkt hat.
Leider gibt es aber auch noch einen Kritikpunkt, den ich erwähnen muss. Ich finde, dass die Saga kein so zufriedenstellendes Ende erhalten hat, wie ich es mir gewünscht hätte. Es ist in Ordnung und rundet die Geschichte ab, für das Ende einer Reihe ist es mir allerdings zu wenig. Ein Stück weit scheint es sogar so, als würde es absichtlich auf diese Weise gestaltet sein, um die Möglichkeit eines vierten Bandes offen zu lassen...
Fazit
Zusammenfassend betrachtet handelt es sich um eine wirklich schöne und vielversprechende Geschichte. Ich wurde gut unterhalten und hatte angenehme Lesestunden. Allerdings muss ich bemängeln, dass es für mich nicht den runden und perfekten Abschluss einer Saga darstellt. In dieser Hinsicht hatte ich mir ein bisschen mehr erwartet und finde, dass der Handlung noch das gewisse Etwas fehlt, was mir vor allem auf den letzten vielleicht 100 Seiten gefehlt hat... Schade, nur zu gern hätte ich eine durchweg positive Bewertung abgegeben, weil ich die Saga an sich sehr schön finde... Von mir gibt es nichtsdestotrotz eine große Leseempfehlung für die gesamte Reihe, ihr werdet damit ganz bestimmt eine tolle Zeit haben!
Meine Bewertung: 4,5 von 5 Sterne
Kerstin1975
aus Crailsheim
5/5
06.01.2022
Buch (Taschenbuch)
Vielschichtige, authentische und mitreißende Fortsetzung der Familiensaga um ein Gut in Westpreußen
Buchinhalt:
Westpreußen 1942: der Zweite Weltkrieg tobt in Europa und in Abwesenheit der meisten Männer haben Hedda und ihre Mutter die Leitung des Gutes Falkensee übernommen. Für die Arbeit auf dem Gut wurden ihnen polnische Zwangsarbeiter zugewiesen. Entgegen dem strikten Befehl von oben behandeln die von Bargelows die polnischen Arbeitskräfte anständig – was Julius Kirchner erneut auf den Plan ruft. Dieser ist inzwischen ein hohes Tier in der NSDAP und versucht alles in seiner Macht stehende, Heddas Familie das Leben zu vergällen. Hedda erhält unerwartete Hilfe von Clemens, einem Kriegshelden – doch wie so viele andere muss die Familie schließlich vor der Roten Armee fliehen und Westpreußen für immer verlassen....
Persönlicher Eindruck:
Im dritten Teil ihrer Familiensaga um Gut Falkensee in Westpreußen hat sich Autorin von Kamecke wieder selbst übertroffen: vielschichtig und mit authentischen Figuren verwebt sie die realen Erlebnisse ihrer eigenen Familie, die im Zweiten Weltkrieg aus Westpreußen fliehen musste, mit einer fiktiven Romanhandlung, in die man schon nach wenigen Seiten vollkommen eintaucht.
Im Zentrum der Erzählung steht diesmal Hedda, Tochter der Gutsherrin Charlotte. In wechselnden Abschnitten erzählt der Plot die Sicht verschiedener Gutsbewohner, unter anderem auch die von Klara, einer Dienstmagd, die sich in einen der polnischen Zwangsarbeiter verliebt, die von Elise, der jüngsten der von Bargelows oder die von Clemens, dem Bürgermeister und Kriegshelden mit dunklem Geheimnis.
Die Figuren sind erneut tiefgängig und authentisch angelegt, ihre Handlungen nachvollziehbar und das Leben auf dem westpreußischen Gut sowie die leidvolle Flucht aus der Heimat glaubhaft und bewegend beschrieben. Gut gefiel mir, wie die Autorin mit ihrem Roman ein Stück verlorene Heimat lebendig macht und ihre Leser in eine noch gar nicht so lang zurückliegende Zeit mitnimmt.
Hedda als Hauptfigur ist stark und tough, obwohl es das Schicksal ganz und gar nicht gut mit ihr meint. Ihr Verlobter fällt kurze Zeit vor der geplanten Hochzeit und die Leitung des Gutes und die Schikanen durch den nationalsozialistisch verblendeten Julius Kirchner verlangen alles von ihr ab. Dennoch schafft sie es, die Familie zusammenzuhalten und sich selbst immer treu zu bleiben.
Der zweite Charakter, der eine erstaunliche Wandlung durchmacht, ist zweifelsfrei Clemens Schickedanz. Zunächst als Bürgermeister von Falkensee und treuer Anhänger der Nazis eingeführt, erfährt der Leser schon bald, dass er nicht das ist, was er zu sein scheint. Ja, er ist ein Kriegsheld – doch gleichzeitig jener Antiheld bezüglich der herrschenden Regierung, der sodann zum Retter wird in mehrerlei Fällen.
Die Flucht und Vertreibung der Gutsfamilie aus Westpreußen und die Suche nach einem neuen Zuhause spielt sich im letzten Viertel der Geschichte ab und war absolut packend. Obwohl der Roman als in sich abgeschlossen beworben wird, bleiben zahlreiche Fragen angenehm vage beantwortet, so dass Raum bleibt für eine eventuelle Fortsetzung und für eigene, weiterführende Gedanken.
Mich hat die Lektüre sehr mitgerissen und ich würde mich über einen weiteren Band sehr freuen, zumal in der Reihenfolge der Bargelow-Frauen, die alle schon Hauptfiguren in den bisherigen Bänden waren, jetzt auch noch Heddas Nichte Elisa an der Reihe wäre, die zum Zeitpunkt dieses dritten Bandes noch ein Kind ist. Bleibt also spannend und ist in meinen Augen bei weitem noch nicht zu Ende.
Ein spannender und emotional mitreißender Roman aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges, den ich absolut empfehlen möchte. Eine tolle Reihe, die man gelesen haben muss!
Nadine Dietz
aus Pforzheim
5/5
02.01.2022
Buch (Taschenbuch)
Beeindruckender Abschluss
Ich habe mich sehr auf den Abschlussband der Falkensee-Saga gefreut und fand wieder schnell in die Geschichte hinein, da mir die Figuren noch vertraut waren. Mir ist besonders Heddas Nichte Elisa ans Herz gewachsen, die so erfrischend und kindlich ehrlich ist. Es spielt Ende 1944 und die Gefahren des Krieges sind präsent und die Ängste und Bangen um die Männer an der Front war spürbar. Die Flucht der starken Frauen von Gut Falkensee war dramatisch und spannend. Ich empfand den Schreibstil gewohnt mitreissend, emotional und bildhaft. Für mich war Band 3 der Beste und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Das Cover reiht sich perfekt in die Reihe der Vorgängerbände ein und gefällt mir sehr gut.
Fazit:
Ich vergebe 4,5/5 für diesen wunderbaren Abschluss dieser Familiengeschichte.
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