Noch immer lebt Lola Randl im Großen Garten, weit weg vom Gewimmel der Großstadt. Hier glaubt sie den Neurosen der Städter entkommen zu können. Als sich im Frühjahr 2020 ein neues Virus mit kronenartigen Zacken über den gesamten Erdball ausbreitet, stellt sich jedoch schnell die Frage,wie abgeschieden man hier draußen wirklich ist. Die Erzählerin wird von Fieber und Husten heimgesucht und ist sich sicher: Sie hat das Virus längst. Es dauert nicht mehr lange und die gesamte Welt scheint aus den Fugenzu geraten. Niemand weiß wirklich, wie am besten zu verfahren ist. Täglich machen neue Schreckensnachrichten die Runde, während sich eine völlig ungekannte Angst ausbreitet. Alle sollen Abstand zueinander halten, möglichst nicht mehr vor die Tür gehen. Aber gilt das auch hier in der Einöde? Und überhaupt: Wie sagt sie den anderen im Dorf, dass sie eine Gruppe Städter eingeladen hat? Während ihre Mutter nichts von dem Virus hören möchte und sich auf keinen Fall von der Gartenarbeit abhalten lassen will, suhlt sich ihr Mann in Berichten über historische Seuchen. Sie flüchtet zum Liebhaber, aber auch der ist keine große Hilfe. Zwischen alldem versucht Lola Randl zu verstehen, was das eigentlich ist, ein Virus, wie es funktioniert. Doch ihre Recherche wird gestört durch Anfragen von einer Filmproduktion, die ein Drehbuch für einen Zombiefilm von ihr wollen. So sehr sie auch versucht, die Situation möglichst rational zu erfassen: Nichts wird bleiben, wie es ist.
Kundinnen und Kunden meinen
3.5/5.0
14 Bewertungen
5 Sterne
4 Sterne
3 Sterne
2 Sterne
1 Sterne
(0)
Corona, Zombies und Kleinstlebewesen
Bewertung aus Kaltenkirchen am 19.01.2021
Bewertungsnummer: 1425784
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Lola Randls neuer Roman "Die Krone der Schöpfung" spielt auf einem Dorf in der Uckermark in Brandenburg zu Beginn der Coronazeit. In faszinierender Art und Weise führt die Autorin die Themen Virus, Infektionsgefahr, eine Zombiegeschichte und Kleinstlebewesen in kurzen, stakkatohaften Kapiteln zu einem großen Ganzen zusammen. Da wäre zum einen der Alltag der Protagonistin auf ihrem Dorf, der durch den Beginn der Coronapandemie im Frühjahr 2020, der durch Unsicherheiten, fehlenden Schutzmaßnahmen und dem Flüchten der Stadtbewohner in ihre Wochenendhäuser auf skurrile Art und Weise auf den Kopf gestellt wird. Als wäre dies nicht genug, zieht sich eine Zombiegeschichte wie ein roter Faden durch Lola Randls Werk. Die Erzählerin, bei der bis zum Ende offen bleibt, ob sie an Corona erkrankt ist oder nicht, schreibt diese, um Geld für die Renovierung ihres Hauses zu verdienen. Während sich als Wunderwaffe gegen diese Untoten letztendlich Flammenwerfer als besonders nützlich erweisen, werden immer wieder Parallelen zwischen Zombies und dem Corona-Virus angeschnitten bzw. forciert. Der Fokus hierbei liegt auf dem Infektionsweg über Kontakt. Zu guter letzt wird der Saugwurm als Beispiel für einen Parasit ausführlich beschrieben. Das Einnisten dieses Kleinstlebewesens in das Gehiorn einer Ameise verweist abermals auf eine Infektion und die Reaktion des Wirtes.
Was zunächst verwirrend erscheint entpuppt sich letztendlich als faszinierende und zugleich skurrile sowie zeitweise absurde Geschichte über das Coronavirus, dass eben das alles mit uns macht, uns verunsichern, verängstigen und manchmal skurril handeln. Ein sehr zu empfehlender Roman!
Parasiten, Pandemie und Panik durch Zombies
Bewertung aus Düsseldorf am 19.01.2021
Bewertungsnummer: 1426684
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Corona kam, sah und siegte- Lola Randl zeichnet voller schwarzem Humor, skurrilen Begebenheiten und einem Hauch von Zombie Apokalypse in "Die Krone der Schöpfung" den Siegeszug des Grippevirus, der unser alltägliches Leben seit letztem Jahr maßgeblich bestimmt.
Lola bahnt sich ihren Weg durch die Pandemie, die anfänglich nichts weiter ist, als ein lächerliches Gerücht, eine bloße Grippe, die es doch nicht in das kleine Dorf in der Uckermark schafft, diesem Kaff, in dem jeder alles und nichts weiß vom anderen. Als Corona dann doch mehr wird als ein kleiner Schnupfen, kann sich auch Lola nicht länger den Tatsachen verwehren und stellt bald selbst fest, dass der heimtückische Husten nicht die einzige Nebenwirkung von Corona ist.
Die kleinen Abschnitte sind zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftig, der Stil eigenwillig, teilweise trotzig, wie ein Kind, dass sich in seinem Zimmer einschließt, um aus unbekannten Gründen zu schmollen, und die Geschichte wirkt zuerst defragmentiert, zusammenhangslos. Lola Randl schafft es jedoch mit diesem besonderen Erzählstil den Leser zu fesseln, denn ihre Geschichte beinhaltet nicht nur skurrile Begebenheiten, lächerliche Figuren und spitze Bemerkungen, sondern auch wahre Fakten zur Entwicklung der Pandemie und dem politischen Zeitgeschehen. Und so mischt sie gekonnt Realität mit Fiktion und zaubert einen strahlend bunten Cocktail von Geschichten, Figuren und Abläufen, die wirklich einnehmend sind. Der Roman zwingt den Leser dazu, sich Zeit zu nehmen, die Geschichte zu inhalieren und sich langsam vorzutasten, ähnlich der Pandemie, die schleichend unseren Alltag übernommen hat. Eine Empfehlung für alle, die bei dieser Pandemie schon einmal mit der Zombie Apokalypse geliebäugelt haben, die schwarzen Humor lieben und immer schon einmal wissen wollten, was ein Saugwurm ist, um ihn dann direkt aus dem Gehirn löschen zu wollen.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.