Berlin 1896. Auguste Fuchs ist Mitinhaberin des väterlichen Fotoateliers in der Friedrichstraße. Die temperamentvolle junge Frau liebt ihren Beruf mit der ganzen Leidenschaft einer Zwanzigjährigen.
Als Samirah, die schöne Schlangenbeschwörerin aus dem "Wintergarten-Varieté", während der Aufnahmen zu "Szenen aus einem ägyptischen Harem" unter ungeklärten Umständen ums Leben kommt, ist auf einer der Fotografien ein mysteriöser Gegenstand zu erkennen. Ist das womöglich die Mordwaffe? Doch die Tatortfotografie ist in Deutschland noch nicht als Beweismittel anerkannt, und der ermittelnde Kommissar schenkt Augustes Hinweis keinerlei Beachtung.
Unterstützt von ihrer jung verwitweten Tante - Lady Henrietta Droydon Jones - und dem Kriminalassistenten Jakob Wilhelmi versucht Auguste, Samirahs Mörder zu finden. Die Spur führt von Berlin über London bis nach Deutsch-Ostafrika, und schon bald gerät das Trio tief in den Sumpf wilhelminischer Kolonialpolitik.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Ilses Lesetipps
aus Wien
5/5
17.08.2025
eBook (ePUB 3)
Ein Foto als Beweismittel
In „Der Tod der Schlangenfrau“ verbindet Ulrike Bliefert gekonnt historische Fakten mit einem ungewöhnlichen spannenden Kriminalfall, der zwar im Berlin Ende des 19. Jahrhunderts spielt, jedoch eng mit den ostafrikanischen Kolonien des Deutschen Reichs zusammenhängt.
Kurz zum Inhalt:
Während die Fotografin Auguste Fuchs im Atelier Aufnahmen einer ägyptischen Szenerie macht, wird die Schlangenbeschwörerin ermordet. Obwohl sie genau diesen Moment festgehalten hat, anerkennt die Polizei das Foto nicht als Beweismittel und verdächtigt den Falschen. Doch der Kriminalassistent sieht den Fall klarer und unterstützt Auguste bei der Suche nach dem wahren Mörder.
Das Cover mit der Schlangenbeschwörerin, im Hintergrund Berliner Häuser, zudem der Titel in verschnörkelter Schrift, stimmt gut auf die Lektüre ein. Das Buch erschien 2020 im KBV Verlag. Die Kapitel haben eine angenehme Länge, verfügen weder über Zeit- noch Ortsangaben. Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft. Die Sprache ist, neben dem Berliner Dialekt, der das Lokalkolorit verdeutlicht, der Zeit ausgezeichnet angepasst, einerseits durch Verwendung altmodischer Ausdrücke, als auch von Begriffen, die der heutigen Political Correktness nicht mehr entsprechen, den damaligen Zeitgeist jedoch deutlich machen, ebenso wie Hinweise auf zeitgenössische Literatur, Zeitungsausschnitte, u.v.a.m. Sehr interessant ist auch das Nachwort, das ergänzende geschichtliche Fakten enthält.
Es handelt sich um eine fiktive Geschichte, die jedoch in reale Ereignisse eingebettet ist. Die „Erste Deutsche Kolonialausstellung“ fand tatsächlich 1896 im Treptower Park statt. Im Rahmen dieser diskriminierenden „Völkerschau“ wurden Menschen aus den deutschen Kolonien, darunter Namibia, Kamerun und Togo, vor einem Millionenpublikum zur Schau gestellt. Diese Kolonien dienten vorwiegend wirtschaftlichen und machtpolitischen Interessen des Deutschen Reiches, führten aber auch zu Konflikten und Unterdrückung der einheimischen Bevölkerung.
Ich wurde ab den ersten Seiten voll in die Handlung hineingesogen. Sympathische Protagonistinnen, ein atmosphärisch beschriebenes Umfeld und versierte technische Informationen zum Stand der Fotografie in der damaligen Zeit. Die Mordermittlung verläuft schließlich mehr oder weniger parallel – einerseits die polizeilichen Befragungen, andererseits die Bestrebungen von Auguste und ihrer Familie, dem Beschuldigten zu helfen, der es aufgrund Augustes Beweisfoto definitiv nicht gewesen sein kann. Je mehr recherchiert wird, desto deutlicher wird, dass jemand dahinter steckt, der verhindert möchte, dass in Afrika begangene Untaten nicht ans Tageslicht kommen. Die stetigen Perspektivenwechsel gestalten die Handlung abwechslungsreich und steigern die Spannung. Man tappt bis zum dramatischen Finale im Dunkeln, bis die für die Morde verantwortliche Person gefasst wird.
Die Charaktere sind sympathisch, wirken authentisch und lebendig. Die Frauen entsprechen wohl nicht dem Durchschnitt der damaligen Zeit, sondern eher denjenigen, die fortschrittlicher, emanzipierter denken. Insbesondere Auguste verkörpert die neue Generation. Sie übt einen Beruf aus, fährt Rad und will nicht nur Frau und Mutter sein. Dennoch, der Liebe ist sie nicht abgeneigt. Dass auch etwas Romantik mit im Spiel ist, ist das Tüpfelchen auf dem i. Im Übrigen sind auch die Nebenfiguren gut vorstellbar.
Mich hat das Buch wirklich begeistert, weil es mich in eine Zeit entführt hat, von der ich bis dato wenig wusste, insbesondere was die deutsche Kolonialpolitik anbelangte bzw. den Umgang mit der afrikanischen Bevölkerung. Zudem ist auch der Kriminalfall gut aufgebaut und überraschte mit der Lösung. In diesem Sinne spreche ich eine unbedingte Leseempfehlung aus und vergebe 5 Sterne!
Bewertung
aus Birkenfeld
5/5
16.03.2021
Buch (Taschenbuch)
spannender Kriminalroman aus der Kaiserzeit
"Der Tod der Schlangenfrau" stammt aus der Feder von Autorin Ulrike Bliefert und ist im Dezember letzten Jahres im KBV-Verlag erschienen. Bei dem Buchtitel handelt es sich um einen Kriminalroman, welcher zur Kaiserzeit spielt.
Und darum geht es genau: Im Jahr 1896 ist Auguste Fuchs Mitinhaberin des väterlichen Fotoateliers in der Friedrichstraße in Berlin. Die junge Frau geht ihrem Beruf mit großer Leidenschaft nach. Als die schöne Schlangenbeschwörerin aus dem Wintergarten-Varietè mit Namen Samirah während der Aufnahmen im Fuchs'schen Fotoatelier unter ungeklärten Umständen ums Lebens kommt, ist auf einer der Fotografien ein mysteriöser Gegenstand zu erkennen. Handelt es sich hierbei womöglich um die Mordwaffe? Doch die Tatortfotografie ist in Deutschland noch nicht als Beweismittel anerkannt und der ermittelnde Kommissar beachtet Augustes Hinweise auf keine Weise. Nur sein junger Assistent Jakob Wilhelmi schenkt Auguste Beachtung. Und so versucht Auguste gemeinsam mit ihrer jung verwitweten Tante, Lady Henrietta Droydon Jones, sowie Kriminalassistent Jakob Samirahs Mörder zu finden. Dabei gerät sie immer tiefer in den Sumpf wilhelminischer Kolonialpolitik....
Auf insgesamt 292 Seiten findet man als Leser hier eine packende Krimiunterhaltung. Spannend vom ersten bis zum letzten Kapitel.
Deutlich merkt man die guten historischen Recherchen der Autorin. Immer wieder werden wahre Fakten in die Handlungsgeschichte hineinverwoben. Gepaart mit einem wunderbar bildhaften Schreibstil sowie alten Heimatdialekten der verschiedenen Figuren lassen die Erzählung noch authentischer werden. Beim Lesen hat man ein regelrechtes Kopfkino vor Augen.
Die Figuren wirken lebensnah/ -echt und sind sympathisch beschrieben. Vor allem Protagonistin Auguste schließt man als Leser schon nach wenigen Seiten ins Herz. Sie ist eine temperamentvolle, neugierige und ja auch sehr mutige junge Frau. Unterhaltung und eine Prise Humor finden sich in erster Linie in den anfänglichen Kabbeleien bzw. Dialogen mit dem jungen Herrn Kriminalassistenten Jakob wieder. Dies lockert den Krimifall etwas auf und trägt zu einer gelungenen Mischung aus Krimi, Historie und Unterhaltung bei. Aus diesem Grund klare fünf Sterne mit absoluter Leseempfehlung!
Bewertung
aus Lichtenstein
5/5
16.03.2021
Buch (Taschenbuch)
Menschliche Abgründe
Ein toller historischer Krimi der Autorin und bekannten Schauspielerin Ulrike Bliefert!
Ich habe das Buch sehr gern und gespannt gelesen, denn es beinhaltet nicht nur einen raffiniert erdachten Krimi. Ganz nebenbei gewährt es dem Leser einen interessanten Einblick in die damalige Zeit, die strengen Sitten, insbesondere des Bürgertums und des Adels, die bei genauerem Hinschauen doch kaum mehr als Fassade sind.
Leider war während der Kolonialzeit auch Rassismus ein großes Thema. Unvorstellbar, wie Afrikaner behandelt wurden, viel schlechter als jedes Haustier oder das Vieh im Stall.
Auch die facettenreichen Charaktere der Protagonisten machen die Geschichte zu einem schönen Leseerlebnis. Mit einem Augenzwinkern hier und da, wird zuerst in einem Mordfall ermittelt, der dann bedauernswerterweise nicht der einzige bleibt.
Kaum etwas ist so, wie es anfangs scheint, oft trügt der Schein, und eine hübsche Fassade macht noch keinen guten Menschen.
Lesens- und empfehlenswert, ich warte schon mit Spannung auf die geplante Fortsetzung.
PMelittaM
aus Köln
5/5
16.03.2021
Buch (Taschenbuch)
Hat mich sehr gut unterhalten
Berlin 1896: Im Fotoatelier der Familie Fuchs gibt es bei einer Fotosession eine Tote, die, wie sich später herausstellt, ermordet wurde. Auguste Fuchs hat das Gefühl, dass die Polizei sich nicht genug engagiert, zu schnell und ohne Beweise wird ein Verdächtiger festgesetzt, und ermittelt selbst. Aber auch Kriminalassistent Jakob Wilhelmi versucht den wahren Täter zu finden.
Was mir neben dem interessanten Fall und dem historischen Hintergrund am besten gefällt, sind die Charaktere. Auguste ist zwar noch jung, aber sehr patent und weltoffen. Die Familie Fuchs bewohnt ein mehrstöckiges Haus, in dem neben Geschäft und Fotoatelier auch eine Pension ansässig ist, die von Augustes früherem Kindermädchen betrieben wird, es gibt sogar einen Aufzug samt Liftboy im Haus. Augustes gerade zu Besuch weilende Tante Lady Henrietta Droydon Jones führt ein unkonventionelles Leben – sie alle haben ihren Einfluss auf die Geschichte, wirken authentisch und gefallen mir gut.
Auf der Ermittlerseite gibt es neben Jakob Wilhelmi dessen Vorgesetzen Hubert von Barnstedt, der mir im Laufe des Roman immer besser gefallen hat. Weitere Charaktere haben vor allem mit den afrikanischen Kolonien und der gerade in Berlin stattfindenenden Kolonialausstellung zu tun – dies bestimmt auch stark den – gut recherchierten – historischen Hintergrund, und führt zu einiger Gesellschaftskritik.
Der Fall ist, wie oben schon erwähnt, interessant und der Leser bekommt ausreichend Möglichkeit mitzurätseln. Die Auflösung ist nachvollziehbar und gut hergeleitet.
Ulrike Blieferts Erzählstil ist packend und bildhaft, sie erzählt spannend, mein Kopfkino hatte beim Lesen viel zu tun, ich fühlte mich sehr gut unterhalten. Dass es weitere Romane mit Auguste geben wird, ein weiterer ist bereits geplant, finde ich sehr erfreulich.
Mich hat der Roman sehr schnell gefesselt und gut unterhalten. Vor allem die Charaktere konnten mich überzeugen, aber auch der interessante Fall und der gut recherchierte historische Hintergrund. Ich freue mich schon auf den nächsten Band und vergebe gerne 5 Sterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.
Bewertung
aus Freudenberg
5/5
16.03.2021
Buch (Taschenbuch)
spannender und unterhaltsamer Krimi
Klapptext:
Berlin 1896. Auguste Fuchs ist Mitinhaberin des väterlichen Fotoateliers in der Friedrichstraße. Die temperamentvolle junge Frau liebt ihren Beruf mit der ganzen Leidenschaft einer Zwanzigjährigen und lässt sich nur ungern für die üblichen steifen Porträts und Familienbilder einspannen.
Als Samirah, die schöne Schlangenbeschwörerin aus dem »Wintergarten-Varieté«, während der Aufnahmen zu »Szenen aus einem ägyptischen Harem« unter ungeklärten Umständen ums Leben kommt, ist auf einer der Fotografien ein mysteriöser Gegenstand zu erkennen. Ist das womöglich die Mordwaffe? Doch die Tatortfotografie ist in Deutschland noch nicht als Beweismittel anerkannt, und der ermittelnde Kommissar schenkt Augustes Hinweis keinerlei Beachtung.
Unterstützt von ihrer jung verwitweten Tante - Lady Henrietta Droydon Jones - und dem Kriminalassistenten Jakob Wilhelmi versucht Auguste, Samirahs Mörder zu finden. Die Spur führt von Berlin über London bis nach Deutsch-Ostafrika, und schon bald gerät das Trio tief in den Sumpf wilhelminischer Kolonialpolitik.
Meine Meinung;
Ich lese sehr gern historische Krimis.Deshalb waren meine Erwartungen natürich sehr groß.Und ich muss sagen das ich nicht enttäuscht wurde.Die Autorin hat mich mit dieser Lektüre sofort in den Bann gezogen.
Der Schreibstil ist leicht,locker und flüssig.Die Seiten flogen nur so dahin.Einmal angefangen mit lesen wollte ich das Buch kaum noch aus den Händen legen.
Ich wurde nach Berlin in das Jahr 1896 entführt.Dort lernte ich Auguste Fuchs kennen.Natürlich begleitete ich sie eine Weile bei ihren eigenmächtigen Ermittlungen und erlebte dabei viele interessante Momente.Die Protagonisten wurden sehr gut beschrieben.Ich konnte sie mir klar und deutlich vorstellen.Es gab viele unterschiedliche Charaktere welche bestens ausgeabeitet wurden.Besonders sympatisch fand ich Auguste und ihre Tante.Die beiden habe ich gleich in mein Herz geschlossen.
Die Autorin hat hier wirklich einen sehr guten historischen Krimi geschrieben der mich völlig überzeugt hat.Eine tolle Kulisse gemischt mit spannungsgeladener Handlung liesen mich nicht zur Ruhe kommen.Es gab so viele aufregende Ereignisse und immer wieder unvorhersehbare Wendungen.Durch die sehr fesselnde und flotte Erzählweise wurde ich förmlich in die Geschichte hinein gezogen,Was den Täter anbelangt wurde ich immer wieder auf eine falsche Spur geführt,denn es gab so viele Verdächtige.Und so habe ich bis zum Schluss mitgerätselt wie alles zusammenhängt und wer es denn sein könnte.Auch die ständigen Perspektivwechsel haben mir sehr gut gefallen.So konnte ich mich ich in die einzelnen Personen hinein versetzen und sie verstehen.Durch die sehr guten Recherchen von Ulrike Bliefert habe ich zudem viel Wissenswertes über die Kolonialzeit und den Rassismus erfahren.Auch wie das Leben des Adels zu der damaligen Zeit war wurde mir wunderbar beschrieben.Gerade die Mischung aus Historie,Fiktion und kiminalistischer Handlung haben für mich diese Lektüre so lesenswert gemacht.Die Spannung blieb durchweg erhalten.Zu keiner Zeit wurde mir langweilig.Viel zu schnell war ich am Ende des Buches angelangt.Den Abschluss fand ich sehr gelungen.
Das Cover ist sehr gut gewählt.Es passt perfekt zu dieser Geschichte.Für mich rundet es das brillante Werk ab.Ich hatte viele interessante und lesenswerte Stunden mit dieser Lektüre und vergebe glatte 5 Sterne.
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