Die junge Eepersip möchte nicht in einem Haus mit Türen, Fenstern und einem Dach leben. Ihr Herz verlangt nach dem Duft von Erde, nach dem Wind, der durch Baumkronen bläst, nach dem beständigen Summen und Brummen von Insekten. Sie läuft davon, um in der Wildnis zu leben - zuerst auf einer Waldwiese, dann am Meer, und schließlich in den Bergen. Ihre Eltern sind zutiefst betrübt. Sie folgen ihr, bringen sie zurück in die vermeintliche Sicherheit und sperren sie in der erdrückenden Stille des Hauses ein. Doch Eepersip lässt sich nicht aufhalten: Sie entkommt ein zweites Mal und folgt ihrem wilden Herzen nach draußen, ganz weit weg.
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
ausgebucht.blog
5/5
17.07.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Verzaubert jung und alt
Dieses so hübsche, feine, kleine Buch ist mir schon ein paar Mal begegnet. Die Geschichte des Mädchens, das wegläuft, um draußen zu leben, hat mich interessiert. Ein modernes Märchen.
Es ist naiv geschrieben, nicht wie bei Ronja Räubertochter, die vor Kälte und Hunger fast umkommt und sich vor allerlei bösen Geistern in acht nehmen muss, nein, die Protagonistin Eepersip freundet sich mit den Tieren an, wird Teil ihrer Umgebung, tanzt und singt. Von den Eltern wieder eingefangen, hält sie es nicht lange aus, das Drinnen-Sein. Die Lebenslust führt sie in den Wald, ans Meer und in die Berge. Rastlos erscheint sie, ohne ein Zuhause, Gefährten gehen immer nur einen Teil des Weges mit ihr. Doch sie ist glücklich, sie lebt ihre Bestimmung.
Nun hört sich das an wie eine unerträglich kitschige Erzählung, verklärt und von geringem Anspruch, in schöner, aber einfacher Sprache gehalten. Ja, so ist es im Grunde genommen auch.
Um zu verstehen, weshalb dieses Buch für mich trotzdem eine der Entdeckungen des Jahres ist, muss ich auf das Vorwort eingehen.
Veröffentlicht wurde dieses Buch 1926 von Barbara Newhall Follett, es ist ein von Jackie Morris innig geliebter und deshalb mit zauberhaften Illustrationen neuaufgelegter Klassiker. Geschrieben hat die Autorin diese Geschichte 1923 - im Alter von 9 Jahren - als Geschenk für ihre Mutter. Vermutlich aus eigener Sehnsucht und der Liebe zur Natur erfand sie Eepersip und ließ sie statt ihrer von zu Hause fortlaufen. Doch das Manuskript verbrannte kurz darauf. Barbara ließ sich dadurch nicht entmutigen, und rekonstruierte alles Wort für Wort, um es 3 Jahre später - 12-jährig - durch ihren Vater einem Verlag vorzustellen. Es wurde ein Bestseller. Heute gibt es nur noch ganz wenige Exemplare, dank Jackie Morris gerät dieses einzigartige Stück Literatur nicht in Vergessenheit.
Letztendlich wurde Barbara doch zu ihrer eigenen Hauptfigur. Mit 24 Jahren, nachdem es sie immer wieder selbst in "Welten ohne Fenster" zog, verschwand sie eines Tages spurlos.
Hier ist es die Geschichte hinter dem Buch, die alles in einem anderen Licht erscheinen lässt.
Lesenswert für jung und alt, ich würde es tatsächlich von 5 bis 105 Jahre empfehlen!
Gedankenlabor
5/5
23.04.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein unglaublich schönes und zauberhaftes Buch!
>>Die Blumen sind verblüht,
die Schmetterlingsflügel sind müde,
und in der Ferne erklingt der Gesang des ewigen Meeres.<<
„Die Welt ohne Fenster“ von Barbara Newhall Follett, mit einem Vorwort und Illustrationen von Jackie Morris - ...ein Buch, das mich wirklich staunen lies. Ein Buch, das mich berührt hat und ein Mädchen, vor dem ich meinen Hut ziehe!
Barbara Newhall Follett war gerade einmal 12 Jahre jung, als sie diese unglaublich bezaubernde Geschichte schrieb. In so jungen Jahren hat sie eine Naturverbundenheit, gepaart mit Poesie, dem grenzenlosen Freiheitsgefühl und einem tiefen nachdenklich stimmenden Kern miteinander verwoben, das ist wirklich unglaublich! Und einfach unglaublich bezaubernd, wie ich finde. Man spürt die jugendliche Frische, den Drang den gesellschaftlichen Konvention zu trotzen und sieht zudem unheimlich fein, sanft und fast schon magisch gezeichneten Bilder beim Lesen, zumindest erging es mir so.
Dazu kommt aber eben auch der wichtige Kern der Geschichte, der von einer 12-jährigen einfach richtig eindringlich und ausdrucksstark herausgearbeitet wurde.
Für mich ist dieses Buch absolut ein großes Lesehighlight, einer kleinen Persönlichkeit, die wie ich finde starke Größe bewiesen hat und mit dieser Geschichten vollends mein Leserherz getroffen und verzaubert hat.
Lia48
5/5
18.04.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wirkt durch die Naturbeschreibungen wie eine Traumreise/ Meditation - großartig & wunderschön!
„Je weiter sie ging, desto fröhlicher wurde sie, weil ihr das Leben, das sie für sich neu entdeckte, so gut gefiel. Sie fühlte sich nicht mehr einsam, sondern frei und glücklich wie die Vögel und die Schmetterlinge.“
INHALT:
Eepersip wohnt mit ihren Eltern, Mr. Und Mrs. Eigleen in einem kleinen Häuschen am Fuße des Mount Varcrobis. Auf Wunsch des Mädchens hin, legt die Familie gemeinsam einen wunderschönen Garten an. Schon bald wachsen dort die schönsten Bäume und Blumen und Schmetterlinge und Vögel tanzen um Eepersip herum. Das Mädchen erfreut sich sehr an diesem Anblick, doch die Einsamkeit lässt sie nicht los. Und schon bald treibt es sie weiter nach draußen, zur Waldwiese, zum Meer und in die Berge.
Ihre Eltern sind betrübt und versuchen, ihre Tochter zu sich nach Hause zurückzuholen. Doch dort fühlt sich Eepersip gefangen, ihr Herz möchte wieder nach draußen. An Orte, wo keine Menschen sind. In „die Welt ohne Fenster“. Dorthin, wo die Bienen summen, das Meer rauscht und ihr der Wind um die Nase weht. Dort, wo sie eins mit der Natur sein kann. Und Eepersip läuft los…
MEINUNG:
Was für ein wundervolles Büchlein, das mich die letzten Tage begleitet hat!
Zugegeben, es ist recht speziell, die Handlung ist sehr unaufgeregt und dafür prall gefüllt mit Sinneseindrücken aus der Natur. Ich habe das Buch dadurch mehr als eine Art Traumreise oder Meditation zum Lesen empfunden, das einen erden, zur Ruhe kommen und entspannen lässt.
Auch wenn man immer wieder merkt, dass es von einer äußerst jungen Autorin geschrieben wurde, hat mich das nicht gestört. Vermutlich wirkt es gerade deshalb so zauberhaft, besonders, ein bisschen märchenhaft und verträumt.
Die Protagonistin wird einem direkt sympathisch und ich habe sie gerne auf ihrem Weg begleitet. Der Sog, den die Natur auf Eepersip ausübt, war beim Lesen regelrecht spürbar. Diese wirft ihre Schuhe und Strümpfe den Abhang hinunter, um der Natur barfuß noch näher zu sein. Detailreich und mit so viel Liebe nimmt sie alles um sich herum wahr und lebt im Einklang damit. Dies wirkt so atmosphärisch, man kann sich alles gut vor Augen malen und möchte am liebsten selbst vor Ort sein und die Sinneseindrücke in sich aufnehmen.
Eventuell hätte ich mir die Rolle der Eltern noch authentischer gewünscht. Aber das ist mein einziger kleiner Kritikpunkt, den ich bei diesem fantastischen Werk habe.
Die Illustratorin Jackie Morris wollte das Buch, welches bereits 1927 erschienen ist, neu auflegen. Schon der Einband mit den vielen Schmetterlingen und den zahlreichen goldenen Details, ist wunderbar gelungen. Auch darunter befindet sich ein hübscher, goldener Schmetterling auf der Buchvorderseite. Im Inneren untermalen Naturmotive, in Form von schwarz-weißen Aquarellen, gekonnt Eepersips Erlebnisse und ihre Nähe zur Natur.
Das Lesebändchen macht die zauberhafte Aufmachung komplett.
FAZIT: Für mich ist dies ein ganz besonderes Büchlein von einer ganz besonderen Autorin. Es liest sich durch die vielen Sinneseindrücke und Naturbeschreibungen eher wie eine Art Traumreise oder Meditation, erdet und lässt einen zur Ruhe kommen und entspannen. Wer sich darauf einlassen kann, dem möchte ich das Buch unbedingt ans Herz legen! Durch die wundervolle Aufmachung eignet es sich auch hervorragend als Geschenk! 4,5-5/5 Sterne!
HINTERGRUNDINFO:
Wie die Illustratorin im Vorwort erzählt, war die Autorin Barbara Newhall Follett gerade einmal 12 Jahre alt, als dieses Buch veröffentlicht wurde und noch vor dem Erscheinen ausverkauft war! Ursprünglich hatte sie das Manuskript sogar bereits mit 8 Jahren fertiggestellt, doch es fiel tragischerweise einem Feuer zum Opfer.
Auch die Autorin war sehr naturverbunden und liebte außerdem schon früh das Schreiben.
„Wenn man sich mit ihr beschäftigt, sieht man ein Kind, das nicht im Takt mit der Welt lebt, einen ungezähmten Geist, der sich den üblichen Einschränkungen seinen Geschlechts und seiner gesellschaftlichen Stellung widersetzt. Und all ihre Geschichten handeln von Flucht.“
Auch Barbara war eines Tages wie vom Erdboden verschwunden und bis heute weiß niemand, was aus der Autorin wurde…
Bewertung
aus Hahnenbach
5/5
10.04.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Frei leben - ohne jegliche Zwänge
Dieses Buch verzaubert den Leser - oder sind es eher Leserinnen - bereits durch sein Äußeres. "Die Welt ohne Fenster" liegt wunderbar in der Hand und ich strich immer wieder mit meinen Fingerkuppen über das Cover. Der Einband erinnert mich an alte Tapisserien, die längst aus der Mode gekommen sind. Wunderschön filigran.
Vor ca. 100 Jahren schrieb ein vierzehnjähriges Mädchen diesen zauberhaften Roman über die Freiheitsliebe der Protagonistin Eapersip, die weder Zwänge noch Mauern um sich herum duldete. Ihre ganze Liebe galt den Tieren des Waldes, mit denen sie lebte. Schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts war dieser Roman ein großer Erfolg, der nun vom Diana Verlag erneut verlegt wurde.
In der Einleitung von Jackie Morris erfahren wir mehr über die jugendliche Autorin Barbara Newhall Follett. Ein außergewöhnlicher Mensch war sie, freiheitsliebend und ungestüm für ihre Zeit. Aus dem Nichts kommend wurde sie zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts quasi über Nacht berühmt und verschwand einige Jahre später wieder im Nichts ohne eine weitere Spur zu hinterlassen. In der literarischen Welt war ein großes Talent entdeckt worden. Ein blutjunges Mädchen vermochte auszudrücken, was so viele Menschen sich wünschten - Freiheit. Alles Einengende abstreifend, ein Leben ohne begrenzenden Mauern, mit den Tieren des Waldes als beste Freunde und ganz dem Augenblick in der freien Natur hingegeben. So ungewöhnlich ihr Schreibtalent war, so ungewöhnlich verlief auch das Leben der Autorin. Nachdem sie ein Star unter der schreibenden Zunft geworden war, verlor sich nach wenigen Jahren auch wieder ihre Spur. Eine kurze glückliche Beziehung zu einem jungen Mann, die in einer unglücklichen Ehe endete. Danach war es, als hätte sie die Welt angehalten und sei mit unbekanntem Ziel einfach ausgestiegen. Ihre Spur verlor sich und niemand weiß bis heute, was aus dieser erfolgreichen Autorin wurde.
Eapersip könnte als Sinnbild all dessen stehen, was sich der Mensch vor hundert Jahren und auch noch heute vergeblich wünscht: Frei und glücklich leben ohne Zwänge und ohne von außen aufgezwungenen Regeln. Selbst ihre Familie streift sie ab. Elfenhaft sehe ich sie vor meinem inneren Auge. Keine weltlichen Güter anstrebend sondern nur sein. Dieses Buch ist aus der Zeit gefallen und hinterlässt beim Leser einen Hauch von Nostalgie. Anregend und traurig zugleich da man weiß, dass man dieses elfenhafte Wesen Eapersip nie zu fassen bekommt. Der Roman erinnert mich an ein Gedicht von J. W. Goethe, in dem er eine Libelle beschreibt, die ihre Schönheit verliert, sobald sie gefangen wird. "....Zerstörer deiner Freuden" wird der genannt, der das Wunderbare einfangen will. So inspirierend wie der Text sind auch die vielen schwarz-grau Zeichnungen, die den Roman ergänzen. Ein Leseerlebnis der besonderen Art, das in mir nachhallt.
Wollte ich "Die Welt ohne Fenster" aus dem Diana Verlag mit einem Wort beschreiben, fällt mir spontan ein: Verzaubernd.
Bewertung
5/5
13.03.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein sehr schön gestaltetes Buch mit zauberhaften Momenten
In “Die Welt ohne Fenster“ geht es um das Mädchen Eepersip, die sich in dem Haus ihrer Eltern eingeengt fühlt und auf der Suche nach Freiheit ist. So verlässt sie ihre Familie und lebt fortan in und vor allem mit der Natur. Ihre persönliche Angst besteht darin, von ihrer Familie aufgelesen und zurückgebracht zu werden.
Besonderheit:
Das Buch wurde von der damals 12-jährigen Barbara Newhall Follett geschrieben, welche 1914 geboren wurde. In dem sehr interessant verfassten Vorwort von Jackie Morris erfährt man zum einen einiges über Barbara Newhall Follett Leben und zum anderen etwas zu den Beweggründen Jackies, die Geschichte von Eepersip erneut zu veröffentlichen. Das Vorwort hat mich sehr gefesselt, da ich mich in einigen Punkten wiedergefunden habe.
Gestaltung:
Die Gestaltung des Buches gefällt mir ausgesprochen gut. Der Buchdeckel ist dunkelblau gehalten und durch wellenartige Linien strukturiert. Auf der Vorderseite ist ein Schmetterling eingestanzt und goldfarbig gefüllt. Auch die Innenseite ist blau und mit wunderschönen Abbildungen aus verschiedenen Tieren (Waldbewohnern) zusammengesetzt, die einen Rahmen bilden. Der Buchumschlag hingegen ist weiß gehalten, bedruckt mit goldfarbenen Schmetterlingen, zum Inhalt sehr passend.
Die Seiten sind stellenweise mit vielen, zum Text passenden Illustrationen / Aquarellzeichnungen in Grautönen bedruckt.
Inhalt:
Die Geschichte ist inhaltlich in drei Abschnitte unterteilt: Die Wiese, das Meer und die Berge. Den Teil über das Meer fand ich weniger interessant- ich konnte mich nicht vollends darauf einlassen, was wohl daran liegt, dass ich Wälder und Berge vorziehe. Insgesamt merkt man, trotz der wortgewandten Barbara Newhall Follett, dass das Buch aus den Augen eines Kindes geschrieben worden ist. Das zeigt sich deutlich in den zwischenmenschlichen Beziehungen und in der Vorstellung, in welchem Umfang und in welcher Art Eltern ihre fortgelaufenen Kinder suchen würden. Einen riesigen Vorteil bietet diese kindliche Art des Schreibens dennoch: Man hat durch die bildhaften Beschreibungen die Möglichkeit, innezuhalten und die Natur aus den Augen eines Kindes neu zu erleben.
Fazit:
Das Buch wäre meiner Ansicht nach problemlos mit Kindern lesbar. Mir hat das Buch gefallen, es war erfrischend und es gab zauberhafte Momente.
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