Hamburg, 1913: Mit ihrer großen Liebe Paul hat Krankenschwester Martha drei gesunde Kinder, eine schöne Wohnung und sogar eine Einladung nach Amerika, um ihre Freundin Milli zu besuchen. Doch die Stadt steht kurz vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges und Marthas Träume von der Zukunft zerplatzen. Trotz seiner 41 Jahre wird Paul eingezogen und Martha muss sich in dieser schweren Zeit allein um das Überleben ihrer Familie kümmern. Als Paul nach einem Granatenangriff schwer entstellt zurückkehrt, wird ihre Ehe auf eine harte Probe gestellt. Martha tut alles für ihren Mann, Paul unterzieht sich aber nur unwillig den nötigen Operationen und scheint aufgegeben zu haben ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Karin Wenz-Langhans
aus Limbach
5/5
03.11.2020
eBook (ePUB)
Gelungene Fortsetzung der Hafenschwester-Reihe
Hamburg 1913. Das Leben für Martha und Paul könnte nicht besser laufen: sie führen eine glückliche Ehe, haben drei gesunde Kinder sowie eine schöne Wohnung. Als Krönung erhalten sie noch von Marthas Freundin Milli eine Einladung nach Amerika. Martha wünscht sich nichts mehr, als das Leben einfach immer so weitergeht, aber dann bricht der Erste Weltkrieg aus. Paul wird trotz seines Alters an die Front eingezogen und erleidet dabei eine schwere Verletzung, die das Leben der Familie auf eine harte Probe stellt.
Der Beginn des zweiten Bandes könnte nicht gegensätzlicher zum ersten Band sein: damals lebte Marthas Familie in ärmlichen Verhältnissen im Gängeviertel, es fehlte am nötigsten und nach dem Tod der Mutter blieb es an Martha hängen, die Familie zusammenzuhalten und sich um ihren Vater und den kleinen Bruder Heinrich zu kümmern.
Jetzt im Jahre 1913 führt sie mit Paul eine glückliche Ehe und mit ihren drei Kindern leben sie in einer schönen Wohnung. Die Jahre der Entbehrung und des Hungers liegen hinter ihr, jedoch vergisst Martha ihre Wurzeln nicht und kümmert sich ehrenamtlich als Hafenschwester um die Bedürftigen des Gängeviertels. Sie träumt aber weiterhin davon, eines Tages auch als verheiratete Frau ihren erlernten Beruf als Krankenschwester mit eigenem Einkommen ausüben zu dürfen.
Was mich besonders gefreut hat, war die Einladung von Marthas alter Freundin Milli, die die ganze Familie zur Hochzeit ihrer Tochter nach New York einlädt, so dass wir mehr über Millis Werdegang seit ihrer Abreise aus Deutschland erfahren. Die Überfahrt auf dem neuen Luxusschiff Imperator ist nicht nur für die Kinder ein unvergessliches Erlebnis.
Ich habe mich aber auch genauso auf das Wiedersehen mit Heinrich und Marthas Vater gefreut. Heinrich, der kleine Bruder, der inzwischen als Kapitän von Segelschiffen über die Weltmeere schippert und dabei durchaus exotische Eroberungen macht.
Und Marthas Vater ist glücklicherweise bei guter Gesundheit und hat sein Leben weiterhin im Griff.
Aber über all den glücklichen Momenten schwebt der ögliche Ausbruch des Ersten Weltkrieges wie ein Damoklesschwert, von dem wir Leser wissen, dass er eintreten wird, während die Menschen damals in zwei Lager gespalten waren: diejenigen, die dem Krieg entgegengefiebert haben, da sie davon ausgingen, ihn in wenigen Monaten siegreich beendet zu haben. Und diejenigen, die die Gefahren durch einen Krieg fürchteten. Erschreckend war, welch ein tiefer Graben zwischen diesen beiden Seiten bestand und man auch nicht vor Gewalt zurückschreckte, um seinen Standpunkt zu verteidigen.
Genau diese historischen Fakten und deren akribische Recherche sind es, die die Romane der Autorin neben dem Schicksal ihrer Protagonisten so lesenswert machen. Man erfährt dabei durchaus auch skurrile Dinge über die damalige Zeit. Und natürlich das medizinisch-historische Fachwissen, das Melanie Metzenthin, selbst Ärztin, in die Handlung einbringt. So furchtbar der Krieg war, so scheint es doch so, dass er die plastische Wiederherstellungschirurgie zwangsweise schnell vorangebracht hat. Ich bin immer wieder erstaunt, welche medizinischen Möglichkeiten bereits damals zur Verfügung standen.
Und der Krieg fordert seine bitteren Attribute: nicht nur Paul wird sein Opfer, als eine Explosion ihm das halbe Gesicht wegsprengt, auch Moritz, Millis früherer Verehrer und ein ganz feiner Mensch, erwischt es schwer. Auf die beiden wartet eine schwere Prüfung: werden sie sich ihr stellen ? Und wollen sie das überhaupt?
Martha kam mir dabei manchmal zu perfekt und zu stark vor, aber die Autorin hat verraten, dass es noch einen dritten Band geben wird, der während der Weimarer Republik und dem Dritten Reich spielt und in dem Martha nicht immer ganz so perfekt handeln wird.
Der zweite Band hat mich wieder wunderbar unterhalten und ich warte nun mit Spannung auf den dritten Band.
Bewertung
aus Hattingen
5/5
15.10.2020
eBook (ePUB)
Gelungener zweiter Teil
Die Hafenschwester 2 Als wir wieder Hoffnung hatten von Melanine Metzenthin beschert uns ein gelungenes Wiedersehen mit Martha und ihrer Familie und steht dem ersten Teil in nichts nach. Martha und Paul sind inzwischen Eltern von drei bezaubernden Kindern und wir befinden uns mittlerweile im Jahr 1913. Marthas Freundin Milli lädt Martha und ihre Familie nach Amerika ein und schon bald macht sich die Familie auf den Weg. Die Fahrt mit dem neu gebauten Imperator ist für alle ein aufregendes Erlebnis und auch der Leser wird durch vielen Eindrücke und Beschreibungen mit auf diese Reise genommen. In Amerika angekommen, bekommt man einen guten Einblick in Millis Alltag und Lebensumstände in Amerika und erfährt auch im Allgemeinen einiges über die Unterschiede zwischen dem Leben in Deutschland und Amerika.
Zurück in Deutschland verändert sich das Leben von Martha und ihrer Familie sehr, denn der erste Weltkrieg bricht aus und Paul wird trotz seines Alters eingezogen. Schwer verletzt und im Gesicht entstellt kehrt er zurück und die ganze Familie wird vor hohe Herausforderungen gestellt.
Melanine Metzenthin gelingt es auch im zweiten Teil den Leser mit Spannungsmomenten, interessanten Einzelheiten und guter Recherche zu fesseln. Mit Martha fühlt man sich gleich wieder verbunden. Warmherzig, hilfsbereit und unglaublich stark wie man sie kennt, meistert sie weiter ihr Leben. Man freut sich mit ihr, leidet mit ihr und bewundert immer wieder ihre Art, die Sachen anzugehen. Aber auch Paul und die Kinder ziehen einen mit ihrer liebenswerten und authentischen Art in den Bann, so dass man als Leser das Gefühl hat, Teil der Familie zu sein.
Durch ihren bildhaften und gut verständlichen Schreibstil gelingt es der Autorin immer wieder einem historische Hintergründe, religiöse und kulturelle Einstellungen und politische Ereignisse zu dieser Zeit nahe zu bringen.
Melanine Metzenthin ist eine meiner Lieblingsautoren, da sie durch immer wieder eingestreute kleine Details ihre Bücher zu etwas Besondrem macht, aus denen ich immer wieder was für mich mitnehmen kann.
Gerne empfehle ich das Buch weiter, denn es hat mir nicht nur spannende und interessante Lesestunden bereitet. Auch hat es mich emotional oft sehr berührt.
Mundolibris
aus Frankfurt am Main
5/5
26.11.2021
Buch (Taschenbuch)
Ein spannendes Stück (Medizin)Geschichte
„Die Hafenschwester – Als wir wieder Hoffnung hatten“ ist der zweite Band der Hafenschwestertrilogie, deren dritter Band kürzlich neu erschienen ist.
Das Buch war für mich wirklich schwer zu bewerten. Denn die beiden Abschnitte des Buchs waren für mich so unterschiedlich, dass ich da zu zwei sehr abweichenden Bewertungen gekommen bin. Kurz gesagt, ich habe nun die beiden Abschnitte für sich bewertet und habe dann den Durchschnitt aus den beiden Bewertungen genommen.
Der erste Teil war für mich gut für 3,5 Sterne und der zweite waren die vollen 5 Sterne.
Warum war das so?
Der erste Abschnitt wirkte auf mich etwas langatmig und konnte mich nicht wirklich begeistern. Ganz klar das ist meine persönliche Meinung und ich denke, dass es sicher Leser gibt denen beide Abschnitte gleich gut gefallen.
Der zweite Abschnitt hat mich sofort abgeholt und voll und ganz begeistert. Besonders die Medizingeschichtlichen Teile der Story haben mich sehr begeistert. Es war sehr interessant so viel „Neues“ über die seinerzeit noch junge plastische Chirurgie zu erfahren.
Es ist der Autorin wirklich sehr gut gelungen die vermutliche Atmosphäre der damaligen Zeit einzufangen.
In beiden Teilen haben mir die Beschreibungen der Schauplätze und Figuren sehr gut gefallen, aber das kennt man von der Autorin schon und ist daher nichts neues mehr.
Melanie Metzenthin gelingt es geschickt die Spannung hoch zu halten und den Leser so neugierig auf die folgenden Kapitel zu machen. So fiel es sehr schwer das Buch aus den Händen zu legen.
Wer also ein Buch sucht das im ersten Weltkrieg spielt und da vor allem die Geschehnisse an der Heimatfront erfahren möchte ist hier aufs Beste beraten.
In der Summe komme ich hier auf volle 5 Sterne sowie eine Leseempfehlung!
Eliza
5/5
29.10.2021
Buch (Taschenbuch)
Hoffnung im Krieg
Auch mit den zweiten Band um die Hafenschwester Martha konnte Melanie Metzenthin mich überzeugen. Das Cover passt sehr gut zu der Reihe und hat somit einen Wiedererkennungseffekt, allerdings hat es leider kein Alleinstellungsmerkmal.
Der Klappentext verrät schon viel über die Handlung, allerdings nicht so viel, dass die Spannung im Roman fehlen würde. Es geht neben dem 1. Weltkrieg auch um die Schifffahrt, den Kolonialismus, die spanische Grippe, die Antikriegsdemonstrationen, den Streik der Werftarbeiter und das Elend der Zivilbevölkerung und das Frauenwahlrecht.
Martha und Paul sind zwei fiktive Personen, die für eine ganze Generation an Menschen in Hamburg stehen. Sie agieren überzeugend und menschlich. Gerade Martha ist sehr authentisch in dem was sie tut und sagt. Sie setzt sich weiterhin für die Schwachen, Kranken und Armen ein, hinzu kommt jetzt noch ihr Mutterherz, dass nur Gutes für ihre drei Kinder will.
Paul ist durch den Krieg schwer gezeichnet und muss mit einem harten Schicksal klarkommen, aber er ist auch mutig und ergreift die Chance, die er durch Martha bekommt, aber auch er übernimmt innerhalb der Familie Verantwortung.
Es gibt aber auch ein Wiedersehen mit Milli, der besten Freundin von Martha. Sie hat es geschafft sich ein gänzlich anderes und privilegiertes Leben in Amerika aufzubauen. Die Überfahrt mit einem der luxuriösesten Dampfer seiner Zeit, war großartig beschrieben und gut erzählt. Aber auch der Aufenthalt in Amerika gleicht einem Abenteuer. Für eine Überraschung sorgt Marthas Bruder Heinrich der seiner Familie völlig überraschend seine aus China stammende Ehefrau Li-Ming vorstellt. Sie wird zu einer bedeutenden Nebenfigur, die mich ebenfalls überzeugen konnte.
Der Roman ist in zwei große Abschnitte eingeteilt, wobei der zweite Teil größer ist als der Erste. Der Roman wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Hauptsächlich begleiten wir Martha, aber auch Heinrich, Paul und Milli erlauben uns Einblicke in ihr Seelenleben.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen. Ich habe das Buch in kürzester Zeit ausgelesen und habe teilweise überhaupt nicht gemerkt, dass ich die Seite umgeblättert habe, so sind die Seiten dahingeflogen. Einzelne Rückblenden oder Erzählungen werden in die Geschichte eingebaut, sind aber gut integriert, sodass es nicht zu Verwirrungen kommt. Insgesamt wird der Roman aber stringent erzählt.
Melanie Metzenthin ist ein gutes Sittengemälde gelungen, welche einen guten Einblick in das gesellschaftliche Leben Anfang des 20. Jahrhunderts in Hamburg gibt. Besonders gut hat mir auch wieder der Einblick in den medizinischen Bereich gefallen. Man lernt viel über Operationsmethoden und Kriegsleiden. Denn nicht nur die Männer, die aus dem Krieg zurückkamen, haben gelitten auch die Zivilbevölkerung.
Leider findet sich in dem Buch kein Personenregister oder ähnliches, ich habe es persönlich nicht gebraucht, aber andere Leser sehen dies vielleicht anders. Das Nachwort der Autorin habe ich gerne und mit viel Interesse gelesen, es war wie immer sehr informativ.
Ich freue mich nun sehr schon auf den dritten Teil der Hafenschwester und bin gespannt wie es für Martha und ihre Familie weitergeht.
Ein guter Roman über die Menschen in Hamburg zur Zeit des ersten Weltkrieges. Ein Sittengemälde welches die Armen, Schwachen und Kranken in den Mittelpunkt stellt. Klare Leseempfehlung.
Daniela Weigel
5/5
20.12.2020
Buch (Taschenbuch)
Gelungene Vortsetzung
Ich habe mich schon sehr auf den zweiten Teil gefreut. Ich konnte nicht abwarten wie es mit Martha und Paul weiter geht.
Ich war ab der ersten Seite wieder voll in der Geschichte gefangen.
Im Jahr 1913 Martha und Paul haben mittlerweile 3 Kinder und Leben glücklich in einer Wohnung. In ihrer Arbeit als Hafenschwester geht sie völlig auf.
Eines Tages flattert eine Einladung von ihrer Freundin Milli ein, sie reisen zur Hochzeit ihrer Patenttochter nach Amerika und verbringen dort eine schöne Zeit. Ohne zu wissen das bald der Erste Weltkrieg losgeht.
Auch Paul wird eingezogen und Martha ist in dem Kampf ums Überleben ihrer Familie und den Sorgen um Paul gefangen.
Melanie Metzenthin hat hier wieder eine spannende Geschichte geschrieben. Das grauen der Kriegszeit ist hier sehr gut geschildert. Ich habe sehr mit den Menschen mitgefühlt, was für eine schreckliche Zeit.
Die gute Recherche der damaligen Zeit ist spürbar und macht die Geschichte so lebendig. Nicht nur die Geschehnisse im Krieg, auch die Anfänge der Gesichtschirurgie werden eindrucksvoll geschildert.
Das Nachwort gibt nochmal deinen Überblick über die historischen Fakten.
Die Fiktive Geschichte und die historischen Begebenheiten sind super zusammengeführt und geben eine tolle Geschichte.
Eine spannende, packende Geschichte in der man einiges über die Kriegszeit lernt, und in der ich öfters mit entsetzen gelesen habe was die Menschen früher mitmachen mussten.
Ich bin schon sehr auf den dritten Teil gespannt.
Von mir gibt es 5 und eine klare Leseempfehlung!
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