Produktbild: Die Töchter des Nordens

Die Töchter des Nordens Roman. 'Eines der 100 besten Bücher des Jahrzehnts.' The Times

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

13.04.2021

Verlag

Penguin Random House

Seitenzahl

256 (Printausgabe)

Dateigröße

921 KB

Originaltitel

The Carhullan Army

Übersetzt von

Sophia Lindsey

Sprache

Deutsch

EAN

9783641245061

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ePUB

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Erscheinungsdatum

13.04.2021

Verlag

Penguin Random House

Seitenzahl

256 (Printausgabe)

Dateigröße

921 KB

Originaltitel

The Carhullan Army

Übersetzt von

Sophia Lindsey

Sprache

Deutsch

EAN

9783641245061

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  • Aischa

    aus Kissing

    4/5

    31.10.2025

    eBook (ePUB)

    Rebellion nach dem Klimakollaps

    Sarah Hall, geboren 1974 in Carlisle, Nordengland, ist eine bedeutende zeitgenössische britische Autorin. Sie ist für ihre kraftvolle, poetische Sprache und ihre schonungslose Gesellschaftskritik bekannt. Die Töchter des Nordens (The Carhullan Army, 2007) wurde vielfach ausgezeichnet und gilt inzwischen als moderner Klassiker feministischer Dystopien. Der Roman spielt in einer nahen Zukunft, in der die britische Insel nach dramatischen klimatischen Veränderungen in eine autoritäre Ordnung zurückgefallen ist. Demokratie, individuelle Freiheit und Privatsphäre existieren kaum mehr: Lebensmittel und Strom werden streng rationiert, Frauen wird zwangsweise die Spirale eingesetzt, und in den Gemeinschaftsunterkünften herrscht Überwachung und Enge. In dieser düsteren Welt flieht die Ich-Erzählerin – eine namenlose Frau – aus der Stadt und schließt sich den Töchtern des Nordens an, einer Gruppe von Rebellinnen, die in den Bergen eine selbstverwaltete Kommune aufgebaut haben. Was mich als Leserin besonders beeindruckt hat, ist die beklemmende Glaubwürdigkeit dieser Zukunftsvision. Sarah Hall entwirft kein überzogenes Science-Fiction-Szenario, sondern eine bedrückend plausible Fortsetzung unserer Gegenwart: eine Welt, in der ökologische Katastrophen und staatliche Kontrolle Hand in Hand gehen. Ihre Sprache ist präzise, zugleich roh und lyrisch – eine seltene Kombination, die den Text sowohl poetisch als auch unmittelbar erfahrbar macht. Die Erzählung in Form von Protokollen – Aussagen einer Gefangenen – verleiht der Geschichte eine besondere Intensität, auch wenn sie zugleich etwas Spannung nimmt. Als Leserin weiß man durch diese Erzählperspektive von Anfang an, dass die Rebellion kein glückliches Ende nehmen wird. Trotzdem bleibt der Text fesselnd, weil er weniger auf den Ausgang als auf die innere Entwicklung der Erzählerin zielt: vom nach außen hin angepassten Mitglied einer autoritären Gesellschaft zur kämpfenden, denkenden Frau. Die derbe, oft obszöne Sprache der Rebellinnen wirkt authentisch und verleiht der Gemeinschaft eine kraftvolle Präsenz. Gleichzeitig schleicht sich hier ein kleiner Bruch ein: Dass diese fast amazonengleich gestählten Frauen in ihren Häusern auf heimelige Dekoration achten, bedient ein Klischee, auf das ich gut hätte verzichten können. Ebenso geraten die wenigen Männer, die außerhalb der Farm in Hütten leben dürfen, etwas schablonenhaft – sie bleiben Randfiguren ohne Tiefe. Dennoch hat mich Die Töchter des Nordens tief beeindruckt. Der Roman ist düster, spannend und zugleich von einer eigentümlichen Zärtlichkeit durchzogen – gerade in der Beschreibung weiblicher Solidarität, Verletzlichkeit und Stärke. Ich habe mich unmittelbar in diese fiktive Welt hineingezogen gefühlt. Vielleicht, weil diese Zukunft, so erschreckend sie auch ist, nicht allzu fern und durdaus möglich scheint. Fazit: Ein kraftvoller, sprachlich gelungener Roman über Freiheit, Körper, Macht und Widerstand. Die Töchter des Nordens ist kein leichtes Buch, aber eines, das warnt – wie ein Ruf aus einer Zukunft, die wir besser verhindern sollten.

  • Bewertung

    Book Circle Community

    2/5

    19.01.2026

    eBook (ePUB)

    Feministische" Dystopie ohne Tiefe

    Die Idee hinter Die Töchter des Nordens klang vielversprechend: Eine dystopische Zukunft, in der Frauen sich von der männlich dominierten Gesellschaft abwenden und versuchen, unabhängig zu überleben. Ein feministisches Setting, das Fragen nach Freiheit, Gemeinschaft und Widerstand stellt – und dann noch die Auszeichnung der Times, die es zu einem der „100 besten Bücher des Jahrzehnts“ zählt. Das klang nach einer tiefgründigen und literarisch hochwertigen Dystopie. Leider konnte das Buch diese Erwartungen für mich nicht erfüllen. Der Anfang ist durchaus spannend. Die Welt, in der die Protagonistin lebt, ist geprägt von strengen Kontrollen, eingeschränkten Rechten für Frauen und einer repressiven Regierung. Dass sie sich diesem System entziehen will, macht sie sofort interessant. Doch als sie schließlich zur abgelegenen Frauengemeinschaft in den Bergen gelangt, bleibt vieles erstaunlich oberflächlich. Man erfährt zwar, dass diese Frauen sich selbst versorgen, militärisch organisiert sind und ihre eigenen Regeln aufgestellt haben – doch über ihre Gedanken, Gefühle und das Miteinander innerhalb der Gruppe erfährt man wenig. Die Figuren wirken oft blass, und es entsteht keine emotionale Tiefe, die das Buch wirklich fesselnd machen würde. Hinzu kommt, dass die Sprache und der Stil eher schlicht gehalten sind. Literarisch anspruchsvolle Dystopien – etwa von Margaret Atwood – schaffen es, eine intensive Atmosphäre zu erzeugen und die Leser*innen in die Welt hineinzuziehen. Hier jedoch blieb ich stets auf Distanz. Besonders enttäuschend fand ich, dass das Buch keine klare Botschaft zu transportieren scheint. Ist es ein Plädoyer für weibliche Selbstbestimmung? Oder eine Warnung vor den Gefahren radikaler Gruppen? Vielleicht beides, vielleicht keines von beidem. Insgesamt hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass sich die Geschichte eher als Drehbuch für eine TV- oder Netflix-Serie eignen würde – mit spannenden Bildern und starken Frauenfiguren, aber ohne die Tiefe, die ein gutes Buch haben sollte. Wer nach einer wirklich fesselnden und literarisch überzeugenden dystopischen Geschichte sucht, sollte eher zu Die Unwürdigen von Agustina Bazterrica greifen. Die Töchter des Nordens ist kein literarisches Meisterwerk. Man kann es lesen – aber man verpasst nichts, wenn man es nicht tut. Und eines der „100 besten Bücher des Jahrzehnts“? Das sehe ich definitiv nicht.

  • Bewertung

    aus Leiblfing

    5/5

    08.12.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Schwester

    Die Töchter des Nordens – Sarah Hall Für mich ist dieser Roman ein großer Wurf. Eine klasse Dystopie ganz nach dem Stil Margaret Atwoods, die der Frage auf den Grund geht ob es Frauen möglich ist, eine bessere Welt zu erschaffen. Die Geschichte spielt in unbestimmter, naher Zukunft in einem weitgehend zerstörten England. Eine Diktatur ist an der Macht, die Menschen werden kontrolliert und eingesperrt. Wirtschaft und Natur sind am Ende. Die junge Frau, die wir nur als „Schwester“ kennenlernen, kann sich mit der Situation einfach nicht abfinden. Mutig lässt sie alles hinter sich und macht sich auf den gefährlichen Weg in die Berge des Lake District. Dort soll es eine größere Gruppe Frauen geben, die sich dem Terror in den letzten Städten verweigern und völlig autonom eine Farm führen. Doch kaum dort angekommen, muss „Schwester“ erkennen, dass sie sich das Zusammenleben dieser Frauen anders vorgestellt hat. Dies ist nicht der Garten Eden, den sie sich erträumt hat. Zu diesem Roman hätte ich mir den Austausch in einer Leserunde gewünscht. Es sind viele Aspekte darin enthalten, die ich gerne mit anderen diskutiert hätte. Beispielsweise bin ich mir nicht einmal sicher, ob dies ein feministisches Werk ist, oder doch eher das Gegenteil. Sarah Hall hat eine kluge Dystopie erschaffen, die jedoch alles andere als bequem ist. Das ist ausdrücklich kein Wohlfühlroman! Ich will nicht zuviel verraten, aber „Schwester“ ist hier wie dort immer wieder großer Brutalität und Grausamkeit ausgesetzt. Das ist bedrückend zu lesen und vor allem tauchen immer wieder neue grundsätzliche Fragen auf: wie kann eine Gesellschaft funktionieren? Wie stark muss oder darf das Oberhaupt einer Gesellschaft sein? Welche Opfer und wie viele ist man bereit zu bringen? Eine dystopische Welt, die erschreckend realistisch erscheint und für mich, sehr glaubwürdig aufgebaut ist. Es gibt genügend Informationen, um zu verstehen, was passiert ist und wie dieses System in etwa funktioniert. Eine besondere Stärke dieses Romans besteht in der liebevollen Ausgestaltung der Charaktere. Zwar kommt man keinem von ihnen besonders nahe, trotzdem kommt den psychologischen Aspekten eine große und wichtige Bedeutung zu. Mich konnte diese Dystopie sehr fesseln. Ich konnte mich trotz der eher nüchternen Sprache sehr gut einfühlen und grübelte tagelang darüber nach. Tatsächlich fühlte ich mich des Öfteren an die grandiosen Werke Margaret Atwoods erinnert. Für mich ist das ein Jahreshighlight. Ich bin begeistert und vergebe 5 Sterne und eine große Leseempfehlung!

  • Bewertung

    4/5

    27.08.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine Distopie, welche sich wie...

    Eine Distopie, welche sich wie eine Version von Apocalypse Now anfühlt, mit weiblichem Touch. Hart und weich, barmherzig und schonungslos. Die Kulisse ist wahnsinnig mächtig.

  • hallobuch, Silke Schröder

    aus Hannover

    4/5

    30.05.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Dystopischer Gesellschaftsentwurf

    Sarah Hall siedelt ihre Story “Die Töchter des Nordens” in einer Zukunft an, in der England von einem totalitären Regime beherrscht wird. Die Menschen haben keine Privatsphäre mehr, alles ist bis ins kleinste geregelt. So zieht es Halls Heldin “Schwester” zu einer unabhängigen Gemeinschaft von Frauen. Dort findet das Leben statt, dass sich ihre Protagonistin immer erträumt hat. Die Autorin unterteilt ihren Roman wie ein Theaterstück in sieben Akte, die nur lose miteinander verknüpft und damit ebenso fragmentarisch sind, wie der Informationsfluss in diesem dystopischen Gesellschaftsentwurf. Doch gerade im Insel-Dasein, im selbstbestimmten Selbermachen sieht Hall die Chance für einen Neuanfang, und so liest sich ihr Roman auch spannend wie aus einem Guss.

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