England, 17. Jahrhundert. John Bunyan ist ein leidenschaftlicher Prediger, der Gottes Wort frei und mutig verkündigt. Als der Staat die Religionsfreiheit einschränkt und dieses neue Gebot machtvoll durchsetzen will, droht ihm große Gefahr. Die Wakefields werden in die wechselvollen Ereignisse verwickelt und müssen sich ihren eigenen Herausforderungen stellen. Glaube und Liebe sind die mächtigen Gefühle, für die sie alles zu geben bereit sind.
Nun ist dieses Buch „Stärke des Herzens“ schon der vierte Band der Wakefield Saga von Autor Gilbert Morris, doch im Gegensatz zu manchen Filmreihen wird die Wakefield Saga mit jeder Fortsetzung besser.
In diesem Band trifft der Leser/die Leserin viele bekannte Personen aus dem letzten Band wieder. Im Mittelpunkt des Buches steht neben den verschiedenen Ereignissen rund um die Wakefield Familie das Leben des Predigers John Bunyan. Durch die Rückkehr des Königs aus dem französischen Exil gewinnen die Royalisten wieder an Macht und es beginnt eine dunkle und gefahrvolle Zeit für die freien Prediger. Auch John Bunyan entgeht den Folgen des neuen Gesetzes nicht. Amos Wakefield und Evan Morgan, einst die besten Freunde, verlieben sich in die gleiche Frau Jenny Clairmont. Doch Jenny hat ganz andere Ziele.
Auch dieser vierte Band der Wakefield Saga beeindruckt mit einer spannenden Geschichte, historischer Genauigkeit und der inspirierenden Unterweisung im christlichen Glauben. Morris Gilbert schreibt so fesselnd und interessant, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legt. Wie auch in den anderen Bänden zeigt sich nicht nur sein großes historisches Wissen, er vermag es, die geschichtlichen Fakten fantastisch in die Erzählung einzubinden und den Leser/die Leserin mit so mancher historischen Anekdote zu amüsieren oder zum Staunen zu bringen. Auch dieses Mal begeistert mich wieder die Unterweisung im christlichen Glauben, in dem der Autor einfach inspirierende Vorbilder schafft, besonders haben mich erneut die starken Frauengestalten beeindruckt. Sehr ansprechend und interessant ist auch die Entstehungsgeschichte von „Der Pilgerreise“ von John Bunyan zu lesen, die gekonnt in die Saga eingeflochten wurde. Ich habe mich sehr gefreut, die Geschichte der Wakefields weiter zu verfolgen zu können und freue mich jetzt schon auf den fünften Band dieser großartigen Saga, die ich gerne weiterempfehle.
Bewegende Fortsetzung
Bewertung aus Glauchau am 04.04.2020
Bewertungsnummer: 1311803
Bewertet: eBook (ePUB)
„...Jeder Mann mit einem starken Arm kann einen anderen, schwächeren in Stücke hauen, aber Mitleid mit den Leidenden ist das Kennzeichen, das Gott sucht!...“
Leah Grayson ist trotz des Krieges auf ihrem Bauernhof geblieben. Nun aber wird die junge Frau bedroht. Sie weiß sich zwar zu wehren, ist aber froh, als ihr John Bunyan zu Hilfe kommt.
Der 10jährige Amos Wakefield geht auf Falkenjagd, obwohl er eigentlich Latein lernen soll. Das aber interessiert ihn nicht.
„...Amos Wakefield hasste es, zehn Jahre alt zu sein! Er durfte kaum etwas machen, dass er gerne machen wollte, und war gezwungen, eine Menge Dinge zu tun, die er nicht tun wollte...“
So ist das Leben. Amos wird imlaufe der Jahre begreife, das das nicht nur für einen 10jährigen Jungen gilt.
Das sind nur zwei der Handlungsstränge, die im vierten Band der Wakefield Saga eine Rolle spielen. Erneut zeichnet der Autor ein farbiges Gemälde von England im 17. Jahrhundert.
Der Schriftstil ist abwechslungsreich. Der Autor versteht es insbesondere, die innere Entwicklung seiner Protagonisten anschaulich darzustellen. Nachdem John Bunyan Leah geheiratet hat, erscheint er innerlich zerrissen. Es dauert seine Zeit, bis er seinen Weg im Glauben findet. Dann wird er zu einem der bekanntesten Prediger Englands. Doch mit dem Tode von Cromwell und der Rückkehr von König Karl II. werden freie Prediger verfolgt. John muss sich entscheiden.
Sehr gut ausgearbeitete Gespräche, die in die Tiefe gehen, ermöglichen mir Einblicke in die Gedanken und Gefühle der handelnden Personen. So wird Christopher von Amos über den Tod Karl I. befragt. Dabei erklärt er seinen Sohn:
„...Meiner Meinung nach ist das Sterben sehr schwierig. Ich habe keine Furcht davor, meinem Erlöser gegenüberzutreten, aber Sterben ist etwas, das man nicht üben kann. Und doch müssen wir es alle tun...“
Unter Karl II. ändert sich das Leben in England. Die Theater öffnen wieder. Die puritanische Strenge wird zurückgedrängt. Der König selbst kümmert sich weniger um das Regieren als um seine Mätressen. Das lässt anfangs denjenigen freie Hand, die auf Rache sinnen.
Das Leben auf dem Landgut wird genauso ausführlich beschrieben wie die Seeschlacht zwischen England und Holland oder die Vergnügungen in London mit ihren Schattenseiten.
Ab und an blitzt feiner Humor auf.
„...“Nun wir setzen doch den Habichten und Falken Käppchen auf, bis es Zeit ist, sie fliegen zu lassen“, sagte Gavin feierlich. „ich schlage vor, dass wir auch für Amos eine Haube machen […] Auf diese Art und Weise kann er nicht hinter all den armen Dorfmädchen und des Pastors Tochter herjagen!“...“
Eingebunden in das Geschehen sind Ausschnitte aus einem Buch von John Bunyan, aber auch die Dichtung von John Milton.
„...Ich trage einen Schlüssel am Herzen, der heißt Versprechen, und der wird mir jedes Schloss im Schloss des Zweifels öffnen!...“
Natürlich fehlen nicht Emotionen wie Liebe und Eifersucht, Hass und Vergebung, Hilfsbereitschaft und Bedrohung, Tod und Geburt.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es verbindet Glaubenstiefe mit einer fesselnden Handlung.
Der Stammbaum der Wakefield – Dynastie und ein Ausblick auf den nächsten Teil ergänzen das Buch.
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