Susannas Leben verlief immer in ruhigen Bahnen. Bis vor einem Jahr ihre Tochter starb. Marie war der fröhliche Mittelpunkt der Familie, furchtlos, eine Reisende. Ganz anders als Susanna. Von ihrer letzten Rucksacktour hat Marie den Eltern Postkarten geschrieben. Die erste zeigt die Sibylle von Cumae, auf der Rückseite hat Marie tief bewegt ein paar Gedanken notiert. Kurzentschlossen bucht Susanna einen Flug nach Neapel. Sie will den Ort mit eigenen Augen sehen, der ihre Tochter so berührt hat. Eine Pilgerreise quer durch Europa beginnt. Eine Reise, die Susanna an ihre Grenzen bringt, sie ihre Tochter neu entdecken lässt - und überraschend auch sich selbst.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Gelinde
5/5
21.01.2020
Buch (Taschenbuch)
Herzenswege - Balsam für die Seele
Herzenswege, von Dagmar Hansen
Cover:
Verspielt und doch voll Melancholie: passt zum Buch
Inhalt:
Vor einem Jahr, ist Marie, der fröhliche Mittelpunkt der Familie, mit gerade mal 30 Jahren gestorben.
Von ihrer letzten Rucksacktour, kurz vor ihrem Tod, quer durch Europa, hat Marie ihren Eltern tief bewegte Postkarten geschrieben.
Nun will Susanna, die den Schmerz nicht überwinden kann und in ihrer Trauer verharrt, diese Ziele ansteuern um ihrer Tochter nochmals nahe zu kommen und mit ihren Augen zu sehen
Inhalt und meine Meinung:
Ein Buch das mich echt überwältigt hat!
Schon die „Einführungsgedanken“ von Anselm Grün, legen sich wie Balsam auf die Seele.
Der Ausgangspunkt dieses Buches ist zwar großes Leid, die einzige Tochter ist mit gerade mal 30 Jahren gestorben.
Doch das Buch ist so voller Herzenswärme, Hoffnung, Liebe, Mut und Licht, dass man sich zwar in die Trauer sehr gut einfühlen kann, von dieser aber nicht erdrückt wird. Einfach voll von positiven Emotionen.
Ich habe mich beim Lesen wirklich wohl gefühlt und irgendwie voller Zuversicht.
Es sind wunderbare Passagen, die einem das Herz regelrecht erwärmen.
Die Charaktere und ihre Handlungen sind allesamt realistisch und meist überaus liebenswert. Hierbei wächst mir Frieda besonders ans Herz.
Auch die Atmosphäre der Reiseziele ist immer wunderbar eingefangen und wiedergegeben, so dass ich am liebsten meine Koffer gepackt und alle Ziele am liebsten sofort angesteuert hätte.
Hier noch zwei Zitate, die ich einfach wunderschön finde:
Eine Aussage von Frieda:
Das Leben ist ein kostbares Geschenk. Es schuldet mir doch nichts. Ich habe kein Recht darauf, dass mir Kummer und Leid und Verlust erspart bleibt. Niemand wird vom Schicksalsschlägen verschont, sie gehören zum Menschsein dazu. Die einen haben leichtere Wege im Leben, andere schwerere. Es ist wie es ist.
Auf Reisen gleichen wir einem Film, der belichtet wird. Entwickeln wird ihn die Erinnerung (Max Frisch).
Autorin:
Dagmar Hansen veröffentlichte bereits erfolgreich zahlreiche Romane, von denen mehrere für ARD und ZDF verfilmt wurden.
Mit Herzenswege widmet sie sich einem sehr emotionalen Thema.
Mein Fazit:
Ein Buch mit einem traurigen Thema das voller Herzenswärme erzählt wird und von positiven Emotionen nur so sprüht.
Berührend und Bewegend!
Ein weiteres Lesehighlight der Autorin und von mir eine klare Lese und Kaufempfehlung und volle 5 Sterne.
Giselas Lesehimmel
aus Landshut
5/5
03.01.2020
Buch (Taschenbuch)
Eine heilende Reise
Zum Inhalt
Das eigene Kind beerdigen zu müssen, ist so ziemlich das Schlimmste, was Eltern passieren kann. Susanna und ihr Mann Martin haben ihre fröhliche, lebensbejahende Tochter verloren. Marie war gerne auf Reisen. Von jedem Ort hatte sie ihren Eltern eine Postkarte geschickt. Marie hatte das Talent, glücklich zu sein. Susanna und Martin leben wie in einem Vakum. Sie müssen lernen, mit dem Verlust zu leben. Sie müssen lernen, ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen. Jeder Mensch geht anders mit seiner Trauer um. Das Ehepaar wird sich immer fremder. Jeder leidet für sich allein. Nach einem Anruf von Maries italienischer Freundin Andrea, entscheidet sich Susanna für eine längere Reise. Mit den Poskarten von Marie im Gepäck, fliegt Susanna nach Italien.
Susanna ist über ihren eigenen Schatten gesprungen. Normalerweise war ihr die Ostsee als Urlaubsort genug. Sie will jedoch wissen, wie ihre Marie den letzten Urlaub verbracht hatte. Die Begegnungen die sie hat, wärmen Susanna das Herz. Überall wird sie mit offenen Armen empfangen. Sie erfährt Dinge über Marie, die ihr bisher fremd waren. Mit jedem weiteren Tag auf Reisen, versteht sie das Fernweh ihrer Tochter besser.
Ich fand sehr rührend, dass Susanna das Plüschtier Simba von Marie stets in der Handtache trug. Simba sollte sie beschützen. Ja, und das hat es wirklich gemacht.
Fazit
Der lockere Schreibstil und die Einfühlsamkeit der Autorin, machen dieses traurige Thema zu einem wahren Lesegenuss. Reiseroute: Neapel, Rennes (Bretagne), Bristol, Irland (Galway), Santiago de Compostella und Berlin (Pfaueninsel)! Ich fand diese Reise einfach nur genial. Die beste Trauerhilfe, die man bekommen kann. Geheimnisvolle und mystische Erlebnisse haben der 58 jährigen Lehrerin die verstorbene Tochter noch nächer gebracht. Diese Geschichte lässt den Leser nicht kalt. Man leidet mit dem Ehepaar mit. Spürt ihre innere Zerissenheit. Susannas Begegnungen auf Reisen haben auch mein Herz gewärmt. Die große Entfernung hat beiden den nötigen Freiraum gelassen, ihre Trauer endlich auszuleben.
Man spürt bei jedem Wort, dass Dagmar Hansen ehrenamtliche Hospizbegleiterin ist. Sensibel bringt sie das schwierige Thema rüber. Dennoch fühlt man sich in der Geschichte wohl. Leben und Tod gehören zusammen. Mir fällt Juliane Werdings Song gerade ein: >>Zeit nach Avolon zu gehen<<! Für mich wird es Zeit, von dieser wunderbaren Geschichte Abschied zu nehmen. Euch wünsche ich nun eine gute Reise. Seid doch bitte so nett, und bestellt Frieda herzliche Grüße von mir. Sie fehlt mir. Ihr werdet mich verstehen, wenn Ihr sie besucht habt. Wo Ihr sie findet? Nicht lange fragen. Macht Euch einfach auf den Weg! Und wenn Ihr schon dabei seid, lauscht dem Rotkehlchen. Seine Geschichten sind wunderbar …….
Unbedingt lesen!!! Danke Dagmar Hansen.
Lieblingszitat
Ein fremder ist ein Freund, dem man bisher noch nicht begegnet ist.<< (Irisches Sprichwort) Seite 195.
Dreamworx
aus Berlin
5/5
17.12.2019
Buch (Taschenbuch)
Auf den Spuren von Marie
Die 58-jährige Susanna Weber und ihr Ehemann Martin erleben ihren ganz persönlichen Alptraum, als ihre Tochter Marie mit nur 31 Jahren an Krebs stirbt. Der Schicksalsschlag lähmt sie, Susanna muss sich sogar von ihrem Job als Lehrerin freistellen lassen, da sie nicht in der Lage ist, ihrer Arbeit nachzugehen. Aber nach einem Jahr wird es Zeit, dem Leben wieder zu begegnen und damit vielleicht auch Marie, denn Susannas Tochter war vor ihrem Tod eine Weltenbummlerin, die von ihren Reisestationen immer Postkarten an ihre Eltern versandt hat verbunden mit einigen tiefgründigen Gedanken. Susanna möchte dem Geist ihrer Tochter nachspüren und die Welt mit ihren Augen sehen, deshalb bucht sie kurzerhand Flugtickets quer durch Europa, um dieselben Orte zu besuchen, die Marie zuletzt gesehen hat. Wird sich Susanna bei dieser Reise selbst wiederfinden?
Dagmar Hansen hat mit „Herzenswege“ einen sehr anrührenden und gefühlvollen Roman vorgelegt, der den Leser zusammen mit Susanna auf eine sehr emotionale und gleichsam bildgewaltige Reise nach Italien, Spanien, Frankreich, Irland und England schickt. Der Erzählstil ist flüssig, farbenfroh und berührend. Schnell fühlt sich der Leser durch die Ich-Erzählform Susanna verbunden und erlebt mit ihr das ganze Spektrum des Gefühlsbarometers. Der Verlust eines Kindes, egal wie alt es ist, ist immer eine Tragödie, die Eltern in die absolute Verzweiflung stürzt, denn es ist eigentlich wider der Natur, dass die Kinder vor den Eltern gehen. Gerade dieser Schmerz und die Ohnmacht werden von der Autorin sehr gut dargestellt. Gleichzeitig lässt sie aber auch eine Aufbruchsstimmung bei ihrer Protagonistin erkennen, die sich aus dem Schmerz befreien und den letzten Weg ihrer Tochter noch einmal nachspüren will, um Abschied zu nehmen, bevor sie sich dem realen Leben wieder zuwendet. Dies erreicht die Autorin wunderbar mit den eingestreuten Postkartengrüßen von Marie sowie durch Susannas Briefnotizen an ihre Tochter. Die farbenprächtig geschilderte Reiseroute lässt während der Lektüre den Wunsch aufkommen, all diese Orte ebenfalls zu besuchen.
Die Charaktere wurden liebevoll in Szene gesetzt und wirken mit ihren Eigenheiten sehr realistisch und lebendig. Der Leser kommt ihnen beim Lesen sehr nah und ihre Gedanken und Gefühle gut nachvollziehen. Susanna ist eine sympathische Frau, die den Verlust ihres Kindes nur schwer verkraften kann. Sie fühlt sich hilflos und schuldig, dabei hätte sie gar nichts tun können. Susanna möchte Marie noch einmal nahe sein, deshalb mobilisiert sie all ihre Kräfte und ihren Mut, um deren Reiseroute in Angriff zu nehmen und alles mit Maries Augen zu sehen. Susanna wächst an dieser Reise, gewinnt an Selbstbewusstsein und lässt die Trauer hinter sich. Marie wird von allen, die sie kannten, als freundliche und liebe Person beschrieben. Sie bleibt ein Geist, der in vielen Köpfen haften geblieben ist, aber gleichzeitig ist sie auch körperlos und fast schon zu perfekt. Susannas Ehemann Martin sitzt in seinem Schmerz fest und hat sich darin eingerichtet, was die Ehe sehr belastet. Man kann es Susanna nicht verdenken, dass sie den Ausbruch aus diesem Umfeld wagt.
„Herzenswege“ ist ein Roman über eine sehr emotionale Reise einer Mutter, die ihre Tochter verloren hat. Das Nachspüren der Toten sowie die Verarbeitung der Trauer mit einer einzigartigen Reise sind hier sehr schön gelungen und lassen den Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt zu. Sehr empathisch erzählt und wirklich zu empfehlen!
Kerstin
aus Düsseldorf
5/5
29.11.2018
Buch (Taschenbuch)
Berührende Geschichte
Der Inhalt:
Eine Reise dem Leben entgegen Susannas Leben verlief immer in ruhigen Bahnen. Bis vor einem Jahr ihre Tochter starb. Marie war der fröhliche Mittelpunkt der Familie, furchtlos, eine Reisende. Ganz anders als ihre Mutter. Von ihrer letzten Rucksacktour hat Marie den Eltern Postkarten geschrieben. Die erste zeigt die Sibylle von Cumae, auf der Rückseite hat Marie tief bewegt ein paar Gedanken notiert. Kurzentschlossen bucht Susanna einen Flug nach Neapel, sie will den Ort mit eigenen Augen sehen, der ihre Tochter so berührt hat. Eine Pilgerreise quer durch Europa beginnt. Eine Reise, die Susanna an ihre Grenzen bringt, sie aber nicht nur ihre Tochter, sondern auch sich selbst ganz neu entdecken lässt. Emotionale Frauenunterhaltung mit Tiefgang
Meine Meinung:
Dagmar Hansen hat mit „Herzenswege“ eine berührende Geschichte erzählt. Man begleitet Susanna auf der Reise und der Trauerbewältigung. Stück für Stück gelingt es ihr mit jeder Etappe ein bisschen mehr, ihre Tochter gehen zu lassen. An manchen Stellen war es rückblickend schon fast zu viel Zufall, wem sie auf der Reise begegnet und was passiert, aber während des Lesens war es stimmig. Ich habe mich mit dem Buch wohlgefühlt und auch das ein oder andere für mich mitgenommen.
Bewertung
aus Celle
5/5
27.11.2018
Buch (Taschenbuch)
Ein wunderschöner Roman
Das Cover ist wunderschön gestaltet, sagt aber grundsätzlich für mich nichts zu dem Buch aus. Der Klappentext verrät schon kurz worum es geht, gibt aber nicht zu viel preis.
Der Schreibstil hat mir sofort gefallen. Ich bin gleich in die Geschichte eingetaucht und konnte das Buch gar nicht mehr aus den Händen legen. Die Autorin schafft es Susanna so gut zu beschreiben, dass man das Gefühl hat sie schon immer zu kennen.
Es wird auf die Probleme, die der Tod eines gemeinsamen Kindes mit sich bringt einfühlsam eingegangen. Man kann als Leser gut verstehen, warum das Leben nicht einfach weiter geht und wie schwer es den Eltern fällt.
Die Idee eine Reise an die letzten Orte der Tochter zu machen hat mir sehr gefallen. Vor allem die vielen interessanten Menschen, die Susanna dort trifft und die ihr einiges über ihre Tochter erzählen, was sie selbst noch gar nicht wusste. Susanna lernt so eine ganz andere Seite ihrer Tochter kennen.
Als Susanna Granny trifft und von ihr so viel lernt, kommen dem Leser zwangsläufig die Tränen.
Susanna lernt auf dieser Reise so viel und es muss nicht immer so ein schlimmes Ereignis sein, dass man die Welt und die Menschen mit anderen Augen sieht und einfach mal macht, worauf man Lust hat.
Das Buch war ein wirkliches Highlight und es ist viel zu schnell vorbei. Es ist voll von kleinen Anekdoten, die man sich am besten gleich rausschreibt.
Ein wirklich wunderschöner Roman, der zum nachdenken anregt.
Absolut verdiente 5 Sterne.
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