Der bekannteste Pferdeexperte der Welt erklärt seine einzigartige Methode. Timo Ameruoso beschreibt, wie es gelingen kann, eine starke und stabile Beziehung zwischen Mensch und Pferd aufzubauen, die «ultimative Beziehung» - fernab von Gewalt, Konditionierung und Dressur. Über dreißig Jahre Erfahrung haben ihn ein System entwickeln lassen, mit dem jeder in riesigen Schritten die Beziehung zu seinem Pferd verbessern kann. Wie das funktioniert, auf was man achten muss, wie man das Training mit dem Pferd aufbauen und welche kleinen Tricks man beherrschen sollte, verrät Timo Ameruoso in diesem Buch. Das Praxisbuch: Anschauliche und konkrete Tipps für den richtigen Umgang mit Pferden.
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Viele spannende und nützliche Dinge für Pferdeliebhaber.
Wedma am 30.04.2018
Bewertungsnummer: 1100188
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
In diesem Buch werden viele spannende und nützliche Dinge erzählt, die ein Pferdebesitzer oder einer, der mit Pferden oft zu tun hat, wissen sollte, um einen adäquaten Umgang mit Pferden an den Tag legen zu können.
Das Buch ist eher für Einsteiger geschrieben, aber auch Fortgeschrittene werden hier paar gute Tipps finden können.
Rund 160 Seiten des Textes sind in 3 Teile geordnet: 1. Grundlagen, 2. Die korrekte Arbeit im Ring, 3. Reiten; die in mehrere Unterkapitel aufgeteilt sind, plus Service – Equipment Vorwort und Nachwort.
Bei Grundlagen erklärt Timo Ameruoso u.a., wie Pferde denken, was für sie wichtig ist, wie man ihr Verhalten richtig deutet und das Beste daraus macht. Sehr schön fand ich, dass Timo nicht nur das Wissen über die Psyche des Pferdes vermittelt, er sagt auch gleich, wie man diese Erkenntnisse im Umgang mit Pferden einsetzt, was so ein Verhalten auf Dauer bringen wird, alles schön mit vielen Beispielen aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz illustriert. Manches mutet schon fast philosophisch an, z.B. wenn er über Unterordnung und Unterwerfung, Wertesystem usw. spricht. Gleich am Anfang stellt er klar: „Das Training beginnt bei dir“.
Es gibt viele Farbfotos, insb. im Teil 2, die die Ausführungen, wie man nun mit dem Pferd arbeitet, vom Abstreichen bis zum Trainingsaufbau, noch stärker verdeutlichen. Ums Verladen, Satteln, Angurten, Anreiten usw. geht es im Teil 3. Alles klar und zugänglich beschrieben. Wenn man doch Fragen hat, gibt es die Möglichkeit, mit Timo persönlich Kontakt aufzunehmen oder sich auch die Videos auf der bekannten Plattform anschauen.
Das Buch ist hochwertig ausgestattet: mit vielen Farbfotos, die übrigens toll und professionell gemacht worden sind, auf schönem, glatten, weißen Paper. Es ist zwar eine TB Ausgabe, aber die überarbeitete und ergänzte von 2018. Das Buch ist leicht, zudem hat es ein praktisches Format, passt in jede Tasche.
Im Vergleich zu Timos Buch von 2017 „Zum Aufgeben ist es zu spät“ liegt hier der Schwerpunkt deutlich auf der Arbeit mit den Pferden und ihren Besitzern. Das erstere Buch ist eher darüber, was Menschen aus dem Umgang mit Pferden lernen können, plus seine eigene Lebensgeschichte. Habe ich auch gelesen, fand ich auch sehr gut.
Fazit: Ein sehr lesenswertes Buch, das Pferdeliebhabern viele nützliche Dinge über Pferde und ihre Psyche verrät, und Tipps gibt, wie man zum Pferd ein vernünftiges Verhältnis aufbauen kann.
Enttäuschend und wirr
Bewertung aus Goldiwil (Thun) am 18.06.2018
Bewertungsnummer: 1111148
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
<p>Timo Ameruoso scheint einer dieser Trainer zu sein, die schlechtes Reiten und lieblosen Umgang mit Pferden kennengelernt haben und glauben, dies repräsentiere die „konventionelle Reitweise” per se. Dabei hat er sich, dem Buch nach zu schliessen, nicht eingehender damit befasst und hält deswegen seine Trainingsmethode für neu, einzigartig und pferdegerechter. Selten habe ich so viel Unfug gelesen. Zum Beispiel: In der konventionellen Reitweise müsse der Reiter die Absätze nach unten drücken (falsch) und stattdessen solle man die Steigbügel so lang einstellen, dass man sie nur mit der Fussspitze erreichen kann; das Pferd werde über die Zügelhilfen gebogen (NEIN!) und zuletzt werden dem Leser noch zwei Bilder vom galoppierenden Pferd des Autors präsentiert, die ALLE Phasen des Galopps zeigen sollen - Herr Ameruoso, wollen Sie mich veräppeln?</p>
<p>
Es wird ständige Wortklauberei betrieben, um bekannten Dingen den Anstrich des Neuen zu geben. Schon vor Ameruoso haben Pferdemenschen die Wichtigkeit von Pausen und vom Bestimmen von Tempo und Richtung erkannt sowie Pferde an ihnen unheimliche Dinge herangeführt, indem sie sich diesen wiederholt angenähert und sich jeweils wieder davon entfernt haben, bevor das Pferd diese Entscheidung traf. Neu heissen diese Vorgehensweisen bei Ameruoso aber nun „autodynamisches Reflexionsprinzip” und „Reduktive Konvergenz”.
Dabei werden im Buch oft Fachbegriffe mit völlig anderer Bedeutung verwendet, was sehr verwirrend ist. So behauptet der Autor beispielsweise, Pferde könnten nicht über Belohnung und Strafe lernen, sondern nur über "positive Verstärkung". Nun ist „positive Verstärkung” aber ein Fachbegriff aus der Lerntheorie und bedeutet eben genau, dass ein erwünschtes Verhalten belohnt wird, indem der Lernende (das Pferd) etwas Angenehmes erhält, was es zuvor nicht hatte. Ameruoso meint mit positiver Verstärkung aber die schrittweise Intensivierung von Hilfen, bis das Pferd reagiert - was gemeinhin als „negative Verstärkung” bezeichnet wird (ein Reiz fällt weg, wenn das gewünschte Verhalten gezeigt wird), aber in der Form nichts Neues ist. Wie der Autor dann auf die Aussage kommt, seine Methode funktioniere ohne Konditionierung, ist mir ebenfalls schleierhaft. Denn einem Pferd ein Signal für ein bestimmtes Verhalten beizubringen ist Konditionierung und nichts anderes beschreibt der Autor. Nur hält er es scheinbar für einen Beweis, dass das Pferd ihn als Ranghöheren anerkennt.</p>
So schwächelt das Buch an vielen Stellen in der Theorie. Es wird behauptet, er beziehe sich im Unterschied zu anderen Methoden auf die Gehirnmechanismen des Pferdes, aber immer wieder wird eine Aussage zitiert, die sich auf die Funktion des menschlichen Gehirns bezieht, und viel mehr Theorie zu den Hirnmechanismen des Pferdes präsentiert er nicht. An anderer Stelle heisst es, er fordere vom Pferd keinen klassischen Mitteltrab und versammelten Trab, dafür einen „sehr kraftvollen” bis „sehr gesetzten” Trab. Wo der Unterschied zur klassischen Ausführung liegen soll, erschliesst sich dem Leser aber nicht.
Weiter ist der Autor inkonsistent in seiner Argumentation. An einer Stelle gilt es als Beweis für die Sanftheit seiner Methode, dass er zwei Jahre brauchte, um seinem Pferd das Hinlegen beizubringen. Umgekehrt ist es ein Beweis für die Richtigkeit seiner Methode, dass er einem Pferd innerhalb von weniger als einer Minute das Seitwärtsgehen auf Kommando beibringen kann und alle, die dafür länger brauchen, machen etwas falsch.
Nur ein Tropfen auf den heissen Stein sind dann noch die Verweise auf erklärende Videos in seinem Youtube-Kanal, die es dort gar nicht gibt.
Ich habe erwartet, dass mir ein Pferdetrainer im Rollstuhl wirklich etwas Neues über den Umgang mit Pferden erzählen kann. Meine Erkenntnis nach dem Lesen des Buches ist aber, dass er auch nur mit Wasser kocht und seine Kritik an anderen Methoden weitgehend Quark mit Sosse ist, weil sie auf Unkenntnis beruht. Um es mit dem von ihm vielzitierten „Fokus” zu sagen: Herr Ameruoso, hätten Sie sich beim Schreiben des Buches mehr darauf fokussiert, was Ihre Beziehung zu Pferden ausmacht und wie Sie die notwendige innere Stärke entwickelt haben, statt auf die anderen zu schauen und zu versuchen, Ihre Herangehensweise mit schleierhaften Theorien zu untermauern und ihre Exklusivität herauszustreichen, hätte vielleicht etwas daraus werden können. Aber so ist an diesem Buch gar nichts Neues.
Das Buch lädt ein, das Alltägliche neu zu sehen. Timo Ameruoso fängt flüchtige Momente, Begegnungen und Beobachtungen ein und zeigt, wie viel Tiefe in kleinen Details steckt. Die Texte sind einfach, nachdenklich und manchmal ein wenig amüsant.
Die klare Sprache lässt Raum für eigene Gedanken und Empfindungen – wie ein Gespräch mit einem Freund, der uns Dinge zeigt, die wir schon kennen, aber noch nie bewusst wahrgenommen haben.
Fazit: Ein Blick auf das Leben im Kleinen, der zum Innehalten und Hinschauen einlädt.
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