"Bevor und auch nachdem sie mich damit geschlagen hat, musste ich die Rute küssen."
Die heute 80-jährige Rosa S. schildert in ihren Lebenserinnerungen, wie ihre Mutter sie als Kind misshandelte. Rosa war ein ungeliebtes, weil uneheliches Kind. Am Bauernhof ihrer Familie gab es dafür kein Verständnis - zu spüren bekam dies immer das Kind. Mit zehn vom Knecht vergewaltigt, lernte Rosa bald, sich zu fügen, und konnte erst mit 17 über eine Lehrstelle als Schneiderin in der Stadt der Gewalt entfliehen.
Auch der Rest des Lebens verlief nicht ohne Schicksalsschläge, doch Rosa blickt ohne Verbitterung auf ihr Leben zurück. Am Ende überwiegt die Freude über die eigenen Kinder und Enkelkinder.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Bewertung
aus Bozen
5/5
15.05.2021
Buch (Taschenbuch)
Eine starke Geschichte von einer überaus starken Frau.
Mit einfachen und klaren Worten blickt die mittlerweile 80- jährige Rosa S. auf ihr grauenvolles Leben zurück, welches von Angst, Gewalt und Erniedrigung geprägt war.
Ein schockierender Bericht aus einer Zeit, in der die harten Moralvorstellungen der Kirche eine übergeordnete Rolle spielten und die Frau dem Mann zu gehorchen hatte. Eine Lebensgeschichte, die mich dermaßen berührt hat, dass mir an der ein oder anderen Stelle in diesem BüchleinTränen der Verzweiflung über die Wangen kullerten. Trotzdem hat sie mir noch einmal deutlich vor Augen geführt, dass es immer etwas gibt, wofür es sich zu kämpfen lohnt, auch wenn die Situation noch so ausweglos scheint.
Einem Menschen kann viel Böses widerfahren, aber er muss daran noch lange nicht zugrunde gehen.
Danke Rosa S. für dieses überaus hilfsreiche "Lebensmotto".
Manuela Pfleger
aus Österreich
5/5
09.10.2017
Buch (Taschenbuch)
Eine Frau die mehr Stärke in ihrem Leben hat, als sie selber vermutet hat
Inhalt nach eigenen Worten:
Rosa wird als uneheliches Kind im Jahr 1936 geboren und wird immer wieder als "Kind der Sünde" geschimpft. Liebe bekommt sie von ihrer Mutter nicht, im Gegenteil, sie wird immer wieder mit der Rute geschlagen. Bereits als Kind muss sie am Hof mitarbeiten und wehe sie macht mal nicht alles richtig, dann bekommt sie wieder Schläge. Auch von allen Anderen wird sie ständig beschimpft.
Bevor sie von ihrer Mutter geschlagen wird, muss sie die Rute küssen.
Sie hält es zu Hause nicht mehr aus und wird dann zu ihrer Tante geschickt, bei der es ihr aber auch nicht besser geht.
Sie fühlt ständig nur allein, hat nicht wirklich jemanden, mit dem sie reden kann oder der sie versteht.
Als Erwachsene heiratet sie dann ihren Mann, aber auch von ihrer Schwiegermutter wird sie nur heruntergemacht. Im Laufe ihrer Ehe hat sie unzählige Fehlgeburten, bekommt aber zum Glück 2 gesunde Kinder, die ihr den Halt und die Kraft für ihr Leben geben...
In diesem Buch schreibt sie ihr Leben für ihre Kinder in einer Kurzbiografie auf.
Schockierend, traurig, emotional...
Manchmal lese ich auch sehr gerne wahre Begebenheiten und nachdem ich den Titel und Klappentext gelesen hatte, musste ich dieses Buch haben.
Vorweg möchte ich aber gleich betonen, dass es sich um eine mittlerweile 80-jährige Dame handelt, der Schreibstil ist dennoch locker und leicht zu lesen. Die Sätze kurz aber emotional geschrieben. So als würde Rosa es immer wieder erneut dem Leser erzählen.
Rosa erzählt ihre schockierende und traurige Geschichte mit einer Offenheit und ohne Verbitterung. Ich ziehe meinen Hut und habe sehr großen Respekt vor dieser Frau. Sie musste von ihrer Kindheit an viel ertragen, Stärke beweisen - die sich auch hatte und noch immer hat.
Geschlagen mit einer Rute, misshandelt, gemobbt wie man es heute nennt, niedergemacht und unterwürfig behandelt. Von ihrem Mann betrogen, hat sie ihm verziehen. Einige Fehlgeburten, bei denen sie fast gestorben wäre, aber sie hat auch zwei Kinder bekommen, die ihr die Kraft für ihr weiteres Leben gegeben haben.
Rosa hatte eine Mutter, die ihr nie Liebe gezeigt hat, jedoch konnte Rosa die Liebe ihren Kindern, Enkelkinder und Urenkeln schenken, aber auch ihre Mutter war zu ihren Enkeln liebevoll.
Rosa hat ihrer Mutter vergeben, auch ihrem Mann und hat so vieles all die Jahre für sich behalten, doch mit 80 Jahren entschied sie sich, ihre Geschichte für ihre Kinder nieder zuschreiben.
Ich musste weinen, schmunzeln, weinen und zeitweise tief Luft holen und über das Gelesene nachdenken.
Eine schockierende, berührende Biografie, einer Frau, die mehr Stärke in ihrem Leben aufbringen musste und konnte, als sie es vielleicht jemals selber gedacht hat. Auch wenn es sich hier um 102 Seiten biografischer Geschichte mit kurzen Sätzen handelt, so ist es absolut lesenswert. Frau Rosa S. ich verneige mich vor ihnen und liebe Kinder, Enkeln und Urenkeln von Frau Rosa S., ihr könnt stolz auf eure Mutter, Oma und Uroma sein. Tragt diese Geschichte immer im Herzen, denn ich werde es tun."
Bewertung
aus Schwarzach
5/5
08.09.2017
Buch (Taschenbuch)
Eine starke Geschichte von einer Frau, die sich nicht brechen ließ
In einfacher Sprache und mit für ihre Generation großer Offenheit erzählt eine Frau von Gewalt, Erniedrigung und Beschämung. Ein Buch, das wehtut, aber auch Hoffnung gibt und zeigt, dass nicht jedes Opfer selbst zum Täter werden muss.
*g*
aus St. Agatha
4/5
05.08.2017
Buch (Taschenbuch)
Zeitreise
Rosa, als uneheliches Kind im Jahr 1936 geboren, wächst auf einem Bauernhof in Südtirol auf. Täglich lässt ihre Mutter sie spüren, dass sie ungewollt - ein Kind der Schande - ist. Nicht nur die körperliche Gewalt ihrer Mutter, einer Vergewaltigung mit 10, auch die psychische Belastung ist beinahe unerträglich. Früh verlässt sie den elterlichen Hof und kommt bei einer Familie in der Stadt unter. Doch ihr Glück sollt nicht lange währen. Rosa lässt sich jedoch nicht unterkriegen. All ihre Liebe schenkt sie ihren Kinder und Enkelkinder.
Ohne Verbitterung blickt Rosa auf ihr Leben zurück und ist dankbar für die schöne Momente!
Die ältere Generation wird sich an solche Geschichten noch erinnern können. Für mich ist es eigentlich unfassbar, welchen Stellenwert die "Frau", vor nicht all zu langer Zeit, bei uns hatte.
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