Als die Menschen auf Pern bei Ausgrabungen Akki - das Akustische System der künstlichen Intelligenz - entdecken, öffnet sich ihnen unverhofft ein Tor in ihre eigene Geschichte. Das intelligente Computersystem hat die Ereignisse der Kolonisierung des Planeten ebenso gespeichert wie inzwischen verlorenes Wissen über Musik, Medizin und Technik. Burgherren, Drachenreiter und Meister hören gespannt ihrer eigenen Geschichte zu. Und Akki enthüllt ihnen ein weiteres Geheimnis: Einen uralten Plan, die Sporen aus dem All, die den Planeten seit Menschengedenken heimsuchen, für immer zu vernichten. Doch das Vorhaben ist nicht ungefährlich, und nicht alle Bewohner des Planeten sind gewillt, sich an seiner Durchführung zu beteiligen ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Fabian
aus Troisdorf
5/5
26.12.2023
eBook (ePUB)
Gelungenes Finale des Pern-Zyklus von Anne McCaffrey
Anne McCaffrey hat mit den "Drachenreitern von Pern" das Genre der Drachenreiterromane erfunden: Reiter:innen und Drachen des Pern-Zyklus verfolgen das Ziel, die Einwohner:innen des (ursprünglich von irdischen Kolonist:innen besiedelten) Planeten Pern vor einem außerirdischen Organismus, den pilzartigen "Fäden", zu beschützen.
Die einzelnen Romane spielen in unterschiedlichen zeitlichen Epochen, folgen immer wieder anderen Protagonist:innen und schildern zentrale Ereignisse oft aus verschiedenen Perspektiven – im Fokus steht nicht nur der Kampf gegen die Fäden selbst, sondern oft auch die Erlebnisse und die Entwicklung wechselnder Hauptfiguren.
Genre-technisch sind die Erzählungen dieser Reihe Science Fiction und nicht Fantasy, so gibt es (bis auf wenige Ausnahmen) nichts Übernatürliches, auch wenn die Gesellschaft von Pern (zu Beginn dieses Romans) technologisch auf ein eher mittelalterliches Niveau zurückgefallen ist.
Im Roman "Die Weyr von Pern" tritt der Science-Fiction-Background der Serie sehr deutlich hervor: Die Bewohner:innen von Pern haben eine uralte Künstliche Intelligenz ihrer Vorfahren wiederentdeckt und schmieden mit deren Hilfe einen Plan, um sich ihres Fäden-Problems für alle Zeiten zu entledigen. Das Projekt bindet jedoch nicht nur die Drachenreiter:innen ein, sondern erfordert die Unterstützung verschiedenster Gruppen und Bevölkerungsschichten des gesamten Planeten.
Die Handlung des Romans wird von Charakteren vorangetrieben, die aus den vorangegangenen Teilen der Reihe bereits vertraut sind: So spielen Jaxom und sein weißer Drache Ruth eine Schlüsselrolle bei dem Vorhaben, aber auch Lessa, F´lar, Robinton, Menolly und viele weitere aus den Vorgängerromanen bekannte Protagonist:innen wirken beim finalen Kampf gegen die Fäden mit.
Aus diesem Grund sollten Leser:innen von "Die Weyr von Pern" mindestens „Die Welt der Drachen“, „Die Suche der Drachen“ und „Der weiße Drache“ kennen, um mit den Hauptfiguren und deren Vorgeschichte vertraut zu sein. Da auch zum Roman „Drachendämmerung“, der die Ankunft der ursprünglichen Kolonist:innen auf Pern schildert, Bezug genommen wird, kann dessen Vorab-Lektüre ebenfalls nicht schaden.
Wie auch die vorgenannten Pern-Romane gehört die „Weyr von Pern“ zu den stärksten Büchern der Reihe: Es macht Spaß, die Protagonist:innen bei der Wiederentdeckung des alten Wissens zu begleiten und zu erfahren, wie sie ihrem Ziel – dem finalen Schlag gegen die Fäden – immer näher kommen. Der Roman gewinnt dadurch seine ganz eigene Dynamik und wird zum „Finale“ der Serie, auch wenn McCaffrey danach noch viele weitere (aber aus meiner Sicht längst nicht so starke) Erzählungen veröffentlicht hat.
Der einzige Wermutstropfen ergibt sich in Bezug auf die Aufmachung des Romans: Das E-Book-Cover der Neuausgabe passt nicht so wirklich zur Handlung des Romans, welches neben einem Drachen auch eine:n gerüstete:n Krieger:in (mit einer Lanze?) abbildet. Hier hätte man sich an der Beschreibung der (definitiv nicht mit Rüstung und Lanze ausgestatteten) Protagonist:innen orientieren können…
Ramona Schroller
aus Klein Rönnau
4/5
14.06.2026
eBook (ePUB)
Große Pläne, kleiner Drache
Nach weiteren Ausgrabungen im verlassenen Landing wird ein besonderes Gebäude gefunden, und darin Akki, eine KI, die die ersten Siedler mit nach Pern brachten. Akki erweist sich als überaus hilfreich, nicht nur gelingt es ihm, die beinahe vollkommen zerstörten Schriften in den Archiven der Burgen wieder herzustellen, auch lehrt er den Pernern längst verlorenes Wissen über Wissenschaft, Medizin und Musik, bringt ihnen Technologie bei, an die sie nie geglaubt hatten.
Doch eines liegt Akki besonders in den Schaltkreisen: Er hat einen Weg gefunden, die Fäden für immer von Pern fernzuhalten. Dafür allerdings braucht er die Hilfe aller Drachen auf Pern, besonders aber die von Ruth und seinem Reiter Jaxom ...
Ich muss zugeben, über weite Teile konnte das Buch mich nicht von Akkis friedlichen Absichten überzeugen. Hallo, diese KI hatte über 2500 Jahre Zeit, sich seine Pläne zurechtzulegen. Es wäre ein einfaches gewesen, sich die Herrschaft über den Planeten zu sichern und alle von sich abhängig zu machen. Nun, ich lag falsch. Akki war tatsächlich eine gute KI.
Was mich auch negativ beschäftigte war die schiere Tatsache, dass die angedeuteten Intrigen, von denen die Helden dieses Mal sehr schnell erfuhren, kaum Beachtung fanden. Ja, es wurden einige Vorkehrungen getroffen, aber nicht in dem Ausmaß, wie er in meinen Augen nötig gewesen wäre. Die Unruhestifter waren bekannt, Spione bei ihnen einzuschleusen wäre in meinen Augen wesentlich gewesen, doch dieser Aspekt wurde komplett ignoriert.
Abgesehen von diesen beiden negativen Aspekten aber fühlte ich mich durchaus sehr gut unterhalten von diesem Roman, in dem es vor allem um Jaxom und Ruth ging. Ich mochte Jaxoms Sicht auf die Welt, wie er sich mehr und mehr weiter einspannen lässt, erst ohne dass ihm klar ist, was Akki da tut, später aber mehr oder weniger willig.
Auch von Ruth habe ich mittlerweile ein wesentlich besseres Verständnis. Er ist keinesfalls zurückgeblieben, wie ich noch in "Der weiße Drache" dachte, sondern hochintelligent und voller Witz, aber auch besorgt um seinen Reiter. Die beiden bilden ein unglaublich dichtes Gespann, was ein Vergnügen ist zu lesen.
Auch F'nor, mein Liebling der ersten Bände, darf zwischendrin ab und an auftreten, wobei er aber leider mehr ein Randcharakter ist und bleibt, noch dazu einer, der sich recht einfach manipulieren lässt von Ruth und Jaxom.
Erstaunt hat mich ziemlich, wie locker die Perner mit all den Neuerungen umgehen, die Akki ihnen beibringt. Wenn ich mir vorstelle, ich würde irgendwann am Ende des Mittelalters oder Anfang der Neuzeit leben und stünde plötzlich einer sprechenden Maschine gegenüber, die mir von Genetik oder Computerchips erzählt, ich glaube, ich würde wesentlich mehr staunen und umso weniger begreifen als die auftretenden Perner.
Der Plan, die Sporen von Pern fernzuhalten, ist ein interessanter. Ob er in der Realität funktionieren würde? Nun ja, da wir bisher noch daran scheitern, größere Mengen Antimaterie zu produzieren, erübrigt sich diese Frage. Aber interessant ist es auf jeden Fall. Auch das kleine Spielchen, auf das Jaxom und Ruth sich einlassen müssen, um das Gelingen zu garantieren.
Alles in allem bleibt ein unterhaltsamer Roman, der ein paar Schwächen aufweist, die aber auch vom Alter bedingt sein können. Es werden weiter genug Hinweise gegeben darauf, was den Leser noch erwartet, um neugierig zu bleiben, denn noch ist die Saga um Pern nicht vorbei.
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