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Produktbild: Shylock

Shylock Roman

1

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

11.04.2016

Verlag

Penguin Random House

Seitenzahl

288 (Printausgabe)

Dateigröße

2161 KB

Originaltitel

Shylock is my name

Übersetzt von

Werner Löcher-Lawrence

Sprache

Deutsch

EAN

9783641181642

Beschreibung

Rezension

"Jacobson macht aus einer Tragödie einen heiteren Roman, in dem er danach fragt, was einen Juden zum Juden macht und was das bedeutet."

Produktdetails

Format

ePUB

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Nein

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Barrierefreiheit

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Erscheinungsdatum

11.04.2016

Verlag

Penguin Random House

Seitenzahl

288 (Printausgabe)

Dateigröße

2161 KB

Originaltitel

Shylock is my name

Übersetzt von

Werner Löcher-Lawrence

Sprache

Deutsch

EAN

9783641181642

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Intellektuelles Vorhaut-Geplänkel...

Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 17.11.2018

Bewertungsnummer: 3029948

Bewertet: eBook (ePUB)

Der reiche Kunstsammler Simon Strulovitch aus Manchester hat Sorgen: Seine aufmüpfige Tochter Beatrice ist in die Kreise der leichtlebigen Erbin Plurabelle und ihres persönlichen Assistenten D’Anton geraten. Nicht der richtige Umgang für ein jüdisches Mädchen, klagt Strulovitch seinem Zufallsbekannten Shylock. Dieser rät zur Zurückhaltung. Doch als Beatrice sich auch noch mit dem Fußball-Beau und Unterwäsche-Modell Howsome einlässt, sieht ihr Vater rot. Er verlangt, dass der junge Mann zum Judentum konvertiert. Mit Hilfe einer kleinen Operation ließe sich heute manches arrangieren. Aber das Leben hält nicht nur für Strulovitch ein paar Lektionen bereit. Dieser Roman ist Teil der Buchreihe, die im Rahmen des Hogarth Shakespeare-Projektes (anlässlich von Shakespeares 400. Todestag) erscheint. Acht Werke des weltberühmten Schriftstellers wurden bzw. werden von bekannten Autoren neu interpretiert und somit als zeitgemäße Version des altbekannten Stoffes veröffentlicht. Howard Jacobson hat sich für das umstrittene Werk ‘Der Kaufmann von Venedig’ entschieden, was auf der Buchrückseite auch deutlich gekennzeichnet ist. Vorne steht der ‘moderne’ Titel ‘Shylock’, hinten ‘Der Kaufmann von Venedig’. Überhaupt sticht die liebevolle Gestaltung des Romans ins Auge - so z.B. mit dem hübschen Innendruck und dem Lesebändchen. Details, die mir gefallen, auf die ich in meinen Rezensionen ansonsten allerdings eher nicht eingehe. Aber hier scheint es mir nötig, positive Aspekte des Buches hervorzuheben. Ansonsten kann ich kurz und knapp sagen: das Buch war für mich eine Zumutung. Ja, ich habe verstanden, dass Howard Jacobson sich in all seinen Werken mit der Frage auseinandersetzt, wie er als Jude mit seinem Jüdischsein in der säkularen westlichen Welt umgehen soll. Und so darf es nicht verwundern, dass dies auch hier zum Hauptthema avanciert. Doch geht es für mich als Leser doch wohl in erster Linie darum, wie ein Thema umgesetzt wird, wie es in eine Handlung eingebettet wird, in eine Erzählung, eine Geschichte. Eben diese Geschichte will sich nicht entwickeln, dreht sich im Kreise, bietet wenig Überraschendes, Spannendes, keinen roten Faden. Zudem hat Jacobson hier etwas zwischen Roman und Drama kreiert, was für mich so nicht überzeugend funktioniert. Strulovitch als ‘moderner’ Jude diskutiert stundenlang mit dem alten, orthodoxen Juden Shylock. Dabei beklagen beide den Verlust ihrer Töchter, die sich recht frühreif mit dubiosen Bekanntschaften davongemacht haben. Shylock betrauert zudem den Tod seiner Frau, ohne die er kaum noch zu leben scheint, Strulovitch ist ebenfalls vom Schicksal gebeutelt, da seine Frau nach einem Schlaganfall bettlägerig ist, ihr Gedächtnis und ihre Sprache verloren hat. Shylock fungiert hinsichtlich von Strulovitchs Problemen mit dessen Tochter Beatrice gelegentlich als Berater, doch lieber noch führt er geistreich das Wort bei der Fragestellung, was es bedeutet, ein moderner Jude zu sein. Die jüdische Tradition wird hier thematisiert, die Rolle der jüdischen Familie, noch heute geltende Werte, gängige Vorurteile - aber auch Stereotypien kommen hier nicht zu kurz. Christen gegen Juden, Juden gegen Christen, Juden gegen Juden - ein Feuerwerk an klischeehaften Zuschreibungen. Ein Buch, das nur von einem Juden geschrieben werden durfte - jeder andere wäre zwangsläufig des Antisemitismus bezichtigt worden. Mir drängte sich jedenfalls zunehmend der Eindruck auf, dass die Geschichte im Grunde um diese Thematik des ‘modernen Judenseins’ herumgeschrieben wurde, wenig einfallsreich für meinen Geschmack. Die Charaktere Strulovitch und Shylock sind halbwegs plastisch dargestellt, alle anderen Figuren schälen sich dagegen kaum heraus, bleiben eindimensional und blass - die Frauenfiguren sind zudem durchweg exzentrisch gezeichnet und bleiben komplett ohne Tiefe. Entwicklungen (wie beispielsweise Liebesbeziehungen) sind oftmals nicht nachvollziehbar. Das Verhalten der Charaktere zwingt einem immer wieder die Frage auf, weshalb  sie überhaupt zusammen sind. Okay, da wäre natürlich die körperliche Anziehungkraft - Sex sells. Oder etwa nicht? Wenn wie hier die anregenden Bettgeschichten zum alleinigen Argument geraten, eine Beziehung zu führen, wenn sowohl Shylock als auch und v.a. Strulovitch unmäßige Ansprüche an den Nachwuchs stellen und dadurch eine durchgängige unterschwellige Sexualisierung der Vater-Tochter-Beziehung im Raum steht, wenn schließlich das geforderte Pfund Fleisch (im Kaufmann von Venedig: ein Herz) sich auf die Vorhaut eines Mannes fokussiert und letztlich zum Zentrum des Romans wird ohne dass die Handlung dann noch großartig vorangetrieben wird - dann muss ich sagen: Sex ödet an. Intellektuelles Vorhaut-Geplänkel: nein danke. Zwei Sterne vergebe ich dennoch, denn ich muss dem Roman zugute halten, dass ich das Original ‘Der Kaufmann von Venedig’ bislang nicht kenne. Zwar wird durch kursiv gehaltene Passagen deutlich, wenn etwas aus dem Originaltext zitiert wird, doch denke ich, dass mir ohne die Vorkenntnis sicherlich etliche Andeutungen und Parallelen entgangen sind. Selten war ich jedenfalls so froh, ein Buch endlich beendet zu haben. Lust aufs Original habe ich derzeit keine, aber demnächst versuche ich mich an einem anderen Werk des Hogarth Shakespeare-Projektes. Ich hoffe sehr, dass mich der andere Roman dann mehr überzeugen kann!   © Parden   Die Bücher des Hogarth Shakespeare-Projektes: Margaret Atwood: Der Sturm Tracy Chevalier: Othello Gillian Flynn: Hamlet Howard Jacobson: Der Kaufmann von Venedig Jo Nesbo: Macbeth Edward St. Aubyn: König Lear Anne Tyler: Der Widerspenstigen Zähmung Jeanette Winterson: Das Wintermärchen

Intellektuelles Vorhaut-Geplänkel...

Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 17.11.2018
Bewertungsnummer: 3029948
Bewertet: eBook (ePUB)

Der reiche Kunstsammler Simon Strulovitch aus Manchester hat Sorgen: Seine aufmüpfige Tochter Beatrice ist in die Kreise der leichtlebigen Erbin Plurabelle und ihres persönlichen Assistenten D’Anton geraten. Nicht der richtige Umgang für ein jüdisches Mädchen, klagt Strulovitch seinem Zufallsbekannten Shylock. Dieser rät zur Zurückhaltung. Doch als Beatrice sich auch noch mit dem Fußball-Beau und Unterwäsche-Modell Howsome einlässt, sieht ihr Vater rot. Er verlangt, dass der junge Mann zum Judentum konvertiert. Mit Hilfe einer kleinen Operation ließe sich heute manches arrangieren. Aber das Leben hält nicht nur für Strulovitch ein paar Lektionen bereit. Dieser Roman ist Teil der Buchreihe, die im Rahmen des Hogarth Shakespeare-Projektes (anlässlich von Shakespeares 400. Todestag) erscheint. Acht Werke des weltberühmten Schriftstellers wurden bzw. werden von bekannten Autoren neu interpretiert und somit als zeitgemäße Version des altbekannten Stoffes veröffentlicht. Howard Jacobson hat sich für das umstrittene Werk ‘Der Kaufmann von Venedig’ entschieden, was auf der Buchrückseite auch deutlich gekennzeichnet ist. Vorne steht der ‘moderne’ Titel ‘Shylock’, hinten ‘Der Kaufmann von Venedig’. Überhaupt sticht die liebevolle Gestaltung des Romans ins Auge - so z.B. mit dem hübschen Innendruck und dem Lesebändchen. Details, die mir gefallen, auf die ich in meinen Rezensionen ansonsten allerdings eher nicht eingehe. Aber hier scheint es mir nötig, positive Aspekte des Buches hervorzuheben. Ansonsten kann ich kurz und knapp sagen: das Buch war für mich eine Zumutung. Ja, ich habe verstanden, dass Howard Jacobson sich in all seinen Werken mit der Frage auseinandersetzt, wie er als Jude mit seinem Jüdischsein in der säkularen westlichen Welt umgehen soll. Und so darf es nicht verwundern, dass dies auch hier zum Hauptthema avanciert. Doch geht es für mich als Leser doch wohl in erster Linie darum, wie ein Thema umgesetzt wird, wie es in eine Handlung eingebettet wird, in eine Erzählung, eine Geschichte. Eben diese Geschichte will sich nicht entwickeln, dreht sich im Kreise, bietet wenig Überraschendes, Spannendes, keinen roten Faden. Zudem hat Jacobson hier etwas zwischen Roman und Drama kreiert, was für mich so nicht überzeugend funktioniert. Strulovitch als ‘moderner’ Jude diskutiert stundenlang mit dem alten, orthodoxen Juden Shylock. Dabei beklagen beide den Verlust ihrer Töchter, die sich recht frühreif mit dubiosen Bekanntschaften davongemacht haben. Shylock betrauert zudem den Tod seiner Frau, ohne die er kaum noch zu leben scheint, Strulovitch ist ebenfalls vom Schicksal gebeutelt, da seine Frau nach einem Schlaganfall bettlägerig ist, ihr Gedächtnis und ihre Sprache verloren hat. Shylock fungiert hinsichtlich von Strulovitchs Problemen mit dessen Tochter Beatrice gelegentlich als Berater, doch lieber noch führt er geistreich das Wort bei der Fragestellung, was es bedeutet, ein moderner Jude zu sein. Die jüdische Tradition wird hier thematisiert, die Rolle der jüdischen Familie, noch heute geltende Werte, gängige Vorurteile - aber auch Stereotypien kommen hier nicht zu kurz. Christen gegen Juden, Juden gegen Christen, Juden gegen Juden - ein Feuerwerk an klischeehaften Zuschreibungen. Ein Buch, das nur von einem Juden geschrieben werden durfte - jeder andere wäre zwangsläufig des Antisemitismus bezichtigt worden. Mir drängte sich jedenfalls zunehmend der Eindruck auf, dass die Geschichte im Grunde um diese Thematik des ‘modernen Judenseins’ herumgeschrieben wurde, wenig einfallsreich für meinen Geschmack. Die Charaktere Strulovitch und Shylock sind halbwegs plastisch dargestellt, alle anderen Figuren schälen sich dagegen kaum heraus, bleiben eindimensional und blass - die Frauenfiguren sind zudem durchweg exzentrisch gezeichnet und bleiben komplett ohne Tiefe. Entwicklungen (wie beispielsweise Liebesbeziehungen) sind oftmals nicht nachvollziehbar. Das Verhalten der Charaktere zwingt einem immer wieder die Frage auf, weshalb  sie überhaupt zusammen sind. Okay, da wäre natürlich die körperliche Anziehungkraft - Sex sells. Oder etwa nicht? Wenn wie hier die anregenden Bettgeschichten zum alleinigen Argument geraten, eine Beziehung zu führen, wenn sowohl Shylock als auch und v.a. Strulovitch unmäßige Ansprüche an den Nachwuchs stellen und dadurch eine durchgängige unterschwellige Sexualisierung der Vater-Tochter-Beziehung im Raum steht, wenn schließlich das geforderte Pfund Fleisch (im Kaufmann von Venedig: ein Herz) sich auf die Vorhaut eines Mannes fokussiert und letztlich zum Zentrum des Romans wird ohne dass die Handlung dann noch großartig vorangetrieben wird - dann muss ich sagen: Sex ödet an. Intellektuelles Vorhaut-Geplänkel: nein danke. Zwei Sterne vergebe ich dennoch, denn ich muss dem Roman zugute halten, dass ich das Original ‘Der Kaufmann von Venedig’ bislang nicht kenne. Zwar wird durch kursiv gehaltene Passagen deutlich, wenn etwas aus dem Originaltext zitiert wird, doch denke ich, dass mir ohne die Vorkenntnis sicherlich etliche Andeutungen und Parallelen entgangen sind. Selten war ich jedenfalls so froh, ein Buch endlich beendet zu haben. Lust aufs Original habe ich derzeit keine, aber demnächst versuche ich mich an einem anderen Werk des Hogarth Shakespeare-Projektes. Ich hoffe sehr, dass mich der andere Roman dann mehr überzeugen kann!   © Parden   Die Bücher des Hogarth Shakespeare-Projektes: Margaret Atwood: Der Sturm Tracy Chevalier: Othello Gillian Flynn: Hamlet Howard Jacobson: Der Kaufmann von Venedig Jo Nesbo: Macbeth Edward St. Aubyn: König Lear Anne Tyler: Der Widerspenstigen Zähmung Jeanette Winterson: Das Wintermärchen

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