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Produktbild: Richter der Nacht

Richter der Nacht Historische Kriminalerzählungen

1

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Nein

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

01.06.2014

Herausgeber

Dirk Röse + weitere

Verlag

Burgenwelt

Seitenzahl

354 (Printausgabe)

Dateigröße

422 KB

Auflage

2. überarbeitete und veränderte Ausgabe

Sprache

Deutsch

EAN

9783943531183

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ePUB

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Erscheinungsdatum

01.06.2014

Herausgeber

Verlag

Burgenwelt

Seitenzahl

354 (Printausgabe)

Dateigröße

422 KB

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2. überarbeitete und veränderte Ausgabe

Sprache

Deutsch

EAN

9783943531183

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Mittelalter-Krimis

Bewertung aus Hamburg am 05.05.2021

Bewertungsnummer: 853411

Bewertet: eBook (ePUB)

Historische Kriminalerzählungen wurden ja spätestens mit Ecos „Der Name der Rose“ zu einer Art Mode geworden, und offenbar sind sie auch noch nicht aus der Mode gekommen. Wichtig für solche Erzählungen ist natürlich immer eine ordentliche, gründliche Recherche, damit die Geschichten auch glaubhaft sind. Auf die Texte in „Richter der Nacht“ trifft das (fast) durchwegs zu; der Kontext ist offenbar zumeist gründlich recherchiert, und auch, wenn ich keine Historikerin bin, wirken Setting und Charaktere recht authentisch. Der Erzählstil ist zumeist eher traditionell, entweder in der Ich-Form aus der Sicht eines Beteiligten oder in der dritten Person. Hier und da gibt es Ansätze zu einer archaisierenden Erzählweise; natürlich auch den einen oder anderen Anachronismus, aber beides hält sich in Grenzen. Thematisch gesehen tummeln sich mir ein wenig zu viele Henker und Henkersknechte in den Geschichten; da wäre bestimmt eine weitere thematische Streuung möglich gewesen. Auch ist auffallend, dass fast alle Texte im Mittelalter angesiedelt sind. War das so beabsichtigt? Gar soooo finster wird das auch nicht gewesen sein; ein Abstecher in die Antike hätte interessant sein können. Zu den einzelnen Texten nur ein paar Stichworte: -Richter der Nacht: Ein Henker erzählt in der Ich-Form von seiner persönlichen Suche nach Gerechtigkeit – die er auch in seiner Freizeit fortsetzt. Klar, dass das blutig wird ... Erzählerisch stimmungsvoll und leicht sentimental. -Ein ehrwürdiger Rat: Der städtische Büttel von Kiel muss Mordfälle im (nicht ganz so) ehrwürdigen Rat aufklären. Angemessen norddeutsch-trocken (mit Spuren schwarzen Humors) erzählter mittelalterlicher Wirtschaftskrimi. Besonders sorgfältig konstruiert, wobei der bzw. die Schuldigen schon ein wenig wirken, als würden sie zum Schluss aus dem Hut hervor gezaubert. Wieder mischt ein Henker mit – der passenderweise Hein heißt! -Herr Oswald und das Geheimnis des verschlossenen Beutels: Herr Oswald, das ist niemand anders als Oswald von Wolkenstein, der bekannte Minnesänger. Der zeigt sich hier freilich weniger von seiner musischen denn von seiner handfesten Seite, als er einen des Diebstahls Bezichtigten retten (oder überführen) soll. Eigentlich ein Mann von Welt, der wissen sollte, dass man einen Bischof nicht mit „Herr Bischof“ anredet; eher „Eure Gnaden“ oder „Exzellenz“. -Salz und Tod: Die Mitglieder einer Händler-Karawane werden in einer Salzsieder-Stadt in einen Mordfall verwickelt. Noch verwickelter wird es, als sich der ‚Azubi’ des Kaufherrn in eine Salzsiederin verguckt ... Sozusagen eine gut, aber nicht überwürzte Geschichte, wenn auch leicht klischee-verdächtig. -Die Knochenhauer: Die Handwerker Lübecks, der Königin der Hanse, wollen im von der Kaufmannschaft dominierten Rat die Macht übernehmen. Manche der ‚Putschisten’ haben freilich ganz unterschiedliche Motive ... Eher ein mittelalterlichen Polit-Thriller, lakonisch und leicht zynisch. -Feuerwerk: Im Jahre 1401 steht in München das traditionelle Sonnenwendfeuer bevor. Dabei mischen allerlei Interessen mit, denn im Hintergrund schwelt der Konflikt zwischen den Wittelsbacher-Herzögen. Und schließlich muss auch noch die Inquisition eingreifen ... Hier wird auf (über-)raffinierte Weise mit der Erzählperspektive gespielt, indem der eigentliche ‚Fall’ von zwei Zeugen im Rückblick geschildert wird. Dabei kommt es zu Widersprüchen ... Mysteriös und ironisch! -Die Pariser Bluthochzeit: Diese Geschichte führt am weitesten in Richtung Gegenwart, nämlich ins Jahr 1572, als es in Paris zur sogenannten Bluthochzeit kommt. Aus der Sicht einiger Hauptbeteiligter werden die Intrigen in den unmittelbar vorhergehenden Tagen geschildert. An der Authentizität manches (etwas zu modernen) Motives kann man zweifeln; der Ausgang freilich steht (leider) zweifelsfrei fest. -Der Fall des Jobst von Ibbenbüren: Ein „Promotor Fidei“ – der die bekanntere Benennung „Advocatus Diaboli“ nur ungern hört – recherchiert für die geplante Seligsprechung des besagten Jobst. Dabei erweist sich dessen Leben zwar als untadelig, sein Sterben dafür als umso verdächtiger ... Ein (meines Wissens nach) neuer, interessanter Typus von Ermittler, der sich hier betätigen muss. Die Form des Berichtes wirkt allerdings manchmal etwas zu modern. -Der Ring des Chuenringers: Ist es die Schuld eines fluchbeladenen Ringes, dass das Unglück das Geschlecht der Chuenringers zu verfolgen scheint? Ist die Gattin eine Giftmischerin? Und welche Rolle spielt die Intrige gegen den Babenberger-Herzog Friedrich II.? Ein verwickelter Fall – vor allem aus der Sicht des halbwüchsigen Niklas von Chuenring. Zum Schluss muss gar Kaiser Friedrich II. bemüht werden. Bemerkenswert gründlich recherchiert – auch wenn sich zwischenzeitlich der Adler- in einen Drachen-Ring verwandelt und zurück. -Tod in der Lohe: Ein alter, wohlhabender Gerber wird ermordet. Schnell findet sich ein Verdächtiger und auch ein Henker, aber der Fall hat noch eine Wendung parat ... Ein lakonischer Kurz-Krimi. Fazit: Eher schon eine Sammlung von Kurz-Romanen als Kurzgeschichten, die v.a. Freunden von Mittelalter-Krimis gefallen dürfte.

Mittelalter-Krimis

Bewertung aus Hamburg am 05.05.2021
Bewertungsnummer: 853411
Bewertet: eBook (ePUB)

Historische Kriminalerzählungen wurden ja spätestens mit Ecos „Der Name der Rose“ zu einer Art Mode geworden, und offenbar sind sie auch noch nicht aus der Mode gekommen. Wichtig für solche Erzählungen ist natürlich immer eine ordentliche, gründliche Recherche, damit die Geschichten auch glaubhaft sind. Auf die Texte in „Richter der Nacht“ trifft das (fast) durchwegs zu; der Kontext ist offenbar zumeist gründlich recherchiert, und auch, wenn ich keine Historikerin bin, wirken Setting und Charaktere recht authentisch. Der Erzählstil ist zumeist eher traditionell, entweder in der Ich-Form aus der Sicht eines Beteiligten oder in der dritten Person. Hier und da gibt es Ansätze zu einer archaisierenden Erzählweise; natürlich auch den einen oder anderen Anachronismus, aber beides hält sich in Grenzen. Thematisch gesehen tummeln sich mir ein wenig zu viele Henker und Henkersknechte in den Geschichten; da wäre bestimmt eine weitere thematische Streuung möglich gewesen. Auch ist auffallend, dass fast alle Texte im Mittelalter angesiedelt sind. War das so beabsichtigt? Gar soooo finster wird das auch nicht gewesen sein; ein Abstecher in die Antike hätte interessant sein können. Zu den einzelnen Texten nur ein paar Stichworte: -Richter der Nacht: Ein Henker erzählt in der Ich-Form von seiner persönlichen Suche nach Gerechtigkeit – die er auch in seiner Freizeit fortsetzt. Klar, dass das blutig wird ... Erzählerisch stimmungsvoll und leicht sentimental. -Ein ehrwürdiger Rat: Der städtische Büttel von Kiel muss Mordfälle im (nicht ganz so) ehrwürdigen Rat aufklären. Angemessen norddeutsch-trocken (mit Spuren schwarzen Humors) erzählter mittelalterlicher Wirtschaftskrimi. Besonders sorgfältig konstruiert, wobei der bzw. die Schuldigen schon ein wenig wirken, als würden sie zum Schluss aus dem Hut hervor gezaubert. Wieder mischt ein Henker mit – der passenderweise Hein heißt! -Herr Oswald und das Geheimnis des verschlossenen Beutels: Herr Oswald, das ist niemand anders als Oswald von Wolkenstein, der bekannte Minnesänger. Der zeigt sich hier freilich weniger von seiner musischen denn von seiner handfesten Seite, als er einen des Diebstahls Bezichtigten retten (oder überführen) soll. Eigentlich ein Mann von Welt, der wissen sollte, dass man einen Bischof nicht mit „Herr Bischof“ anredet; eher „Eure Gnaden“ oder „Exzellenz“. -Salz und Tod: Die Mitglieder einer Händler-Karawane werden in einer Salzsieder-Stadt in einen Mordfall verwickelt. Noch verwickelter wird es, als sich der ‚Azubi’ des Kaufherrn in eine Salzsiederin verguckt ... Sozusagen eine gut, aber nicht überwürzte Geschichte, wenn auch leicht klischee-verdächtig. -Die Knochenhauer: Die Handwerker Lübecks, der Königin der Hanse, wollen im von der Kaufmannschaft dominierten Rat die Macht übernehmen. Manche der ‚Putschisten’ haben freilich ganz unterschiedliche Motive ... Eher ein mittelalterlichen Polit-Thriller, lakonisch und leicht zynisch. -Feuerwerk: Im Jahre 1401 steht in München das traditionelle Sonnenwendfeuer bevor. Dabei mischen allerlei Interessen mit, denn im Hintergrund schwelt der Konflikt zwischen den Wittelsbacher-Herzögen. Und schließlich muss auch noch die Inquisition eingreifen ... Hier wird auf (über-)raffinierte Weise mit der Erzählperspektive gespielt, indem der eigentliche ‚Fall’ von zwei Zeugen im Rückblick geschildert wird. Dabei kommt es zu Widersprüchen ... Mysteriös und ironisch! -Die Pariser Bluthochzeit: Diese Geschichte führt am weitesten in Richtung Gegenwart, nämlich ins Jahr 1572, als es in Paris zur sogenannten Bluthochzeit kommt. Aus der Sicht einiger Hauptbeteiligter werden die Intrigen in den unmittelbar vorhergehenden Tagen geschildert. An der Authentizität manches (etwas zu modernen) Motives kann man zweifeln; der Ausgang freilich steht (leider) zweifelsfrei fest. -Der Fall des Jobst von Ibbenbüren: Ein „Promotor Fidei“ – der die bekanntere Benennung „Advocatus Diaboli“ nur ungern hört – recherchiert für die geplante Seligsprechung des besagten Jobst. Dabei erweist sich dessen Leben zwar als untadelig, sein Sterben dafür als umso verdächtiger ... Ein (meines Wissens nach) neuer, interessanter Typus von Ermittler, der sich hier betätigen muss. Die Form des Berichtes wirkt allerdings manchmal etwas zu modern. -Der Ring des Chuenringers: Ist es die Schuld eines fluchbeladenen Ringes, dass das Unglück das Geschlecht der Chuenringers zu verfolgen scheint? Ist die Gattin eine Giftmischerin? Und welche Rolle spielt die Intrige gegen den Babenberger-Herzog Friedrich II.? Ein verwickelter Fall – vor allem aus der Sicht des halbwüchsigen Niklas von Chuenring. Zum Schluss muss gar Kaiser Friedrich II. bemüht werden. Bemerkenswert gründlich recherchiert – auch wenn sich zwischenzeitlich der Adler- in einen Drachen-Ring verwandelt und zurück. -Tod in der Lohe: Ein alter, wohlhabender Gerber wird ermordet. Schnell findet sich ein Verdächtiger und auch ein Henker, aber der Fall hat noch eine Wendung parat ... Ein lakonischer Kurz-Krimi. Fazit: Eher schon eine Sammlung von Kurz-Romanen als Kurzgeschichten, die v.a. Freunden von Mittelalter-Krimis gefallen dürfte.

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Richter der Nacht

von Olaf Bröcker, Susanne Haberland, Kerstin Göbel, Alexander Schmidt, Isabella Benz

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