Der Krankenpfleger Greg und seine Freundin Pam sind auf dem Weg nach Long Island, um ihre Eltern zu besuchen und Greg vorzustellen. Greg plant bei dieser Gelegenheit um Pams Hand anzuhalten. Doch ihr Vater Jack entpuppt sich als autoritärer Ex-CIA-Agent, für den Greg alles darstellt, was er an einem künftigen Schwiegersohn hassenswert findet.
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4.5/5.0
Bewertung
5/5
13.01.2021
Film (DVD)
Vater und Schwiegersohn...
Der Vater einer Tochter im Stadium der Geschlechts- und Ehereife ist ein beliebter Gegenstand der Komödie mit Hintersinn. Brautväter regredieren in nie gekannte Trennungsängste von der Tochter und progredieren hin zur unermüdlichen Entlarvung ihres Bewerbers als Gauner oder noch lieber Trottel. Wer Papis Liebling will, muß ihr schon was bieten können. Greg Focker möchte Pam Byrnes heiraten. Auch Pam ist die Sorte daddy's little girl, allerdings von Teri Polo klug und ohne zappelnde Albernheiten verkörpert. Ihr Daddy ist nicht irgendwer. Was daraus wird, wenn Papi Byrnes mit bürgerlichem Namen Robert De Niro heißt, zeigt anschaulich "Meine Braut, ihr Vater und ich".
Gegebener Anlaß ist die bevorstehende, ausgesprochen standesgemäße Hochzeit der Schwester der Braut. Greg im Zusammenspiel mit seinem Schwiegervater in spe braucht nicht einmal zwei Tage, um mit einer individuellen Politik der verbrannten Erde eine bestens organisierte Festivität in schicken Long-Island-Häusern umzugestalten in verwüstetes Terrain. Wie sich das vollzieht, ist sehenswert.
Gaylord Focker nennt sich lieber Greg, hieße er doch sonst Gay Focker - was sich karriereplanerisch in den Augen des Brautvaters als wenig tunlich erweist. Zumal wenn Daddy sich an der Tochter zweiten Vornamen erinnert: Martha. Das ergibt unterm Strich, laut ausgesprochen, Pam Martha Focker. Aber das Desaster lauert nicht nur auf der Ebene fataler lautlicher Anklänge (die sich selbst in der synchronisierten Version erhalten). Es lauert in Gestalt eines prächtigen Hauskaters, genannt Mr. Jinx, der, in Ermangelung der dauernden Anwesenheit seiner Erstgeborenen im Haus, Daddys alternativer Darling ist. Und das Desaster wird schier unvermeidbar in Gestalt von Daddy selbst, der - nicht die Karikatur, sondern - die Reinform des "White anglosaxon protestant" (Wasp) ist: gewandet in geschmackvollen Erdtönen, im Vollbesitz seiner Wohlsituiertheit und eines allzeit liebenden Weibes an seiner Seite. Blythe Danner als seine geschmacklich hochstehende Gattin, die ständig versucht, die Kirche im Dorf zu halten, aber nicht so doof ist, sich bedingungslos unterzuordnen, als die Zerstörung überhandzunehmen droht, ist beeindruckend.
So prallen zwei Welten aufeinander: der inkarnierte "weiße angelsächsische Protestant" und der attraktive Knabe ganz anderer Wertigkeit und Prägung, der obendrein lieber mit Leib und Seele Krankenpfleger ist als Arzt mit Sozialprestige. Wie Ben Stiller als Greg und Robert De Niro als Jack Byrnes die Kollision austragen, ja auskosten, das ist zum Brüllen schrecklich und zum Tränenlachen abgründig. "Meet the parents", so der Originaltitel, funktioniert maßgeblich über den Abgleich zwischen dem uneingeholten Giganten De Niro und dem umwerfend spielenden Aspiranten Ben Stiller.
Die Katastrophen in diesem Film haben eigentlich das Ausmaß und Format von einer bitterkomischen Tragödie wie "Der Rosenkrieg" oder mindestens die Heillosigkeit von "American Beauty". Immerhin schießt der Bewerber um die Tochter beim ersten gemeinsamen Mahl die Urne, enthaltend die Asche der Mutter des Brautvaters, mit dem Sektkorken vom Kaminsims, was den Hauskater veranlaßt, in die unvermutete Streu auf dem Teppich zu pinkeln. Immerhin fackelt Greg Focker am nächsten Tag den Baumbestand des schwiegerelterlichen Anwesens ab, weil er auf dem Dach geraucht hat. Zuvor hat er den Garten schon in ein stinkendes Sumpfland verwandelt.
sunlight
aus Köln
4/5
08.09.2013
Film (DVD)
Robert de Niro mal v. einer…
Robert de Niro mal v. einer ganz anderen Seite - als paranoider Vater. Tool gemacht, wunderbarer Humor, glänzend besetzt. Empfehle auch d. Fortsetzung Meine Frau, ihre Schwieger- eltern u. ich.
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