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Wolfgang Klimesch


Univ.-Prof. em. Dr. Wolfgang Klimesch, ehemals Leiter der Abteilung physiologische Psychologie an der Universität Salzburg, beschäftigte sich schon in seiner Dissertation mit Informationstheorien und Intelligenz. Fragen der Kognition und Psychophysiologie bildeten dann weiter den Schwerpunkt in seiner Tätigkeit in Forschung und Lehre am Salzburger Institut für Psychologie. Mit seinem Forschungsteam „Oscillations, Brain and Thinking“ untersuchte Prof. Klimesch vernetzte neuronale Strukturen und Prozesse von Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Gedächtnis. Für seine international hoch angesehene Forschungsarbeit wurde er u.a. mit der Wilhelm Wundt Medaille der Deutschen Gesellschaft für Psychologie ausgezeichnet und gehört zu den meistzitierten Wissenschaftlern weltweit (Platz 797 von 161442 Wissenschaftlern).

Rektor Heinrich Schmidinger über Wolfgang Klimesch, 2012 anlässlich der Verleihung des Wissenschaftspreises und seiner Pensionierung:

"Wolfgang Klimesch gehört zu den profiliertesten Forscherpersönlichkeiten in Salzburg. Die Gehirnforschung, die hier betrieben wird, ist prominent mit seinem Namen verbunden. Und dies gilt bei weitem nicht nur für Salzburg, sondern international. Klimesch überzeugt jedoch auch als Person: Im eigentlichen Sinn des Wortes „Professor“ bildet sein Wirken als Forscher und Lehrer eine bemerkenswerte und zugleich vorbildliche Einheit von Ethos und Wissen, die ich nur mit Begriffen wie Redlichkeit, Objektivität und Freude an Erkenntnis zu beschreiben weiß."

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Unser Gehirn und die Welt

Unser Gehirn und die Welt


Es gibt verschiedene Zugänge zur Erforschung des Gehirns. Hier wird in einem ersten Schritt die evolutive Perspektive gewählt. In gewisser Hinsicht ‚erzählt‘ die Gehirnanatomie die evolutive Entwicklung, weil bekannt ist, welche Regionen sich sehr früh und welche sich später entwickelt haben. So nennt man z.B. eine im menschlichen Gehirn sehr alte Region, den Hirnstamm auch ‚Reptiliengehirn‘, weil sie in ihrer Struktur große Ähnlichkeiten mit den Gehirnen von Reptilien hat.

Die erste Hälfte des Buches beschäftigt sich mit der Frage, was uns antreibt und ob wir einen freien Willen haben. Es wird argumentiert, dass uralte Gehirnregionen über endogene Aktivierungen - auf die wir bewusst zumindest nicht direkt Einfluss nehmen können - unser Verhalten anleiten, d.h. mit einem gewissen Spielraum steuern. Zu ihnen gehören nicht nur der Wach-Schlaf Zyklus, sondern verschiedene Verhaltensanleitung, die im Dienste des Überlebens und der Reproduktion stehen. Viele dieser Verhaltensanleitungen sind Emotionen, die unser Verhalten in der sozialen Welt lenken. Kein Wunder, dass unser Gehirn primär auf all das spezialisiert ist, was in der sozialen Welt im Vordergrund steht: Kommunikation, soziale Intelligenz, Reproduktion und Brutpflege.

Die zweite Hälfte beschäftigt sich mit der Anatomie und Physiologie kognitiver Prozesse. Dabei zeigt sich, dass die Grundlagen der Kognition völlig anders sind, als jene, die Emotionen zugrunde liegen. Im Mittelpunkt steht die Beobachtung, dass die elektrische Aktivität des Gehirns aus Schwingungen besteht und dass Gedächtnis, Denken und Bewusstsein ohne sie nicht möglich sind. Es wird hervorgehoben, dass Gehirnfunktionen 4-dimensional sind, weil sie neben der 3-dimensionalen Ausbreitung neuronaler Netze nur in der Zeit - als 4. Dimension – beschrieben werden können. Es wird gezeigt, dass Gehirnzeit Struktur hat, die als Hierarchie von Gehirn-
und Körper
schwingungen mathematisch beschrieben werden kann. Die  Untersuchung von Gehirnschwingungen führt uns in die algorithmische Welt. In einem abschließenden Kapitel werden Zusammenhänge zwischen sozialer, physischer und algorithmischer Welt diskutiert.

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