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Wolfgang Kessler

Wolfgang Kessler, geb. 1953, wuchs in Oberschwaben auf und wurde dort durch die katholische Jugendarbeit geprägt. Das Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Konstanz, Bristol/England und an der London School of Economics schloss er 1982 mit der Promotion ab. Er arbeitete wissenschaftlich über den Internationalen Währungsfonds, auch in der Zentrale in Washington D.C., wandte sich aber aufgrund der umstrittenen Politik des IWF dem Journalismus zu. Dies zunächst im eigenen Pressebüro, ab 1991 bei Publik-Forum. Von 1999 bis 2019 war Wolfgang Kessler Chefredakteur der Zeitschrift. Er publiziert heute in unterschiedlichen Zeitungen und Zeitschriften und ist Autor zahlreicher Bücher zu sozialethischen Themen. Wolfgang Kessler wurde 2007 mit dem Internationalen Bremer Friedenspreis für »sein öffentliches Wirken für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung« ausgezeichnet. Im Jahre 2020 erhielt er für seinen »engagierten Journalismus« den Walterund-Marianne-Dirks-Preis.

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Ehe die Spuren völlig verwehen... Produktbild: Ehe die Spuren völlig verwehen...

Ehe die Spuren völlig verwehen...

Chronik einer Familie mit donauschwäbischen und Gottscheer Wurzeln mit historischem Hintergrund (von zwei auf Südosteuropa spezialisierten Historikern dargestellt). Bei der Gottschee handelt es sich um ein Gebiet im heutigen Slowenien, das als deutsche Sprachinsel galt. Es geht um deutsche Kolonisten, die ab dem 14. Jahrhundert den dortigen Urwald rodeten, dort Wurzeln schlugen und sich fortpflanzten. Die Donauschwaben emigrierten im 18. Jahrhundert in das Kaiserreich Österreich-Ungarn und lebten dort, bis diese Region nach dem Ersten Weltkrieg wie die Gottschee Jugoslawien zugeschlagen wurde. Danach ergab sich eine Zeit der Diskriminierung. Die Heimat der Familie väterlicherseits, die Batschka, wurde nach der Eroberung durch das Deutsche Reich und seinen Verbündeten 1941 Ungarn zugesprochen. Parallel kam es dazu, dass Mussolini und Hitler sich darauf einigten, dass das westliche Slowenien mit der Gottschee italienisch besetzt werden sollte. Dies führte 1941 zu einer Umsiedlung in die vom Deutschen Reich besetzte, vor dem Ersten Weltkrieg österreichische, danach slowenische Untersteiermark, die inzwischen wieder zu Slowenien gehört. Anfang Mai 1945 mußten die Gottscheer überstürzt die Flucht ergreifen, wurden z. T. im Konzentrationslager Sterntal interniert und gelangten zunächst in das besetzte Nachkriegs-Österreich, sofern Flucht und Angriffe der Alliierten sowie der Tito-Partisanen überlebt worden waren. Die Familie der Autorin väterlicherseits mußte in eineinhalb Jahren insgesamt viermal flüchten, zunächst nach Schlesien, dann nach Tschechien, nach Ungarn und letztlich nach Österreich, wo sich die Eltern der Autorin kennenlernten. Es handelt sich neben den wissenschaftlich-historischen Abhandlungen überwiegend um ein erzählendes Sachbuch, in dem neben der Beschreibung der gewaltätigen Auseinandersetzungen zur Zeit des Zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit auch positive emotionale Situationen, romantische Beziehungen und humanitäre Akte Raum finden.
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