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Der Carport
Lillebror ist ein Renault Trafic, Baujahr 2007, ohne Klimaanlage. Was folgt, ist eine Behördenodyssee in drei Akten.
Denn ab einer bestimmten Grundfläche gilt ein Carport in Fritzens Gemeinde nicht mehr als verfahrensfreies Vorhaben. Das erfährt er nicht beim Kauf des Bausatzes. Nicht beim ersten Anruf beim Bauamt. Erst beim zweiten. Von Frau Kemper, Sachbearbeiterin, Zimmer 214, freundlich, präzise und vollständig korrekt - und damit unbesiegbar.
Was folgt, sind zehn Monate, zwei amtliche Lagepläne à 340 Euro, ein Ensembleschutz aus dem Jahr 1987 (der auch Doppelhaushälften in Brauntönen schützt), ein Brandschutzsachverständiger, ein Fachanwalt mit einem Präzedenzfall aus Niedersachsen, der in Bayern leider nicht gilt, und ein Online-Forum namens "Baurecht für Verzweifelte", in dem ein Mann namens Konrad seit Jahren kostenlos dasselbe erklärt, wofür der Anwalt 390 Euro berechnet.
Anlage C gibt es nicht im Internet. Anlage D auch nicht. Das neue Formular hat siebzehn Seiten. Und über Seite neun reden wir lieber nicht.
"Der Carport" ist ein Roman über einen Mann, der lernt, dass niemand böse ist - das System funktioniert einwandfrei, nur der Mensch darin nicht ganz. Und der irgendwann aufhört, dagegen anzukämpfen, und anfängt, dabei zu sein. Mit Freundlichkeit, mit Humor, und mit einer Geduld, die er nicht hatte, aber entwickelt, weil keine andere Option bestand.
Am Ende steht der Carport. Lillebror steht trocken. Und Fritz hört den Regen nicht mehr.
Buch (Taschenbuch)
16,00€