Der Autor: Rainer Schmitz, geboren 1972; Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Osnabrück; Erste juristische Staatsprüfung 1998; 1998 bis 1999 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Osnabrück, Institut für Handels- und Wirtschaftsrecht; 1999 LL.M. (Taxation), Universität Osnabrück, 2000 LL.M., University of Texas at Austin; 2003 Zweite juristische Staatsprüfung in Düsseldorf und Promotion an der Universität Frankfurt am Main; seit 2003 Rechtsanwalt in Frankfurt am Main.
Am Beispiel des einflussreichen Architekten, Gartenarchitekten, Publizisten und NS-Vordenkers Paul Schultze-Naumburg (1869–1949) rekonstruiert das Buch Stationen und Wege, entlang derer sich Antisemitismus und Rassismus im frühen 20. Jh. in das deutsche Architektur- und Gartenkulturschaffen eingeschrieben haben. Rund 80 Kurztexte geben Einblick in Spektrum und Heterogenität der Institutionen und Akteur:innen im Planen und Bauen, die seit der Jahrhundertwende an der Ausformung und Durchsetzung der Denkmuster beteiligt waren. Paul Schultze-Naumburg war einer der Knotenpunkte dieser Netzwerke. Er engagierte sich in verschiedenen Künstlervereinigungen, war in völkischen Kreisen aktiv und hatte enge Kontakte in die Politik. Er formte die nationalsozialistische Bauideologie maßgeblich mit. 1930 trat er in die NSDAP ein, 1932 wurde er Reichstagsabgeordneter. Als Mitglied im »Sachverständigenbeirat für Bevölkerungs- und Rassenpolitik« wirkte er nach 1933 als Schreibtischtäter an der nationalsozialistischen Rassengesetzgebung mit.