Rainer Rupp, Jahrgang 1945, studierte Betriebswirtschaft in Mainz und Brüssel, arbeitete seit 1977 im Wirtschaftsdirektorat der NATO. Unter dem Decknamen »Topas« lieferte er Informationen aus der Zentrale des westlichen Militärpaktes und verhinderte 1983 einen Atomkrieg. 1993 wurde er verhaftet und zu 12 Jahren verurteilt, wovon er die Hälfte absass. Er analysiert seit Jahrzehnten die Aussenpolitik der USA und publiziert darüber in verschiedenen Medien.
Immer sichtbarer wird für Beobachter des Zeitgeschehens die schleichende Transformation parlamentarischer Demokratien in Richtung autoritärer Systeme. Organisationen, die sich ausschließlich Kapitalinteressen verpflichtet fühlen, schaffen suprastaatliche Strukturen, die sich der demokratischen Kontrolle entziehen. Vom Volk gewählte politische Repräsentanten sehen sich zu Handlangern der ökonomisch Mächtigen degradiert, viele von ihnen vollziehen den Schulterschluss mit ihnen.
„Das Ende der Demokratie … wie wir sie kennen“ übertitelte der 2015 verstorbene Soziologe Bernd Hamm seinen Beitrag und gab damit den Anstoß für dieses Buch. Die hier versammelten Autoren analysieren seinen Befund aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Gemeinsam teilen sie die Überzeugung, dass sich die liberalen Demokratien, wie sie sich seit dem Zweiten Weltkrieg herausgebildet haben, im Niedergang befinden. Ihr aktueller Status ist mit dem Begriff der „Fassadendemokratie“ passend beschrieben.