Paul Eugen Sieg (1899 -1950) war ein deutscher Physiker und Autor technischer Zukunftsromane. Er schrieb vier Zukunftsromane und ein Fachbuch mit dem Titel "Fotografie in den Tropen", das 1934 erschien.
Detatom entfaltet einen Zukunftsroman, in dem die Entdeckung einer neuartigen atomaren Energie nicht bloß als technisches Wunder, sondern als Zivilisationsprüfung erscheint. Paul Eugen Sieg verbindet die präzise Diktion populärwissenschaftlicher Erklärung mit der Spannungslinie des Abenteuer- und Katastrophenromans. Im literarischen Kontext der deutschen Science-Fiction der Zwischenkriegszeit steht das Buch zwischen Vernescher Ingenieurphantasie, Wells'scher Warnutopie und jener sachlichen Moderne, die Labor, Industrie und Weltpolitik eng miteinander verschränkt. Sieg, naturwissenschaftlich geschult und mit den Debatten seiner Zeit über Physik, Chemie und industrielle Großtechnik vertraut, schrieb aus einer Epoche heraus, in der das Atom zugleich Erkenntnisversprechen und Bedrohungsmetapher wurde. Seine Prosa verrät die Faszination eines Autors, der technische Möglichkeiten ernst nimmt, sie jedoch nicht von Fragen nach Verantwortung, Macht und menschlicher Hybris trennt. Empfohlen sei Detatom allen Leserinnen und Lesern, die frühe deutschsprachige Zukunftsliteratur nicht nur als Kuriosum, sondern als sensibles Seismogramm moderner Wissenschaftskultur entdecken möchten. Der Roman überzeugt durch Ideenreichtum, historische Aussagekraft und eine bis heute bemerkenswerte Reflexion über die Ambivalenz des Fortschritts.