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Karol Wojtyła

Karol Józef Wojtyła wurde 1920 in Wadowice geboren. Er verlor früh seine Mutter und seinen Bruder, 1941 auch seinen Vater. Er studierte polnische Literatur in Krakau und widmete sich mit ganzer Seele dem Theater. Aus dieser Zeit stammen auch seine ersten Dichtungen. Im Jahr 1942 trat er in das Priesterseminar ein, das während der deutschen Besatzung im Geheimen tätig sein musste. Nach seiner Priesterweihe im Jahr 1946 vervollständigte Wojtyła seine theologische Bildung in Rom und dissertierte über Johannes vom Kreuz. In sein Heimatland zurückgekehrt, widmete er sich der Seelsorge, vor allem unter Jugendlichen. 1953 verteidigte er seine Habilitation über christliche Ethik auf der Grundlage von Max Scheler und wurde Dozent für Ethik im Krakauer Priesterseminar und an der katholischen Universität von Lublin.
1958 wurde er zum Bischof geweiht, 1964 zum Erzbischof von Krakau ernannt. In enger Zusammenarbeit mit Stefan Kardinal Wyszyński setzte er sich für die Freiheit der polnischen Kirche ein. Er nahm aktiv an den Konzilsarbeiten teil und trug besonders zur Pastoralkonstitution "Gaudium et Spes" bei.
1967 wurde Karol Wojtyła zum Kardinal ernannt und 1978 schließlich zum Papst gewählt. Als Johannes Paul II. leitete er 27 Jahre die katholische Kirche. Mit den Meditationen "Römisches Triptychon" (erschienen 2003) kehrte er nochmals zur Dichtung zurück. Er starb am Weißen Sonntag nach Ostern, dem 2. April 2005, und wurde 2014 heiliggesprochen..
Ursula Harand (geb. 1966) stammt aus Wilhering in Oberösterreich. Sie studierte Klassische Philologie in Wien und katholische Theologie in Toulouse. Seit 2023 absolviert sie ein Lizentiatsstudium der Theologie in Köln. Sie gehört seit 1994 zur monastischen Familie von Bethlehem und verbrachte längere Perioden ihres Lebens in Frankreich und in Polen. Die dort erworbenen Polnischkenntnisse erlaubten ihr, Karol Wojtyłas Dichtung im Original zu lesen und erschlossen ihr einen neuen, unmittelbaren Zugang zu seinem Denken. Ursula Harand fungiert als Übersetzerin und Herausgeberin der vorliegenden deutschsprachigen Neuedition. Sie hat die einfühlsamen, literarisch anspruchsvollen Neuübertragungen der beiden Dramen Karol Wojtyłas mit Hinführungen und Erläuterungen ergänzt und den Band auch mit eigenen Zeichnungen illustriert.

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Betrachtungen über das Wesen des Menschen Produktbild: Betrachtungen über das Wesen des Menschen

Betrachtungen über das Wesen des Menschen

Karol Wojtyłas „Betrachtungen über das Wesen des Menschen“ stellen den frühesten Entwurf seiner personalistischen Anthropologie dar. Mit ihr hat er nicht nur einen philosophischen Beitrag von bemerkenswerter Originalität formuliert, sondern auch als Papst Johannes Paul II. die kirchliche Lehrverkündigung an der Schwelle zum dritten Jahrtausend tiefgründig geprägt.
Die Betrachtungen Wojtylas gehen zurück auf Vorträge, die er Anfang der 1950er Jahre als Kaplan in der Krakauer Pfarrei St. Florian vor jungen Studentinnen und Studenten hielt, um ihnen Antworten nach Sinn und Richtung des menschlichen Lebens zu geben. Im geistigen Klima des kommunistischen Polen und angesichts einer materialistischen Sicht des Menschen entstanden, scheinen seine Überlegungen nichts von ihrer Aktualität verloren zu haben – zumal da sie vom Grundimpuls allen Philosophierens geleitet sind, wie ihn schon Sokrates formulierte: „Erkenne dich selbst!“
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