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J. G. Ballard

J. G. Ballard (1930 - 2009) zählte in seiner britischen Heimat zu den angesehensten Schriftstellern und Kulturschaffenden. Vom Science-Fiction-Autor entwickelte er sich zum experimentellen Avantgardisten und zuletzt zu einem ebenso intelligenten wie scharfsinnigen Beobachter seiner Zeit, der sich nicht scheute, kontroverse Meinungen zu äußern. Ballard wurde mit einer Vielzahl von Preisen und Ehrungen ausgezeichnet den "Order of the British Empire", Großbritanniens höchste Auszeichnung, lehnte er dagegen ab.

Carl Weissner studierte Amerikanistik an den Universitäten Heidelberg und Bonn, gab Ende der sechziger Jahre eine Underground-Zeitschrift heraus und erforschte mit einem Fulbright-Stipendium die literarische Alternativszene in New York und San Francisco. Anschließend übersetzte er viele Jahre lang seine amerikanischen und britischen Freunde ins Deutsche: Bukowski, Burroughs, Algren, Ginsberg, J. G. Ballard. Bekannt wurde er als einer der wenigen Literaturagenten, die ihre Autoren europaweit vertreten. Sein erster Roman erschien 1970 in San Francisco.
Carl Weissner verstarb 2012 im Alter von 71 Jahren in Mannheim.

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Liebe & Napalm Produktbild: Liebe & Napalm Band 2

Liebe & Napalm

James G. Ballards wegweisendes Romanexperiment mit dem Originaltitel „The Atrocity Exhibiton“ (1969) ist eine formal wie inhaltlich anspruchsvolle tour de force. In einer Vielzahl literarischer Miniaturkapitel setzt er sich anhand einer unvertrauenswürdigen, changierenden Hauptfigur mit den zentralen Themen der westlichen Gesellschaft auseinander:
Ein Arzt an einer psychiatrischen Klinik in London entdeckt nach und nach sein gestörtes Verhältnis zu seinem Beruf, seiner Umwelt und seinen Patienten. Anhand des schrittweisen Zerfalls der Person wird die Brüchigkeit der von Grausamkeiten durchzogenen Geschichte des 20. Jahrhunderts deutlich. Beim Durchqueren seiner eigenen Identität wird er von verschiedenen exemplarischen Rollen verfolgt, wie etwa J.F. Kennedy, Marilyn Monroe, Claude Eatherly, dem Piloten der B-29, der die Atombombe auf Hiroshima abwarf, und Lee Harvey Oswald, dem Attentäter von Dallas.
„Liebe & Napalm“ ist eine gnadenlose Abrechnung mit dem Verschalten von Krieg und Sexualität, konservativer (Kultur)Politik und den normierenden Aspekten der Biopolitik. Ballards Text hat trotz seines Entstehungszeitraums nicht an Aktualität eingebüßt, vielmehr sind die von ihm aufgeworfenen Fragen wichtiger denn je.

Band 2 der Reihe "exquisite corpse - Schriften zu Ästhteik, Intermedialität und Moderne'Liebe & Napalm" HG.: Thomas Ballhausen
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Buch (Taschenbuch)

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