Stefan Horvath wurde 1949 in der Roma-Siedlung in Oberwart geboren. Er war der erste unter den Oberwarter Roma, der eine Hauptschule besuchte. Später arbeitete er bei Baufirmen in Wien und schaffte es zum Betriebsrat und Polier. Im Februar 1995 traf ihn der wohl schwerste Schicksalsschlag: Beim Bombenattentat in der Siedlung kam einer seiner Söhne ums Leben. Es war jedoch auch der Beginn seines Schreibens. 2003 erschien sein Erzählband „Ich war nicht in Auschwitz“, der von der Leidensgeschichte der Generation seiner Eltern erzählt, und 2007 das Buch „Katzenstreu“, in dem er dem Terror des 4. Februar 1995 aus verschiedenen Perspektiven begegnet. Ein Jahr später gestaltete er dazu gemeinsam mit dem Musiker und Komponisten Willi Spuller die Hörspiel-CD „Katzenstreu“, an der unter anderem Karl Markovics als Sprecher mitwirkte. 2013 folgte das Buch „Atsinganos – Die Oberwarter Roma und ihre Siedlungen“. Im selben Jahr wurde Stefan Horvath mit dem ersten Roma-Literaturpreis des Österreichischen PEN-Clubs ausgezeichnet und 2016 erhielt er den Theodor-Kramer-Preis für Schreiben im Widerstand und Exil
„Solange die Toten mit mir reden, werde ich immer meine Stimme erheben.“ Stefan Horvath, 2016 ausgezeichnet mit dem Theodor-Kramer-Preis für Schreiben im Widerstand und Exil, legt mit "So gewaltig ist nichts wie die Angst" ein sehr persönliches Buch vor. Themen, die den Autor aus der Oberwarter Roma-Siedlung seit Beginn seines Schreibens unentwegt beschäftigen, finden in dieser Collage von Texten aus zwei Jahrzehnten erzähleri¬sche und lyrische Form: mit fiktiven Geschichten verleiht der Nachkomme zweier KZ-Überlebender den Opfern der Konzentrationslager eine Stimme, anschaulich beschreibt er seine Kindheit und sein Heranwachsen in der Roma-Siedlung, er streift Fragen nach Entwicklungen und Veränderungen, die das schreckliche Attentat 1995 zur Folge hatte, und denkt nach über die gegenwärtige Situation der Volksgruppe.
Es ist ein Schreiben gegen das Vergessen, aber auch ein Nicht-Vergessen-Können. Die Wunden sind vernarbt, doch nicht verheilt – aktuelle Ereignisse brechen sie auf und es entstehen Texte wie in diesem Buch: berührend und geprägt von stillem Schmerz.