Hilde Domin, geborene Löwenstein, kam am 27. Juli 1909 in Köln zur Welt. Sie gehörte zu bedeutendsten Lyrikerinnen der Nachkriegszeit, doch machte sich auch als Literaturwissenschaftlerin einen Namen.
Mit Hitlers Machtergreifung begannen für Hilde Domin und ihren Mann die Zeit der Exile, die sie über Italien, England und Kanada nach Santo Domingo führten. Nach 22 Jahren kehrten sie 1954 nach
Deutschland zurück, wo Domin ihre Gedichte unter dem Pseudonym „Domin“, nach „dem Namen ihrer Insel“, zu veröffentlichen begann.
Ab 1961 lebte sie in Heidelberg, wo sie am 22. Februar 2006 starb. Zahlreiche Literaturpreise, Verdienstorden und Auszeichnungen würdigten ihr Lebenswerk, darunter 2005 auch die höchste Auszeichnung der Dominikanischen Republik..
Marion Tauschwitz studierte Anglistik und Germanistik und arbeitete als Gymnasiallehrerin, freie Dozentin und freie Autorin, bevor sie 2001 Hilde Domin in Heidelberg kennenlernte. Sie begleitete sie bis zu deren Tod 2006. Im Jahr 2009 publizierte sie eine umfassende Biografie über Hilde Domin,
die von der Literaturkritik als Standardwerk begrüßt wurde. Biografien, Belletristik sowie Interpretationen von Domin-Werken sind seither Schwerpunkte ihrer literarischen Arbeit.
Tauschwitz ist Mitglied im Verband Deutscher Schriftsteller (VS) Baden-Württemberg,
in der GEDOK, der kulturellen Gemeinschaft deutscher und österreichischer Künstlerinnen und Kunstfreundinnen und im Förderkreis Deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg. 2018 wurde sie zum Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland gewählt.
Marion Tauschwitz lebt in Heidelberg.
Der 22. Februar 2026 markiert den 20. Todestag der Lyrikerin und Heidelberger Ehrenbürgerin Hilde Domin. Ihre Bedeutung und ihre Strahlkraft als international renommierte Dichterin sind bis heute ungebrochen. Ihr Werk, das über 20 Bände umfasst, ist in zahlreiche Sprachen übertragen. Allein: Eine Übersetzung ins Französische fehlte bis dato. Diese Lücke schließen nun erstmals die Ergebnisse eines Übersetzungsprojektes, das die Partnerstädte Heidelberg und Montpellier 2024/2025 initiiert und miteinander durchgeführt haben: Drei Lyrikerinnen aus Heidelberg – Sofie Morin, Miriam Tag und Marion Tauschwitz – sowie zwei Lyriker und eine Lyrikerin aus Montpellier – Anne Barbusse, Jean-Claude Forêt und Michaël Glück – haben in beiden Städten gemeinsam und mit Unterstützung durch Jean-Claude Crespy (ebenfalls Montpellier) an den Gedichtübertragungen ins Französische gearbeitet. Nicht nur das: Zugleich wurden Gedichte des französischen Lyrikers Jean Joubert ins Deutsche übertragen. Joubert ist eine Schlüsselfigur der Lyrikszene in Montpellier, 2025 jährte sich sein 10. Todestag.
Die Ergebnisse beider Übersetzungsworkshops liegen nun mit dieser bilingualen Publikation erstmals in Buchform vor – auch, um die Gedichte von Hilde Domin und Jean Joubert einem breiteren interessierten Publikum in beiden Sprachen und Ländern zugänglich zu machen. Die Publikation erscheint im Rahmen einer geplanten Ausstellung im Haus Museum Cajeth zu Ehren von Hilde Domins 20. Todestag, die durch das Kulturamt Heidelberg organisiert wird.