Gottfried Aigner musste als Erstklässler Hitlers Bild und seine Fahne begrüssen, nach der Grundschule, im Jungvolk, Gehorsam bzw. Unterwerfung lernen. Ihm wurde eingetrichtert, dass Deutschland >mehr Raum< brauche, also erobern müsse, Menschen mit anderer Religion und Gesinnung minderwertig seien. Nach Ende des Krieges war er Kind der Leistungsgesellschaft, vergass wie viele andere, das Waffengeklirr, das Wissen um Todeskommandos und Verfolgung. Erst Jahrzehnte später wurden die Sünden eines diktatorischen Regimes ins Bewusstsein geschwemmt. Damit begann eine Ära der Verarbeitung von Schuld sowie die Angst vor Neonazis und Verherrlichung der SS und des Hakenkreuzes. Heutzutage sollen seine Erinnerungen der Auflehnung gegen eine wieder aufkeimende, braune Saat dienen.
Als erfolgreicher Reisebuchautor legte er seine üblichen Manuskripte beiseite und versetzte sich zurück in eine Kindheit, an die er eigentlich nicht mehr denken wollte.
Mit dem Motorrad-Gespann durch den Orient. In den goldenen Fünfziger- und Sechzigerjahren, als Abenteurer fast sorgenlos den Nahen und Mittleren Osten besuchen konnten. Diese Zeit der Erlebnisse ist vorbei, die meisten der mit dem Motorrad ‚eroberten‘ Länder sind von Kriegen und Aufständen, von misstrauischen Despoten verwüstet.
Umso wertvoller heute das Tagebuch eines Weltenbummlers. Ein Reisebericht voller Hoffnungskraft und dem Gedanken an Freundschaft unter allen Völkern und Religionen. Erfüllt von der unveränderten Lust auf Freiheit ohne Grenzen und Pflichten …