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Georges Bataille

Georges Bataille, 1897 in Billom, Puy-de-Dôme geboren, war von 1922 bis 1942 als Bibliothekar an der Bibliothèque nationale tätig, in der er Walter Benjamins Manuskripte versteckte und so vor der Vernichtung rettete. Von Nietzsche und Sade, aber auch von Kojèves Hegel beeinflusst, verfasste er ein in seiner Bandbreite einmaliges Werk. Er starb 1962 in Paris. Ein großer Teil seines Werks ist bei Matthes & Seitz Berlin erschienen..
Maurice Blanchot, der 2003 im Alter von 95 Jahren verstarb, ist einer der herausragenden französischen Schriftsteller und Denker der letzten 50 Jahre. Am engsten befreundet mit Georges Bataille und Emmanuel Levinas, hat er maßgeblichen Einfluß ausgeübt auf Autoren wie Foucault, Deleuze, Derrida, Nancy, aber auch auf Dichter und bildende Künstler..
Gerd Bergfleth, geboren 1936 in Dithmarschen, studierte Philosophie, Literaturwissenschaft und Gräzistik in Kiel, Heidelberg und Tübingen, wo er als freier Schriftsteller und Übersetzer lebte. Seit 1975 war er Herausgeber des theoretischen Werks von Georges Bataille, das er größtenteils auch übersetzte und kommentierte. Er verfasste zudem zahlreiche Aufsätze und Vorträge, die teilweise der »Tübinger Vernunftkritik« zuzuordnen sind und sich u. a. Marx, Nietzsche und Heidegger, Blanchot, Klossowski, Cioran und Baudrillard widmen. Er starb im Januar 2023.

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Die psychologische Struktur des Faschismus

Ende 1933, als die Errichtung des NS-Regimes in vollem Gange war, versuchte Georges Bataille, hinter das Geheimnis des Faschismus zu kommen: Worin liegt seine Anziehungskraft? Mit Begriffen aus Sozialwissenschaft und Psychoanalyse legte er die Mechanismen frei, die den Faschismus attraktiv machen. Dabei entdeckte er ein zentrales Problem der bürgerlichen Gesellschaft: Als Gesellschaft des Tausches und der formalen Gleichheit muss sie das Unpassende und Unproduktive ausschließen. In der Kanalisierung dieses Ausschlusses durch den Führer erkennt Bataille die Macht des Faschismus – die sich jedoch letztlich als Gewalt gegen die Überflüssigen selbst richtet. Von dieser Erkenntnis ausgehend bestimmt seine Studie das Verhältnis von Ökonomie und Politik neu und weist dem Antifaschismus einen Weg.



Die psychologische Struktur des Faschismus ist einer der frühesten Texte, der sich dem Faschismus von der subjektiven Seite nähern und so die marxistische Analyse der politischen Ökonomie vervollständigen will. Michel Surya ordnet den rätselhaften Text im Werk- und Zeitkontext ein. Mit seinem Fokus auf das Affektgeschehen enthält Batailles Analyse zudem wertvolle Hinweise für die Gegenwart, die Morten Paul und Elena Stingl aufspüren.

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