Frances Burney (1752–1840) war Hofdame der englischen Königin Charlotte und wurde mit ihren Romanen »Evelina« (1778), »Cecilia« (1782), »Camilla« (1785) und »The Wanderer« (1814) zur berühmtesten Schriftstellerin ihrer Epoche. Sie gilt als Pionierin des Gesellschaftsromans – nicht nur beschreibt sie so farbenprächtig wie detailgetreu die galante Welt der Bälle und Vergnügungsparks des 18. Jahrhunderts, sie hat mit ihrer Evelina auch die erste lebensechte, charmant unvollkommene Romanheldin der Literaturgeschichte geschaffen. Zudem verfasste Burney Theaterstücke sowie ein umfangreiches Tagebuch.
Rebecca Bächli lebt in der Schweiz und widmet sich beruflich mit großer Leidenschaft dem Thema Sprache, Literatur und Schreiben.
Mascha Hansen ist Anglistin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Greifswald.
Camilla (1796) verfolgt die Wege der jungen Camilla Tyrold und ihrer Schwestern, deren Liebes- und Heiratschancen durch Missverständnisse mit Edgar Mandlebert, modische Versuchungen, Schulden und soziale Kontrolle gefährdet werden. Burney entfaltet ein Panorama vom Landhaus bis zum Londoner Salon und verbindet satirische Komödie mit moralischer Analyse; ein allwissender Erzähler seziert Sensibilität, weibliche Bildung, Konsumkultur und die prekären Spielräume weiblicher Autonomie. Frances Burney (1752-1840), später Madame d'Arblay, war mit Evelina und Cecilia bereits etabliert. Camilla erschien per Subskription, zu deren Zeichnern auch Jane Austen zählte, und reagiert auf Burneys Erfahrungen als Hofdame Königin Charlottes, auf Tagebücher scharfer Gesellschaftsbeobachtung sowie auf finanzielle Zwänge nach der Heirat mit dem französischen Emigranten Alexandre d'Arblay: Themen wie Kredit, Ruf und Abhängigkeit prägen die Gestaltung. Empfehlenswert ist Camilla für alle, die den Übergang des englischen Sittenromans in die Moderne nachvollziehen wollen. Forschende der Gender- und Gefühlsgeschichte wie Leserinnen von Austen finden hier zugleich Unterhaltung und Analyse: kluge Figurenzeichnung, komische Szenen und präzise Sozialkritik machen den Roman dauerhaft relevant.
Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar - destilliert, niemals verwässert. Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.