Geboren am 12.11.1840 in Paris, gestorben am 17.11.1917 in Meudon, dort begraben im Park der Villa des Brillants. Dreimal versuchte er vergeblich, an der Ecole des Beaux-Arts aufgenommen zu werden, und 30 Jahre lang, sich als Künstler zu etablieren. Unverständnis und Ablehnung blieben sein Los, bis er im Alter weltberühmt wurde. Geld verdienen mußte er als Dekorateur, Gießer und Ziseleur auf dem Bau und in der Porzellanmanufaktur Sèvres. Prägend für ihn war seine Reise nach Italien, wo ihn »Michelangelo vom Akademismus befreite«. Mit seinen Skulpturen schuf Rodin seiner Sensibilität und seinem eigenen Erleben eindrucksvolle Denkmäler. Werk und Leben wurden von derselben Intensität beherrscht wie die tragische Beziehung zu seiner Geliebten Camille Claudel, die an ihm zugrunde ging. Hinter dem schlichten Titel ›Die Kunst‹ verbergen sich Rodins Gespräche mit Paul Gsell, die als Programm eines wahren Künstlers aufrührerisch und versöhnlich zugleich sind.
Als Rainer Maria Rilke mit dem Auftrag, ein Buch über Auguste Rodin zu schreiben, am 1. September 1902 nach Paris kam, war dieser bereits 62 Jahre alt und ein weltweit anerkannter Bildhauer. Rilke war voller Bewunderung für den Menschen Rodin und sein Werk und versuchte, ihn und seine Arbeitsweise zu ergründen.
"Die Schönheit ist überall. Nicht sie versagt sich unseren Augen, sondern unsere Augen versagen, sie zu gewahren" (Rodin).