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Andy Claus

Andy Claus über das Buch:

Als Uwe Görke das erste Mal wegen der Umsetzung seiner Biografie an mich herantrat, war ich noch nicht in der Lage, ein solches Projekt zu bewältigen. Inzwischen habe ich als Autorin von Gay-Romanen mit teilweise biographischen Elementen genügend Erfahrung gesammelt - behaupte ich an dieser Stelle einfach mal frech, noch bevor ich das erste Wort aufs virtuelle Papier gesetzt habe. Es wird schwierig werden, alle Facetten seines Lebens einzufangen und ich habe einen mächtigen Respekt vor dieser Arbeit. Da Sie das Buch jedoch genau jetzt in der Hand halten, wird es dessen ungeachtet funktioniert haben. Ich hoffe sehr, die folgenden Seiten können Ihnen einen interessanten Einblick in das Leben und die Arbeit des HIV-positiven Aidsaktivisten Uwe Görke mit all seinen Erfolgserlebnissen und Schattenseiten vermitteln.
Aber wieso überhaupt ein Buch über das Phänomen Görke, diesem Menschen, den man entweder hasst oder liebt und bei dem es keine Zwischentöne zu geben scheint? Einem Schreihals und scheinbarem Profilneurotiker, der sofort zur Hintertür wieder reinkommt, wenn man ihn vorne raus wirft? Die Antwort ist nahezu lächerlich einfach. Weil er ein Ziel hat und dieses Ziel ist alles andere als egoistisch, denn er will helfen. Das könnte er nicht, wenn er sich beleidigt in ein Zimmerchen zurückzieht, sobald ihn ein Nasenstüber flach legt. Klappern gehört zum Handwerk und Uwe Görke klappert ohrenbetäubend, denn nur so kann er die Aufmerksamkeit für ein Thema erringen, das inzwischen leider wieder in den Hintergrund gerutscht ist, ganz so, als sei aus dem Damokles-Schwert HIV, das uns alle betrifft, plötzlich ein Mistelzweig geworden.
Uwe ist für all jene da, die mit ihrer Verzweiflung über die Diagnose in die Emigration gegangen sind, diejenigen, die einen persönlichen Ansprechpartner brauchen und erst einmal einfach nicht die Kraft haben, sich in die gut geölte, aber kalte Maschinerie aus Öffentlichkeit und Verwaltung zu begeben. Er versteht sich als Ergänzung zum Angebot der Hilfe für Betroffene, was so leider nicht immer wahrgenommen wird. Dabei würde es niemandem schaden, Uwes Arbeit als Bereicherung anzunehmen, statt sie zu ignorieren. Ich finde es ziemlich daneben, jemandem mit Arroganz zu begegnen, der sich auf privater Ebene engagiert und wie einst Sisyphus den Fels immer wieder den Berg hinaufrollt, nicht müde wird, den Weg zu gehen, den er für richtig hält – den Weg der Hilfe für infizierte oder erkrankte Menschen ohne Lobby. Engagiert man sich in dieser Weise, weil es Laune macht, für Menschen da zu sein, die sich in der bittersten Phase ihres Lebens befinden? Sicher nicht! Es braucht Kraft, positiv positiv zu sein und das an jene zu vermitteln, die sich manchmal bereits aufgegeben haben. Die Diagnose ist nicht das Ende, das weiss Uwe zu vermitteln.
Nur engste Freunde sehen ihn nach seinen Niederlagen, wenn wieder einmal eine Hoffnung zersplittert ist, der Kampf um ein Leben verloren wurde. Er macht trotz unzähliger Blessuren unbeirrbar dort weiter, wo andere kapitulieren, beisst sich fest und versucht es wieder, wo der Grossteil anderer Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen aufgeben würde. Weder Diffamierung noch Einschüchterung, nicht die kalte Schulter gewisser Institutionen noch üble Nachrede konnten ihn daran hindern, weiterzumachen - weiterzumachen damit, AIDS ein Gesicht zu geben. Und so bleibt er für viele Menschen authentisch, vielleicht ein Freund, auf jeden Fall ein Betroffener. Dieses Buch soll helfen, Uwe Görke selbst hinter seiner Arbeit sichtbar zu machen.

Ich schreibe das Buch ehrenamtlich, habe selbst keinen finanziellen Vorteil und möchte damit meine Solidarität ausdrücken und ebenfalls ein wenig helfen. Verstehen Sie es als eine überdimensionale, rote Schleife an meinem Revers.

Bedingungslos von Andy Claus

Neuerscheinung

Bedingungslos
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Ich heiße Matthias, aber man nennt mich Matt. Inzwischen habe ich 35 Jahre gelebt, geliebt und mit großer Neigung zu Fehlern so ziemlich alles falsch oder zumindest nicht ganz richtig entschieden, was es an Entscheidungen zu treffen galt.
Nur eines habe ich in meinem verfickten Leben gelernt - verlass dich auf niemanden als auf dich selbst. Gefühle, die du investierst, fliegen dir grundsätzlich um die Ohren und am Ende bist du wieder allein, sitzt in diesem schwarzen Loch und fragst dich, wieso du schon wieder einmal so blöd warst, jemandem zu vertrauen. Die sogenannte Liebe ist nicht mehr als ein großer Selbstbetrug, der kurz die Hormone durcheinanderwirbelt und dann wie ein Rülpser verpufft.
Dennoch löste sich der Vorsatz, mich nicht mehr verletzen zu lassen, immer wieder in Luft auf. Alle Versuche, das zu ändern, wurden grundsätzlich durch mein Unterbewusstsein blockiert, das gegen alle Erfahrung unbedingt daran festhalten wollte, dass es irgendwann möglich sein muss, den einen Menschen zu finden, der zu mir gehörte.
Und wieder erfahre ich, dass sich auch meine momentane Beziehung als Rohrkrepierer erwiest. Erneut nehme ich mir vor, Gefühle außen vorzulassen und diesmal würde ich mich daranhalten!
Aber der Mann, der sich dann plötzlich in mein Leben drängen möchte, will sich nicht damit abfinden und löst in mir ein nie gekanntes Chaos aus. Je hilfloser ich mich fühlte, desto härter kämpfte ich gegen Rick und meine Gefühle für ihn. Dabei machte es Maik nicht gerade einfacher, der sich als Ricks Freund immer wieder einmischte und alles noch mehr durcheinander bringt.

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