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Andreas Bürgi

Andreas Bürgi ist Literatur- und Kulturhistoriker, Mitherausgeber der historisch-kritischen Edition der «Sämtlichen Schriften» von Ulrich Bräker; letzte Publikation: «Eine touristische ­Bilderfabrik. Kommerz, Vergnügen und Belehrung am Luzerner Löwenplatz, 1850–1914», Zürich (Chronos) 2016.

Urwelten und Irrwege von Andreas Bürgi

Neuerscheinung

Urwelten und Irrwege
  • Urwelten und Irrwege

Der Gletschergarten in Luzern ist eines der kuriosesten Museen der Schweiz: Neben erdgeschichtlichen Zeugnissen aus Eiszeit und Miozän sind dort Gesteinssammlungen, Skelette von Höhlenbären und Sauriern, alte Möbel und Gerätschaften, Geländemodelle und vieles andere zu sehen, unter anderem seit 1899 das bekannte Spiegellabyrinth.

Eröffnet wurde der Gletschergarten 1873 von Josef Amrein-­Troller, der beim Bau seiner Weinkellerei neben dem Löwendenkmal auf Überreste der eiszeitlichen Vergangenheit stiess: auf Gletschertöpfe und Gletscherschliffe. Er entschloss sich, die Weinhandelspläne aufzugeben, die Funde zu erhalten und sie der Öffentlichkeit zu präsentieren. Rund um die Ausgrabungen gestaltete er eine Parklandschaft mit zahlreichen Attraktionen, einer Berghütte, einem Wildkirchlein und einem Aussichtsturm mit Blick auf das berühmte Panorama zwischen Rigi und Pilatus, und er errichtete ein Wohnhaus mit ­Museum. Profitierte der Gletschergarten bis zum Ersten Weltkrieg noch vom Boom des Fremdenverkehrs, mussten später periodisch neue Attraktionen die Besucher ans Museum binden, und es mussten Antworten auf veränderte Reise­gewohnheiten und Publikumsbedürfnisse gefunden werden. Das Buch beschreibt die Veränderungen in der Organisa­tionsstruktur des Museums ebenso wie in der thematischen Ausrichtung und verortet sie in den politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen. Zahlreiche Abbildungen illustrieren die wechselvolle Geschichte des Gletschergartens.

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