Alexander Bergmann (* 1978 in Braunschweig) ist Politologe und Stadtplaner. Nach seinem Studium an den Universitäten Erlangen, Manchester und Catania war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter zur Novellierung des Baugesetzbuchs im Deutschen Bundestag tätig. Es folgten Lehraufträge an der Bauhaus-Universität Weimar und an der Technischen Universität Chemnitz zu Fragen der Stadterneuerung. Seine Dissertation am Lehrstuhl für Raumplanung und Raumforschung an der Fakultät Architektur der Bauhaus-Universität Weimar untersucht die Verquickung politischer und planerischer Fragen bei der Innenstadtentwicklung am Beispiel von Chemnitz. Zu seinen weiteren Forschungsschwerpunkten gehören die Auswirkungen der Kreativwirtschaft, des Tourismus und des Sports im urbanen Kontext.
Als einer von wenigen lettischen Juden hat Alexander Bergmann den Holocaust überlebt. Erst im Ghetto in Riga, anschließend in verschiedenen Konzentrationslagern und zuletzt als Zwangsarbeiter in einem Außenlager des KZ Buchenwald hat er eine Odyssee erlebt, deren Qualen mit menschlichem Maß kaum zu begreifen sind.
Nach dem Zweiten Weltkrieg als Rechtsanwalt in Riga tätig, konnte er erst nach dem Ende der sowjetischen Herrschaft 1990 daran denken, seine Erinnerungen der Jahre 1941 bis 1945 aufzuschreiben und öffentlich zu machen. Alexander Bergmann berichtet präzise und mit hohem analytischen Verstand, seine 'Aufzeichnungen' gehören in unser kollektives Gedächtnis.