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Engel des Vergessens

Roman. Ausgezeichnet mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis 2011, dem Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch 2011 und dem Rauriser Literaturpreis 2012

(10)
Maja Haderlap erzählt die Geschichte eines Mädchens, einer Familie und zugleich die Geschichte eines Volkes, der Slowenen in Kärnten. Überaus sinnlich beschwört die Autorin die Gerüche des Sommers herauf, die Kochkünste der Großmutter, die Streitigkeiten der Eltern und die Eigenarten der Nachbarn. Erzählt wird von dem täglichen Versuch eines heranwachsenden Mädchens, ihre Familie und die Menschen in ihrer Umgebung zu verstehen. Zwar ist der Krieg vorbei, aber in den Köpfen der slowenischen Minderheit, zu der die Familie gehört, ist er noch allgegenwärtig. Die Erinnerungen an jene schreckliche Zeit gehören für die Menschen zum Leben wie Gott. Für ihr Romandebüt wurde Maja Haderlap vielfach ausgezeichnet (u.a. Ingeborg-Bachmann-Preis, Bruno-Kreisky-Preis, Rauriser Literaturpreis).

Portrait
Haderlap, Maja
Maja Haderlap, geb. 1961 in Eisenkappel/Zelezna Kapla (Österreich), studierte Theaterwissenschaft und Germanistik an der Universität Wien. Sie war von 1992 bis 2007 Chefdramaturgin am Stadttheater Klagenfurt und unterrichtet regelmäßig am Institut für Angewandte Kulturwissenschaft der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt. Seit 2008 lebt Maja Haderlap als freie Schriftstellerin in Klagenfurt. Sie veröffentlichte Gedichtbände auf Slowenisch und Deutsch sowie Übersetzungen aus dem Slowenischen. »Engel des Vergessens« ist ihr Romandebüt.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 288
Erscheinungsdatum 11.02.2013
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-74476-3
Verlag btb
Maße (L/B/H) 18,8/12,1/2,7 cm
Gewicht 265 g
Abbildungen 1 schwarzweisse Abbildungen
Verkaufsrang 12.139
Buch (Taschenbuch)
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Buchhändler-Empfehlungen

„Die Kärntner Slowenen in der Nachkriegszeit“

Pia Lemberger, Thalia-Buchhandlung Wien

Ich kann nicht behaupten, dass mir Maja Haderlaps "Engel des Vergessens" sehr gut gefallen hat. Die Wortwahl wäre irgendwie nicht passend und dazu war das Buch für meinen persönlichen Geschmack auch viel zu bedrückend und melancholisch. Aber eine andere Stimmung hätte zu dieser wortgewaltigen Geschichte über die Nachkriegszeit im Gebiet der Kärntner Slowenen auch nicht gepasst. Beim Lesen konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, eine Autobiographie in Händen zu halten - so realistisch schreibt die Autorin ihren fiktionalen Roman. Die Partisanenkämpfe werden in der Geschichte des Zweiten Weltkriegs meistens nur am Rande erwähnt - dieser Roman erinnert an das Leid all derjenigen, die im Krieg alles oder fast alles verloren haben. Hab & Gut, Würde und Ansehen und oftmals auch den Lebenswillen. Keine leichte Kost, aber extrem beeindruckend und somit sehr empfehlenswert! Ich kann nicht behaupten, dass mir Maja Haderlaps "Engel des Vergessens" sehr gut gefallen hat. Die Wortwahl wäre irgendwie nicht passend und dazu war das Buch für meinen persönlichen Geschmack auch viel zu bedrückend und melancholisch. Aber eine andere Stimmung hätte zu dieser wortgewaltigen Geschichte über die Nachkriegszeit im Gebiet der Kärntner Slowenen auch nicht gepasst. Beim Lesen konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, eine Autobiographie in Händen zu halten - so realistisch schreibt die Autorin ihren fiktionalen Roman. Die Partisanenkämpfe werden in der Geschichte des Zweiten Weltkriegs meistens nur am Rande erwähnt - dieser Roman erinnert an das Leid all derjenigen, die im Krieg alles oder fast alles verloren haben. Hab & Gut, Würde und Ansehen und oftmals auch den Lebenswillen. Keine leichte Kost, aber extrem beeindruckend und somit sehr empfehlenswert!

„Ein Krieg traumatisiert viele Generationen“

Christina Welser, Thalia-Buchhandlung Salzburg

Eine ausgesprochen gute, eingängige Geschichte, die es ausgezeichnet schafft die Spätfolgen eines Krieges in der Bevölkerung verständlich zu machen. Dabei stützt sich die Autorin stark auf die traumatischen Situationen innerhalb der Familie der Protagonistin und schwankt dabei zwischen Autobiographie, Roman und historischem Roman. Schwere Kost, die man versuchen sollte. Eine ausgesprochen gute, eingängige Geschichte, die es ausgezeichnet schafft die Spätfolgen eines Krieges in der Bevölkerung verständlich zu machen. Dabei stützt sich die Autorin stark auf die traumatischen Situationen innerhalb der Familie der Protagonistin und schwankt dabei zwischen Autobiographie, Roman und historischem Roman. Schwere Kost, die man versuchen sollte.

„Eine richtige Entscheidung“

Marie-Therese Reisenauer, Thalia-Buchhandlung Wien

Die Entscheidung der Jury, den Bachmann-Preis 2011 an Maja Haderlap zu vergeben war eine richtige, bis zu einem gewissen Sinn auch eine mutige. Denn noch immer ist es nicht einfach über die jüngere Geschichte Kärntens zu berichten, einen Roman zu schreiben. Dieser Roman ist all jenen einfachen Menschen gewidmet, welche sich mit dem komplizierten Leben schwer tun. Die Entscheidung der Jury, den Bachmann-Preis 2011 an Maja Haderlap zu vergeben war eine richtige, bis zu einem gewissen Sinn auch eine mutige. Denn noch immer ist es nicht einfach über die jüngere Geschichte Kärntens zu berichten, einen Roman zu schreiben. Dieser Roman ist all jenen einfachen Menschen gewidmet, welche sich mit dem komplizierten Leben schwer tun.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
10 Bewertungen
Übersicht
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?Der Engel des Vergessens dürfte vergessen haben, die Spuren der Vergangenheit aus meinem Gedächtnis zu tilgen.? (286)
von Miri am 09.12.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Eine stark erzählte Geschichte der Kärntner Slowenen und ihrer Zerrissenheit in der Frage: wo gehören wir hin? Ich muss zugeben am Anfang des Buches, bin mit dem Inhalt nicht so richtig warm geworden, bis die entscheidende Stelle kam (zirka in der Mitte des Romans) und ich es nicht weglegen... Eine stark erzählte Geschichte der Kärntner Slowenen und ihrer Zerrissenheit in der Frage: wo gehören wir hin? Ich muss zugeben am Anfang des Buches, bin mit dem Inhalt nicht so richtig warm geworden, bis die entscheidende Stelle kam (zirka in der Mitte des Romans) und ich es nicht weglegen könnte. Man hat das Gefühl, das Buch wurde von 3 verschiedenen AutorInnen geschrieben: von Poetin, die tolle Bilder schafft, von einem Mädchen, das kaum Wörter findet und von einer Erzählerin in der Rolle eines Mediums, das das Erzählte resp. Gehörte 1:1 wiedergibt. Tolle Mischung. Was ich auch sehr ernüchternd finde, ist die Tatsache, dass wenn es um Verarbeiten des Vergangenens geht, zieht sich die Erkenntnis der Einsicht jahrzehntelang. Man spürt die Ironie im Ton der Autorin resp. Ich-Erzählerin Mic: ? Ich komme von der Kärntner Seite, entgegne ich dem Historiker, da seien die Beteiligten nicht vom Heldenkult geblendet.? (223) ?Dabei habe Österreich nichts mit den Nazis zu tun, es sei selber Opfer, es verstehe nicht, es war nicht dabei, nicht da gewesen in schwerer Zeit.? (248) ? nur ein wenig mitgetan, mitgeschossen (IRONIE) Die Hauptprotagonistin ist sowie das slowenische Volk in Kärnten zerrissen und stellt ihre Zugehörigkeit ständig auf die Probe, fühlt sich nirgendswo willkommen (deutsch oder slowenisch? Österreich-Slowenien? meine Geschichte oder die meines Vaters, die die ganze Familie vergiftet...) Ein zentrales Thema ist auch das Elend der Partisanen und der Ungerechtigkeit, die Kärntnern Slowenen bis heute widerfährt: Die Gleichung Partisan ist gleich ein Kommunist. Unbedingt lesen, um auch Nachhinein besser zu verstehen, warum der Ortstafelstreit soviel Aufsehen erregt hatte und warum man die heftige Debatten und falschen Nationalismus als Schande oder besser Versagen/Unbelehrbarkeit (welcher Seite auch immer) ansehen sollte!

nichts in Erfahrung bringen, nichts erfragen, nichts erinnern, über alles den Mantel des Schweigens breiten
von einer Kundin/einem Kunden aus Wien am 24.06.2013

Selten gelang es einer Autorin so plastisch, so realitätsnah das Bild der slowenischen Minderheit in Südkärnten zu zeichnen. Hier wird ein Querschnitt gegeben über den Zweiten Weltkrieg, die NS-Zeit und die Nachkriegszeit; Es steht weniger der Krieg an sich im Vordergrund, wie das bei vielen Romanen der Fall ist,... Selten gelang es einer Autorin so plastisch, so realitätsnah das Bild der slowenischen Minderheit in Südkärnten zu zeichnen. Hier wird ein Querschnitt gegeben über den Zweiten Weltkrieg, die NS-Zeit und die Nachkriegszeit; Es steht weniger der Krieg an sich im Vordergrund, wie das bei vielen Romanen der Fall ist, hier geht es um die Menschen, ihre Erfahrungen und die Folgen und Spätfolgen des Krieges, der Zerstörung, der Folterungen und Deportationen. Die Familie und Freunde rund um die Protagonistin stehen exemplarisch für die Menschen, wie eben diese Erfahrungen ihre Leben beeinflusst haben. Die unverwüstliche Großmutter, die ihren Glauben aufrecht erhalten hat, der Vater, der an seiner Partisanenerfahrung zugrunde geht, die Mutter, die am Vater zugrunde geht und das kleine Mädchen, das nicht selbst dabei war, aber für das durch die Erinnerungen der Familie der Krieg und die Schrecken der NS-Herrschaft fassbar und zu einer eigenen Tragödie werden. Außerdem ist "Engel des Vergessens" ein für Österreicher und v. a. für Kärntner wichtiges Dokument ihrer eigenen Geschichte, nicht nur die des Krieges, sondern v. a. der Nachkriegsgesellschaft, unserer Großeltern und Eltern. Das Buch gibt einen sehr detaillierten und verstörenden Blick in die Realität der slowenischen Minderheit in Kärnten während des Krieges und v. a. in der Nachkriegszeit. Obwohl der Roman sich sehr lange bemüht keine politische Seite zu favorisieren, sondern schlicht erzählt, ist das Ende des Romans eine klare Kritik an die Kärntner bzw. an die österreichische Politik des "ersten Opfers", der Ortstafelstreit, der bis in das 21. Jahrhundert andauert, wird angesprochen, die Realität eines slowenischen Mädchens in einer Klagenfurter Schule. Es ist verstörend die eigene Geschichte zu lesen und so viel Ungerechtigkeit zu erkennen. Der Stil des Romans verändert sich mit zunehmender Länge, wie sich auch das Mädchen verändert, das erzählt. Aus einer realitätsnahen Erzählung wird einerseits die Reflexion einer erwachsenen Frau, die auf ihre Familie zurückblickt und andererseits wirft das Ende des Romans den seelischen Zustand der Überlebenden des Krieges und der NS-Grauen in Stakkatotempo dem Leser entgegen, sodass die innere Zerstörung, das Unvermögen nach vorne zu sehen für den Leser noch spürbarer werden. Emotionen wechseln sich im Eiltempo ab, überlagern sich. Es gibt kein Ein und Aus. Hoffnungslosigkeit, politische Ungerechtigkeit, Trauer, Schmerz, ... Dieses Buch sollte wirklich jeder gelesen haben!

Unbedingt lesen
von Der Bücherwurm aus Österreich am 22.03.2013

Dieses Buch hat mich sehr berührt, da wir über dieses Thema früher überhaupt nicht informiert wurden. Eine interessante und lehrreiche Schilderung der Zeit vor und nach '45 aus Sicht einer slowen. Familie in Südkärnten. Auch die Einbeziehung der Landschaft ist toll.