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Lieben muss man unfrisiert

Protokolle nach Tonband. Mit e. Vorw. v. Marlene Steeruwitz

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40 Jahre nach Erscheinen von Maxie Wanders Bestseller „Guten Morgen, du Schöne“ ist es Zeit für eine Neubefragung. Welches Selbstverständnis haben Frauen* heute, mit welchem Rollenbild werden sie erwachsen und was wollen sie verändern? 19 Frauen* zwischen Madrid und Berlin, zwischen 16 und 92 Jahren erzählen ungeschönt und mit viel Humor aus ihrem Leben, von ihren Ängsten und Sorgen, von falschen, richtigen und notwendigen Entscheidungen und davon, was es braucht, um glücklich zu sein.

Nadine Kegele hat in ihrem Buch höchst heterogene und spannende Lebenswelten vereint. Sie alle machen deutlich, dass sexuelle Übergriffe und Diskriminierung, Krieg und Flucht, Rassismus und soziale Ungleichheit auch heute noch die großen Lebensthemen sind.

"Später, als ich schon länger verheiratet war, habe ich Sexualität erlebt, wie wenn das etwas wäre, das ich tun müsste, um Ruhe zu haben." (Michaela, 48)
Portrait
Nadine Kegele, geboren 1980 in Bludenz/Vorarlberg, lebt in Wien. Bürolehre, Zweiter Bildungsweg, Studium der Germanistik, Theaterwissenschaft und Gender Studies. Erwerbsarbeiten als Sekretärin, Finanzassistentin, Mediaplanerin, Lektorin. Aufnahme am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und Stückerarbeitung in der Schreibklasse Schauspielhaus Wien. Nadine Kegele erhielt etliche Preise und Stipendien, zuletzt das Staatsstipendium für Literatur des BMUKK, den Publikumspreis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb sowie ein Aufenthaltsstipendium des Literarischen Colloquiums Berlin.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 352
Erscheinungsdatum 01.03.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-218-01066-5
Verlag Kremayr & Scheriau
Maße (L/B/H) 20,8/13,1/3 cm
Gewicht 449 g
Auflage 1
Verkaufsrang 18.483
Buch (gebundene Ausgabe)
22,90
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Über Frau-sein, Mutter-sein oder ganz einfach Ich-sein
von Sikal am 09.04.2017

Bereits von vierzig Jahren hat Maxie Wander den Bestseller „Guten Morgen, du Schöne“ veröffentlicht. Nun legt Nadine Kegele ihre Neubefragung vor. In „Lieben muss man unfrisiert“ kommen Frauen zu Wort, die unterschiedlicher kaum sein können. Die Autorin hat in Gesprächsaufzeichnungen 19 Frauen und Transgender zwischen 16 und 92 Jahren protokolliert.... Bereits von vierzig Jahren hat Maxie Wander den Bestseller „Guten Morgen, du Schöne“ veröffentlicht. Nun legt Nadine Kegele ihre Neubefragung vor. In „Lieben muss man unfrisiert“ kommen Frauen zu Wort, die unterschiedlicher kaum sein können. Die Autorin hat in Gesprächsaufzeichnungen 19 Frauen und Transgender zwischen 16 und 92 Jahren protokolliert. Wobei die Themen vom eigenen Kind-sein, Jugend, Pubertät bis hin zu politischen Ansätzen, die eigene Familie, das Selbstbild, Liebe, Sexualität reichen. Sie erzählen munter von ihrer Rolle als Frau, von ihren Ängsten, Problemen, von gesellschaftskritischen Themen, von zweifelhafter Doppelmoral und vielem mehr. Und ALLE Frauen in diesem Buch haben etwas zu erzählen, haben Spannendes erlebt oder Missstände in ihrem Leben beseitigt, haben an Stärke dazu gewonnen. „Manche denken, wenn man Putzfrau ist und Ausländer, ist man nichts wert. Deshalb kann ich doch nicht in die Donau springen. Ich lasse mich nicht unterkriegen.“ Die Frauen bzw. Transgender dieses Buches sind breit gefächert, z.B. kommt die Reinigungsfachkraft Michaela ebenso zu Wort, wie die Kontoristin Fanny (92), wie die behinderte Esther, die trotz Vorhaltungen in der Familie Tänzerin wurde oder die Scheidungsanwältin Ruth. Oder Ona, die sich als Filmemacherin in einer Männerdomäne behaupten muss sowie die Sozialarbeiterin Nora, die sich zugesteht nicht die Welt retten zu müssen. Der Erzählstil wechselt natürlich von Kapitel zu Kapitel, je nachdem welche Gesprächspartnerin der Autorin gerade gegenübersitzt. Eine Wissenschaftlerin hat eben einen anderen Stil als die Kontoristin Fanny oder die beiden 16-jährigen Schülerinnen. Durch diese Vielfalt wird das Buch zu etwas Besonderem. Man wechselt mit den Interviewpartnerinnen die Rolle, kann das Zuhören genießen und sich ganz den wechselnden Protagonistinnen widmen. Ganz oft war ich schockiert, welches Fehlen an Toleranz in unserer Gesellschaft noch üblich ist. Jedes Abweichen von der Norm wird geahndet, so findet man in Berlin (und sicherlich auch anderen Großstädten) z.B. noch eine eigene Soko für Gewaltausschreitungen im Homo- und Transpohen-Bereich. „Harassment“ gehört offensichtlich zum guten Ton, ebenso wie sexuelle Übergriffe im ländlichen Raum – wo es im Bierzelt dazugehört, während bei Übergriffen von Asylwerbern der große Aufschrei kommt. Für die Zukunft als Frau würde ich mir wünschen, dass in (hoffentlich nicht wieder vierzig Jahren) einem Update dieser Interviews unsere Kinder darüber schmunzeln worüber sich die Elterngeneration Gedanken machen musste. Dass sich die Gesellschaft weiterentwickelt und Toleranz gelebt wird – nicht nur darüber gelabert. Ich wünsche mir für meine Kinder, dass ein Rollendenken Schnee von gestern wird und Normen oder Schubladisieren auch nicht ansatzweise zum Thema werden.

ein Stück lebendig gemachte Geschichte, nicht nur für Frauen
von Elke Seifried aus Gundelfingen am 26.03.2017

»Ich halte jedes Leben für hinreichend interessant, um anderen mitgeteilt zu werden. … Entscheidend war für mich, ob eine Frau die Lust oder den Mut hatte, über sich zu erzählen«, sagt Maxie Wander über ihre Sammlung von Gesprächsaufzeichnungen, bei der 19 Frauen lustvoll und mutig von sich und... »Ich halte jedes Leben für hinreichend interessant, um anderen mitgeteilt zu werden. … Entscheidend war für mich, ob eine Frau die Lust oder den Mut hatte, über sich zu erzählen«, sagt Maxie Wander über ihre Sammlung von Gesprächsaufzeichnungen, bei der 19 Frauen lustvoll und mutig von sich und ihren Gefühlen, ihrer Familie, ihrer Arbeit, ihren Männern, über Liebe und Sexualität, über Politik und über ihre Ansicht von der »richtigen« Art zu leben, berichtet haben. Ich kenne Maxie Wanders Bestseller „Guten Morgen, du Schöne“ leider nicht, aber für Nadine Kegele war es Anlass genug, nach 40 Jahren eine Neubefragung zu starten. Ebenso schon wie ihr Vorbild Maxie Wander hat die Autorin 19 Frauen befragt und die Abschriften der Tonbandaufnahmen bekommt man hier als Leser präsentiert. Die genauen Fragen erfährt man nicht, diese sind nur durch Rückfragen zu erahnen. Alle Frauen erzählen offen über ihre Kindheit, ihrer ersten Regelblutung, darüber, wie sie aufgeklärt wurden, ihre sexuellen Beziehungen und ihre Kinder. Wie nehmen sie sich als Frau wahr, welche Nachteile haben sie verspürt, gab es Übergriffe, hatten sie unter Anfeindungen zu leiden, auch diese Themen werden von allen angesprochen. Nicht ausgelassen werden aber auch Privilegien, die sie erfahren haben, und die Frage was Glück für sie bedeutet. 19 verschiedene Geschichten, 19 verschiedene Frauen, 19 verschiedene Leben und 19 verschiedene Arten zu erzählen. Jugendliche mit Jugendsprache, Lebenslustige, die viele Witze machen, stolze Frauen, die selbstbewusst berichten, weniger selbstbewusste, die nur nach und nach mit der Wahrheit heraus rücken und auch Unzufriedene, denen man das auch anhört. Karla Nägele hat versucht nicht nur Frauen jedes Alters zu interviewen, die jüngste ist 19, die älteste 92, sondern sich auch verschiedenen Nationalitäten und sexuellen Orientierungen zu widmen, auch eine Frau mit Handicap kommt zu Wort. Ich habe die Berichte der Frauen sehr interessiert gelesen. Gut gefallen hat mir die Abwechslung, weil hier wirklich jedes Interview in einem ganz persönlichen Stil von einem ganz individuellen Leben berichtet. Ich konnte einiges lernen, so wusste ich z.B. bisher nicht, dass Marathon bis 1976 für Frauen verboten war oder dass es in Berlin eine extra Soko für Fälle homo- und transphober Gewalt gibt. Ich war nicht selten geschockt, wie z.B. wenn ich von Bedrohungen und Anfeindungen aufgrund Hautfarbe, Herkunft oder sexueller Orientierung gelesen habe, oder als ich erfahren habe, dass jede zweite Frau mit Handicap schon einmal unter Übergriffen zu leiden hatte. Manchmal war ich richtig froh, dass ich JETZT lebe und in einer Zeit aufgewachsen bin, in der z.B. spezielle Menstruations-Unterhosen längst durch Tampons abgelöst wurden. Richtig gut fand ich, dass wirklich alle Frauen hier so offen reden, auch über Depressionen, Psychosen und sonstige in unsere Gesellschaft leider oft totgeschwiegene Themen. Meinen Respekt haben alle der hier Befragten verdient, denn trotz allen Hürden, mit Ehrgeiz und starken Willen, haben sie sich ihr Leben lebenswert gemacht. Frauen hatten es früher viel schwerer und das Buch hat mich erkennen lassen, dass ich Frauenrechtlerinnen wirklich dankbar sein muss, dass sie so einiges für uns erkämpft haben. Die gesetzlichen und rechtlichen Grundlagen für eine Gleichberechtigung sind geschaffen, auch wenn unsere Gesellschaft, durch eingefahrene Normvorstellungen und Klischees leider doch noch weit weg davon ist. Auch von Toleranz und Offenheit kann leider, nicht nur bezüglich Rollendenken Mann und Frau, oft nur geträumt werden. Cover sind eigentlich nebensächlich für mich, mir ist der Inhalt wichtig. Hier muss ich es aber unbedingt erwähnen. Ich bin kein Leser von erotischer Literatur und beim ersten Blick hat mich das Buch eigentlich wenig gelockt. Allerdings lohnt sich hier wirklich genau hin zu sehen. Ich will nichts vorweg nehmen, aber die Doppeldeutigkeit, die warnt, dass man so schnell nach dem Äußeren geht und ein zweiter Blick doch so lohnt, ist einfach toll gemacht. Alles in allem kann ich „Lieben muss man unfrisiert“ wirklich nur jedem empfehlen, der sich für ein Stück lebendige Geschichte aus erster Hand, Lebensberichte und Frauen im Allgemeinen interessiert.