Meine Filiale

Der Trost der Rache

Roman

Wilfried Steiner

(7)
Buch (gebundene Ausgabe)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,90
22,90
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
zzgl. Versandkosten
Sofort lieferbar,  Kostenlose Lieferung ab 30  € Einkaufswert ,  Versandkostenfrei für Bonuscard-Kunden
Sofort lieferbar
Kostenlose Lieferung ab 30  € Einkaufswert
Versandkostenfrei für Bonuscard-Kunden

Weitere Formate

gebundene Ausgabe

€ 22,90

Accordion öffnen

eBook (ePUB)

€ 18,99

Accordion öffnen

Beschreibung

Blick in den Kosmos: den Sternen so nahe
Nacht für Nacht beobachtet Adrian durch sein kleines Fernrohr den Himmel und notiert akribisch den Stand der Jupitermonde. Mit seiner Frau Karin führt er in Wien ein beschauliches, wenig aufregendes Leben. Als Adrians Vater stirbt, löst sich die Erstarrung: Der Hobbyastronom möchte sich endlich seinen großen Lebenstraum erfüllen und auf der Kanarischen Insel La Palma das Gran Telescopio Canarias besichtigen. Als die beiden dort ankommen, erwarten sie Strände schwarzen Lavasands, der gewaltige Roque de los Muchachos, Blüten in allen erdenklichen Farben - und Sara.

Düstere Schatten der Vergangenheit
Sara ist Ornithologin und verweilt auf La Palma, um die endemischen Vogelarten der Insel zu erforschen. Die gebürtige Chilenin war schon in den 1970ern nach Deutschland gekommen. Während Karin sich die Zeit mit Surfstunden beim attraktiven Ricardo vertreibt, verfällt Adrian immer mehr dem geheimnisvollen Reiz von Sara. Je näher sie sich kommen, desto mehr tut sich ein düsterer Abgrund auf: Was hat die rätselhafte Frau auf La Palma wirklich vor? Und was hat ihre Vergangenheit in Chile damit zu tun?

Packende Spannung vor der atemberaubenden Kulisse La Palmas
Am sternenklaren Atlantikhimmel tauchen finstere Ahnungen auf: Vor dem geschichtlichen Hintergrund der Militärdiktatur in Chile unter Pinochet erzählt Wilfried Steiner die fesselnde Geschichte einer Vergeltung. Ein sogkräftiger Roman, klug und mit beklemmender Dramaturgie erzählt.

„Wilfried Steiner hat mit diesem Roman einen Stoff bewältigt, der für mich – und ich wage zu sagen: – für Menschen meiner Generation größte Bedeutung hat: nämlich den 11. September, den Pinochet-Putsch – aber ach, wenn es "nur" das wäre … die steten Verweise auf Wilhelm Reich sind in diesem Zusammenhang für alle, die Zeitgenossen dieser Epoche waren, mehr als stimmig, sie sind hellsichtig und einsichtig: die Beziehungskiste im Assoziationsfeld der Orgontheorie und der Putsch in steter Referenz zu der Massenpsychologie Reichs, das ist wirklich intelligent und im großen wie im kleinen, d.h. im Historischen wie im individuell Biographischen dieser Generation WAHR.
Ich könnte eine Figur dieses Romans sein!“
Robert Menasse

„Die Schönheit lässt sich nur an ihren Brüchen erkennen. Der Tod des Vaters setzt die Geschichte des Adrian Rauch in Bewegung. Er verlässt seine geregelten Bahnen, um den Blick ins All zu richten. Seine Leidenschaft führt ihn von universaler Wahrheit auf den Boden der Wirklichkeit, in knallharte Verdichtung. Und das in einer sorgfältigen, aufmerksamen und klugen Sprache.“
Jurybegründung des Floriana Literaturpreises 2016

„Der Stoff macht süchtig“
KRONE, Milli Hornegger

„ein kompositorisches Glanzstück. Ein starkes Finale!“
Oberösterreichische Nachrichten, Christian Schacherreiter

„Es ist ein Herzensbuch. Gescheit, politisch aufklärend, obendrein ein hochspannender Krimi.“
volksBLATT.at, Christian Pichler

„Der Linzer Wilfried Steiner verknüpft fesselnd die Gegensätze zwischen der erhabenen Schönheit des Alls und den Schrecknissen auf dem winzigen Planeten ... Reflektion und Sprache gehen hier eine anspruchsvolle Verbindung ein.“
DER STANDARD, Ingeborg Sperl

„Mit feiner Klinge lässt Wilfried Steiner seinen Roman von einer anfänglich sehr unterhaltsamen Ehe-Satire in ein erschütterndes und spannungsreiches Polit-Drama kippen.“
Steirerkrone, Christoph Hartner

„… ein gesellschaftspolitisch aufrüttelnder sowie emotional tief bewegender Roman, der im Gedächtnis bleibt.“
Salzburger Nachrichten, Brita Steinwendtner

„Ein Buch, das sehr nachdenklich macht.“
Borromäusverein e.V., Tina Schröder

Wilfried Steiner, geboren 1960 in Linz, studierte Germanistik, Anglistik und Amerikanistik. Seit 1977 publiziert er in verschiedenen Literaturzeitschriften und veröffentlichte mehrere Romane, u. a. "Der Weg nach Xanadu" (2003) und "Bacons Finsternis" (2010). Im Linzer Posthof ist er seit 1999 künstlerischer Leiter der Bereiche Tanz, Theater, Kleinkunst und Literatur. Für sein literarisches Werk erhielt Wilfried Steiner zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt 2016 den Floriana Literaturpreis für einen Auszug aus seinem Roman "Der Trost der Rache", der 2017 bei Haymon erscheint.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 280
Erscheinungsdatum 27.07.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7099-7276-2
Verlag Haymon Verlag
Maße (L/B/H) 21,1/13,1/2,7 cm
Gewicht 432 g
Auflage 1

Kundenbewertungen

Durchschnitt
7 Bewertungen
Übersicht
3
3
0
1
0

Ein sehr informatives Buch
von einer Kundin/einem Kunden aus Walsrode am 06.10.2017

Ich habe das Buch innerhalb weniger Tagen gelesen. Das Cover hat richtig Lust auf die Geschichte gemacht, der Inhalt hat sich super spannend angehört und auch der Austausch bei lovelybooks.de hat mir sehr gut gefallen! Das Buch konnte meine Erwartungen wirklich erfüllen! Ab der ersten Seiten war ich komplett in der Geschichte ... Ich habe das Buch innerhalb weniger Tagen gelesen. Das Cover hat richtig Lust auf die Geschichte gemacht, der Inhalt hat sich super spannend angehört und auch der Austausch bei lovelybooks.de hat mir sehr gut gefallen! Das Buch konnte meine Erwartungen wirklich erfüllen! Ab der ersten Seiten war ich komplett in der Geschichte drin. Adrian und Karin waren mir sofort super symphatisch und ich war von Adrians Hobby total fasziniert. Mich selbst interessiert Astronomie auch ein wenig und ich fand es toll in dem Buch noch etwas mehr darüber zu erfahren. Auch finde ich es super, dass in " Der Trost der Rache" viel auf die Geschichte von Chile eingegangen wird. Man muss aber keineswegs Astronom oder Historiker sein, um das Buch verstehen zu können. Es ist zwar alles sehr detailliert beschrieben, aber auch ich, die keine geschichtlichen Vorkenntnisse hatte, konnte dem Verlauf super folgen und habe sogar einiges gelernt. Das liegt aber auch an dem Schreibstil von Wilfried Steiner. Er hat meistens die richtigen Worte gefunden, damit man sich die Geschichte bildlich vorstellen konnte. Außerdem war es dadurch möglich das Buch flüssig und schnell zu lesen, es trat niemals langeweile auf! Dementsprechend ist "Der Trost der Rache" für mich ein sehr gelungenes Buch, obwohl ich teilweise die Handlungschritte von Sara nicht ganz nachvollziehen konnte.

Bewegend und politisch brisant
von mabuerele am 26.09.2017

„...Schon die Anzahl der Sterne war überwältigend. Die Milchstraße war kein blasses Band, sondern ein hell gleißender Fluss, der sich zu bewegen schien. Ein Lavastrom, über dem violette Dunstfetzen hingen...“ Adrian ist Hobbyastronom, seine Frau Karin arbeitet als Psychologin. Alles begann mit dem Tod von Adrians Vater, ein... „...Schon die Anzahl der Sterne war überwältigend. Die Milchstraße war kein blasses Band, sondern ein hell gleißender Fluss, der sich zu bewegen schien. Ein Lavastrom, über dem violette Dunstfetzen hingen...“ Adrian ist Hobbyastronom, seine Frau Karin arbeitet als Psychologin. Alles begann mit dem Tod von Adrians Vater, einen bekannten Wiener Onkologen. Danach wollte sich Adrian einen lang ersehnten Wunsch erfüllen und dass Teleskop auf La Palma besuchen. Normalerweise hat Adrian für Reisen nichts übrig. Er mag seine Ruhe. Karin dagegen fährt gern die Ferne und beschäftigt sich dort mit Trendsportarten. Bei der Ankunft auf La Palma lernen Adrian und Karin auf der Nachbarterrasse des Hotels die Chilenin Sara kennen. Der Autor hat einen fesselnden Gegenwartsroman geschrieben. Auf geschickte Weise verknüpft er nicht nur mehrere Schicksale miteinander, sondern stellt auch Beziehungen zur Vergangenheit her. Die Geschichte wird von Adrian im Rückblick erzählt. Der Schriftstil des Buches lässt sich zügig lesen. Er ist sehr abwechslungsreich und passt sich der inhaltlichen Stimmung an. Ausführlich werden die Autofahrten und Spaziergänge auf Mallorca beschreiben, sodass ich die Sehenswürdigkeiten und besondere Plätze der Insel kennenlerne. Durch Adrian und seine Gespräche mit Wissenschaftlern in den vergangenen Jahren bekomme ich eine Einblick in moderne Kosmologie und Quantenphysik. Das geschieht allgemeinverständlich und anschaulich. Auffallend ist die bildhafte Sprache für die Wiedergabe der Landschaft, aber auch für die Beschreibung von Stimmungen und Gedanken. Häufig werden dabei die Terminologie der Sternenwelt und die unendliche Weite des Kosmos als Metapher verwendet. Obiges Zitat gibt einen Blick auf den Sternenhimmel wieder. Ganz anders allerdings wirken die Teile, die sich mit politischen Themen beschäftigen. Sara war 15 Jahre, als der Putsch in Chile den demokratisch gewählten Präsidenten hinwegfegte. Ein sachlicher und knapp erzählender Stil prägt diese Abschnitte. Das sorgt dafür, dass die Grausamkeit der Ereignisse besonders eindringlich bei mir als Leser ankommen. Adrians Internetrecherchen und deren Zusammenfassung gegenüber Karin bringen politisch brisante Einzelheiten zutage, während Saras persönliche Erlebnisse emotional tief berühren. Nicht über alles kann sie sprechen. Deshalb gibt ihr der Autor als besonders Stilmittel die Möglichkeit, einen Brief zu schreiben. Bitter ist es außerdem für die Betroffenen, dass ihnen nie Gerechtigkeit widerfahren ist. Die Weltgemeinschaft hat weggesehen und vertuscht. Eine kurze Episode wendet sich dem Franco-Regime in Spanien zu. Gekonnt einbezogen wurden bekannte und weniger bekannte Wissenschaftler und Künstler. Die Ermordung des Musikers Victor Jara, der ungeklärte Tod des Poeten Pablo Neruda, die Inhaftierung von Wilhelm Reich in Amerika steht gegenüber, dass einer der Ärzte der deutschen Kolonie in Chile trotz Foltervorwürfe und Verurteilung nach wie vor in Deutschland seine Freiheit genießen kann. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Der Gegensatz zwischen der Schönheit und Weite des Alls und den Unzulänglichkeiten der menschlichen Gesellschaft, die selbst Grausamkeiten toleriert, wird gekonnt herausgearbeitet. Ein Zitat, dass Saras inneren Zustand beschreibt, möge meine Rezension beenden: „...An einem bestimmten Punkt ihrer Nachforschungen geschah etwas mit Sara. Zum ersten Mal entdeckte sie ein Gefühl in sich, dass ihr bisher nicht bekannt war. .. Es dauerte eine Weile, bis sie es benennen konnte: Lust auf Rache. Er verbarg sich in einem anderen, edleren Gefühl, der Sehnsucht nach Gerechtigkeit...“

Geschichte brennt sich ins Herz
von Ruthild Maria Görschen aus Potsdam am 20.09.2017

Der Trost der Rache von Wilfried Steiner – Erstellungsdatum 19.09.2017 Was kann man über ein Buch sagen, das einfach unvergleichlich ist? Es ist poetisch, lehrreich, spannend, die Geschichte brennt sich ins Herz. Der Protagonist Adrian erzählt in der Ich-Form von seinem Herzenswunsch, das größte Spiegelteleskop der Welt zu bes... Der Trost der Rache von Wilfried Steiner – Erstellungsdatum 19.09.2017 Was kann man über ein Buch sagen, das einfach unvergleichlich ist? Es ist poetisch, lehrreich, spannend, die Geschichte brennt sich ins Herz. Der Protagonist Adrian erzählt in der Ich-Form von seinem Herzenswunsch, das größte Spiegelteleskop der Welt zu besichtigen. Mit seiner Frau Karin, einer Psychologin, macht er sich auf zur Insel La Palma (Kanaren). Für seine diversen Allergien und Marotten müssen aber zunächst zahlreiche Anforderungen erfüllt sein. So mietet man sich ein eingerichtetes Apartment für mehrere Wochen. Adrians Freund Roland organisiert einen Besichtigungstermin für das GranTeCan, das für normal Sterbliche nicht so ohne Weiteres zugänglich ist. Das Ehepaar Rauch (Adrian & Karin) lernt auf der Insel die geheimnisvolle Sara kennen, eine Chilenin. Karin nimmt Surfunterricht bei Ricardo, einem Einheimischen. Kurz vor der Abreise des Ehepaars Rauch ist Adrians Vater gestorben und auch Sara, die Geheimnisvolle, hat ihren Mann verloren. Was sich so banal und alltäglich anhört, entpuppt sich als geführte schriftstellerische Dramaturgie in höchster Perfektion. Die einzelnen Charaktere sind so einfühlsam beschrieben, wie man es nur ganz selten antrifft. Man taucht tief ein in Chiles Geschichte von 1973 bis 1990, alles akribisch recherchiert. Der Roman ist in drei Teile gegliedert: Das Verschwinden, Die Verschwundenen (los desaparecidos) & Die Vergeltung. Man erfährt viel über Politik, Astronomie, Psychologie, alles wunderbar eingebettet in die unaufhaltsame Achterbahnfahrt der agierenden vier Hauptpersonen: Adrian, Karin, Sara, Ricardo. Dazu kommt die im Roman der Gegenwart inaktive Zielperson fünf. Es gibt immer wieder Andeutungen, dass Adrian eingesperrt wird. In welche Art von Anstalt ist zunächst unklar. Das kommende Unheil liegt also schon in der Luft. Ich las zum ersten Mal richtig bewusst von den desaparecidos (politisch missliebige Personen, die zur Zeit der Militärdiktatur aus dem Weg geräumt wurden, verschwanden und nie wieder auftauchten) in Carolina de Robertis‘ Roman „Perla“, auch wenn es dort um Argentinien geht und nicht um Chile. Doch das Grauen zu der Zeit schien sehr ähnlich zu sein. Zumal die Militärdiktaturen in Südamerika sich ab 1976 zusammenschlossen, außer den Ländern Mexiko, Venezuela, Kolumbien und Costa Rica, die anders regiert wurden, betraf das also praktisch alle anderen. Mein Fazit: Wer sich für Lektüre abseits des Mainstreams interessiert, sich spannend unterhalten lassen will, mit Haut & Haar in einem Roman versinken möchte und dabei auch noch etwas lernen will, wer sich an poetischer Sprache ergötzen kann, dem sei dieser Roman wärmstens ans Herz gelegt. Von mir ganze fünf Sterne mit vollster Überzeugung. Gäbe es sechs – auch die!


  • Artikelbild-0