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Der überflüssige Mensch

Unruhe bewahren


Ich funktioniere, also bin ich

Wer nichts produziert und nichts konsumiert, ist überflüssig – so die mörderische Logik des Spätkapitalismus. Überbevölkerung sei das größte Problem unseres Planeten – so die internationalen Eliten. Doch wenn die Menschheit reduziert werden soll, wer soll dann verschwinden, fragt Trojanow in seiner humanistischen Streitschrift wider die Überflüssigkeit des Menschen. In seinen eindringlichen Analysen schlägt er den Bogen von den Verheerungen des Klimawandels über die Erbarmungslosigkeit neoliberaler Arbeitsmarktpolitik bis zu den massenmedialen Apokalypsen, die wir, die scheinbaren Gewinner, mit Begeisterung verfolgen. Doch wir täuschen uns: Es geht auch um uns. Es geht um alles.

Portrait
Ilija Trojanow, 1965 in Sofia geboren, floh mit seiner Familie 1971 über Jugoslawien und Italien nach Deutschland, wo sie politisches Asyl erhielt. 1972 siedelte die Familie nach Kenia über. Von 1985 bis 1989 studierte Trojanow Rechtswissenschaften und Ethnologie an der Universität München, später gründete er hier den Kyrill & Method Verlag sowie den Marino Verlag. 1998 zog Trojanow nach Bombay, 2003 nach Kapstadt. Seine Bücher wurden mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, unter anderem erhielt er 2006 den Preis der Leipziger Buchmesse für den Roman ›Der Weltensammler‹ (dtv 13581), 2009 den Preis der Literaturhäuser sowie den Würth-Preis für Europäische Literatur. 2017 wurde er mit dem Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln ausgezeichnet, 2018 mit dem Usedomer Literaturpreis. Ilija Trojanow lebt in Wien.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 96
Erscheinungsdatum 01.06.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-34854-6
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 19,3/12,4/1,2 cm
Gewicht 123 g
Auflage 3. Auflage
Verkaufsrang 22981
Buch (Taschenbuch)
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Buchhändler-Empfehlungen

Ein Weckruf

Marie-Therese Reisenauer, Thalia-Buchhandlung Wien

Trojanow merkt auf, er zieht wider den Auswüchsen des Spätkapitalismus. Gegen des "wer nichts produziert, wer nichts konsumiert" ist überflüssig, die verheerenden Auswirkungen des Klimawandels, den Auswirkungen des Neoliberalismus auf den Arbeitsmarkt, sowie den andauernden Apokalypsen der Massenmedien. Bevor wir wirklich überflüssig werden, sollte man doch das Buch gelesen haben.

Kundenbewertungen

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Wer nichts kaufen kann, ist wertlos
von fritzcat am 01.05.2015
Bewertet: Einband: Kunststoff-Einband

Die Kaufkraft ist der Motor der allgegenwärtigen kapitalistisch orientierten Ökonomie. Wer nichts kaufen kann, trägt nichts zum System-Erhalt bei und ist daher überflüssig. Anders ausgedrückt: Er besitzt keinen Wert, denn der Wert des Menschen wird in unserem Zeitalter des spätkapitalistischen Neoliberalismus nicht gemäß Artik... Die Kaufkraft ist der Motor der allgegenwärtigen kapitalistisch orientierten Ökonomie. Wer nichts kaufen kann, trägt nichts zum System-Erhalt bei und ist daher überflüssig. Anders ausgedrückt: Er besitzt keinen Wert, denn der Wert des Menschen wird in unserem Zeitalter des spätkapitalistischen Neoliberalismus nicht gemäß Artikel 1 und 2 der allg. Erkl. d. Menschenrechte definiert, sondern nach ökonomischen Prinzipien, was wiederum bedeutet: hoher Wert = Mensch mit hoher Kaufkraft, geringer Wert = Mensch mit wenig Kaufkraft, kein Wert = Mensch ohne Kaufkraft. Ebenso fundamental wichtig in der wachstumsorientierten Ökonomie sind Massenmärkte. Da Massenmärkte aber nicht von wenigen elitären Kaufkraft-Tycoons bedient werden können, müsste der Erhalt der Massen-Kaufkraft erklärtes Ziel kapitalistischer (und sozialdemokratischer) Orientierung sein. Warum also steigen die Arbeitslosenzahlen, sinken Löhne und Kaufkraft, wird dem Wirtschaftskreislauf immer mehr Kapital entzogen? Die Überbevölkerung ist nach Meinung der Eliten der Hauptgrund allen Übels, aller Mangelerscheinungen und rechtfertigt daher Hungersnöte und unzureichende Versorgung. Laut Untersuchungs-Ergebnissen der UNO könnte bei gegenwärtigem Stand der Agrartechnik die aktuelle Weltbevölkerung mit Leichtigkeit 1,5 mal ernährt werden. Würde Kapital in die Nahrungsmittel(verteilungs)wirtschaft investiert, gäbe es keinen Hunger, weniger Arbeitslose, höhere Löhne, höhere Kaufkraft, ausreichende Versorgung und – höhere Gewinne. Die hohe Bevölkerungszahl kann also nicht der Grund sein. Trotzdem diskutieren Neomalthusianer und Sozialdarwinisten (wie CNN-Gründer Ted Turner) ganz offen eine Reduktion der Gesamtbevölkerung und bezeichnen Hungersnöte unter den ärmsten Bevölkerungsschichten als natürlichen Selektionsprozess. Betrachtet man allerdings die Lebensweise von Menschen mit wenig oder keinem Vermögen, so zeigt sich, dass diese um das bis zu 100.000-Fache nachhaltiger leben als vermögende Menschen und außerdem ihren gesamten Verdienst wieder dem wirtschaftlichen Kreislauf zuführen. Würde man also einem soziobiologischen „Selektionsprozess“ zustimmen, müsste man nach den Gesetzen der Logik mit der Selektion bei den Menschen mit den größten Vermögen beginnen: eine Sichtweise, die – ungeachtet ihrer Richtigkeit - in der gegenwärtigen Diskussion um Kürzung von Sozialleistungen nicht einmal ansatzweise angedacht ist. Diese und ähnlich ungewohnte Betrachtungspositionen sind in gut verständlicher, sympathischer Sprache mit wenig Worten und Seiten (ca. 80) äußerst pragmatisch analysiert und schlüssig aufbereitet. Das alles in einem sprachlichen Kontext präsentiert, der alles andere als trocken ist. Beeindruckend! Bleibt im Gedächtnis, regt an.

Lesen und versuchen Sie zu handeln!
von einer Kundin/einem Kunden am 11.11.2013
Bewertet: Einband: Kunststoff-Einband

Dieses interessante Essay des Bestseller Autors Ilja Trojanow (Der Weltensammler) stellt in extremen Beispiel dar, dass mehr als die Hälfte unserer Bevölkerung überflüssig sei. Die untere Mittelschicht, welche Arbeitslose bevölkert, die nichts zum Wirtschaftswachstum beitragen, "gehören nicht in unsere Welt". Er zeigt auf, ... Dieses interessante Essay des Bestseller Autors Ilja Trojanow (Der Weltensammler) stellt in extremen Beispiel dar, dass mehr als die Hälfte unserer Bevölkerung überflüssig sei. Die untere Mittelschicht, welche Arbeitslose bevölkert, die nichts zum Wirtschaftswachstum beitragen, "gehören nicht in unsere Welt". Er zeigt auf, wie wir mehr und mehr von Maschinen ersetzt werden. "Maschinen sind keine Konsumenten. Sie träumen während sie rechnen und rattern nicht von Pistazieneis oder High Heels". - So der Autor weiter. Und doch zeigt er sehr deutlich, wie unsere Gesellschaft ohne den Konsumdruck und Kaufrausch nicht mehr in einer Demokratie leben könnten! Lesen Sie diese spannende Streitschrift, urteilen Sie und versuchen SIe zu handeln!