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Die Augen der Sprache

Abgrund und Vulkan

(1)
"Dieser Brief hat keinen testamentarischen Charakter, wenngleich er 1985 nach dem Tod Scholems in seinem Nachlass gefunden wurde. Dennoch kommt er nun hier an, kehrt uns wieder und spricht zu uns nach dem Tod seines Unterzeichners … Man hat manchmal den Eindruck, ein Wiedergänger kündige uns die erschreckende Rückkehr eines Phantoms an."

In Die Augen der Sprache liest Jacques Derrida einen Brief von Gershom Scholem an Franz Rosenzweig vor dem Hintergrund seines Seminars von 1986/87 "Philosophische Nationalität und Nationalismus. Das Theologisch-Politische (heilige Sprache, säkulare Sprache: die Erwählung, der Bund, das Versprechen)". Scholem schrieb den Brief 1926 als Zionist aus Palästina an den Antizionisten Rosenzweig. Thema des in deutscher Sprache geschriebenen Briefes ist die Säkularisierung der hebräischen Sprache im Zuge ihrer "Aktualisierung" und Modernisierung zur Alltagssprache in Palästina. Derrida analysiert den apokalyptischen Ton dieses "Bekenntnisses über unsere Sprache" und die von Scholem befürchtete Drohung einer "rächenden Rückkehr der heiligen Sprache, deren religiöse Gewalt gegen ihre Sprecher ausbrechen wird", im Licht der These, dass das Problem dieser Umwandlung der heiligen zur säkularen Sprache durch und durch politisch sei.
Portrait
Jacques Derrida (1930–2004) lehrte Philosophie in Paris und den USA.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Herausgeber Peter Engelmann
Seitenzahl 96
Erscheinungsdatum Oktober 2014
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7092-0135-0
Reihe Passagen forum
Verlag Passage-Verlag
Maße (L/B/H) 20,8/12,1/1,2 cm
Gewicht 146 g
Auflage 1. Auflage
Übersetzer Esther der Osten
Buch (Taschenbuch)
11,90
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„Eine minutiöse Gangart des Lesens“

Dr. Ralf ROTHER, Thalia-Buchhandlung Wien

In dem kleinen Büchlein „Die Augen der Sprache. Abgrund und Vulkan“ ist einer jener Vorträge abgedruckt, die Jacques Derrida in dem Seminar „Philosophische Nationalität und Nationalismus. Das Theologisch-Politische (heilige Sprache, säkulare Sprache: die Erwählung, der Bund, das Versprechen)“ während des Semesters 1986/87 in Paris vortrug.
Jacques Derrida beschäftigte sich stets mit Fragen und Problemen, die mit dem Politischen, der Gemeinschaft und dem Wir – ob als grammatisches Wir, ob als Mitsein, als Brüder, als Freundschaft, als politischer Staat, als politische Bewegung – in Zusammenhang standen.
Schon 1968 sprach er in dem Vortag „Fines hominis“, den er auf dem Kolloquium „Philosophy and Anthropology“ in New York hielt, den Krieg in Vietnam und die Pariser Unruhen an. Die Bemerkungen zum Krieg und zum Politischen verknüpfte er damals mit der Frage nach Politischen innerhalb des philosophischen Denkens, wobei er dabei von Heideggers Ausführungen zum Menschen als Ek-sistenz ausging.
In Jacques Derridas Auseinandersetzungen mit der Politik und dem Krieg, mit dem Antisemitismus und dem Kolonialismus, sowie mit dem sogenannten Kampf gegen den Terror, ist die intensive Lektüre von Martin Heidegger, Carl Schmitt, William Shakespeare, Emmanuel Levinas, Maurice Blanchot, Immanuel Kant und vielen anderen zu situieren.
Als ein Philosoph, der dem Judentum zuzuzählen ist, beschäftigte sich Jacques Derrida aber auch wiederholt mit den politischen Entwürfen jüdischer Autoren, wie z.B. mit den Arbeiten von Hermann Cohen, Martin Buber, Franz Rosenzweig, Walter Benjamin, Gershom Scholem und Emmanuel Levinas. Mal war es die transnationale Politik, mal waren es national-politische und theologisch-politische Entwürfe, mal waren es Bedingungen der Assimilierung, dann waren es aber auch Konzepte einer sogenannten Form jüdischer Politik oder die Konzeption des Zionismus.
Zu diesen Auseinandersetzungen mit Formen jüdischer Politik und mit dem Zionismus lässt sich nun die Lektüre zählen, die Jacques Derrida in dem Vortrag „Die Augen der Sprache“ zu einem Brief von Gershom Scholem an Franz Rosenzweig vorschlug.
Wie in einer Vielzahl seiner Lektüren, führte Jacques Derrida seinen ZuhörerInnen eine minutiöse Gangart des Lesens vor, Schritt für Schritt, und stets wieder zurück, um wieder von vorn zu beginnen.
Behandelt wurde in der Vorlesung ein Brief, den der Zionist Gershom Scholem 1926 aus Jerusalem an den Antizionisten Franz Rosenzweig schickte. Der Brief wurde erst 1985 in Gershom Scholems Nachlass gefunden und von Stéphan Mosès mit einer Kommentierung herausgegeben.
In dem Brief sprach Gershom Scholem seine Vorbehalte und Ängste gegenüber einer „Wiederbelebung“ der hebräischen Sprache als „Alltagssprache“ innerhalb der zionistischen Bewegung an. Jacques Derrida führte nun in seiner Lektüre vor, wie in Gershom Scholems Warnung vor dem Gebrauch der hebräischen Sprache die verschiedensten theologisch-politischen Philosopheme zusammenkommen, um eine heilige Sprache vor ihrer Säkularisierung schützen zu wollen, damit der Bund, die Erwählung und das Versprechen zwischen den Juden und Gott bewahrt bleiben.
Dem Passagen Verlag ist es zu danken, dass anlässlich des mittlerweile 10. Todestages von Jacques Derrida auch dessen Seminare allmählich in die deutsche Sprache übersetzt werden. So erscheint demnächst der erste Band des Seminars „Das Tier und der Souverän“.
In dem kleinen Büchlein „Die Augen der Sprache. Abgrund und Vulkan“ ist einer jener Vorträge abgedruckt, die Jacques Derrida in dem Seminar „Philosophische Nationalität und Nationalismus. Das Theologisch-Politische (heilige Sprache, säkulare Sprache: die Erwählung, der Bund, das Versprechen)“ während des Semesters 1986/87 in Paris vortrug.
Jacques Derrida beschäftigte sich stets mit Fragen und Problemen, die mit dem Politischen, der Gemeinschaft und dem Wir – ob als grammatisches Wir, ob als Mitsein, als Brüder, als Freundschaft, als politischer Staat, als politische Bewegung – in Zusammenhang standen.
Schon 1968 sprach er in dem Vortag „Fines hominis“, den er auf dem Kolloquium „Philosophy and Anthropology“ in New York hielt, den Krieg in Vietnam und die Pariser Unruhen an. Die Bemerkungen zum Krieg und zum Politischen verknüpfte er damals mit der Frage nach Politischen innerhalb des philosophischen Denkens, wobei er dabei von Heideggers Ausführungen zum Menschen als Ek-sistenz ausging.
In Jacques Derridas Auseinandersetzungen mit der Politik und dem Krieg, mit dem Antisemitismus und dem Kolonialismus, sowie mit dem sogenannten Kampf gegen den Terror, ist die intensive Lektüre von Martin Heidegger, Carl Schmitt, William Shakespeare, Emmanuel Levinas, Maurice Blanchot, Immanuel Kant und vielen anderen zu situieren.
Als ein Philosoph, der dem Judentum zuzuzählen ist, beschäftigte sich Jacques Derrida aber auch wiederholt mit den politischen Entwürfen jüdischer Autoren, wie z.B. mit den Arbeiten von Hermann Cohen, Martin Buber, Franz Rosenzweig, Walter Benjamin, Gershom Scholem und Emmanuel Levinas. Mal war es die transnationale Politik, mal waren es national-politische und theologisch-politische Entwürfe, mal waren es Bedingungen der Assimilierung, dann waren es aber auch Konzepte einer sogenannten Form jüdischer Politik oder die Konzeption des Zionismus.
Zu diesen Auseinandersetzungen mit Formen jüdischer Politik und mit dem Zionismus lässt sich nun die Lektüre zählen, die Jacques Derrida in dem Vortrag „Die Augen der Sprache“ zu einem Brief von Gershom Scholem an Franz Rosenzweig vorschlug.
Wie in einer Vielzahl seiner Lektüren, führte Jacques Derrida seinen ZuhörerInnen eine minutiöse Gangart des Lesens vor, Schritt für Schritt, und stets wieder zurück, um wieder von vorn zu beginnen.
Behandelt wurde in der Vorlesung ein Brief, den der Zionist Gershom Scholem 1926 aus Jerusalem an den Antizionisten Franz Rosenzweig schickte. Der Brief wurde erst 1985 in Gershom Scholems Nachlass gefunden und von Stéphan Mosès mit einer Kommentierung herausgegeben.
In dem Brief sprach Gershom Scholem seine Vorbehalte und Ängste gegenüber einer „Wiederbelebung“ der hebräischen Sprache als „Alltagssprache“ innerhalb der zionistischen Bewegung an. Jacques Derrida führte nun in seiner Lektüre vor, wie in Gershom Scholems Warnung vor dem Gebrauch der hebräischen Sprache die verschiedensten theologisch-politischen Philosopheme zusammenkommen, um eine heilige Sprache vor ihrer Säkularisierung schützen zu wollen, damit der Bund, die Erwählung und das Versprechen zwischen den Juden und Gott bewahrt bleiben.
Dem Passagen Verlag ist es zu danken, dass anlässlich des mittlerweile 10. Todestages von Jacques Derrida auch dessen Seminare allmählich in die deutsche Sprache übersetzt werden. So erscheint demnächst der erste Band des Seminars „Das Tier und der Souverän“.

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