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BuchhändlerInnen im Portrait

Susanne
aus der Thalia-Buchhandlung in Thalia Wien, Westbahnhof

Gesamte Empfehlungen 22 (ansehen)


Meine Empfehlungen

Frauen und Skisport – ein Skandal ?!

Susanne aus der Thalia-Buchhandlung in Thalia Wien, Westbahnhof , am 17.10.2019

Die begeisterte Bergsportlerin und Skifahrerin Lotte, behütet aufgewachsen in einem kleinen Bergdorf in Tirol, kommt in die große Stadt Wien..... – an sich wäre dieser Plot noch nicht weiter beachtenswert, wenn wir nicht das Jahr 1904 schreiben würden. Frauen, die Skifahren und Bergsteigen – unmöglich, ja ein Skandal! Doch Lottes Traum, diese Sportarten auch für Frauen gesellschaftsfähig zu machen, bekommt tatkräftige Unterstützung durch die ambitionierte Geschäftsfrau Mizzi Kauba, in deren Geschäft sie ihre erste Anstellung antritt.

Beate Maly, eine ohnehin im Genre des historischen Romans erfahrene Schriftstellerin, zeichnet in diesem Roman mit leichter Hand das Bild einer spannenden Epoche am Beginn des 20. Jahrhunderts, in der nicht nur Frauen um ihre Anerkennung kämpfen müssen, sondern sich zugleich die Schatten eines aufkommenden und immer deutlicher werdenden Antisemitismus über die Geschichte legen. Auch soziale Konflikte werden nicht ausgespart. Dies führt jedoch keineswegs zu einer schweren Kost, sondern zu gut lesbarer Unterhaltung, die dazu anregen kann, tiefer in die Materie einzusteigen. Geschickt verwebt die Autorin Fiktion (Lotte Seidl) mit historisch belegten Persönlichkeiten. So existierte das von besagter Mizzi Kauba geführte Bergsportgeschäft in der Kaiserstraße tatsächlich. Es wurde 1983 von Bergfuchs-Wien übernommen wurde, womit der Ort des Geschehens in der Tat noch heute existiert. (Ich hatte ohnehin bei der Lektüre ständig das bekannte Wiener Geschäft in der Nähe des Westbahnhofs vor Augen, ohne mir sicher zu sein, ob es mit dem im Roman vorkommenden identisch ist. Dies habe ich erst nach der Lektüre zu meiner Freude entdeckt.) Die Liebesgeschichte, die sich um die Hauptprotagonistin Lotte entspinnt, hielt sich für mich erfreulicherweise sanft im Hintergrund, sondern vielmehr fesselte mich das Schicksal der in diesem Roman vorkommenden Frauen mit ihren so unterschiedlichen Lebensentwürfen und Entwicklungen.

Fazit: Eine ideale Winterlektüre, leicht wie eine Schneeflocke, für alle Freunde und Freundinnen des historischen (Frauen-)Romans, aber auch für absolute Skimuffel wie mich.

Lottes Träume - Beate Maly
Lottes Träume
von Beate Maly
(19)
Buch (Klappenbroschur)
11,40

Wunderbare Weihnachtskekse

Susanne aus der Thalia-Buchhandlung in Thalia Wien, Westbahnhof , am 17.10.2019

Zugegeben: Als Kochbuchfan stapeln sich auch bei mir die Back- und Keksbücher. Warum noch eins weiteres empfehlen? Ganz einfach – ich bin wirklich von diesem Buch begeistert und begründe das an dieser Stelle auch gerne ausführlich.


1. Es gibt wirklich eine Fülle von Rezeptvorschlägen. Neben bekannten Klassikern finden sich auch ungewöhnlichere wie spektakulär aussehende Kürbiskerntütchen oder warum nicht einmal Rosenblütenkipferl ausprobieren?
2. Vor allem haben mich die vielen, vielen kleinen eingestreuten Tipps und Variationsvorschläge der erfahrenen Bäckerin Johanna Aust überzeugt. Ebenfalls enorm praktisch an diesem Buch ist, dass nicht nur die zu erwartende Keksmenge pro Rezept angegeben ist, sondern auch deren Haltbarkeit (– diese gilt natürlich nur, sofern die Kekserl nicht bereits vorher in irgendwelchen Mägen verschwunden sind, was – wenn sie nur halbwegs so gelingen wie auf den Fotos – sicher zu erwarten ist!). Grundsätzlich erleichtert dies die eigene Back-Planung enorm.
3. In einem eigenen Kapitel behandelt die Autorin auch kurz Unverträglichkeiten, wie gegen Gluten oder Nüsse, und zeigt mit ihren Rezepten und deren Variationen auf, dass man trotzdem nicht auf den Keksgenuss verzichten muss. Gerade vor Weihnachten, wo man häufig in größeren Gruppen zusammenkommt, kann dies ein Thema sein und da ist es immer gut, für die Betroffenen eine gutschmeckende Alternative in petto zu haben.
4. Zum Schluss gibt es noch ein Kapitel für die No-Waste-Befürworter – was mache ich mit Teigresten und wie verarbeite ich übrig gebliebene Zutaten. Ob es allerdings die hier vorgeschlagenen Kokosbusserl mit den Kokosmakrönchen meiner Mutter aufnehmen können, die sie immer aus dem übriggebliebenen Eiweiß zauberte, muss erst noch getestet werden ;-).


Aufgrund der grundlegenden Erläuterungen am Beginn und den vielen, vielen Tipps und Tricks eignet sich dieses Buch sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene. Letztere werden bei den Rezepten wohl eher ihr Vergnügen am Nicht-Alltäglichen und an den Variationen finden. Ich jedenfalls hatte spontan Lust, mich an die Keksproduktion zu machen. Ich hoffe, dass ich vor Weihnachten genügend Zeit finde einige meiner Favoriten auszuprobieren, wie Pistaziennougatkrapfen, Mangostangen, Zitronensterne, da waren ja auch noch die Kürbiskerntütchen und und und....... ich nehme an, die Kollegen und Kolleginnen in der Filiale werden beim Testen der Resultate helfen ;-)...

Die besten Weihnachtskekse - Johanna Aust
Die besten Weihnachtskekse
von Johanna Aust
(19)
eBook
19,99

Achtsamkeit mal anders

Susanne aus der Thalia-Buchhandlung in Thalia Wien, Westbahnhof , am 17.10.2019

Der erfolgreiche Anwalt Björn Diemel mit einflussreichem Mandanten aus der Großkriminalität wird von seiner Frau gezwungen ein Achtsamkeitsseminar zu besuchen, um ihre Ehe zu retten. Was sich aus seinem Versuch, den neuen Regeln der Achtsamkeit zu folgen, entwickelt, ist höchst amüsant zu lesen. Zumal sich aus lauter Achtsamkeit der erste Mord eher aus einer Unachtsamkeit – selbstverständlich dem Opfer gegenüber – ergibt, dem zwangsläufig noch jede Menge weitere folgen werden.


Karsten Dusse hat sich herrlich ironisch mit einem Augenzwinkern dem aktuellen Trend zur Achtsamkeit angenommen und setzt ihn für seine Hauptperson gleichermaßen genussvoll wie mörderisch um. Für mich als Liebhaberin des ausgefallenen Krimis mit einem ordentlichen Schuss schwarzen Humors genau das Richtige! Übrigens konnte ich als Leserin selten soviel Verständnis für den Mörder aufbringen....

Ach ja, selbstverständlich gibt es auch jede Menge Achtseimkeitstipps – aber ich bitte Sie um Vorsicht bei der Anwendung im Alltag. Warum? Das werden Sie schon bei der Lektüre selber merken...
Ich wünsche Ihnen einen achtsamen Lesegenuß!

Achtsam morden - Karsten Dusse
Achtsam morden
von Karsten Dusse
(87)
Buch (Klappenbroschur)
10,30

Blutiger Blick in menschliche Abgründe

Susanne aus der Thalia-Buchhandlung in Thalia Wien, Westbahnhof , am 08.09.2019

Obwohl Chris Carter eine recht große Fangemeinde hat und dieser Band schon der 10. Teil einer Reihe um den Profiler Robert Hunter ist, muss ich gestehen, dass ich bislang noch keinen gelesen hatte. An sich bin ich nicht unbedingt ein Fan zu blutiger Thriller, aber bin nach der Lektüre bekehrt. Chris Carter gehört zu den Meistern seines Faches: interessante Charaktere – auf der einen wie auf der anderen Seite. Er vermittelt tiefe Einblicke in die menschlichen Abgründe und versteht es dabei eine Story so spannend zu erzählen, dass ich das Buch kaum aus den Händen legen konnte! Obgleich Teil einer Reihe konnte ich, auch ohne Vorkenntnisse aus den vorherigen Büchern, problemlos und mit Genuß der Geschichte folgen. Ich werde mir sicherlich bei entsprechender Stimmungslage den einen oder anderen weiteren Band dieser Reihe zu Gemüte führen. Klare Kaufempfehlung für alle Fans des blutigen und packenden Psycho-Thrillers!

Jagd auf die Bestie - Chris Carter
Jagd auf die Bestie
von Chris Carter
(149)
Buch (Taschenbuch)
11,30

Wien im Winter 1920 – düster, kalt und möderisch

Susanne aus der Thalia-Buchhandlung in Thalia Wien, Westbahnhof , am 06.08.2019

Auch im nunmehr dritten Teil ihrer historischen Krimireihe um den unangepassten Kriminalkommisar Emmerich und seinen loyalen Assistenten Winter enttäuscht Alex Beer die Erwartungen ihrer Leser und Leserinnen nicht! Lose Fäden aus dem 1. und 2. Buch, wie die Frage nach dem Verbleib von Emmerichs großer Liebe und Lebensgefährtin, werden nun wieder aufgenommen und gemeinsam mit den historischen Entwicklungen zu einem spannenden, atmosphärisch dichten Knäuel verwoben. In diesem Buch geben eine Reihe von Todesfälle, in denen den Opfer die Zunge entfernt wurde, Emmerich und seinem getreuen Assistenten Winter nicht nur Rätsel auf, sondern bringen zudem letzteren sogar in tödliche Gefahr.

Auch wenn ich mich wiederhole – diese Romanserie besticht einfach durch die vorkommenden Charaktere und düstersten Wiener Lokalkolorit der Nachkriegszeit. Vor allem gefällt mir die behutsame Einbettung der Geschehnisse in einen möglichst getreuen historischen Rahmen, der die Zerrissenheit dieser spannenden Epoche hervorragend zu schildern vermag. Im aktuellen Band werden dabei sozialen Gegensätzen, vor allem das Leiden und Schicksal so vieler Frauen dieser Zeit, und politischen Spannungen, wie revisionistische Tendenzen, die sich durch die Unsicherheiten im Umgang mit der noch jungen Regierungsform der 1. Republik ergeben haben, geschickt in die Krimihandlung eingebunden.

TIPP: Auch im dritten Teil ist das von Cornelius Obonya hervorragend gesprochene Hörbuch nicht nur eine Alternative! Aufgrund seiner lebendigen Art der Lesung ist es geradezu wärmstens als Ergänzung empfohlen, da es einen mitten in den Wiener Winter des Jahres 1920 versetzt und den Figuren im wahrsten Sinne des Wortes eine Stimme gibt!

Der dunkle Bote - Alex Beer
Der dunkle Bote
von Alex Beer
(16)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,60

Wien 1920 – Emmerich und Winter ermitteln wieder

Susanne aus der Thalia-Buchhandlung in Thalia Wien, Westbahnhof , am 06.08.2019

Wien 1920 – endlich scheint August Emmerich an seinem beruflichen Ziel, der Abteilung „Leib und Leben“ der Wiener Polizei angekommen. Doch Standesdünkel seiner Vorgesetzten und Kollegen machen ihm in seiner neuen Position als Kriminalkommissar ebenso zu schaffen wie sein Privatleben, dass am Ende des ersten Bandes „Der zweite Reiter“ mächtig durcheinander gewirbelt wurde. Die Mitarbeit am spektakulären Mord am beliebten Stadtrat Richard Fürst bleibt ihm verwehrt, stattdessen soll er sich um eine scheinbar hysterische Schauspielerin kümmern, die glaubt, ihr jüngstes Filmprojekt sei verflucht und sie müsse bald sterben. Doch Emmerich wäre nicht Emmerich, wenn er sich von seinen eigenen Nachforschungen abhalten ließe. Zur Seite steht ihm auch diesmal der loyale Ferdinand Winter. Es macht Spaß, die beiden im Zusammenspiel zu erleben und zu verfolgen, wie sie trotz unterschiedlicher Herkunft und Ausbildung zunehmend zu einem Team zusammenwachsen.

Auch im zweiten Band gelingt Alex Beer nicht nur eine spannende, atmosphärisch dichte Schilderung der Ereignisse, sondern sie versetzt ihre Leser und Leserinnen – und darin liegt wohl der besondere Verdienst dieser Reihe – in eine historisch genau recherchierte und entsprechende Darstellung Wiens unmittelbar nach dem 1. Weltkrieg mit all seinen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Gegensätzen. Auch nach diesem Band bleibe ich ein überzeugter Fan der Reihe und freue mich schon auf den nächsten Band.

Ein kleiner Hinweis am Rande – die Bände enthalten in sich abgeschlossene Kriminalfälle, können also jeder für sich gelesen werden. Der (Lese-)Genuss wird jedoch deutlich gesteigert, wenn man die Bände nacheinander und somit in chronologischer Reihung liest.

ACHTUNG: Bei diesem Buch bitte unbedingt auch mal das Hörbuch in Betracht ziehen! Wie schon der erste Teil wird auch „Die zweite Frau“ von Cornelius Obonya so genial gelesen, dass man glaubt, selbst im Wien des Jahres 1920 zu sein!

Die rote Frau - Alex Beer
Die rote Frau
von Alex Beer
(23)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,60

Weitab jeglicher Wiener Walzerseligkeit

Susanne aus der Thalia-Buchhandlung in Thalia Wien, Westbahnhof , am 06.08.2019

Düsterer, morbider und deprimierender hat man Wien selten erlebt. Nachdem das Ende der „Goldenen Zwanziger“ in Berlin durch die Krimis von Volker Kutscher und ihre Verfilmung in der Serie „Babylon Berlin“ gerade populär geworden sind, zeichnet Alex Beer hier geradezu den Wiener Gegenentwurf. Ihr Roman spielt nämlich am Beginn dieser spannenden Epoche der Zwischenkriegszeit – der 1. Österreichischen Republik – einer Epoche, die spannender und zugleich düsterer nicht sein kann.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Polizeiagent August Emmerich, aufgewachsen in einem Wiener Waisenhaus und kriegsversehrt, mit seinem jungen Assistenten Ferdinand Winter, aus großbürgerlichem Hause stammend. Das von ihrer Herkunft und Art so gegensätzliche Ermittlerpaar soll eigentlich gegen die allgewärtigen Schleichhändler vorgehen, doch Emmerich stolpert über einen vermeidlichen Selbstmord, der seine Aufmerksamkeit erregt...

Ich habe seit langer Zeit keinen so guten historischen Krimi gelesen, der es so gut schafft die besondere Atmosphäre dieser Zeit unmittelbar nach dem verlorenen Weltkrieg einzufangen, die zwischen Neubeginn und Revisionismus schwankt. Eine Epoche extremer sozialer Spannungen und Kontraste in der Hunger, Not und Elend ebenso präsent sind wie extravagante Ausschweifungen. Aber auch eine Zeit, die nun auch sozial Benachteiligten eine Aufstiegschance ermöglicht: sei es illegal durch Schleichhandel Wohlstand und die damit verbundene gesellschaftliche Anerkennung zu erlangen oder, wie für Emmerich, den langersehnten Posten in der Abteilung „Leib und Leben“ zu bekommen.
Ich jedenfalls habe eine neue Lieblingsautorin gefunden und kann es kaum abwarten, wie es mit August Emmerich und seinem Assistenten Ferdinand Winter weitergeht.

Außerdem kann mich dem Tipp der Kollegin aus Wiener Neustadt nur voll umfänglich anschließen: das Hörbuch von Cornelius Obonya gelesen ist einfach nur großartig! Obonya schafft es, die Figuren und das Wien der Nachkriegszeit so lebendig werden zu lassen, dass man meint, man sei mittendrin in den dunklen Gassen Wiens.

Der zweite Reiter - Alex Beer
Der zweite Reiter
von Alex Beer
(52)
Buch (Taschenbuch)
10,30

Wenn Dir ein Eichhörnchen zuwinkt....

Susanne aus der Thalia-Buchhandlung in Thalia Wien, Westbahnhof , am 05.08.2019

Woah, was für ein Buch! Seit langem konnte ich ein Buch, nämlich dieses, nicht wieder aus der Hand legen, da es mich derartig in seinen Bann gezogen hat, und habe es in einem Rutsch durchgelesen ( – zum Glück musste ich heute nicht arbeiten!). Warum? Vermutlich weil die Autorin einen von Anfang mitnimmt auf eine emotionale Achterbahnfahrt: Lachen, Weinen, Liebe, Mitgefühl, Wut, Lebensfreude, Lebenswille – die Schriftstellerin versteht es, virtuos auf dieser Klaviatur der Gefühle zu spielen. Dies liegt nicht zuletzt an der sehr sympathischen Heldin ihres Romanes, Rahel, einer mehr- oder minder erfolgreichen Drehbuchautorin – Ähnlichkeiten mit der Autorin Anika Decker, die ebenfalls (allerdings recht erfolgreich) diesen Beruf ausübt, sind wohl nicht ganz unbeabsichtigt ebenso wie die amüsanten Seitenhiebe auf die zugehörige Filmbranche.
Rahel erkämpft sich nach einer Sepsis, die zu einem Multiorganversagen geführt hat, im wahrsten Sinne des Wortes ihren Weg zurück ins Leben und zu sich selbst – zuweilen mit Humor, aber auch mit tiefer Verzweiflung und Wut. Als Leser leidet und lebt man förmlich mit ihr mit, geht mit ihr durch dramatische, zuweilen abstruse wie auch ganz alltägliche Situationen und lernt, dass Humor nicht die Lösung für alles ist, sondern man sich zuweilen auch einer Sache stellen muss....
Selten führt ein Buch mit so leichter Hand durch so schwere Themen, wie Krankenhausaufenthalte, Komaerfahrung, Reha, Amnesie und zwischenmenschliche Beziehungen.

P.S. Auch ich mag Eichhörnchen, was diese mit dem dem Buch zu tun haben? – Nun, lassen Sie sich von dem Eichhörnchen auf dem Cover nicht nur zuwinken, sondern lesen sie selber und machen Sie sich ein eigenes Bild....

Wir von der anderen Seite - Anika Decker
Wir von der anderen Seite
von Anika Decker
(159)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,60

Keine Angst vor Spinnen oder etwas anderen Krimis!

Susanne aus der Thalia-Buchhandlung in Thalia Wien, Westbahnhof , am 12.12.2018

Um es gleich vorwegzunehmen, diese Rezension mag vielleicht nicht ganz objektiv sein, da ich der französischen Autorin Fred Vargas seit dem Erscheinen ihres ersten Krimis "Die schöne Diva von Saint-Jacques" auf Deutsch hoffnungslos verfallen bin.

Auch diesmal lässt sich der seltsame und verschrobene Kommissar Adamsberg wieder einmal von seinem eigentlichen Fall ablenken. Eine auffällige Häufung von Todesfällen älterer Männer durch den Biss der an sich friedlichen Einsiedlerspinne erregt seine nahezu ungeteilte Aufmerksamkeit. Und Adamsberg wäre nicht Adamsberg, wenn er nicht versuchen würde, diesem scheinbaren Zufall mit der ihm eigenen Hartnäckigkeit auf den Grund zu gehen – wenn auch nicht immer ganz gradlinig. Doch damit sorgt er für beträchtliches Konfliktpotential in seinem ansonsten so loyalen und nicht minder skurrilem Team. Zwischen Adamsberg und seinem Stellvertreter kommt es über diesen Fall zu ernsthaften Differenzen, die nahezu an Meuterei grenzen.
Doch dies ist nicht alles: Wie bei der Archäologin und Historikerin Fred Vargas nicht anders zu erwarten, führt auch diesmal die Spur wieder zurück – diesmal in die jüngere Vergangenheit Frankreichs, in die 1940er Jahre. So nebenher erfährt man einiges über die Lebensumstände von Waisenkindern. Dabei wirft man einen Blick auf gesellschaftlichen Realitäten dieser Zeit, der mich in geradezu erschreckender Weise an aktuelle Diskussionen wie z.B. Mobbing an Schulen erinnert hat. Gerade hierin liegt für mich die besondere Stärke dieses Buches – en passant schafft es die Autorin mit ihrer Erzählung eine Brücke in die Gegenwart zu schlagen.

Die langsame Erzählweise, die zuweilen mäandert wie die Gedankengänge ihres schwerfälligen Hauptprotagonisten, mag Lesern von gradlinigen, aktionreichen Krimis nicht gefallen. Ich finde sie jedoch eine gelungene Abwechslung und liebe ihre Sprache.

Das schöne an den Romanen der Fred Vargas ist, dass man nicht unbedingt die komplette Reihe gelesen haben muss, um sie mit großem Vergnügen zu lesen. Es sind immer in sich abgeschlossene und stimmige Geschichten.

Allen Freunden des skurrilen Krimis, Menschen mit Vergnügen an einer schönen Sprache und allen, die mal einen etwas anderen Krimi lesen wollen, sei dieser Adamsberg wärmstens empfohlen.

Der Zorn der Einsiedlerin - Fred Vargas
Der Zorn der Einsiedlerin
von Fred Vargas
(32)
Buch (gebundene Ausgabe)
23,70

(M)ein neuer unentbehrlicher (Näh-)Begleiter!

Susanne aus der Thalia-Buchhandlung in Thalia Wien, Westbahnhof , am 10.11.2018

Wer kennt das nicht? Beim Durchblicken des eigenen Kleiderschrankes stellt man fest, dass eigentlich genug Kleidung vorhanden ist, aber aus verschiedenen Gründen nicht mehr getragen wird: der Rock zwickt am Bund; in der Jogginghose ist der Gummi alt und ausgeleiert; die Hose ist zu lang oder zu weit; am Sakko fehlt ein Knopf; das Hemd oder die Bluse ist noch gut, aber der Kragen verschlissen; der Reißverschluss klemmt.... Kein Grund diese Kleidungsstücke gleich zu entsorgen oder im Kleiderschrank zu verstecken. Doch durch kleine Veränderungen oder Reparaturen können diesen "Kleiderleichen" neues Leben eingehaucht und sie wieder in tragbare Kleidungsstücke verwandelt werden.

Wer aber originelle Ideen zum Recycling oder Up-cycling – à la "wie verwandele ich ein Hemd in eine Hose" – erwartet, der wird enttäuscht werden. Das Buch erklärt vielmehr in klaren, einfachen Worten mit Unterstützung illustrierender Zeichnungen grundlegende Techniken, die es für ein gut sitzendes, tragbares Gewand braucht. Nach einem Überblick über die wichtigsten Grundlagen (Säume, Nähte, Handstiche etc.) werden die einzelnen Kleidungsstücke (Röcke, Kleider, Hosen etc.) in den Blick genommen und die häufigsten Änderungen erklärt, z.B. Hosen kürzen oder verlängern. Dabei gibt es dann doch noch den einen oder anderen guten Recycling-Tipp: So bekommen demnächst bei mir einige Hemden mit bereits verschlissenem Kragen, die aber ansonsten noch tadellos sind, einen schicken Stehkragen.

Meines Erachtens ist dieses Buch keineswegs nur für Nähanfänger gedacht und geeignet.
Obwohl – oder besser grade weil – ich durchaus über Naherfahrung verfüge, habe ich mir dieses Buch als unentbehrlichen (Näh-)Begleiter und Nachschlagewerk zugelegt. Nach dem Motto "Wie ging das noch gleich?" eignet es sich bei wenig genutzten Techniken ideal und übersichtlich zur schnellen Nachschlagen und Auffrischung verschütteter Kenntnisse.

Einfach Kleidung ändern - J. François-Campbell
Einfach Kleidung ändern
von J. François-Campbell
(2)
Buch (gebundene Ausgabe)
30,80

 
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