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Dr. M. Unsere Top-BuchhändlerInnen

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Meine Bewertungen

Einfach hervorragend

Dr. M. , am 07.06.2019

Für Wassersportler sind die Gebiete um Berlin ein Paradies. In diesem Buch wird ein Törn von der Schleuse in Berlin-Spandau bis zur Müritz beschrieben. Dazu kommen einige Abstecher in nahegelegene Reviere: (1) abseits vom eigentlichen Weg von Oranienburg in die Ruppiner Gewässer über Neuruppin bis Lindow und auf dem Weg zur Müritz: (2) nach Templin, (3) nach Lychen, (4) nach Rheinsberg und (5) nach Neustrelitz.

Der direkte Weg von der Schleuse in Spandau bis in die Müritz umfasst rund 150 km, wobei ein Höhenunterschied von gut 32 Metern durch 17 Schleusen überwunden werden muss. Durchfahren werden dabei ganz oder zum Teil die Oder-Havel-Wasserstrasse, die Obere-Havel-Wasserstrasse und die Müritz-Havel-Wasserstrasse. Während es in den Berliner Gewässern zum Teil recht voll ist, wird es auf dieser Strecke wesentlich ruhiger und man kommt oft an noch relativ unberührter Natur vorbei.

Zu Beginn des Textes werden die wichtigsten Vorschriften aufgeführt, Verkehrsbeschränkungen in Berlin und Brandenburg erwähnt und alle Tankstellen am Wege angegeben.

Dann beschreibt Bodo Müller die einzelnen Streckenabschnitte. Jeder Abschnitt ist in "Geschichte", "Fahrhinweise" und "Ausflugstipps" gegliedert. Man bekommt dort alle notwendigen Hinweise (wie Schleusenöffnungszeiten, Telefonnummern, Tauchtiefen oder Brückenhöhen) für die Fahrt und findet daneben auch noch zahlreiche andere Informationen, zum Teil im sehr guten Kartenmaterial. Besser geht es eigentlich nicht.

Von Berlin zur Müritz - Bodo Müller
Von Berlin zur Müritz
von Bodo Müller
(1)
Buch (gebundene Ausgabe)
30,80

Im Morgenmantel ins Morgenland

Dr. M. , am 07.06.2019

Wenn ihre vier kleinen Brüder nachts zu laut schnarchen, geht Emma gerne mit ihrem kurzbeinigen Hund Tristan an den Strand und lauscht dem Meer. Bei einer solchen Gelegenheit finden die beiden eine von innen leuchtende Flasche, öffnen sie und machen Bekanntschaft mit dem Blauen Dschinn von Barakasch, der von seinem Erzfeind, dem bösen Gelben Dschinn, seines magischen Nasenrings beraubt, in die Flasche gesteckt und ins Meer geworfen wurde.

Der Blaue Dschinn muss unbedingt seinen Nasenring zurückkriegen, sonst droht Barakasch Unheil. Kurz entschlossen schreibt Emma ihren Eltern noch eine Nachricht, dass sie mal schnell mit einem fliegenden Teppich unterwegs nach Barakasch sei und macht sich danach mit Schlafanzug und Morgenmantel bekleidet mit Tristan und dem Dschinn auf den Weg.

In Barakasch wird sie zum Kalifen vorgelassen, obwohl Mädchen und Hunden eigentlich der Zutritt zum Palast verboten ist. Da aber das Land schwer unter der Herrschaft des bösen Gelben Dschinns leidet und Emma eine Nachricht vom Guten Geist des Kalifen zu überbringen hat, macht man eine Ausnahme. Als Emma dann aber auch noch von diesem Bösewicht und seinen Spinnen und Skorpionen aus dem Palast entführt wird, scheint alles verloren...

Cornelia Funkes Kinderbuch wird auf dieser CD von Marlen Diekhoff hervorragend vorgelesen. Die angekündigten aufregenden Abenteuer halten sich zwar etwas in Grenzen, doch man darf nicht vergessen, dass dies ein Buch für Fünfjährige ist. Und für diese Zielgruppe erscheint es sehr gut geeignet. Die Geschichte wird mit viel Wortwitz vorgetragen, was nicht nur die Unterhaltung, sondern auch die Sprachbildung bei den kleinen Zuhörern befördert.

Emma und der blaue Dschinn - Cornelia Funke
Emma und der blaue Dschinn
von Cornelia Funke
(7)
eBook
7,99

Besser atmen heißt besser leben

Dr. M. , am 07.06.2019

Wenn man aufgeregt ist, atmet man flach und hektisch. Im Schlaf dagegen oder in einem entspannten Zustand geht der Atem ruhig und gleichmäßig. Der Atemrhythmus drückt also einen inneren Zustand aus. Bereits vor vielen Jahrhunderten erkannten kluge Menschen, dass man diesen Zusammenhang auch umkehren kann. Über die Atmung lässt sich der Zustand der Seele und damit auch der des Körpers steuern.

Während es in einer Richtung unbewusst läuft, muss man die andere Richtung nachhaltig üben. In einem guten Yoga-Kurs lernt man die auf dieser CD enthaltenen Techniken am Rande mit, nimmt sie aber wahrscheinlich nicht ganz so ernst, weil in unserer Kultur Yoga oft als eine Art Gymnastik aufgefasst wird. Doch die Atemübungen gehören zum Kern des Yoga.

Sie bringen nicht nur Entspannung, sondern bilden auch eine Brücke zur Meditation. Sie stärken, wenn sie in der richtigen Körperhaltung durchgeführt werden, die innere Haltung, fördern Ruhe und Gelassenheit und stimulieren die Selbstheilungskräfte. Übt man diese Techniken konsequent, dann wird man bald langsamer, tiefer und bewusster atmen. In der Folge ändern sich sowohl das Körpergefühl als auch der Seelenzustand.

Die CD enthält fünf Übungen:

1. Den Atem beobachten (als Vorform der Meditation und der folgenden Übungen)
2. Tiefes und verlangsamtes Atmen als Hilfe bei Stress und Nervosität
3. Erweckendes Atmen (Sammeln von Energie durch die Atmung, "Feueratmung")
4. Heilatmen
5. Chakra-Atmung.

Alle Übungen werden sehr gut und von einer angenehmen Männerstimme begleitet und erklärt. Auch das Timing bei den einzelnen Übungen stimmt meistens. Man muss keinerlei Kenntnisse über Yoga besitzen. Allerdings erweist sich eine gewisse Offenheit gegenüber traditionellen Yoga-Vorstellungen sicher als nützlich, wenn man beispielsweise beim Heilatmen auf autosuggestive Vorstellungen trifft. Weniger denken und die Arbeit ans Unterbewusstsein abgeben - das ist oft der Schlüssel für eine Zustandsänderung.

Viele der auf dieser CD vorgestellten Übungen öffnen den Weg ins Unterbewusstsein und liefern dadurch erst die Möglichkeit für Veränderungen.

Zur CD gehört ein kleines Heft, das Zusammenhänge und Grundlagen der Atemübungen kurz erklärt.

Atem-Yoga (CD) - Kalashatra Govinda
Atem-Yoga (CD)
von Kalashatra Govinda
(1)
Hörbuch (CD)
13,99

Ein jüdisches Schicksal und die Geschichte hinter der Geschichte

Dr. M. , am 07.06.2019

Dies ist das Tagebuch eines kleinen ungarisch-jüdischen Mädchens. Es beginnt an seinem dreizehnten Geburtstag und endet kurz vor dem Abtransport aus einer ungarischen Stadt nach Auschwitz in die Hände von Mengele.

Da man Evas Schicksal bereits vorher kennt, liest man ihr Tagebuch von Anfang an mit Traurigkeit, auch wenn es dafür zunächst keinen Anlass gibt. Eva beschreibt ihr Leben bei den mütterlichen Großeltern, ihre Wünsche und Träume sowie die für den Leser schwierig zu durchschauenden Familienverhältnisse. Doch zunehmend legen sich im Frühjahr 1944 Schatten über ihr Leben.

Das Bedrückende an diesem Tagebuch ist die kindliche Sicht auf die Ereignisse. Man macht es sich leicht, wenn man einem anonymen Regime die alleinige Schuld an en beschriebenen Ereignissen und Taten in die Schuhe schieben würde. Es sind wie immer unter solchen Bedingungen zu allererst ganz gewöhnliche Mitbürger, die sich die Ausgrenzung anderer zu Nutze machen. Die sich am rechtmäßig erarbeiteten Eigentum anderer bereichern oder sich deren Stellung erschleichen. Und was mit Diebstahl beginnt, wird mit der Beschneidung von Rechten und bürgerlichen Freiheiten fortgesetzt und endet meist mit der physischen Vernichtung. Evas Tagebuch zeigt, wie dieses Geschehen immer näher an sie heranrückt und sie am Ende erfasst.

Auch wenn man dies aus Geschichtsbüchern kennt, so ist ein persönliches Schicksal immer ein Anker, der es erst möglich macht, sich das grausige Geschehen auf einer nachvollziehbaren Ebene vorzustellen. In diesem Sinne liefert dieses Buch eine Art Geschichtsstunde nicht nur über eine vergangene Zeit, sondern auch über die Mechanismen solcher Entwicklungen, die man sonst nur schwer begreifen kann.

Aber natürlich erzählt Evas Tagebuch nicht die ganze Geschichte, sondern nur den Teil, den sie in ihrer kindlichen Sicht wahrgenommen hat. Ich empfehle jedem, der dieses Buch besser verstehen möchte, zuerst das Nachwort zu lesen, denn es erklärt die Geschichte hinter der Geschichte.

Im Original erschien das Buch bereits 1949 unter dem Titel "Meine Tochter Eva". Obwohl sie nur das gut dreiseitige Vorwort schrieb, erscheint Evas Mutter als Autorin. Beim Lesen des Tagebuches fällt es zunächst schwer, die Familienverhältnisse zu begreifen. Evas Eltern wurden schon vor einiger Zeit geschieden. Während die Mutter mit ihrem neuen Freund in Budapest lebt, wohnt das Kind offenbar schon lange bei den Großeltern der Mutter.

Diese räumliche Trennung hatte Folgen. Während sich die Mutter und ihr neuer Mann in den sogenannten Kastner-Zug retten konnten, der freigekaufte Juden außer Landes schaffte, wurden Eva und ihre Großeltern ins Vernichtungslager gebracht.

Nach der erstmaligen Veröffentlichung des Buches erschienen Vermutungen, Evas Mutter hätte es geschrieben, nachdem sie nach 1945 das Tagebuch ihrer ermordeten Tochter zu Gesicht bekam. Selbst wenn dies stimmen würde: Das Geschehen würde es nicht ändern.

Agnes Zsolt wählte 1951 den Freitod. Ob dafür das Schicksal ihrer Tochter Anlass war, ist umstritten.

Das rote Fahrrad - Agnes Zsolt
Das rote Fahrrad
von Agnes Zsolt
(1)
Buch (gebundene Ausgabe)
19,80

Geniale Idee

Dr. M. , am 07.06.2019

Diese Sammlung enthält 20 Faltblätter mit Tourenvorschlägen auf die schönsten Aussichtsberge in der Umgebung von München. Ausgeklappt ist jedes dieser Blätter knapp 80 cm breit. Es enthält eine detaillierte Wanderkarte (1:40.000 bis 1:60.000), nützliche Informationen zur ausgewählten Tour (Bild des Berges, Wegcharakterisierung, Ausgangspunkt, Höhenangaben, Gehzeiten, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten und eine genaue Wegbeschreibung) und als Höhepunkt ein 360 Grad Gipfelpanorama, das dem Wanderer bereits vorher zeigt, was er von oben sehen wird.

Dieses Panoramabild ist in zwei Teile geteilt: Zwei Drittel nehmen die ganze ausgeklappte Seite des Faltblatts ein, das andere Drittel befindet sich neben der Karte und dem Informationsmaterial auf der Rückseite. In dieses Panoramabild sind genaue Angaben eingefügt, so dass man oben auf dem Gipfel nicht raten muss, was man da eigentlich in der Ferne sieht. Allein deswegen kann man diese Idee schon toll finden. Man erhält also in dieser Kassette einen perfekten Reiseführer für 20 Touren, der als Buch nicht vorstellbar ist, so aber für die jeweilige Tour keinen Platz im Rucksack einnimmt und fast nichts wiegt. Die Blätter wurden auf festes Glanzpapier gedruckt und dürften einiges aushalten.

Folgende Berge werden so für eine Besteigung empfohlen:

Säugling, 2047 m, Ammergauer Alpen,
Kreuzspitze, 2185 m, Ammergauer Alpen,
Kramer, 1985 m, Ammergauer Alpen,
Krottenkopf, 2086 m, Bayerische Voralpen, Estergebirge,
Herzogstand, 1731 m, Bayerische Voralpen, Walchenseeberge,
Benediktenwand, 1800 m, Bayerische Voralpen,
Fockenstein, 1564 m, Bayerische Voralpen, Tegernseer Berge,
Buchstein, 1701 m, Bayerische Voralpen, Tegernseer Berge,
Risserkogel, 1826 m, Bayerische Voralpen, Tegernseer Berge,
Hochmiesing, 1883 m, Bayerische Voralpen, Schlierseer Berge,
Wendelstein, 1883 m, Bayerische Voralpen,
Zugspitze, 2962 m, Wettersteingebirge,
Hohe Munde, 2662 m, Mieminger Kette,
Westliche Karwendelspitze, 2385 m, Karwendelgebirge,
Kleiner Solstein, 2637 m, Karwendelgebirge,
Birkkarspitze, 2749 m, Karwendelgebirge,
Lamsenspitze, 2508 m, Karwendelgebirge,
Schafreuter, 2102 m, Karwendelgebirge,
Guffert, 2195 m, Brandenberger Alpen,
Hochiss, 2299 m, Brandenberger Alpen.

Münchner Hausberge: Die schönsten Aussichtsberge - Uwe-Carsten Fiebig
Münchner Hausberge: Die schönsten Aussichtsberge
von Uwe-Carsten Fiebig
(1)
Buch (Karte)
20,50

"In der Welt, in der er lebte, war alles harmonisch."

Dr. M. , am 07.06.2019

Das schreibt die Autorin über ihren auf der Südseeinsel Nuku Hiva unter unaufklärbaren Umständen ermordeten Lebenspartner Stefan. Er hätte kein Fingerspitzengefühl dafür gehabt, Gefahren frühzeitig zu erkennen, liest man einen Satz früher (S. 226).

Das Schicksal ihres Lebenspartners und das jähe Ende einer schon fast vier Jahre dauernden Weltumseglung schafften es auch in Deutschlands Abendnachrichten und in andere Fernsehformate. Man weiß nur soviel: Stefan ging auf Nuku Hiva mit einem ihm kaum bekannten Einheimischen auf die Ziegenjagd in eine ihm nicht vertraute Gegend. Eine Waffe besaß er dabei nicht. Da der Mörder Stefans Leiche fast restlos verbrannte, können die Umstände dieser Tat nicht mehr rekonstruiert werden. Es gab keine Zeugen.

Nun würde man dieses Buch wahrscheinlich kaum beachten, wenn es diese schreckliche Tat nicht gegeben hätte. Was man nämlich darüber hinaus zu lesen bekommt, erscheint nur im Zusammenhang mit dem späteren Schicksal Stefans von einigem Interesse. Beschrieben werden die Motive und die Umstände einer nicht vollendeten Weltumseglung aus dem Mittelmeer über die Kanaren und die Kapverdischen Inseln bis nach Venezuela, weiter über Kuba, durch den Panama-Kanal bis nach Nuku Hiva.

Vielleicht erinnert der Text den einen oder anderen Segler wieder an das faszinierende Gefühl, auf dem Meer zu sein. Doch man merkt schnell, dass die Autorin keine leidenschaftliche Seglerin ist. Sie beschreibt lieber Leute, die die beiden in den verschiedenen Marinas oder an anderen Liegeplätzen getroffen haben. Und wenn doch einmal das Lebensgefühl auf dem Meer oder Erlebnisse an interessanten Plätzen (wie beispielsweise auf Kuba) in den Vordergrund rücken, dann bleiben die Erzählungen farblos und dünn.

Das kann man natürlich gut verstehen, denn möglicherweise dient dieses Buch für die Autorin auch dazu, ihrem Lebenspartner ein Denkmal zu bauen, das Schreckliche zu verarbeiten und einen gewissen Abschluss zu finden. Allerdings setzen sie sich dabei auch einer kritischen Bewertung aus. Nicht jeder wird verstehen, wie man sich zu einem dauerhaften Leben auf den Weltmeeren entschließen kann, auf denen es keine Absicherung, kein Denken an die Rente oder an eine frühere Zukunft gibt.

Selbst bei dem Wenigen, was man über das tatsächliche Segeln in diesem Buch liest, spürt man schon einen gewissen naiven Optimismus, gelegentlich auch hart an der Grenze zur Dummheit. Wenn man kein Gefühl für Gefahren besitzt, wie das hier offensichtlich der Fall war, macht man es dem Schicksal etwas zu leicht. Das jedenfalls habe ich wieder einmal beim Lesen dieses Buches erfahren.

Blauwasserleben - Heike Dorsch
Blauwasserleben
von Heike Dorsch
(10)
eBook
9,99

Eine Fledermaus, die in der Schule vorsagt

Dr. M. , am 07.06.2019

Das ist doch mal nicht schlecht: Im Rollokasten eines Klassenzimmers wohnt eine Fledermaus, die sprechen kann, schlau ist und im Ernstfall auch noch vorsagt. Jendrik ist der einzige Schüler, der sie versteht. Und so müssen die beiden natürlich Freundschaft schließen und gemeinsam jede Menge Abenteuer bestehen.

Jendriks Mutter spielt in dieser einfach, aber gut erzählten Geschichte den Part, den wohl die meisten Menschen einnehmen würden. Sie findet Fledermäuse eklig und fürchtet sich vor ihnen. Doch die Illustrationen in diesem Büchlein machen Fledermäuse eher sympathisch und niedlich. Glücklicherweise werden die meisten der kleinen Leser oder Zuhörer noch nicht wissen, dass diese Tiere mit Gruselgeschichten in Verbindung gebracht werden. Insofern steht der aus Transsilvanien stammende Sandor für einen ganz anderen Blick auf die harmlosen, Insekten fressenden Fledermäuse.

Ganz am Ende des Buches findet man dann auch Wissenswertes über diese Tiere kindgerecht dargeboten. Dort erfährt man beispielsweise, dass das chinesische Schriftzeichen für Glück auch für Fledermaus stehen soll.

Das Buch eignet sich durch seine Schriftgröße und den großen Zeilenabstand insbesondere für Selbstleser aus den ersten drei Schuljahren, kann aber natürlich schon früher vorgelesen werden.

Sandor Fledermaus mit Köpfchen - Dorothea Flechsig
Sandor Fledermaus mit Köpfchen
von Dorothea Flechsig
(7)
eBook
8,99

"Man braucht Hoffnung, wenn man noch 25 Jahre als Lehrerin arbeiten möchte"

Dr. M. , am 05.06.2019

Dieser Satz (S. 84) erklärt eigentlich das Buch in seiner ganzen Widersprüchlichkeit. Tatsächlich nämlich beschreibt Julia Wöllenstein detailliert die völlige Hoffnungslosigkeit ihrer Bemühungen. Und natürlich blockiert ihr Unterbewusstsein diese Erkenntnis, denn wie soll sie denn mit dieser in ihrem Buch dokumentierten Hoffnungslosigkeit umgehen? "Warum Integration im Klassenzimmer scheitert", heißt es im Untertitel. Das ist klar und eindeutig. Und es widerspiegelt genau den Inhalt des Buches. Nur scheitert die Integration nicht nur im Klassenzimmer, sondern grundsätzlich. Wer das verstehen möchte, sollte zu diesem Buch greifen. Ich konnte es nur kapitelweise und mit vielen Pausen lesen, weil ich es anders nicht ertragen konnte.

Am Ende ihres Textes findet man einen Forderungskatalog an die Politik. Diese Forderungen sind nicht durchsetzbar, realitätsfremd und zum Teil mit dem Grundgesetz nicht vereinbar. Punkt Sieben etwa verlangt eine ethnische Durchmischung von Wohngebieten. Frau Wöllenstein glaubt ernsthaft, dass man mit Zwangsmaßnahmen unlösbare Probleme lösbar machen kann. Obwohl sie in ihrem Buch beständig den Beweis des Gegenteils antritt, hofft sie auch, dass man eine Kultur, die nicht zu unserem Grundgesetz passt, mit ein paar Maßnahmen, viel Gerede und irgendwelchen "Fachkräften" in einer Generation kompatibel machen kann. Leider begreift sie überhaupt nicht, wie tief kulturelle Prägungen gehen.

Die Autorin lehrt an einer Hauptschule. Ihre Klasse besitzt folgende Zusammensetzung (S. 98): " … 21 Schülerinnen und Schüler, von denen lediglich vier Schüler keinen Migrationshintergrund haben. Des Weiteren gibt es sieben Schüler mit deutschem Pass, die russische, albanische oder türkische Wurzeln haben und deren Eltern keine deutschen Muttersprachler sind. Die anderen Schüler sind seit drei bis fünf Jahren in Deutschland und kommen aus Syrien, Bulgarien, Somalia und Polen." Und bei dieser Ausgangslage wird über Integration diskutiert? Wohin sollen sich denn diese Kinder integrieren? Es existiert doch überhaupt keine Mehrheit deutscher Kinder an dieser Schule. Wer unter solchen Voraussetzungen von Integration redet, hat wahrscheinlich diesen Begriff noch nicht einmal verstanden.

Was bei den "Integrationsversuchen" tatsächlich herauskommt beschreibt Frau Wöllenstein in großer Klarheit: Sie bringen nämlich in den meisten Fällen die betroffenen Kinder in große Schwierigkeiten, weil sie in tiefgreifende und unlösbare familiäre Konflikte gestoßen werden. Die Eltern dieser Kinder müssten nämlich, ginge es nach Frau Wöllenstein, ihre kulturellen Prägungen abstoßen und gewissermaßen schlagartig zu Deutschen werden. Deutsche Gerichte lösen solche Konfliktsituationen in den meisten Fällen ganz anders, nämlich zugunsten der zugereisten Kultur und gegen das Grundgesetz. Frau Wöllenstein versteht das nicht und fordert (sicher berechtigt) ein Umdenken. Schließlich würden mit diesem Vorgehen der Gerichte Parallelgesellschaften manifestiert.

Wenn man also wirklich verstehen will, in welche fatale Situation die deutsche Gesellschaft tatsächlich durch die aberwitzige Migrationspolitik der Regierungen Merkel geraten ist, dann findet man sie in diesem Buch sehr konkret beschrieben. Die Autorin ist keineswegs vom linken Weg abgekommen. Sie glaubt an die Integration und sucht Lösungen, wo es keine gibt. Sie glaubt auch an die "Kollektivschuld" der Deutschen und anderen Unsinn. Aber sie wird unbarmherzig mit einer Realität konfrontiert, die täglich von ihr Entscheidungen abverlangt. Und genau diese Realitätsbeschreibungen machen dieses Buch als Dokument so wertvoll.

Nachdem Frau Wöllenstein auch einmal ein positives Beispiel aus ihrer Tätigkeit beschrieben hat, kommt danach folgende Ernüchterung: "Doch solche positiven Beispiele sind nicht die Regel. Oft scheitern wir an verhärteten kulturellen Diskrepanzen …" Eine solche Diskrepanz besteht zum Beispiel im Verständnis der Gemeinschaft. Bereits in ihrem Wirkungsbereich lernt Frau Wöllenstein die muslimische Umma kennen. Sie schreibt: "Im engeren Sinne wird der Begriff für die religiös fundierte Gemeinschaft der Muslime verwendet. Ihre Interessen stehen über denen des Individuums. Dies führt nicht nur dazu, dass jedes einzelne Familienmitglied dazu verpflichtet ist, die Ehre des Clans zu verteidigen, sondern auch dazu, dass jeder auch für den anderen einsteht." Was das im Sportunterricht oder den Hofpausen bedeutet, kann man im Buch nachlesen.

Man kann den gesamten Inhalt dieses Buches nicht in einer Rezension beschreiben. Dazu ist er zu vielfältig und zu detailliert. Unter anderem geht es auch um das sinnlos komplizierte Schulsystem Deutschlands und um die Tatsache, dass Lehrer unter einer Bürokratie zu leiden haben, die nicht nur Zeit kostet, sondern auch eine realitätsnahe Benotung erschwert und ihnen viele pädagogische Mittel aus den Händen schlägt.

Mit aller Deutlichkeit zeigt dieses Buch die Folgen einer katastrophalen Migrationspolitik. Sie erst hat die unlösbaren Probleme erzeugt, vor denen Lehrer wie Frau Wöllenstein stehen. Insbesondere Menschen, die im öffentlichen Dienst arbeiten, müssen diese Katastrophe ausbaden, die man gerne mit Phrasen kaschiert. Dass die Autorin noch Hoffnung hat, ist wohl eine Art unbewusste Überlebensstrategie. Wenn man nämlich ihr Buch gelesen hat, gibt es keinen realistischen Grund für Hoffnung. Man kann inkompatible Kulturen nicht mit Zwang vereinen. Vielmehr werden sich (schon wegen der puren Masse) Parallelgesellschaften gründen oder fortentwickeln. Die Geschichte ist voller Beispiele dafür, wie so etwas ausgeht.

Von Kartoffeln und Kanaken - Julia Wöllenstein
Von Kartoffeln und Kanaken
von Julia Wöllenstein
(1)
eBook
11,99

"Der Gipfel ist nicht immer der Höhepunkt"

Dr. M. , am 05.06.2019

Das steht jedenfalls in dem Teil des Buches, den man als Vorwort interpretieren kann. "Es gibt Berge, die rufen einfach nicht", liest man dort auch. Und auf solche Erhebungen sind Hans Zippert und Achim Apell gewandert. Altersgerecht natürlich, wie ihre Namen verraten. Zippert war einige Jahre Chefredakteur des Satiremagazins Titanic. Auf so einen Posten kommt man nur, wenn man witzig ist, sich das wenigstens einbildet oder genügend Anhänger besitzt.

Auf dem fruchtbaren Boden von Zipperts Heiterkeit gedieh die grandiose Idee, auf die höchsten Berge aller 16 bundesdeutschen Länder zu steigen. Was soll also dabei herauskommen, wenn zwei reifere Herren dieses Vorhaben verwirklichen und darüber ein Buch verfassen? Ernst nehmen kann man das nicht, dafür liest es sich leicht. Irgendeinen Nutzen verbreitet dieses Büchlein auch nicht, denn wer außer den beiden Witzbolden kommt denn auf die seltsame Idee, den höchsten Berg Bremens oder Hamburgs zu besteigen, wenn er nicht gerade dort wohnt?

In schon leicht angeheitertem Zustand liest sich dieses Büchlein ganz gut. So lacht es sich einfach fröhlicher. Meinen nicht ganz so volkstümlichen Humor hat Zippert leider etwas verfehlt, was keineswegs seine Schuld ist. Man findet in diesem Buch die 16 "Reisebeschreibungen". Am Ende dieser Schilderungen steht eine Kurzfassung (Startpunkt, Streckenverlauf, Gipfeleinkehr (wenn vorhanden), Länge, Dauer und Höhendifferenz. Wer diese ruhmreichen Touren nachmachen will, für den ist dieses Buch gut geeignet. Ich befürchte allerdings, dass es nicht viele inspirieren wird. Auf den Feldberg, die Zugspitze, den Brocken, die Wasserkuppe oder den Fichtelberg wandern Menschen auch ohne lustige Anregungen von Hans Zippert zu benötigen.

Die anderen Erhebungen kennt man nun endlich auch. Es gibt eben Berge, die rufen einfach nicht. Da kann man machen, was man will. Dieses Werk kann eine nette kleine Unterhaltung sein, muss es aber nicht. Irgendwie Geschmackssache eben. Da mir bewusst ist, dass mein Geschmack nicht der Maßstab sein kann, gebe ich gerne etwas mehr Sterne.

Zippert steigt auf - Hans Zippert
Zippert steigt auf
von Hans Zippert
(1)
eBook
13,99

"Urlaub. Was für ein absurder Gedanke."

Dr. M. , am 05.06.2019

Würde Maximilian Reich selbst ein Reisemuffel sein, dann hätte er seinen Stubenhocker vielleicht nicht unbedingt Daniel Klopfbichler genannt. Schließlich hat er selbst einen viel schöneren Namen. Da ich ein großer Bewunderer des menschlichen Panoptikums bin, dachte ich, bei diesem Buch viel Spaß haben zu können. Wenigstens teilweise wurde diese Erwartung erfüllt. Klopfbichler sitzt lieber zu Hause vor der Glotze und stopft ungesundes Essen in seinen verfetteten Körper. Aber er ist noch jung und braucht das Geld. Also lässt er sich murrend darauf ein, für einen Reisejournalisten einzuspringen.

Seine seltsamen Reisen, oder besser ihre muffligen Beschreibungen, verbreiten anfangs einen gewissen Charme, der allerdings dann in der zweiten Hälfte langsam verfliegt. Und am Ende schließlich scheint er durch das heiße Feuer seiner neuen Liebe (Gott sei Dank) von seiner Trägheit geheilt zu werden. Das hat etwas Pädagogisches und passt so schön in den stromlinienförmigen Zeitgeist. Bis es dazu kommt, kann man Klopfbichlers Sarkasmus genießen, der anfangs überzeugt und dann leider stark nachlässt. Irgendwie werden seine Reisen auch immer absurder. Schade, dass Maximilian Reich seine Ausgangsidee nicht bis zum Ende durchziehen konnte.

Zwischendurch neigt sein Held zum Fremdschämen. Menschen, die diese seltsame Eigenschaft teilen, bemerken oft nicht, dass sie eigentlich ein oft zwanghafter Hang zur peinlichen Selbsterhöhung ist. Irgendwie will das nicht ganz in Kopfbichler Gesamtkonstruktion passen. Dessen Stärken liegen übrigens keinesfalls in einer guten und den Dingen auf den Grund gehenden Recherche. Das hat er wahrscheinlich von seinem geistigen Vater, der sich gelegentlich auch mehr auf das verlässt, was zu wissen glaubt. So verortet er beispielsweise die Taten von Lynndie England mal so eben nach Guantanamo statt sie in Abu Ghraib zu belassen.

Die Idee zu diesem Buch ist hervorragend und wird vom Autor auch anfangs sehr gut umgesetzt. Vielleicht sind ihm dann aber irgendwann die Ideen ausgegangen. Oder er hat den Mut verloren, das Ganze gnadenlos durchzuziehen. Das ist ein wenig schade. Dessen ungeachtet besitzen die Schilderungen des Daniel Klopfbichler durchaus ihren Reiz.

Reisemuffel an Bord - Maximilian Reich
Reisemuffel an Bord
von Maximilian Reich
(2)
eBook
12,99

 
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